Kreditwürdigkeitsprüfung


Hausarbeit, 2006

25 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Kennzahlenverzeichnis

1. Einführung

2. Grundlagen der Kreditwürdigkeitsprüfung
2.1 Ziele der Kreditwürdigkeitsprüfung
2.2 Umfang der Kreditwürdigkeitsprüfung

3. Die Jahresabschlussanalyse als traditionelles Verfahren der Bonitätsprüfung
3.1 Die Analyse der Vermögenslage
3.2 Die Analyse der Finanzlage
3.3 Die Analyse der Ertragslage
3.4 Fazit

4. Moderne Verfahren der Kreditwürdigkeitsprüfung
4.1 Scoring-Verfahren
4.2. Multivariate Diskriminanzanalyse
4.3 Künstliche Neuronale Netzanalyse
4.4 Rating

5. Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

Internetverzeichnis

Anhang
Anhang 1: Kennzahlen zur Beurteilung der Vermögenslage
Anhang 2: Kennzahlen zur Beurteilung der Finanzlage
Anhang 3: Kennzahlen zur Beurteilung der Ertragslage

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Kennzahlenverzeichnis

Kennzahl Nr. 1 Anlagenintensität

Kennzahl Nr. 2 Umschlagsdauer der Vorräte

Kennzahl Nr. 3 Eigenkapitalquote

Kennzahl Nr. 4 Anlagendeckungsgrad B

Kennzahl Nr. 5 Liquiditätsgrade

Kennzahl Nr. 6 Cash Flow

Kennzahl Nr. 7 Gesamtkapitalrentabilität

1. Einführung

Bis zum Inkrafttreten der neuen Eigenkapitalverordnung BASEL II sind es nur noch wenige Wochen. Ab 01. Januar 2007 gelten für Banken die neuen Eigenkapitalvorschriften des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht. Diese sehen eine risikogerechtere Eigenkapitalunterlegung vor. Statt der bisherigen 8 %, kann dann die Höhe des notwendigen Eigenkapitals für einen Kredit – je nach Ausfallwahrscheinlichkeit des Kreditnehmers – zwischen 1,6 % und 12 % schwanken.[1] Die Insolvenzzahlen des ersten Halbjahres 2006 belegen, dass Kreditausfälle in Deutschland recht häufig vorkommen. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurden 16.700 Insolvenzen registriert. Das ist zwar ein Rückgang um 12,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, aber die Quote liegt immer noch auf hohem Niveau.[2] Daher werden Kreditinstitute zukünftig – nicht nur durch BASEL II – bestrebt sein, bei der Kreditvergabe die Bonität eines Kreditnehmers möglichst genau zu ermitteln. Die Kreditwürdigkeitsprüfung wird deshalb in den Kreditinstituten einen noch größeren Stellenwert einnehmen als bisher. Um die Bonität eines Unternehmens objektiver beurteilen zu können, wurden in den letzten Jahren verstärkt neue Verfahren, wie z.B. die multivariate Diskriminanzanalyse oder das Rating entwickelt. Diese Methoden sollen Fehleinschätzungen bei der Kreditvergabe verhindern und Ausfallwahrscheinlichkeiten minimieren.

Ziel dieser Arbeit ist es, dem Leser die Grundlagen der Kreditwürdigkeitsprüfung zu vermitteln und ihm die in der Praxis angewandten Verfahren zur Beurteilung der Bonität darzustellen.

Im 2. Kapitel werden die Grundlagen zur Kreditwürdigkeitsprüfung dargelegt. Hier soll insbesondere auf deren Ziele und den Umfang eingegangen werden. Danach wird in Kapitel 3 die traditionelle Bilanzanalyse erläutert. Dieser Teil bildet den Schwerpunkt der Arbeit, da dieses Verfahren noch sehr häufig Anwendung findet. Da in der Bankpraxis aber auch zunehmend modernere Verfahren angewandt werden, wird unter 4. auf das Scoring, die Diskriminanzanalyse, die Analyse mittels Künstlicher Neuronaler Netze sowie das Rating eingegangen. Diese Verfahren sollen überblicksartig mit ihren Vor- und Nachteilen erläutert werden.

2. Grundlagen der Kreditwürdigkeitsprüfung

Die Kreditwürdigkeitsprüfung zählt zu den freiwilligen Sonderprüfungen. Die Entscheidung, ob eine Prüfung durchzuführen ist, obliegt hierbei dem Kreditgeber. Dies sind in den meisten Fällen kreditgebende Banken, aber auch Unternehmen können als Kreditgeber auftreten. Die Prüfungsberechtigten bestimmen hierbei den Umfang der Prüfung sowie die Auswahl der Prüfer.[3] Als Prüfer kommen eigene Sachverständige des Kreditgebers (z.B. Kreditsachbearbeiter) oder extern beauftragte Wirtschaftsprüfer in Betracht.[4] Banken sind gemäß § 18 KWG dazu verpflichtet, sich ab einer Kreditsumme von mehr als 750.000 Euro die wirtschaftlichen Verhältnisse des Kreditnehmers offen legen zu lassen.[5] In der Praxis wird allerdings auch bei geringeren Kreditsummen eine Kreditwürdigkeitsprüfung durchgeführt.

2.1 Ziele der Kreditwürdigkeitsprüfung

Im Kreditvergabeprozess zwischen Banken und Kreditnehmer erfolgt die Prüfung der Kreditwürdigkeit stets vor Ausreichung des Kredites.[6] Dabei wird festgestellt, ob der Kreditnehmer wirtschaftlich in der Lage und auch willens ist, die Zins- und Tilgungsleistungen aus dem Kreditvertrag fristgerecht zu erbringen.[7] Es gilt, das bestehende Kreditrisiko abzuschätzen und die Bonität des Schuldners zu ermitteln. Büschgen definiert das Kreditrisiko als „… Möglichkeit der negativen Abweichung der tatsächlichen Zahlungsströme von den erwarteten.“[8] Zu den Kreditrisiken, welche in der Person des Schuldners begründet sind, zählen das Ausfallrisiko (teilweiser oder gänzlicher Ausfall des Kredites) und das Verzögerungsrisiko (Verzug der Zins- und Tilgungsleistungen). Weitere Kreditrisiken liegen u. a. in der Verschlechterung der Bonität durch externe Einflüsse, in Zinsänderungen oder Währungsrisiken.[9] Durch die Prüfung der persönlichen und wirtschaftlichen Kreditwürdigkeit soll das Bonitätsrisiko (Ausfall oder Verzögerung) minimiert werden.

Nur bei ausreichenden Prüfungsergebnissen wird einer Kreditvergabe stattgegeben. Bei bereits ausgereichten Krediten wird in der Praxis eine sog. Kreditnachschauprüfung durchgeführt. Diese dient der Überwachung des Kreditengagements und verfolgt das Ziel, Kreditrisiken möglichst frühzeitig zu erkennen und zu beseitigen.

2.2 Umfang der Kreditwürdigkeitsprüfung

Die Bonitätsprüfung umfasst mehrere Teilprüfungen. Die Beurteilung hat sich auf die Kreditfähigkeit sowie die persönliche und wirtschaftliche Kreditwürdigkeit zu erstrecken.

Bei der Kreditfähigkeitsprüfung wird geprüft, ob ein Kreditnehmer rechtswirksam Kreditverträge abschließen kann.[10] Natürliche Personen sind kreditfähig, wenn sie voll geschäftsfähig sind, d. h. das 18. Lebensjahr vollendet haben. Bei juristischen Personen und Personengesellschaften ist die Legitimation ihrer Vertreter zu prüfen. Hierzu können Handelsregisterauszüge oder Gesellschafterverträge herangezogen werden.

Die Kreditwürdigkeit von Personen und Unternehmen ist gegeben, wenn erwartet werden kann, dass die Pflichten aus einem Kreditverhältnis ordnungsgemäß erfüllt werden können. Dazu wird die persönliche und wirtschaftliche Kreditwürdigkeit des Antragstellers geprüft. Die Beurteilung der persönlichen Kreditwürdigkeit beruht auf dem Zahlungsverhalten in der Vergangenheit, den unternehmerischen Fähigkeiten sowie der beruflichen Qualifikation des Kreditnehmers. Die wirtschaftliche Kreditwürdigkeit ist vorhanden, wenn die momentanen und zukünftigen wirtschaftlichen Verhältnisse eine vertragsgerechte Rückzahlung sicherstellen.[11]

Bei Kreditvergaben an Privatkunden können zur Beurteilung der wirtschaftlichen Kreditwürdigkeit Einkommensnachweise, Selbst- und Bankauskünfte, Auskünfte der Schufa sowie Arbeitsverträge herangezogen werden.[12] Bei Firmenkunden kann die Bonität vor allem durch die Einreichung von Jahresabschlüssen und der monatlichen BWA beurteilt werden. Weitere nützliche Informationen können Umsatzentwicklungen auf Bankkonten sowie Bankauskünfte liefern.[13] Um die Kreditwürdigkeit abschließend beurteilen zu können, sind auch gestellte Sicherheiten zu bewerten und auf ihre Werthaltigkeit zu prüfen.

Im folgenden Kapitel soll nun auf die traditionelle Bilanzanalyse eingegangen werden, die in der Bankpraxis noch immer einen hohen Stellenwert zur Beurteilung einnimmt.

[...]


[1] Vgl. KfW (KfW-Research), S.5.

[2] Vgl. Creditreform (Insolvenzen), S. 1.

[3] Vgl. Buchner (Wirtschaftliches Prüfungswesen), S. 287.

[4] Ebenda, S. 289.

[5] Vgl. § 18 KWG.

[6] Vgl. Büschgen (Bankbetriebslehre), S. 939.

[7] Vgl. Buchner (Wirtschafliches Prüfungswesen), S. 289; Büschgen (Kreditprüfung), Sp. 1413.

[8] Büschgen (Kreditprüfung), Sp. 1413.

[9] Vgl. Buchner (Wirtschaftliches Prüfungswesen), S. 288.

[10] Vgl. Büschgen (Bankbetriebslehre), S. 940.

[11] Vgl. Grill/Perczynski (Wirtschaftslehre), S. 351.

[12] Ebenda, S. 373.

[13] Vgl. Grill/Perczynski (Wirtschaftslehre), S. 389.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Kreditwürdigkeitsprüfung
Hochschule
Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig
Note
1,3
Autor
Jahr
2006
Seiten
25
Katalognummer
V76136
ISBN (eBook)
9783638805650
ISBN (Buch)
9783640669455
Dateigröße
444 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kreditwürdigkeitsprüfung
Arbeit zitieren
Andreas Garbotz (Autor), 2006, Kreditwürdigkeitsprüfung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76136

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