Der technische Fortschritt beim Homerecording und sein Einfluss auf die professionelle Musikproduktion in Deutschland


Hausarbeit, 2006

18 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhalt

Einleitung

1. Bedeutung und Stellenwert des Homerecording
1.1 Was versteht man unter Homerecording?

2 Die Professionelle Musikproduktion
2.1 Einsatzgebiete der professionellen Musikproduktion
2.2 Das Berufsbild des Toningenieurs und sein Einsatz innerhalb professioneller Musikproduktionen

3 Homerecording vs. Professionelle Musikproduktion
3.1 Technische Aspekte
3.2 Kreative Aspekte

4 Auswirkungen des Homerecording Booms auf die professionelle Musikproduktion

Literaturverzeichnis

Einleitung

„Die Technik ist auf dem Weg, eine solche Perfektion zu erreichen, daß [sic] der Mensch ohne sich selber auskommt.“ (Stanislaw Jerzy)

Obwohl der Autor bereits 1966 gestorben ist, suggeriert dieses Zitat bereits, was für heutige Verhältnisse immer mehr zutrifft: Die Technologie schreitet immer schneller und weiter voran und ersetzt so immer häufiger verschiedene Tätigkeitsfelder des Menschen.

Ziel dieser Arbeit ist es, die Grundsatzfrage der technologischen Entwicklung auf das Homerecording und die deutsche Musikproduktion anzuwenden. Was ist überhaupt Homerecording und wie hat es sich in den letzten Jahren entwickelt? Wo ist der Unterschied zwischen Homerecording und der professionellen Musikproduktion und was für einen Einfluss hat das Homerecording auf die professionelle Musikproduktion in Deutschland?

Diese Fragen gilt es zu beantworten, wobei vor allem der Konflikt zwischen Homerecording und professioneller Musikproduktion im Vordergrund steht.

1. Bedeutung und Stellenwert des Homerecording

Dieses Kapitel beschäftigt sich zunächst mit der Frage, was Homerecording überhaupt ist und welchen Stellenwert es in der heutigen Musiklandschaft einnimmt. Wie und woraus hat sich Homerecording entwickelt und für welche Anwendergruppen ist es interessant?

1.1 Was versteht man unter Homerecording?

Von Homerecording spricht man, wenn man anstatt in einem professionellen Musikstudio zu Hause Musik aufnimmt und produziert (daher auch

Homerecording = Heimaufnahme). So kann man auch sagen, dass

Homerecording "alle Tonaufnahmen, die in irgendeiner Form im Do-it-yourself- Verfahren von nicht- professionellen Anwendern gemacht werden" (Becker, 1988, S. 140) umfasst.

Dabei sind die Möglichkeiten, wie man die Musik aufnimmt sehr unterschiedlich. Diese reichen von einem kleinen Mehrspurrekorder bis hin zu teurem und professionellem Equipment, dessen Herzstück der Computer ist (Gorges, 1997).

„Dabei ist der Übergang vom reinen Amateursystem zum großen, professionellen Studio fließend“ (Gorges, 1997, S. 28).

1.2 Die Entwicklung von Homerecording

Seine Musik in den eigenen vier Wänden mit einem Computer und nicht in einem professionellen Musikstudio aufzunehmen, hat seine Ursprünge in den 80-er Jahren (Focus, 2006). Mit Synthesizern wurde damals umständlich versucht dem Computer Töne zu entlocken. Das entsprechende Equipment war jedoch kaum bezahlbar und die Qualität der Aufnahmen eher mäßig (Focus, 2006).

Wollte man nicht nur künstlich mit Synthesizern Musik produzieren, brauchte man zusätzlich analoge Speichermedien, wie z.B. die Bandmaschine, um die Musik „auf Band“ zu bringen. Der Nachteil bei dieser Form der Musikproduktion ist zum einen die Unflexibilität. Ist das aufzunehmende Material erst einmal auf einem Band aufgenommen worden, kann man es nachträglich nicht weiter bearbeiten (Alker, 1999).

Will man die einzelnen Spuren also nicht nur aufnehmen, sondern auch bearbeiten, muss dies bei der Aufnahme geschehen. Dabei durchläuft das aufzunehmende Signal verschiedene analoge Geräte, wie z.B. einen Equalizer oder Kompressor, bevor es mit der Bandmaschine aufgezeichnet wird. Hierbei zeigt sich ein weiterer Nachteil der analogen Aufnahme. Jeder „Arbeitsschritt [bringt] eine Klangverschlechterung mit sich“ (Alker, 1999, S.38), da jedes analoge Gerät einen gewissen Brummpegel besitzt, welcher bei vielleicht einem oder zwei Geräten kaum wahrnehmbar ist, bei einer Vielzahl analoger Geräte aber zu erheblichen Klangeinbußen führen kann.

Ein weiterer Nachteil der analogen Musikproduktion liegt in den hohen

Beschaffungskosten für die Geräte. Die Technik war meist großen Musikstudios vorbehalten und war nicht für den Einsatz in den eigenen vier Wänden gedacht (Gorges & Merck, 1997).

Durch die Erfindung des Computers und den damit verbundenen Möglichkeiten, Daten digital auf einer Festplatte, einer CD oder anderen Medien zu speichern, hat sich auch der Recording-Bereich grundlegend verändert. Durch analog-digital-Wandler können nun analoge Signale, wie z.B. ein auf- zunehmendes Gitarrensignal in digitale Signale umgewandelt werden (Gerdel, 2005).

Die Umwandlung erfolgt durch die sogenannte Puls Code Modulation. „Das analoge Signal wird in gleichmäßigen Zeitabständen abgetastet. Zu jedem Abtastzeitpunkt wird das Signal gemessen und einem diskreten Zustand zugeordnet. Die diskreten Zustände werden als Dualzahl repräsentiert“ (Gerdel, 2005, S.1).

Liegt das Signal nun in digitaler Form und damit in einer Abfolge von Einsen und Nullen vor, kann man es leicht mit Hilfe eines dafür entwickelten Programms bearbeiten, ohne dass man die von der analogen Produktion bekannten Störgeräusche wie z.B. brummen hat (Alker, 1999). „Dank Computer und Software ist man endlich in der Lage, Musik auch ohne Schere, Klebeband und langwierigem Hin- und Herspuren des Recorders zu schneiden und zu mixen“ (Alker, 1999, S.38).

Durch den Fortschritt der Computertechnik wurde mit der Zeit das Produzieren am eigenen Computer immer günstiger (Gorges & Merck, 1997) und „Digitale

Der technische Fortschritt beim Homerecording und sein Einfluss auf die [sic] Speicherverfahren für Audiosignale haben die analoge Aufzeichnungs- technik fast völlig vom Markt verdrängt“ (Henle, 2001, S. 321). Dabei dürfen aber auch die positiven Effekte einer analogen Produktion oder Post-Produktion nicht ausser Acht gelassen werden. Der Vorteil von analogen Geräten besteht vor allem in dem sehr speziellen Klang. Eine mit analogen Geräten bearbeitete Aufnahme hat meist viel mehr Wärme und Druck als eine mit simulierte Computereffekten, auch Plugins genannt, bearbeitete Produktion. So werden analoge Geräte kaum in einem Homerecording Studio zu finden sein, doch professionelle Studios setzen auf Grund des sehr eigenen Charakters noch häufig auf die analoge Nachbearbeitung von digital aufgenommenem Material. „eine [sic] Kombination aus analog und digital, [..] darin wird die Zukunft liegen“ (Silber, 2005, S. 10).

Da analoge Geräte sich aber vor allem auf dem Homerecording Markt auf Grund der hohen Kosten wohl eher nicht durchsetzen werden, hat sich die Musikindustrie auf günstige Recording-Lösungen für Homerecordler spezialisiert. Das dies vor allem in Zukunft ein noch lohnenderes Geschäft werden kann, belegen diese Zahlen: Heutzutage gibt es „Rund [sic] 100 000 solcher Heimproduzenten [...] in Deutschland“ (Focus, 2006), Tendenz weiter steigend.

Durch günstige und dennoch sehr hochwertige Aufnahmelösungen für Hobbymusiker hat sich ein Homerecording-Markt entwickelt, welcher der professionellen Musikproduktion immer mehr Schaden zufügen könnte.

Der technische Fortschritt beim Homerecording und sein Einfluss auf die

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Privates Homerecording-Studio

2 Die Professionelle Musikproduktion

Den Gegensatz zum Homerecording bildet die professionelle Musikproduktion. In diesem Kapitel soll dargelegt werden, worum es sich bei der professionellen Musikproduktion handelt und wer für professionelle Musikproduktionen verantwortlich ist.

2.1 Einsatzgebiete der professionellen Musikproduktion

Wer gelegentlich diverse Radio- oder Musik-TV-Sender verfolgt, wird sicherlich das ein oder andere Mal folgenden Satz gehört haben: „Band xy befindet sich zur Zeit im Studio, um ihre neue Platte aufzunehmen!“. In solchen Fällen handelt es sich um professionelle Musikproduktionen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Der technische Fortschritt beim Homerecording und sein Einfluss auf die professionelle Musikproduktion in Deutschland
Hochschule
Hochschule Fresenius Idstein
Veranstaltung
Wissenschaftliches Arbeiten
Note
1,3
Autor
Jahr
2006
Seiten
18
Katalognummer
V76236
ISBN (eBook)
9783638811330
Dateigröße
5247 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Fortschritt, Homerecording, Einfluss, Musikproduktion, Deutschland, Wissenschaftliches, Arbeiten
Arbeit zitieren
Victor Helpap (Autor), 2006, Der technische Fortschritt beim Homerecording und sein Einfluss auf die professionelle Musikproduktion in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76236

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