Handlungs- und Produktionsorientierter Deutschunterricht


Hausarbeit, 2006
19 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Handlungs- und Produktionsorientierter Unterricht

1. Allgemeine Vorüberlegungen

2. Was ist handlungs- und produktionsorientierter Unterricht?
2.1 Ein Lernen mit Kopf, Herz und Hand
2.2 Ein Behandeln des Textes in alle Richtungen

3. Warum handlungs- und produktionsorientierter Unterricht?

4. Auswahl an HPO-Verfahren:
4.1 Musikalische, visuelle, körperliche Ausdrucksformen
4.2 Antizipierendes Verfahren
4.3 Umgestaltendes Verfahren

5. Beispiel einer Unterrichtsstunde

Unterrichtsziele

Sachanalyse

Stundenstruktur und methodische Entscheidungen

Arbeitsauftrag zum 06. März 2006

Arbeitsauftrag zu Mittwoch, den 08. März 2006

Klausur

Anhang
Verwendete Literatur

1. Allgemeine Vorüberlegungen:

Der Begriff HPO ist in aller Munde - und seit kurzem nun auch im neuen Rahmenlehrplan verankert. Das traditionelle analysierende und interpretierende Unterrichtsgespräch - der von den Schülern jedoch allzu oft als ein Zerreden der literarischen Texte erschien und damit häufig das Gegenteil von dem bewirkte, als es erreichen wollte, nämlich eine Antipathie gegenüber dem geschriebenen Wort - wird immer mehr durch Formen des Umgestaltens, Ergänzens, Umsetzens in anderen Medien ergänzt. Die Schüler füllen Lücken aus, schreiben Geschichten aus veränderter Sicht um, verfassen eigene Texte nach vorgegebenen Mustern, spielen und malen zu Texten. Der handlungs- und produktionsorientierte Unterricht schafft die Möglichkeit, die Kreativität der Schüler zu fördern und zugleich analytische und reflexive Verfahren nicht außer Acht zu lassen. Mittlerweile ist dieser literaturdidaktische Ansatz auch in den Zentralabituraufgaben als dritte Aufsatzform neben dem Untersuchenden und dem Erörternden Erschließen von literarischen und pragmatischen Texten zu finden, um allen Lerntypen gerecht werden zu können. Dennoch herrscht gerade in der Sek. I und II das Gespräch über Texte vor.[1]

Es wird kaum etwas mit Texten getan. Hier also ein Plädoyer für einen vermehrten handlungs- und produktionsorientierten Unterricht!

2. Was ist handlungs- und produktionsorientierter Unterricht?

Der Begriff an sich impliziert zwei Grundformen eines aktiven produktiven Tuns:

Handlungsorientiert ist „(…) der Aspekt des tausend Möglichkeiten einschließenden bildlich-illustrativen, musikalischen, darstellenden und spielenden Reagierens auf Texte (…)“ und Produktionsorientiert „(…) meint dagegen die stärker das kognitive Vermögen beanspruchende Erzeugung von neuen Texten.“[2]

2.1 Ein Lernen mit Kopf, Herz und Hand

HPO hat zum Ziel, dass angeeignetes Wissen nicht erlernt, sondern selber erlebt wird. Sozusagen ein Lernen mit Kopf, Herz und Hand. Der Schüler soll auch in seiner Sinnlichkeit, seinen Gefühlen, seiner Phantasie und seinem Tätigkeitsdrang angesprochen werden.[3]

2.2 Ein Behandeln des Textes in alle Richtungen

HPO zielt auf das Verständnis der sprachlich-formalen, gattungsbedingten, epochentypischen oder inhaltlichen Besonderheiten der Textvorlage. Kohärenz, Klarheit der Komposition und Stilebene spielen in diesem Fall eine bedeutende Rolle.

Ziel ist außerdem,

- die Wahrnehmungsfähigkeit der Schüler zu sensibilisieren,
- die innere Vorstellungskraft zu entwickeln sowie
- die Lesemotivationen zu schaffen und
- eine lebenslange Lesebereitschaft aufzubauen.

3. Warum handlungs- und produktionsorientierter Unterricht?

Hartmut von Hentig versteht HPO „… als Antwort auf einen tief greifenden Wandel in der Aneignung der Lebenswelt, welche durch die Tendenz des Verschwindens der Wirklichkeit geprägt ist.“[4] Diese sozialisationstheoretische Ansicht basiert auf der Annahme, dass unsere Gesellschaft zu wenig Primärerfahrungen bietet und zu wenig Eigentätigkeit fördert. Dies soll nun im Unterricht durch die Auseinandersetzung mit dem Gegenstand angegangen werden, soziale Kompetenzen sollen wieder gestärkt und ein schöpferischer identifikatorischer Umgang mit dem Gegenstand gefördert werden. Stichwort: Handelnd handeln lernen!

Weitere Begründungen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

4. Auswahl an HPO-Verfahren:

4.1 Mündlicher Sprachgebrauch:

a) Sprachliche Rollenspiele (Konfliktrollenspiele)[5]

- Offenes Rollenspiel (role taking): eine Situation wird vorgegeben und von den Schülern spontan durch soziales oder sprachliches Verhalten gefüllt (z.B. Stehgreifübung)
- Geschlossenes Rollenspiel (role making): Rolle oder Ausgang des Konflikts ist festgelegt. Präsentation eines Konflikts, Empathie und Finden von Argumenten. Gemeinsame Diskussion, Einübung von Beobachtung seitens der Zuschauer.
- Im Rollenspiel können enthalten sein:
Interview / Diskussion / Expertenbefragung

b) Podiumsdiskussionen als Vorbereitung auf Erörterungen

c) Planspiel mit Problemlösungen in unterschiedlichen Arbeits- und Gesprächsformen

d) Stichwörter würfeln: Redeübungsspiel

4.2 Sprachbetrachtung

- Grammatikwerkstatt[6]: entdeckendes Lernen, operativer Umgang mit Sprache bzw. sprachlichen Phänomenen
- Experimente mit Wort- und Satzbausteinen
- Sprachspiele im Bereich der Semantik/ Stilistik

4.3 Umgang mit Texten: Methodische Grundtypen

Wie bereits erwähnt, sind die Lehrstellen in einem Text nur durch eigene Erfahrung schließbar. Einige Verfahren dienen zum Beispiel dazu, allzu rasche Adaptionen der Textperspektive zu verzögern, somit die Spannung und Überraschung aufrecht zu erhalten und sinnliche Erfahrungen möglich zu machen.

[...]


[1] Vgl. Haas, Menzel, Spinner: Handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht, Basisartikel. In: Praxis Deutsch Heft 123, S. 194

[2] Vgl. ebd. S. 18

[3] Vgl. ebd. S. 17

[4] In: Gudjons, Herbert: Handlungsorientiert lehren und lernen. Schüleraktivierung, Selbsttätigkeit, Projektarbeit. 3. neu bearbeitete Auflage, Bad Heilbrunn, 1992, S. 57

[5] Weiterführende Literatur: Praxis Deutsch. Reden Lernen. Heft 144/97; Praxis Deutsch. Argumentieren. Heft 160/00; Pädagogik. Ernste Spiele. Heft 1/98; Schuster, Karl. Das Spiel und die dramatischen Formen Deutschunterricht. Hohengehren, 1999

[6] Weiterführende Literatur: Praxis Deutsch. Die Stellung der Wörter im Satz. Grammatik-Werkstatt. 29 H. 172

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Handlungs- und Produktionsorientierter Deutschunterricht
Note
1,0
Autor
Jahr
2006
Seiten
19
Katalognummer
V76213
ISBN (eBook)
9783638817004
ISBN (Buch)
9783638854061
Dateigröße
428 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Dieses ausformulierte Referat wurde im Rahmen eines Fachseminars Deutsch während des Referendariats erstellt und gibt einen aktuellen Überblick über die Möglichkeiten von HPO im Deutschunterricht. Ebenso wird das gestaltende Interpretieren für die Oberstufe angesprochen.
Schlagworte
Handlungs-, Produktionsorientierter, Deutschunterricht
Arbeit zitieren
Kristina Fischer (Autor), 2006, Handlungs- und Produktionsorientierter Deutschunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76213

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