Die Italienwelle - Capri-Fischer im zeitgeschichtlichen Kontext


Hausarbeit, 2005

10 Seiten, Note: "keine"


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Begriffsdefinition

3. Die Italienwelle

Schluss

Literatur

1. Einleitung

Am Horizont eine untergehende Sonne, die sich rot- orange- leuchtend im Wasser spiegelt; ein kleines Boot auf dem Meer, Stille,.

Diese Begriffe stehen für Romantik, Ruhe, Idylle und Paradies. In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg dominierte die Sehnsucht der Menschen nach einem Paradies - ob real oder irreal -, welches sie aus dem Alltag lockte und das Grauen des Krieges vergessen lassen konnte.

Genau dieses Paradies wurde zu besagter Zeit von verschiedenen Interpreten des deutschen Schlagers besungen.

Rudi Schurickes „Capri-Fischer“ gilt heute noch als der erste Schlagererfolg nach dem Zweiten Weltkrieg. In dem Lied wurde Italien besungen, welches damit ein idealer Sehnsuchtsort der Deutschen wurde. Und genau dieser Titel ist es auch heute noch, der vielen Menschen ein Lächeln in das Gesicht zaubert und sie an vergangene Tage erinnern lässt. Es gibt wohl kaum einen Menschen, dem die Melodie und der Text dieses Titels nicht zumindest ansatzweise bekannt sind.

In dieser Hausarbeit beschäftige ich mich mit dem Italienmythos des deutschen Schlagers. Interessant finde ich hier den Zusammenhang vom Alltagsleben in den Trümmern und der natürlichen Sehnsucht nach Ferne und Idylle.

Nach einer allgemeinen Begriffserläuterung des Schlagers werde ich mich mit der Italienwelle auseinandersetzten und herausarbeiten, welche Bedeutung der Titel Capri-Fischer für die Menschen damals hatte und welchen Stellenwert der Titel auch heute noch hat, denkt man über Entstehungszeit- und Umstände nach.

2. Begriffsdefinition

Schlager sind muttersprachliche Unterhaltungs-, Stimmungs-, Film- oder Tanzlieder. Für die Struktur von Schlagern sind Übersichtlichkeit, Einprägsamkeit sowie thematische und musikalische Konstanz von Bedeutung. Auf historischer Ebene haben Kurzlebigkeit wie auch modische Aktualität eine große Bedeutung. Auch sind u.a. massenmediale Präsentation, Massenwirksamkeit und Image- Konstruktionen der Interpreten von Interesse. Auf textlicher Ebene halten sich die Schlager in der Regel an schlichte Formen, leichtverständliche Geschehensabläufe, klare Aussagen, Wiederholungsstrukturen und Unkompliziertheit.[1] Fast alle Schlager beginnen mit einem Refrain, der meist auch die zentrale Aussage des Textes beinhaltet. In den Strophen wird meist die Handlung beschrieben. Nach der ersten Strophe folgt erneut der Refrain, um anschließend von einer weiteren Strophe abgelöst zu werden, in der die angefangene Handlung weiter beschrieben wird. Meist wird in dieser Strophe auch das Ende der Handlung beschrieben. Anschließend wird der Refrain dann noch zwei bis drei Male wiederholt, bevor die Melodie ausklingt. In diesen Wiederholungen des Refrains wird meistens die Tonart um einige Klänge erhöht. Dies trifft ebenfalls in vielen Fällen auf die Stimmlage des Interpreten zu.[2]

Der Begriff Schlager lässt sich erstmals ca. 1867 in Wien nachweisen. Er löste damals Begriffe wie “Gassenhauer“ oder auch “Straßenlied“ ab. Mit dem Wechsel des Begriffs an sich setzte die Erkenntnis ein, dass Musik als Wirtschaftsgut vermarktet werden kann.

Er wurde vermutlich von einem Rezensent der Uraufführung einer Operette benutzt. Schon in diesem Zusammenhang stand der Begriff Schlager für ein erfolgreiches Lied. Damit wurde der Schlager zu einem Erfolgsbegriff, welcher für erfolgreiche Lieder und Musikstücke verwendet wurde.[3] Der Schlager als Gattung für sich setzt genau dort an, wo das Lied zur Ware und sein Vertrieb zum Geschäft wird.[4] Bis heute gibt es für den Begriff Schlager an sich keine genaue Definition. Der Schlager stand und steht auch heute noch für ein Produkt für einen Markt mit eindeutigem Warencharakter.[5]

[...]


[1] Vgl. Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft. (Hrsg.) Jan-Drik Müller. Band III P-

Z. Berlin: Walter de Gruyter Verlag 2003. S.378.

[2] Vgl. Kraushaar, Elmar: Rote Lippen. Die ganze Welt des Deutschen Schlagers. Hamburg: Rowohlt 1983. S.19.

[3] Vgl. Port le roi, Andé: Schlager lügen nicht. Deutscher Schlager und Politik in ihrer Zeit. Essen: Klartext 1998 S. 9.

[4] Vgl. Das Lexikon des deutschen Schlagers. Geschichte, Titel, Interpreten, Komponisten, Texter. Hrsg. von Matthias Bardong u.a.. 2. Auflage, Mainz: Piper, Schott 1993 (Serie Musik) S.13.

[5] Vgl. Port le roi 1998: S. 9.

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Die Italienwelle - Capri-Fischer im zeitgeschichtlichen Kontext
Hochschule
Europa-Universität Flensburg (ehem. Universität Flensburg)  (Institut für Germanistik)
Note
"keine"
Autor
Jahr
2005
Seiten
10
Katalognummer
V76169
ISBN (eBook)
9783638815123
ISBN (Buch)
9783638816601
Dateigröße
380 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Italienwelle, Capri-Fischer, Kontext
Arbeit zitieren
Kim-Christin Janßen (Autor:in), 2005, Die Italienwelle - Capri-Fischer im zeitgeschichtlichen Kontext, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76169

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