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Geschichtskonstruktion in Umberto Ecos "Der Name der Rose"

Title: Geschichtskonstruktion in Umberto Ecos "Der Name der Rose"

Seminar Paper , 2006 , 25 Pages

Autor:in: Julia Przybilla (Author)

German Studies - Comparative Literature
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1980 erscheint Umberto Ecos Il nome della rosa. Der Roman verzeichnet einen herausragenden Erfolg und wird in zahlreiche Sprachen übersetzt, 1982 unter dem Titel Der Name der Rose auch ins Deutsche. Obwohl im Kern eine Detektivgeschichte, ermöglicht der Roman auch eine historische Lesart oder kann als Lehrstück in Semiotik betrachtet werden, um nur einige Möglichkeiten zu nennen. Vielleicht ist es gerade seine Vielschichtigkeit, die ihn so interessant macht.
Die Handlung spielt in Italien im Jahre 1327. Ort des Geschehens ist ein fiktives Benediktinerkloster irgendwo in den Apenninen. Ausführlich legt Eco die geschichtlichen Umstände im Italien dieser Zeit, die Wirren in der Auseinandersetzung zwischen Papst und König, sowie die verschiedenen Ketzerbewegungen und deren Verfolgung dar.

„Geschichte ergibt sich bekanntlich aus „Geschichten“, und die sollen möglichst unterhaltend erzählt werden. Geschichtsschreibung war und ist eine literarische Gattung und mit der Kunst des Erzählens auf engste verwandt. Geschichtswissenschaft und historischer Roman stehen sich daher auch näher als man denkt, unterscheiden sich nur graduell, nicht prinzipiell. Beide operieren mit einer gelenkten, disziplinierten Einbildungskraft.“

Die Lücken in der Geschichte versucht der Historiker logisch zu füllen und stellt Hypothesen auf. Diese sind nicht wahr oder falsch, sondern nur mehr oder weniger wahrscheinlich. Der Historiker versucht nach Wahrheit zu streben, erfindet, beziehungsweise konstruiert aber im engeren Sinne auch, genau wie der Autor historischer Romane. Denn wie bei allen Erfahrungswissenschaften können auch bei der Geschichte die Erkenntnisse nur vorläufige sein.
Dies sollte bei der Analyse Ecos Roman im Auge behalten werden, der, obwohl Fiktion, den Anspruch erhebt, so realistisch wie möglich zu sein.
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit Der Name der Rose als historischen Roman. Hierbei steht Umberto Ecos Geschichtskonstruktion im Vordergrund.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Geschichtskonstruktion in Umberto Ecos Der Name der Rose

2.1 Geschichte als Prozess

2.1.1 Das Vorwort

2.1.2 Die Funktion des historischen Romans

2.2 Das Mittelalter kommt selbst zu Wort

2.2.1 Der Ich-Erzähler Adson von Melk

2.2.2 Die Collagetechnik

2.3 Das 14. Jahrhundert im Roman

2.3.1 Die Gestalt des William von Baskerville

2.3.2 Ein bestimmtes Bild des Mittelalters

2.4 Einflechten von Zeitgeschichte

2.4.1 Die Auseinandersetzung zwischen Ludwig dem Bayern und Papst Johannes XXII.

2.4.2 Der Armutsstreit

2.4.3 Ketzerbewegungen

3. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Konstruktion von Geschichte in Umberto Ecos Roman "Der Name der Rose". Dabei wird analysiert, wie Eco historische Fakten mit Fiktion verwebt, um ein möglichst authentisches Bild des 14. Jahrhunderts zu erzeugen, und inwiefern der Roman als "wahrer historischer Roman" zu verstehen ist, der gleichzeitig Brücken zur Moderne schlägt.

  • Verständnis von Historizität und Geschichte als Prozess
  • Die Rolle des fiktiven Ich-Erzählers Adson von Melk
  • Einsatz von Intertextualität und Collagetechnik
  • Darstellung historischer Figuren wie William von Baskerville
  • Integration zeitgeschichtlicher Konflikte (Armutsstreit, Papst-König-Konflikt, Ketzerbewegungen)

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Der Ich-Erzähler Adson von Melk

Es ist nicht der Autor selbst, der seinen Roman erzählt, sondern der Zeit- und Augenzeuge Adson von Melk, der sich am Ende seines Lebens zu erinnern versucht, was sich 1327 im Kloster in den Apenninen zugetragen hat. Eco wollte nicht über das Mittelalter erzählen, sondern er wollte, dass jemand aus dem Mittelalter berichtet, was er selbst erlebt hat. Somit kann er sich einer Sprache bedienen und einer Art und Weise, Dinge zu betrachten, zu denken und zu fühlen, die zu einem mittelalterlichen Chronisten passen, bei einem Erzähler aus der Moderne jedoch skurril erscheinen würden. Obwohl Adson von Melk als naiver und in den politischen und religiösen Wirren der damaligen Zeit unwissender Benediktinernovize geschildert wird, gibt er komplizierte Sachverhalte, Ereignisabläufe und Erklärungen Williams präzise wieder, selbst das, was er nicht begreift. Er besitzt ein photographisches Gedächtnis, das durch das ergänzt wird, was er durch Dritte im Nachhinein über Ereignisse und Gespräche erfahren hat, wenn er nicht anwesend war. Adson ist wissbegierig und erhält viele Antworten auf die verschiedensten Fragen von seinem Lehrmeister William von Baskerville, den er bewundert. Der Leser, der in der mittelalterlichen Geschichte nicht bewandert ist, wird so Stück für Stück eingeführt und kann sich mit dem jungen Adson identifizieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt den Roman im Kontext seines Erfolges vor, definiert das Ziel der Arbeit als Untersuchung der Geschichtskonstruktion und führt in die theoretische Problematik von Wahrheit und Fiktion im historischen Roman ein.

2. Geschichtskonstruktion in Umberto Ecos Der Name der Rose: Dieses Kapitel erläutert Ecos Verständnis von Geschichte als Prozess, die Funktion des historischen Romans, die narrative Technik durch den fiktiven Erzähler sowie die Einbettung der Zeitgeschichte des 14. Jahrhunderts.

3. Schluss: Das Fazit resümiert, dass Eco durch die detaillierte Konstruktion einer vergangenen Welt und die Figur des William von Baskerville eine Verbindung zur Moderne schafft, während er gleichzeitig betont, dass jede Rekonstruktion der Vergangenheit immer Fiktion bleibt.

Schlüsselwörter

Umberto Eco, Der Name der Rose, Geschichtskonstruktion, Historischer Roman, Mittelalter, 14. Jahrhundert, William von Baskerville, Adson von Melk, Intertextualität, Collagetechnik, Armutsstreit, Ketzerbewegungen, Semiotik, Fiktion, Historizität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert, wie Umberto Eco in seinem Roman "Der Name der Rose" Geschichte konstruiert und welche Mittel er nutzt, um eine historische Atmosphäre des 14. Jahrhunderts zu erzeugen.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?

Zu den Schwerpunkten zählen das Verständnis von Historizität, die narrative Struktur durch den Ich-Erzähler, die Verwendung von Collagetechniken und die Einbindung realer historischer Ereignisse wie den Armutsstreit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Eco den Spagat zwischen historischer Authentizität und literarischer Fiktion meistert und damit ein Bild des Mittelalters entwirft, das gleichzeitig Bezüge zur Moderne aufweist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verwendet einen literaturwissenschaftlichen Analyseansatz, bei dem der Roman unter Berücksichtigung von Ecos eigenen theoretischen Reflexionen (wie dem Nachwort) und historischer Fachliteratur interpretiert wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden Ecos theoretische Grundlagen zur Historizität, die Rolle des fiktiven Erzählers Adson, die intertextuelle Collagetechnik und die Integration konkreter historischer Hintergründe des 14. Jahrhunderts detailliert analysiert.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Geschichtskonstruktion, Historizität, Intertextualität, Mittelalterbild, Fiktion und Realismus.

Warum wählt Eco gerade das 14. Jahrhundert für den Roman?

Laut der Arbeit ist das 14. Jahrhundert entscheidend, da Eco der Meinung war, dass erst zu dieser Zeit eine Figur mit den rationalen und detektivischen Eigenschaften von William von Baskerville glaubhaft existieren konnte.

Welche Bedeutung hat das fiktive Manuskript im Vorwort?

Das Vorwort nutzt das Motiv der "alten Handschrift", um eine literarische Distanz zu schaffen und den Autor vor Kritik an der historischen Genauigkeit zu schützen, während gleichzeitig die Grenze zwischen Wahrheit und Fiktion verschwimmt.

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Details

Title
Geschichtskonstruktion in Umberto Ecos "Der Name der Rose"
College
University of Augsburg
Author
Julia Przybilla (Author)
Publication Year
2006
Pages
25
Catalog Number
V76323
ISBN (eBook)
9783638805537
ISBN (Book)
9783640150663
Language
German
Tags
Geschichtskonstruktion Umberto Ecos Name Rose
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julia Przybilla (Author), 2006, Geschichtskonstruktion in Umberto Ecos "Der Name der Rose", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76323
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