Faszination Ecstasy - Inbegriff der Technokultur mit hohem Risikopotential


Hausarbeit, 2007

21 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Was ist Ecstasy?
1.2 Historischer Abriss zur Entstehung des Ecstasys

2. Wirkungsweise und Toleranz im menschlichen Organismus

3. Die Technokultur
3.1 Techno als Lebensstil (Wirth, 1997, S.16-22)
3.2 Die Party als Gesamtkunstwerk (Claus, C. 1997, S.83-84)

4. Ecstasy in der Technoszene
4.1 Ecstasy als Herzensöffner, die positiven Gefühle beim Konsum (Kuntz, 1998, S.67-95)
4.2 Die Liebesdroge
4.3 Die Tanzdroge

5. Das Risikopotential des Konsums
5.1 Kurzfristige Neben - und Nachwirkungen
5.1.1 Der „Horrortrip“
5.1.2 Der gefährliche „Mischkonsum“
5.2 Langzeitwirkung und Spätschäden des Konsums
5.2.1 Folgen und Komplikationen psychischer Art (Thomasius, R. 1997, S.50-53)
5.2.2 Neurotoxizität / Hirnschäden
5.3 Das Suchtpotential von MDMA
5.4 Mortalität von Konsumenten

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

8. Linkverzeichnis

1. Einleitung

In meiner Hausarbeit beschäftige ich mich mit der Droge Ecstasy, besonders mit ihrer Zugehörigkeit zur Technoszene und die mit dem Konsum verbundenen Risiken. Wobei ich erstmal einen kleinen Einblick über Techno und deren Szene überhaupt vermitteln möchte und später den Risiken des Konsums einen sehr großen Stellenwert meiner Arbeit widme. Meiner Meinung nach ist dieses Thema bis heute noch absolut aktuell, obwohl die Präsenz von Ecstasy in den Medien in den letzten Jahren etwas weniger geworden ist. Wie dem Jahrbuch Sucht 06 zu entnehmen ist, ist der Konsum der so genannten Partydroge im Vergleich zu den letzten Jahren wieder gestiegen. Die erstauffällige Konsumentenanzahl von Ecstasy ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 17% angestiegen. Bei den Ecstasy Sicherstellungen gab es ebenfalls signifikante Zunahmen, die Anzahl der Sicherstellungen stieg um 35% und die Beschlagnahme von Konsumeinheiten hat sogar einen Anstieg von 63% zu verzeichnen. Zur Einführung in das Thema möchte ich darlegen, was Ecstasy überhaupt ist und welcher geschichtliche Hintergrund mit dieser Droge in Verbindung steht.

1.1 Was ist Ecstasy?

Der klassische Wirkstoff im Ecstasy ist das MDMA. MDMA ist die Abkürzung für die chemische Formel 3,4-Methylamphetamin-N-Methylamphetamin. Obwohl man der chemischen Formel nach annehmen würde, ist Ecstasy kein Amphetamin, sondern wird in eine neuere Gruppe psychoaktiver Verbindungen, der Entaktogene, eingeordnet (Saunders, 1998, S.18). Heutzutage ist der Begriff Ecstasy eher eine Sammelbezeichnung für MDMA und viele ähnliche chemische Verbindungen, wie zum Beispiel MDEA, MDA, MBDB, worauf ich in meiner Arbeit aber nicht weiter eingehen möchte, sondern mich nur mit dem Ecstasy-Wirkstoff MDMA beschäftigen werde.

Das MDMA gehört zu den synthetischen Drogen und liegt als kristallines, geruchloses, lange haltbares Pulver vor, welches meist einen sehr stark bitteren Geschmack aufweist.

Ecstasy wird meist in Pillen oder Tablettenform, auch unter den Synonymen E oder XTC angeboten. Die Pillen gelangen in den unterschiedlichsten Farben und mit verschieden eingeprägten Mustern auf den Markt. Es gibt derzeit ca. 900 verschiedene Pillen-Aufdrucke (ecstasy-info.de, „Was ist Ecstasy“). Die Pillen enthalten außer dem MDMA eine Trägersubstanz, wie zum Beispiel Saccharose oder Lactose.

1.2 Historischer Abriss zur Entstehung des Ecstasys

Im Jahre 1898 wurde MDMA erstmals synthetisiert (Walder/Amendt, 1997, S.37). Zum offiziellen Status gelangte das MDMA aber erst im Jahr 1912, als es von der deutschen Firma Merck aus den Stoffen Methaamphetamin und Safrol synthetisiert und zum Patent angemeldet wurde. Es wurde jedoch nie vermarktet (Thomasius, R. 1997, S.42).

Aufgetaucht ist MDMA erst wieder in den 50er Jahren, da die US-Armee damals mit verschiedenen Drogen experimentierte, weil sie auf der Suche nach einer Wahrheitsdroge für Verhöre waren . Des Weiteren wurden zu dieser Zeit noch Tierversuche mit dem MDMA durchgeführt (Walder/Amendt, 1997, S.37).

Wirklich wiederentdeckt wurde MDMA im Jahr 1965 von dem Chemiker Shulgin, der die Substanz selbst synthetisierte und eigens testete. Er war auf der Suche nach einem therapeutischen Medikament, das sich zur Unterstützung der Psychotherapie einsetzen ließe. In Kalifornien wurde MDMA in der experimentierfreudigen Therapeuten-Szene dann auch eingesetzt. Ende der 70er Jahre verbreitete sich das MDMA als Droge, zu Anfang als Straßendroge, aber bald darauf auch unter Studenten und Hippies. Im Jahr 1981 erlangte das MDMA seinen erfolgversprechenden Markennamen Ecstasy. Ende der 80er, nach Entstehung der Rave-Szene verbreitete es sich rasant auf dem gesamten europäischen Kontinent als Partydroge bzw. Tanzdroge. Ecstasy wurde zwar 1986 international, auch in Deutschland verboten, ist aber trotzdem bis heute noch fester Bestandteil der Technokultur, worauf ich im weiteren Verlauf meiner Arbeit auch noch detaillierter eingehen werde (Absatz Walder/Amendt, 1997, S.37-42)

2. Wirkungsweise und Toleranz im menschlichen Organismus

Bei oraler Einnahme von Ecstasy, meist liegt die Einzeldosis zwischen 50mg und 150mg MDMA (gruene-berlin.de „Was ist ECSTASY?“), gelangt es vom Magen-Darm-Trakt in den Blutkreislauf und nur eine geringe Menge erreicht das Gehirn. Bei Erreichen des ZNS setzt auch die Wirkung ein. Es werden verstärkt die Neurotransmitter Serotonin und Dopamin im Gehirn freigesetzt, dadurch wird ein so genannter Dauerreiz ausgelöst, worin auch die Hauptwirkung des MDMA besteht. Serotonin wirkt antidepressiv bzw. stimmungsaufhellend; es ist an der Regulation des Gefühlszustandes eines Menschen beteiligt: Mit seiner Ausschüttung belohnt sich der Organismus für positive soziale Aktionen durch die Stimulation von Glücks- und Liebesgefühlen; eine starke Serotonin-Ausschüttung findet zum Beispiel beim Orgasmus statt“ (Zitat: gruene-berlin.de, „Wie wirkt ECSTASY?“).

Wenn der Serotoninspeicher einmal entleert ist, braucht er mehrere Wochen, bis er sich wieder normalisiert hat, das erklärt auch die Toleranz. Es kann frühestens erst wieder nach Regulation des Serotoninspeichers eine gleichwertig intensive Wirkung, wie nach dem MDMA-Konsum erlebt, erreicht werden. Physisch erreicht man damit eine Steigerung der Herzfrequenz, Verengung der Hautgefäße, einen Blutdruckanstieg und eine leicht erhöhte Körpertemperatur. Das Appetit- und Durstgefühl nimmt ab, der Stoffwechselumsatz wird erhöht und es kommt zu Unruhe und erhöhter Wachheit. Außerdem wird das Berührungsempfinden intensiviert und durch Bronchienerweiterung der Atem verstärkt. Eine weitere Folge des Konsums ist eine leichte Abnahme des Hörvermögens und Schmerzempfindens, und durch eine Pupillenerweiterung kommt es zu erhöhter Lichtempfindlichkeit. Die Wirkungen im Körper lassen nach drei bis fünf Stunden langsam wieder nach (Walder/Amendt, 1997, S.28-29). Auf die durch den Konsum erreichten weiteren physischen, und besonders auch psychischen möglichen Wirkungen gehe ich später noch in Bezug auf die Tanz- bzw. –Technokultur ein.

Die Droge wird in der Leber abgebaut und eine gewisse Menge wirksamen MDMA über den Urin ausgeschieden.

3. Die Technokultur

Die elektronische Musik etablierte sich in Deutschland nach dem Mauerfall in Berlin und war die erste gesamt Berliner Jugendbewegung. Der Techno sei nicht nur einfach ein Musikstil, sondern durch ihn drücken seine Anhänger ein Lebensgefühl aus, nämlich das Leben in einer modernen techn(o)isierten Welt (vgl. Wirth, 1997, S.12). Allein in Deutschland fühlen sich aktuell über 3,5 Millionen Menschen der Technobewegung zugehörig, die in den Neunzigern zu einer stilprägenden Jugendkultur wurde (gruene-berlin.de, „Die Technobewegung“) und sich bis heute zu einer kommerziellen Massenbewegung weiterentwickelt hat. Wobei man sagen muss, dass Techno mittlerweile ein weitläufiger Begriff ist, der eine Vielzahl verschiedenster elektronischer Musikrichtungen umfasst. Techno ist so gesehen nur noch ein Überbegriff, indem sich viele verschiedene Musikstile vereinen, wie zum Beispiel Trance, Gabber, Acid oder House. Aus diesen „Verwandten“ des Technos haben sich im Laufe der Zeit ganz eigene Szenen entwickelt, worauf ich in meiner Arbeit aber nicht detaillierter eingehen werde. Doch die „Botschaft“ der meisten Partys der Szenen ist dieselbe: „Love, Peace and Unity“ (gruene-berlin.de, "„Die Technobewegung“).

3.1 Techno als Lebensstil (Wirth, 1997, S.16-22)

Die Technoszene selbst ist wohl eine der vielfältigsten Musik bzw. Partyszenen überhaupt. Ihre Anhänger haben kein einheitliches Alter, keinen einheitlichen Bildungsstand und sozialen Status, sie sind „durcheinandergewürfelt“, und genau das macht die Szene aus. Viele der Partygänger drücken ihren Lebensstil durch schrille Outfits aus, die man besonders häufig bei der Loveparade bewundern kann. Die Technoanhänger bezeichnen sich selber als Raver. „Studien des Amsterdamer Jellnik-Zentrums zufolge schauen Raver optimistisch in die Zukunft, streben nach persönlicher Freiheit und Selbstverwirklichung, sind materialistisch eingestellt und wenig an Politik und Religion interessiert. Ein Motto der Szene ist:„Ich will nichts bewegen, außer meinen Körper!“ (Zitat Wirth, 1997, S.18) Auch ein besonderes Kennzeichen der Raver ist ihre unglaubliche Mobilität, sie lassen sich nicht an Partys in Wohnortnähe binden, sondern reisen oft quer durch Deutschland zu den größten, besten Raves. Einige lassen sich sogar nicht von einem Veranstaltungsort außerhalb Deutschlands abschrecken. Raver schaffen sich an den Wochenenden eine eigene kleine Welt mit ihrer Unity zusammen, womit die Mitfeiernden gemeint sind. In der Szene werden Werte, wie Toleranz, Respekt, Zusammengehörigkeit und Selbstinszenierung groß geschrieben. Sehnsucht nach Frieden und Gemeinschaft können sie durch ihre „heile Welt“ erfahren.

3.2 Die Party als Gesamtkunstwerk (Claus, C. 1997, S.83-84)

Das „Gesamtkunstwerk“ einer Technoparty hat den Techno eigentlich zu dem gemacht, was er heute ist. Diejenigen Veranstalter, die noch nicht vor dem Reiz des schnellen Geldes kapituliert haben, beherzigen zumindest noch, die Party als Gesamtkunstwerk zu gestalten. Diese Gestaltung geht von der Stimmigkeit der Flyer, des Programmablaufes, der Hallendekoration bis hin zur Verwendung auf die Musik abgestimmter Lichtanimationen, Diaprojektionen und Videobeamer. Des Weiteren wurden Chill-Out-Zonen frühzeitig etabliert, in dessen Bereichen man nach langem Tanzen zu lauter Musik, bei ruhiger Musik und schönem Ambiente zur Ruhe kommen kann. Außerdem kann man in diesen Räumen etwas zu Essen erwerben und Obst wird sogar oft gratis angeboten. Ein gutes Beispiel für ein Gesamtkunstwerk ist die jährlich am 30.April stattfindende Mayday in Dortmund. Allein der Produktionsaufwand liegt im siebenstelligen Bereich, hier treffen Top-DJs auf das aus ganz Europa angereiste Publikum.

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Details

Titel
Faszination Ecstasy - Inbegriff der Technokultur mit hohem Risikopotential
Hochschule
Universität Bremen
Note
1,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
21
Katalognummer
V76055
ISBN (eBook)
9783638815017
ISBN (Buch)
9783638816557
Dateigröße
443 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Faszination, Ecstasy, Inbegriff, Technokultur, Risikopotential
Arbeit zitieren
Sarah Bittner (Autor), 2007, Faszination Ecstasy - Inbegriff der Technokultur mit hohem Risikopotential, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76055

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