Das Thema Hochbegabung ist sehr vielschichtig und umfangreich. Um ein hochbegabtes Kind so zu fördern, dass es sich bestmöglichst entwickeln kann, muss viel beachtet werden. Das fängt bei einer zuverlässigen Identifikation der Hochbegabung an und geht über zu speziellen Fördermaßnahmen.
Ich habe mich bewusst dafür entschieden, den allgemeinen Theorieteil sehr ausführlich abzuhandeln, da nur durch ein fundiertes Hintergrundwissen eine optimale Förderung hochbegabter und mathematisch begabter Schüler gewährleistet werden kann. Deshalb ist es auch für die Förderung mathematisch begabter Schüler wichtig, eventuell auftretende allgemeine Probleme, Verhaltensauffälligkeiten, aber auch alle möglichen Fördermaßnahmen genau zu kennen.
Abschließend möchte ich anmerken, dass die von mir ausgesuchten Beispiele zur Förderung mathematisch begabter Grundschüler nicht auf jedes hochbegabte Kind übertragbar sind. Jeder Mensch entwickelt sich individuell. So sind auch Hochbegabte sehr unterschiedlich und verlangen nach speziellen, an ihre persönlichen Maßstäbe angepassten, Förderungen.
Inhaltsverzeichnis
1. VORWORT
2. EINLEITENDE GEDANKEN ZUR HOCHBEGABTENFÖRDERUNG
3. WAS IST HOCHBEGABUNG?
3.1 Definition
3.2 Konzepte und Theorien
4. GESCHICHTE UND ENTWICKLUNG DER HOCHBEGABTENFÖRDERUNG
5. PERSÖNLICHKEITSMERKMALE DER HOCH-BEGABUNG UND IHRE IDENTIFIKATION
5.1 Charakteristika hochbegabter Kinder
5.2 Identifikation besonderer Begabungen
6. ERWARTUNGSWIDRIGES VERHALTEN HOCH- BEGABTER
6.1 Asynchronie
6.1.1 Soziale Asynchronie
6.1.2 Innere Asynchronie
6.2 Unterforderung und Underachievement
6.2.1 Ursachen der Unterforderung hochbegabter Schüler
7. FÖRDERMAßNAHMEN
7.1 Enrichment
7.1.1 Integrativer Ansatz
7.1.1.1 Quantitative Differenzierung
7.1.1.2 Qualitative Differenzierung
7.1.1.3 Methoden der inneren Differenzierung
7.1.2 Segregativer Ansatz
7.1.2.1 Enrichment-Fördermaßnahmen als äußere Differenzierung
7.2 Akzeleration
7.2.1 Vorzeitige Einschulung
7.2.1.1 Schulanfang auf neuen Wegen
7.2.2 Überspringen von Klassenstufen
7.2.2.1 Überspringen der ersten Klasse
7.2.2.2 Überspringen einzelner Klassenstufen
7.2.4 Notwendige Voraussetzungen bei Akzelerationsmaßnahmen
7.3 Spezialklassen, Spezialschulen
7.3.1 D-Zug-Klassen
7.3.2 Ability Grouping
7.3.3 Spezialschulen für Hochbegabte
7.4 Zusammenfassung
7.5 Notwendige Voraussetzungen für die Förderung hochbegabter Kinder in der Schule
7.5.1 Fördern im Bereich der Begabung
7.5.2 Erlernen von Lern- und Arbeitstechniken
7.5.3 Kompensatorische Förderung
7.5.4 Förderung des sozialen Verhaltens
7.6 Anforderungen an den Lehrer
8. MATHEMATISCHE BEGABUNG
8.1 Merkmale mathematischer Begabung
8.2 Identifikation mathematisch begabter Grundschüler
8.3 Die Eigenarten des Mathematikunterrichts
8.4 Maßnahmen zu Förderung mathematisch begabter Grundschüler
8.4.1 Bereich Arithmetik
8.4.2 Bereich Geometrie
8.4.3 Bereich Sachaufgaben / Größen
8.5 Besonderheiten und Schwierigkeiten beim Umgang mit mathematisch hochbegabten Schülern
8.6 Veranschaulichungen ungewöhnlicher Denkstrategien und Probleme hochbegabter Grundschüler am Beispiel von Mathematikaufgaben
8.6.1 Besonderheit 1
8.6.1.1 Lehrplanbezug
8.6.1.2 Aufgabe
8.6.1.3 Problem bei hochbegabten Schülern
8.6.1.4 Auswertung
8.6.2 Besonderheit 2
8.6.2.1 Lehrplanbezug
8.6.2.2 Aufgabe
8.6.2.3 Lösung eines hochbegabten Kindes
8.6.2.4 Bedeutung für den Lehrer
8.6.3 Besonderheit 3
8.6.3.1 Lehrplanbezug
8.6.3.2 Aufgabe
8.6.3.3 Auswertung
8.6.3.4 Unterschied zwischen durchschnittlich und mathematisch begabten Kindern
8.7 Konkrete Beispiele zur Förderung mathematisch begabter Grundschüler
8.7.1 Arithmetik 1: Magische Quadrate
8.7.1.1 Lehrplanbezug
8.7.1.2 Lernziele
8.7.1.3 Aufbau
8.7.1.4 Ablauf der Stunde
8.7.1.5 Material
8.7.2 Arithmetik 2: Das Hasenproblem und die Fibonacci-Zahlen
8.7.2.1 Lehrplanbezug
8.7.2.2 Lernziele
8.7.2.3 Aufbau
8.7.2.4 Ablauf der Stunde
8.7.2.5 Beobachtung eines Zweitklässlers beim Lösen der Aufgabe
8.7.2.6 Allgemeine Erarbeitung der Aufgabe
8.7.2.7 Material
8.7.3 Geometrie: „Achtecker“
8.7.3.1 Lehrplanbezug
8.7.3.2 Lernziele
8.7.3.3 Aufbau
8.7.3.4 Ablauf der Stunde
8.7.3.5 Material
8.7.4 Sachrechnen/ Größen: Geburtstags- und Kalenderrechnungen
8.7.4.1 Lehrplanbezug
8.7.4.2 Lernziele
8.7.4.3 Aufbau
8.7.4.4 Ablauf der Stunde
8.7.4.5 Beispiel einer Lösung eines mathematisch begabten Schülers
8.7.4.6 Material
9. FÖRDERPROGRAMME FÜR HOCHBEGABTE SCHÜLER IN BADEN-WÜRTTEMBERG
9.1 Schulen mit Förderprogrammen
9.2 Elternvereine
10. LITERATURVERZEICHNIS
10.1 Literatur in alphabetischer Ordnung
10.2 Mathematikbücher als Anregungen zur Vertiefung
11. LITERATURVERZEICHNIS ERWÄHNTER UNTERRICHTSMATERIALIEN IN KAPITEL 7
11.1 Literatur zu Kapitel 7.7.1.
11.2 Literatur zu Kapitel 7.7.2
11.3 Literatur zu Kapitel 7.7.3
11.4 Literatur zu Kapitel 7.7.4
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, Möglichkeiten einer effektiven Hochbegabtenförderung im Mathematikunterricht der Grundschule aufzuzeigen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie eine differenzierte Unterrichtsgestaltung sowohl die intellektuelle Weiterentwicklung als auch die soziale Integration hochbegabter Kinder fördern kann, ohne dabei die Bedürfnisse der übrigen Schülerschaft zu vernachlässigen.
- Identifikation und Persönlichkeitsmerkmale hochbegabter Grundschüler
- Umgang mit Asynchronien und Underachievement im Schulalltag
- Methoden der Binnendifferenzierung (Enrichment und Akzeleration)
- Spezifische Förderung mathematischer Begabung durch offene Unterrichtsformate
- Praktische Anwendungsbeispiele für den Mathematikunterricht
Auszug aus dem Buch
8.6.1.3 Problem bei hochbegabten Schülern
Ein hochbegabtes Kind erkennt im Unterricht meist schon nach der ersten Aufgabe 30 + 5 = 35 das Schema und versteht den Aufbau der Zahlen aus Zehnern und Einern. Es braucht keine weitere Übung mehr und beschäftigt sich mit etwas anderem. Ob das vom Lehrer so gewollt ist oder nicht ist hier nicht von Bedeutung.
In der Klassenarbeit sieht der hochbegabte Schüler dann plötzlich die Aufgabe __ + __ = 65 vor sich und verzweifelt daran. Sein Problem ist, dass es nicht die eine Lösung gibt, sondern viele verschiedene (genauer gesagt 65 verschiedene!), er aber nicht weiß, welche vom Lehrer gemeint ist. Hochbegabte streben auch oft nach Perfektion, was die Situation hier nur verschlimmert, da es keine ‚perfekte’ Aufgabe gibt. So verliert der Schüler wertvolle Zeit mit dem Überlegen, welche Zahlen er einsetzen soll, und beantwortet die Aufgabe am Schluss wahrscheinlich doch ‚falsch’: 24 + 41 = 65 oder etwa 37 + 28 = 65
Im ungünstigsten Fall bekommt das hochbegabte Kind dafür keine Punkte und versteht nicht, was es falsch gemacht hat.
Zusammenfassung der Kapitel
1. VORWORT: Die Autorin begründet die Relevanz der Hochbegabtenförderung und betont die Notwendigkeit, Beispiele individuell an die Bedürfnisse der Kinder anzupassen.
2. EINLEITENDE GEDANKEN ZUR HOCHBEGABTENFÖRDERUNG: Dieses Kapitel erörtert die gesellschaftliche Debatte um Chancengleichheit und Eliteförderung und ordnet die Begabtenförderung als notwendige Zukunftssicherung ein.
3. WAS IST HOCHBEGABUNG?: Es werden verschiedene Definitionen wie die Ex-post-Facto- und IQ-Definition sowie Modelle wie das Drei-Ringe-Modell und das Triadische Interdependenzmodell vorgestellt.
4. GESCHICHTE UND ENTWICKLUNG DER HOCHBEGABTENFÖRDERUNG: Ein historischer Abriss der Hochbegabtenforschung von den frühen Intelligenztests bis zur Etablierung moderner Förderprogramme in Deutschland.
5. PERSÖNLICHKEITSMERKMALE DER HOCH-BEGABUNG UND IHRE IDENTIFIKATION: Die Autorin beschreibt typische Charakteristika hochbegabter Kinder und erläutert die Bedeutung einer frühen, prozessbegleitenden Diagnostik.
6. ERWARTUNGSWIDRIGES VERHALTEN HOCH- BEGABTER: Analyse von sozialen und inneren Asynchronien sowie den Ursachen für Unterforderung und Underachievement im Schulkontext.
7. FÖRDERMAßNAHMEN: Detaillierte Darstellung von Enrichment-Strategien und Akzelerationsmaßnahmen wie dem Überspringen von Klassenstufen oder speziellen Förderprogrammen.
8. MATHEMATISCHE BEGABUNG: Dieses Kapitel fokussiert auf spezifische Merkmale mathematischer Begabung, Identifikationsmethoden und konkrete Unterrichtsbeispiele für den Bereich Arithmetik, Geometrie und Sachrechnen.
9. FÖRDERPROGRAMME FÜR HOCHBEGABTE SCHÜLER IN BADEN-WÜRTTEMBERG: Eine Auflistung bestehender Schulen und Vereine, die gezielte Angebote für besonders befähigte Schüler in der Region bereitstellen.
Schlüsselwörter
Hochbegabung, Mathematikunterricht, Grundschule, Enrichment, Akzeleration, Underachievement, Asynchronie, Begabungsdiagnostik, Differenzierung, Mathematische Begabung, Zauberquadrate, Fibonacci-Zahlen, Schulanfang auf neuen Wegen, Drehtürmodell, Individuelle Förderung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Notwendigkeiten einer gezielten Förderung hochbegabter Kinder innerhalb des Mathematikunterrichts an Grundschulen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Identifikation von Hochbegabung, dem Umgang mit Verhaltensauffälligkeiten (wie Unterforderung), verschiedenen Förderkonzepten und der spezifischen Anwendung dieser Ansätze im Fach Mathematik.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Ziel ist es, pädagogische Strategien aufzuzeigen, die hochbegabte Kinder individuell fordern und fördern, ohne ihre soziale Integration in den Klassenverband zu gefährden.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?
Die Arbeit basiert auf einer umfassenden Literaturanalyse und dem Vergleich aktueller wissenschaftlicher Theorien sowie deren praktischer Umsetzung in Form von Stundenbildern und Lehrmaterialien.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zur Hochbegabung sowie einen umfassenden praktischen Teil mit konkreten Förderbeispielen für den Mathematikunterricht, wie z.B. Magische Quadrate oder die Fibonacci-Zahlen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Hochbegabtenförderung, Differenzierung, enrichment, Akzeleration, Underachievement und mathematische Begabung.
Wie gehen hochbegabte Kinder mit mathematischen Sachaufgaben um?
Häufig nutzen sie eigene kreative Lösungsstrategien und vernachlässigen starre Vorgaben oder Standardwege, da sie schneller zu den Resultaten gelangen oder diese intuitiv erfassen.
Warum wird das "Hasenproblem" im Buch als Förderbeispiel genannt?
Es dient als praxisnahes Beispiel für die Untersuchung von Strukturen (Fibonacci-Zahlen), an dem mathematisch begabte Kinder ihr analytisches Denkvermögen unter Beweis stellen können.
- Quote paper
- Dagmar Schnell (Author), 2003, Hochbegabtenförderung im Mathematikunterricht der Grundschule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76031