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Ehrenmorde. Frauen zwischen Familien(ehre) und Selbstbestimmung

Title: Ehrenmorde. Frauen zwischen Familien(ehre) und Selbstbestimmung

Term Paper , 2007 , 39 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Kerry Herrmann (Author)

Social Work
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„Mit Kopfschüssen wurde eine junge Türkin offenbar von ihren Brüdern hingerichtet, um die "Ehre" der Familie wiederherzustellen.“, Süddeutsche Zeitung.
So oder ähnlich lauten die Schlagzeilen, die wir in letzter Zeit öfter lesen. Innerhalb von Migrantencommunities in Deutschland kommt es immer wieder zu so genannten „Ehrenmorden“. Dabei spielt das Tatmotiv „Ehre“ eine große Rolle. Was aber ist die „Ehre“, die ein Familienangehöriger so verletzen kann, dass er dafür hingerichtet wird? Und wie kommt es zu solchen Taten, welchen Einfluss haben Religion und Kultur der Herkunftsländer? Wie ist die Stellung der Frau in diesen Gesellschaften? Welche Rechte haben Frauen, wo aber werden diese nach unserer westlichen Sicht verletzt? Damit wird sich meine Hausarbeit beschäftigen.
Schon der Titel meiner Arbeit „Frauen zwischen Familien(ehre) und Selbstbestimmung; Ehrenmord“, weist auf ein Problem hin: Familienehre und Selbstbestimmung sind im Leben vieler Frauen auch hier in Deutschland nicht vereinbar. Sie können sich dafür entscheiden die Familienehre nicht zu verletzen, nach den Vorgaben ihrer Familien, also fremdbestimmt zu leben, oder sie entscheiden sich für ein Leben nach ihren eigenen Vorstellungen, was fast zwangsläufig die Ehre der Familie verletzt und zum Bruch mit der Familie und in einigen Fällen sogar zu ihrer Ermordung führt – eine recht provokante These, die ich aber in der Hausarbeit belegen werde.
Wenn wir über die Selbstbestimmung der Frau sprechen, dann müssen wir uns zunächst anschauen, welchen Stellenwert und welche Rolle die Frau in ihrem Herkunftsland hat, um nicht vorschnell westliche Maßstäbe anzusetzen. So müssen wir zuerst einmal alles vergessen, was uns die „Zeit der Aufklärung“ an Normen und Werten gebracht hat und was 30 Jahre Frauenbewegung im Kampf um die Gleichberechtigung von Mann und Frau für uns in Deutschland zur Selbstverständlichkeit haben werden lassen. Es folgen vorab einige Definitionen und religiöse, geschichtliche und gesellschaftliche Hintergründe.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

2. Der Islam

3. Scharia – die muslimische Rechtsprechung

3.1. Geschichte der Scharia

3.2. Die Rolle und die Rechte der Frau im Koran

3.3. Islamische Ehe- und Familiengesetze

4. Der Islam und die Menschenrechte

5. Das Frauenbild im Islam

6. Ehre und Schande, die Frau als Trägerin der Ehre

6.1. Ehrenmorde

6.2. Gründe und Auslöser

6.3. Formen der Gewalt

7. Die Situation in Deutschland

8. Prävention und Hilfsmöglichkeiten für Frauen in Deutschland

9. Schlussfolgerung

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen traditionellen, muslimischen Familienstrukturen und dem individuellen Recht auf Selbstbestimmung der Frau. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, welchen Einfluss Religion, Kultur und das Konzept der Familienehre auf die Lebensrealität muslimischer Frauen haben und inwieweit diese Praxis mit westlichen Menschenrechtsvorstellungen in Deutschland kollidiert.

  • Analyse der Rolle der Scharia und des Korans hinsichtlich der Rechte von Frauen.
  • Untersuchung des Phänomens "Ehrenmord" und dessen gesellschaftliche Hintergründe.
  • Kontrastierung islamischer Wertevorstellungen mit dem deutschen Grundgesetz.
  • Diskussion von Integrationshemmnissen und der Situation von Migrantinnen in Deutschland.
  • Herausarbeitung von notwendigen Präventions- und Hilfsansätzen für betroffene Frauen.

Auszug aus dem Buch

6. Ehre und Schande, die Frau als Trägerin der Ehre

Die Ehre der Frau und ihrer Familie zu schützen gilt oft als Grund für Unterdrückung, Kontrolle oder sogar die Tötung weiblicher Familienmitglieder. Doch warum spielt die Ehre in islamischen Gesellschaften eine solch große Rolle und woher kommen diese Einstellungen?

Schirrmacher und Spuler-Stegemann sagen dazu, dass die nahöstliche Gesellschaft nicht allein durch den Koran, sondern auch durch kulturell-gesellschaftliche Normen und Werte aus teilweise vorislamischer Zeit geprägt werden.

Moralische Werte wie „Ehre“ und „Schande“ sind tief verwurzelte moralische Größen. Eine Familie über die „Schande gekommen“ ist, kann in diesem Kulturkreis nicht überleben und so wird der Erhalt der Ehre als ein höheres Gut betrachtet, als ein Menschenleben. Dabei steht das Interesse der Gemeinschaft über dem des Individuums und es wird streng darauf geachtet, dass der einzelne durch sein Verhalten nicht die Ehre der Familie verletzt.

In der islamischen Gesellschaft gelten Frauen als die Trägerinnen der Ehre und Männer als deren Verteidiger. So müssen sich ehrbare Frauen angemessen kleiden (verhüllen), sich angemessen verhalten und bewegen (nicht rennen, nicht laut reden oder lachen) und mit keinem nichtverwandten Mann Blickkontakt aufnehmen. Verstößt eine Frau gegen diese Anstandsregeln, so hat sie die Ehre der Familie aufs Spiel gesetzt und kann diese selbst nicht wiedererlangen. Nun ist der Mann als Verteidiger der Ehre seiner Familie gefragt. Er muss angemessen handeln, um diese wieder herzustellen und nicht als Schwächling zu gelten. Ihm bleibt also keine Wahl, als die „Ehrbrecherin“ zu bestrafen, in dem er sie schlägt, ins Haus einsperrt, verheiratet oder in manchen Fällen umbringt, bzw. umbringen lässt.

Zusammenfassung der Kapitel

2. Der Islam: Einführung in die islamische Religionsgeschichte und die daraus resultierenden patriarchalischen Gesellschaftsstrukturen unter besonderer Berücksichtigung des Konzepts der Umma.

3. Scharia – die muslimische Rechtsprechung: Darstellung der Scharia als gesetzliche Grundlage und Analyse der widersprüchlichen Aussagen im Koran zur Rolle und Stellung der Frau.

4. Der Islam und die Menschenrechte: Gegenüberstellung der islamischen Wertevorstellungen mit westlichen Menschenrechten und dem deutschen Grundgesetz.

5. Das Frauenbild im Islam: Erörterung der unterschiedlichen Rollenzuweisungen für Mann und Frau innerhalb der muslimischen Gesellschaft und deren Begründung durch soziale Normen.

6. Ehre und Schande, die Frau als Trägerin der Ehre: Untersuchung der moralischen Kodizes, die Gewalt gegen Frauen im Namen der Ehre legitimieren, inklusive der Gründe für Ehrenmorde.

7. Die Situation in Deutschland: Reflexion über die Parallelgesellschaften in Deutschland und die rechtlichen sowie sozialen Herausforderungen im Umgang mit Ehrenmorden und Zwangsheirat.

8. Prävention und Hilfsmöglichkeiten für Frauen in Deutschland: Darstellung mangelnder Hilfsangebote für Minderjährige und Appell an die Politik zur besseren Integration und zum Schutz betroffener Migrantinnen.

9. Schlussfolgerung: Persönliche Reflektion der Autorin über die erarbeiteten Inhalte und die Forderung nach einer kritischen Auseinandersetzung mit religiösen Dogmen in einer Demokratie.

Schlüsselwörter

Scharia, Koran, Ehrenmord, Familienehre, Selbstbestimmung, Frauenrechte, Parallelgesellschaft, Integration, Patriarchat, Menschenrechte, Zwangsheirat, Geschlechtertrennung, Religion, Migration, Islam.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Situation muslimischer Frauen in traditionell geprägten Familienstrukturen und beleuchtet dabei, wie Konzepte wie „Ehre“ und religiöse Auslegungen die Freiheit und Selbstbestimmung der Frau einschränken oder gar gefährden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der Scharia, dem Frauenbild im Koran, der Bedeutung der Familienehre, dem Phänomen der Ehrenmorde sowie der aktuellen Integrations- und Rechtsproblematik in Deutschland.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie kulturelle und religiöse Normen die Unterdrückung von Frauen legitimieren können, und den Konflikt dieser Praktiken mit modernen Menschenrechtsstandards zu verdeutlichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die religiöse Texte (Koran), juristische Grundlagen und fachwissenschaftliche Studien sowie aktuelle Medienberichte heranzieht, um die Lebensrealität muslimischer Frauen zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die historische Entwicklung der Scharia, die verschiedenen Auslegungen von Koranversen, das Rollenverständnis innerhalb der islamischen Familie und die drastischen Formen der Gewalt gegen Frauen (Ehrenmord, Zwangsheirat) detailliert analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Scharia, Selbstbestimmung, Familienehre, Ehrenmord, Menschenrechte, Patriarchat und Integration.

Warum führt die Autorin das Beispiel von Hatun Sürücü an?

Das Beispiel verdeutlicht den tödlichen Konflikt einer Frau, die nach einem selbstbestimmten Leben in Deutschland strebte und aufgrund ihrer westlichen Lebensweise von ihrem Bruder hingerichtet wurde.

Wie bewertet die Autorin das Kopftuch?

Die Autorin betrachtet das Kopftuch in der vorliegenden Arbeit nicht als bloßes Symbol des Glaubens, sondern als Ausdruck von sozialer Isolation und Unterjochung, der eine Integration in eine emanzipierte Gesellschaft erschwert.

Welchen Stellenwert räumt die Autorin der Religion im Allgemeinen ein?

Die Autorin äußert sich kritisch zu organisierten Religionen, da sie diese als Instrumente der Unterdrückung betrachtet, die das Individuum in seiner Eigenverantwortung beschneiden und zur Angst vor göttlicher Strafe erziehen.

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Details

Title
Ehrenmorde. Frauen zwischen Familien(ehre) und Selbstbestimmung
College
University of Applied Sciences Düsseldorf
Course
Internationale Entwicklungen und interkulturelle soziale Arbeit
Grade
1,3
Author
Kerry Herrmann (Author)
Publication Year
2007
Pages
39
Catalog Number
V75977
ISBN (eBook)
9783638805827
ISBN (Book)
9783638807333
Language
German
Tags
Frauen Familien(ehre) Selbstbestimmung Ehrenmorde Internationale Entwicklungen Arbeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kerry Herrmann (Author), 2007, Ehrenmorde. Frauen zwischen Familien(ehre) und Selbstbestimmung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/75977
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