David Lloyd George


Hausarbeit, 2004
23 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I Einleitung

II Hauptteil
1. David Lloyd George
1.1 Kindheit und Jugend
1.2 Politischer Aufstieg
1.3 1914 Ausbruch des Ersten Weltkrieges
1.4 Maikrise
1.5 Einführung der allgemeinen Wehrpflicht
1.6 Lloyd George wird Premierminister
2. Premierminister David Lloyd George
2.1 Bildung einer Drei-Parteien-Regierung
2.2 Propagandapolitik
2.3 Kriegsjahr 1917 und 1918
2.4 Khaki Wahlen
2.5 Versailler Vertrag

III Fazit

Literaturverzeichnis

I Einleitung

Lloyd George ist ohne Zweifel bis heute einer der umstrittensten und meist diskutierten Persönlichkeiten Englands. Als Vertreter des walisischen Volkstammes musste Lloyd George immer wieder wesentlichen Grundgesetzten der Lebensart und der Lebensstil des englischen Volkes in Konflikt kommen. Die aus seiner Andersartigkeit einsehenden Gegensätze mussten umso stärker empfunden werden, als aus dem völkischen noch der Unterschied der sozialen Abkunft hinzukam. Dennoch schafft Lloyd George als „No Name“ den Weg in die Politik und schon bald beeinflusste er mit seiner Art, Charakter und Stil, die Bevölkerung und vor allem die Politik. Er kämpfte sich bis zur Spitze der englischen Führung durch und konnte am Ende seine Prinzipien, doch nicht verwirklichen.

In dieser Arbeit soll die Frage gestellt sein, wie stark beeinflusste Lloyd George die Politik Englands, besonders in der Zeit vor und während des Ersten Weltkrieges? In diesem Bezug soll noch geklärt werden welch Auswirkungen sein Handeln auf die Friedensverhandlungen in Versailles hatte.

II Hauptteil

1. David Lloyd George

1.1 Kindheit und Jugend

David Lloyd George wurde am 17. Januar 1963 in Manchester geboren. Nach dem frühen Tod seines Vaters 1864, zog er mit seiner Mutter zu seinem Onkel Richard Lloyd, in das kleine Dorf Llanystumdwy in Wales. Schon früh erkannte sein Onkel die bemerkenswerten geistigen Fähigkeiten seines Neffen und nahm sich seiner Förderung und Erziehung an. So erhielt der junge David extra Privatstunden in Französisch und Latein. Außerdem legte sein Onkel, der Anhänger des liberalen Flügels der Liberalen Partei in Wales war, großen Wert auf eine nonkonservative Erziehung. Dies und die politische Überzeugung Richards, der mit seiner Partei für politische und religiöse Freiheit, walisische Unabhängigkeit und soziale Gerechtigkeit eintrat, prägen Lloyd Georgs Jugend. Schon früh träumte er von einer Karriere in der Politik. Aus seinen Träumen, die liebe zu seinem Walliser Volk und seiner Heimatlandschaft bildet sich sein späterer Ehrgeiz, Selbstvertrauen und Eloquenz.

Mit 16 Jahren nimmt er eine Stelle als Gehilfe eines Rechtsanwaltes in Portmadoc an und mit Hilfe seines Politikstudiums bildete er sich zum hervorragenden Redner aus.

Durch die Veröffentlichung seiner ersten Zeitungsartikel wurde sein Ruf als glänzenden Redner gefestigt. In den danach geführten öffentlichen politischen Debatten, setzte sich Lloyd George für die walisische Home Rule-Bewegung[1] ein und machte sich im Volk bekannt.

Sein Studium beendete er mit einem ausgezeichneten Abschluss und eröffnete 1985 seine eigene Praxis. Sein Selbstvertrauen kam bereits in seinen ersten Verhandlungen zum Vorschein, in denen er erste Siege über die Großgrundbesitzer errang. Er wurde im Volk als Verteidiger, der sich für die Rechte des kleinen Mannes, gegenüber dem Klerus und des Landadels, einsetzte, populär und sehr beliebt.

1.2 Politischer Aufstieg

Obwohl Lloyd George, in Herkunft und Art von den britischen Ministern verschieden war, schafft er den Weg in die Politik.

Er gehörte nicht zu der erlesenen Oberschicht, die sich durch ihren Erziehungsrang, bestimmten traditionellen Normen, verpflichtet fühlten und bereites auf ihre hohe Stellung vorbereitet waren. Dennoch kandidierte er 1890 als Liberaler in den Wahlen des Bezirks Caernarvon Boroughs.

Durch einen stark heimatbezogenen Wahlkampf und das Wohlwollen viele Engländer schaffte er, durch eine knappen Sieg bei den Nachwahlen, den Einzug ins House of Commons.[2] Im Alter von 27 Jahren und somit das jüngste Mitglied im Unterhaus, war er ein junger, unerfahrener Politiker, der als Hinterbänkler verrufen wurde.

In nächsten vier Jahre, seiner Amtszeit im britischen Unterhaus, setzte sich Lloyd George stark für die Belange seiner Heimat ein und hielt an seiner „Home Rule“ fest.[3] So forderte er die Entstaatlichung der angelsächsischen Kirche in Wales, die Abschaffung ihrer Elementarschulen und eine Reform der Ausschankgesetzt.[4] Die „Home Rule“ sollte Wales aus der völligen Integration des englischen Staates lösen.

Es zeigte sich schon sehr früh Lloyd Georges Unbekümmertheit und Selbstdisziplin, aber auch eine gewisse Unabhängigkeit gegenüber seiner liberalen Partei, in der er schon damals als ewiger Querulant aufgefallen war.

Mit dem Verlust der liberalen Mehrheit im Kabinett, begann Lloyd Georges Aufstieg in der liberalen Partei. Er wurde in den darauf folgenden zehn Jahren in der Opposition, der beste und erfolgreichste Redner, der nicht nur unter den liberalen Anhänger, sondern auch schon sehr bald im ganzen Land bekannt wurde.[5]

Bis 1905 konnte er sich eine sehr gute Stellung in der Partei erkämpfen und galt sogar als „Stronghold“ der Liberalen. Dies wurde zum Beispiel sehr deutlich durch seine ständigen persönlichen Attacken und Kritik an Chamberlain,[6] sowie seine Haltung zum Burenkrieg, der von 1899-1902 in Südafrika herrschte.

Auch hier stelle sich Lloyd George mutig gegen eine vom Krieg begeisterte Öffentlichkeit und Regierung. Er startete eine pazifistische Anti-Kriegskampagne mit der Begründung Kriege seien für das Land viel zu teuer und man sollte das Geld besser in die schon seit langem überfälligen Sozialreformen investieren.[7]

Diese zwei Beispiele zeigen deutlich mit welcher Entschlossenheit und Willensstärke sich Lloyd George für seine Überzeugung einsetzte und damit auch bis zum Äußersten gehen konnte.

Im Januar 1806 war er dann reif für einen Platz im Kabinett. So wurde er, durch den liberalen Sieg bei den Parlamentswahlen, von Premierminister Campbell-Bannermann als Minister für Handel und Gewerbe ernannt. Von seinen Kritikern als ewigen Hetzredner[8] verhöhnt, konnte er jetzt sein Vielseitigkeit unter beweis stellen.

Mit dem Tod Campbell-Bannermann 1908, kam es zu weitern Umstrukturierungen der liberalen Partei. So wurde Asquith neuer Premierminister und Lloyd George übernahm das Amt des Schatzkanzlers.

„Dies ist ein Kriegsbudget. Es soll Geld aufbringen zum rastlosen Feldzug wieder Armut und Erniedrigung.“[9]

Mit diesen Worten stellte Lloyd George 1909 seinen Haushalt vor. Sein geplantes Volkbudget sollte sich aus verschieden Erhöhungen einzelner Steuern zusammensetzen. So sollte die Erbschaft- und Einkommenssteuer gesteigert werden und die Grund- und Wertzuwachssteuer eingeführt werden. Durch diese staatlichen Mehreinnahmen wurde es möglich 1908 eine Altersversicherung einzuführen und ein Umverteilung des Einkommens, der reichen land besitzenden Bevölkerung, auf die ärmere Klasse zu erreichen.[10] Dieses Budget und den Angriff auf die Oberschicht musste Lloyd George mit Churchill,[11] als seinem Unterstützer und Nachfolger als Handelsminister; gegen das britische Oberhaus verteidigen. So versuchter er, durch geschickte Pressepropaganda, die Massen des Volkes von seinen sozialen Grundsätzen zu überzeugen. Durch die Einschränkung des Vetorechtes des Oberhauses 1911, erreicht Lloyd George weiter Mittel zur Herstellung sozialer Gerechtigkeit, wie zum Beispiel die Einführung der Zwangversicherung gegen Krankheit und Arbeitslosigkeit.

Die Anregungen, seiner gut überdachten Reformpläne, holte er sich auf seiner 1908 getätigten Deutschlandreise.[12] Er war so begeistert von Bismarcks Sozialreform, dass er es für möglich hielt, es ihm in England gleich zu tun und setzte sich gegen jeden Widerstand der Opposition und der Liberalen durch.

Auch in den folgenden Jahren, stellte sich Lloyd George gegen die liberalen Grundsätze der Partei. Er mischte sich ständig in Angelegenheiten ein, die nicht in sein Amt als Schatzkanzler fielen. Auch im Bereich der Außenpolitik setzte er sich gegen den Willen seiner Parteifreunde. Er wollte die jahrelange Flottenrivalität und das dadurch entstandene wachsenden Misstrauen, zwischen England und Deutschland beseitigen und das seiner Meinung nach, viel zu kostspielige Wettrüsten beenden.[13] Weitere Ziele in seiner Amtszeit als Schatzkanzler war die ab 1910 entstanden nationalen Probleme, wie Arbeitslosigkeit, drohende Epidemien, übermäßiger Alkoholkonsum und der kritisch werdende irische Konflikt, zu beseitigen.

Diese Probleme und die angeheizte Stimmung, auf dem europäischen Kontinent, veranlassten Lloyd George eine Bündelung aller politischen Kräfte, in eine Koalitionsregierung, zu fordern.

In einem Memorandum an Asquith, legte er einen genauen Plan zum verwirklichen seiner Ziel vor. Alle führenden Staatsmänner der Parteien, sollten zusammenarbeiten um gemeinsam die Probleme zu bekämpfen.[14]

Dieses Ziel wurde aber abgelehnt und konnte schließlich erst 1915 verwirklicht werden.

[...]


[1] Hugo, Fischer, David Lloyd George, Persönlichkeit und Stil der politischen Rede, Frankfurt am Main 1940, S. 7

[2] Fischer, David Lloyd George, S. 8

[3] Kenneth O., Morgan, The age of Lloyd George, the Liberal Party and British politics, 1890-1929, aus der Serie Historical Problems Bd. 12, London 1971, S. 20

[4] Thomas, Jones, Lloyd George, 2. impr., London 1951, S 15

[5] Ebda, S. 24

[6] Ebda, S. 27

[7] Ralph J., Adams, Arms and the Wizard, Lloyd George and the ministry of munitions, 1915-1916, Lon. 1978, S.17

[8] Jones, Lloyd George, S. 34

[9] David, Lloyd George, Besser Zeiten, Reden 1903-1910, Bernstein, Eduard (Hg.), Jena 1911, S. 106

[10] Jones, Lloyd George, S. 41

[11] Morgan, The age of Lloyd George, London 1971, S.43

[12] Jones, Lloyd George, S. 36

[13] David, Lloyd George, Mein Anteil am Weltkrieg, Bd. 1: Kriegsmemoiren [engl. 1933], dt. v. Peter Wit, Berlin/London 1933, S. 9 ff

[14] Ebda, S. 30

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
David Lloyd George
Hochschule
Universität Konstanz  (Fachbereich Geschichte)
Veranstaltung
Erster Weltkrieg
Note
2,3
Autor
Jahr
2004
Seiten
23
Katalognummer
V76295
ISBN (eBook)
9783638798549
Dateigröße
550 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
David, Lloyd, George
Arbeit zitieren
Stefanie Kern (Autor), 2004, David Lloyd George, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76295

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