„Mein Vater hat immer gesagt: „Wer nichts wird, wird Wirt und wer dann noch nichts wird, wird Lehrer.““ (Originalzitat eines angehenden Berufschullehrers des „Berufsbildungsinstitutes Arbeit und Technik“ - biat, Universität Flensburg)
Martin Luther (1483 - 1546):
"Es gefällt mir kein Stand so gut, ich wollte auch keinen lieber annehmen, als ein Schulmeister zu sein."
„Nach wie vor bestehen zwischen jungen Frauen und Männern erhebliche Unterschiede bei der Berufs- und Studienwahl und beim Einstieg in die Berufstätigkeit. Berufswahlentscheidungen stehen am Ende eines Berufsfindungsprozesses, der lange vor der Entscheidung für einen Beruf beginnt und von individuell-biografischen sowie strukturellen Faktoren geprägt ist. Eltern, Schule und Berufsberatung spielen dabei als "Gatekeeper" eine wichtige Rolle.“ (Keddie, B.)
Warum wird man Lehrer/in, wenn man nichts wird? Warum wollte Martin Luther so gerne „Schulmeister“ werden? Welche Motive bzw. Motivationen haben insbesondere Studentinnen Techniklehrerin bzw. Berufschullehrerin im Berufsfeld Metall zu werden?
Mit dieser Arbeit möchte ich versuchen, Motive und Motivationen herauszuarbeiten, die zu dieser – auch heute noch - ungewöhnlichen Berufswahl für Frauen führen. Dazu werden im folgenden zunächst die fachpsychologischen Begriffe „Motivation“ und „Motiv“ näher erläutert. Weiterhin wird auf Lernmotive und Lernmotivationen im Studium allgemein eingegangen, da diese eine wichtige Basis zum Erlagenden der Ausbildung sind. Es folgen verschiedene Tests, Befragungen und ihre Auswertungen. Im Anschluss werden die Ergebnisse der Untersuchungen interpretiert.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Zielsetzung - Frauenanteil im Technikbereich erhöhen
2. Motive zur Berufswahl: Begriffe und Befunde
2.1 Motive und Motivationen - begriffliche Erklärung
2.2 Erwartungs-Wert-Theorie der Leistungsmotivation
2.3 Befunde zu Motiven für die Berufswahl
2.3.1 Befunde zu Motiven allgemein
2.3.2 Befunde zu Motiven zur Lehrerin
2.3.3 Befunde zu Motiven zur Techniklehrerin
2.4 Frauenanteil bei Techniklehrerinnen/ Berufschullehrerinnen
2.5 Anforderungen an Techniklehrerinnen allgemein
3. Motive zur Wahl des Berufes Techniklehrerin/ Berufschullehrerin
3.1 Begründungsansätze zur Auswahl von Techniklehrerin/ Berufschullehrerin
3.2 Zielsetzung der Befragung
3.3 Methoden der Befragung
3.3.1 Begründung der ausgewählten Methoden
3.3.2 Beschreibung der Testverfahren
3.3.2.1 FLL - Fragebogen zu Lebenszielen und Lebenszufriedenheit
3.3.2.2 KAI - Messung der aktuellen geistigen Leistungsfähigkeit
3.3.2.3 Selbstentwickelter Fragebogen/ Interviewbogen
3.3.2.4 Durchführung der Tests
4. Ergebnisse
4.1 Ergebnisse der Befragungsmethoden
4.1.1 FLL
4.1.2 KAI
4.1.3 Fragebogen
4.2 Ergebnisse aus der Literatur
5. Bewertung der Ergebnisse in Bezug auf die Zielsetzung der Arbeit
6. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Beweggründe von Studentinnen für eine Berufswahl im technischen Bereich (Techniklehrerin/Berufsschullehrerin im Berufsfeld Metall), um Faktoren zu identifizieren, die den Frauenanteil in diesen Studiengängen steigern könnten.
- Motivationstheorien und berufswahlpsychologische Grundlagen
- Empirische Untersuchung der Motive von Studentinnen der Universität Flensburg
- Analyse des Frauenanteils in technischen Lehrämtern
- Vergleich von Lehramts- und berufsbildenden Studienmotivationen
- Entwicklung von Handlungsempfehlungen zur Erhöhung der Attraktivität des Technikstudiums für Frauen
Auszug aus dem Buch
3.1 Begründungsansätze zur Auswahl von Techniklehrerin/ Berufschullehrerin
Es gibt immer genügend Gründe warum man sich für diesen oder jenen Beruf entscheidet, doch bisher hat sich noch niemand damit beschäftige, warum einige Frauen gerade Techniklehrerin/ Berufschullehrerin im Fachbereich Metall (Elektrotechnik) werden?
Ein guter Grund Interesse oder des Hobbies wegen sein. Vielleicht haben einige von Kindesbeinen an eine Werkbank im Keller stehen oder gar einen eigenen Werkraum. Andere möchten Wissen vermitteln, aber nicht auf die Art und Weise wie allgemeinbildende Fächer vermittelt werden. Bei einigen mag es „im Blut liegen“, sich aktiv zu betätigen und am Ende das Produkt greifbar zu haben.
Der Technikunterricht ist ein Fach, bei dem alle Sinne angesprochen werden und wo zusätzliche soziale Aspekte zum Beispiel der Jugendarbeit oder Teamwork mit einfliessen (können), ohne dass diese offensichtlich sind. Zudem bietet dieser Bereich den Frauen die Möglichkeit auf ihre Art und Weise, in ihrer Geschwindigkeit, zu den selbstgewählten Themen und, ohne dass ihnen immer jemand auf die Finger schaut oder nach Vorgaben unterrichtet werden muss, in einer „Männerdomäne“ Fuss zu fassen. Vielleicht ist es der Reiz als Frau in einem per Tradition angesehenem „Männerfach“ tätig zu sein und das damit verbunden Ansehen zu geniessen.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Diese Einführung legt das Thema der ungewöhnlichen Berufswahl für Frauen dar und erläutert die psychologischen Grundlagen von Motiv und Motivation im Studium.
1. Zielsetzung - Frauenanteil im Technikbereich erhöhen: In diesem Kapitel wird das Hauptziel der Arbeit definiert, Motive von Studentinnen zu ergründen, um den Frauenanteil an der Universität Flensburg zu fördern.
2. Motive zur Berufswahl: Begriffe und Befunde: Dieser theoretische Abschnitt definiert die Begriffe Motivation und Motiv, erläutert die Erwartungs-Wert-Theorie und diskutiert empirische Befunde zur Berufswahl.
3. Motive zur Wahl des Berufes Techniklehrerin/ Berufschullehrerin: Dieses Kapitel stellt die konkreten Begründungsansätze für diese Berufswahl vor und beschreibt das methodische Vorgehen der Befragungen (FLL, KAI, Fragebogen).
4. Ergebnisse: Hier werden die Resultate der angewandten Testverfahren (FLL, KAI, Fragebogen) sowie Literaturergebnisse präsentiert und detailliert ausgewertet.
5. Bewertung der Ergebnisse in Bezug auf die Zielsetzung der Arbeit: Die Ergebnisse werden hier kritisch reflektiert und in Handlungsempfehlungen für die Hochschule und den Lehrbetrieb übersetzt.
6. Zusammenfassung: Dieses abschließende Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse der Untersuchung zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit für ein "Sprachrohr" für Studentinnen.
Schlüsselwörter
Berufswahlmotivation, Frauenanteil, Techniklehrerin, Berufsschullehrerin, Erwartungs-Wert-Theorie, FLL-Test, KAI-Test, Leistungsmotivation, Studium, Metalltechnik, Didaktik, Lehrberuf, Geschlechterspezifische Studienwahl, Lernmotivation, Berufsfindungsprozess.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit untersucht die spezifischen Motive und Motivationen von Studentinnen, die sich für den Beruf der Techniklehrerin oder Berufsschullehrerin im Bereich Metall entscheiden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Die zentralen Felder umfassen psychologische Motivationstheorien, die Analyse der Berufswahlentscheidungen bei Frauen, die Situation des Frauenanteils in technischen Studiengängen sowie die Aufgabenprofile von Techniklehrkräften.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet, welche Motive und Motivationen Studentinnen dazu bewegen, eine für Frauen eher ungewöhnliche Laufbahn in technischen Lehrämtern einzuschlagen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Autorin nutzt eine Kombination aus standardisierten psychologischen Tests (FLL - Fragebogen zu Lebenszielen und Lebenszufriedenheit, KAI - Kurztest für allgemeine Basisgrößen der Informationsverarbeitung) und einem selbstentwickelten, offenen Interviewfragebogen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Motivationstheorien), eine Bestandsaufnahme des Frauenanteils im Fachbereich Technik der Universität Flensburg und die detaillierte Auswertung der erhobenen Daten.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Untersuchung?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Berufswahlmotivation, Techniklehrerin, Leistungsmotivation, Lernmotivation und Geschlechterspezifische Studienwahl.
Welche Unterschiede zeigen sich zwischen Lehramtsstudierenden und biat-Studentinnen?
Die Arbeit stellt fest, dass biat-Studentinnen im Durchschnitt älter sind, oft einen technischen Vorberuf haben und ihre Studienentscheidung als zielgerichteter und "ernsthafter" wahrnehmen als Studierende der allgemeinen Lehramtsstudiengänge.
Was war eine wesentliche methodische Herausforderung bei der Untersuchung?
Die größte Schwierigkeit bestand darin, eine ausreichende Rücklaufquote für die Tests zu erzielen, weshalb im weiteren Verlauf der Studie ein selbstentwickelter Kurzfragebogen per Post versandt wurde, um die Datengrundlage zu erhöhen.
Welche konkreten Schlussfolgerungen zieht die Autorin für die Universität?
Die Autorin empfiehlt die Bildung weiblicher Arbeitsgruppen, die Förderung von Kooperationen zwischen den Fachbereichen und eine gezielte Verbesserung der Online-Kommunikation, um Frauen aktiv für das Studium zu ermutigen.
- Quote paper
- Dunja Schwab (Author), 2006, Motive für die Wahl des Berufes Techniklehrerin / Berufschullehrerin im Berufsfeld Metall, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76004