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Lenin - Putin - Babuschka: Die Prägung der russischen Identität im Rahmen der Transformation 1991-2005

Title: Lenin - Putin - Babuschka: Die Prägung der russischen Identität im Rahmen der Transformation 1991-2005

Term Paper , 2006 , 23 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Anne Kaiser (Author)

Sociology - Politics, Majorities, Minorities
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Seit nunmehr 15 Jahren kämpft der russische Staat um die eigene Stellung im neuen Weltgefüge. Der Kommunismus hat ausgedient und die Wortgewalt des Kremls verliert sich im kapitalistischen Konsumrausch. Neue Staaten entstanden und neue Gesichter geben den internationalen Ton an.
Russland befindet sich gegenwärtig immer noch im Transformationsprozess; hin zu Demokratie und Marktwirtschaft. Auf dem Papier wurde vieles erreicht, die Umsetzung leidet unter ‚Verzögerung’ des russischen Alltags. Mit Amtsantritt Putins verbesserte sich die wirtschaftliche, soziale und gesellschaftspolitische Situation des Landes.
Der gesellschaftliche Umbruch und die neuen westlichen Einflüsse sind an der russischen Bevölkerung nicht unbemerkt vorübergegangen. Die Begeisterung für westliche Konsumgüter mischt sich mit Angst vor Reizüberflutung. Die Entscheidung, was gut und schlecht ist, nimmt jetzt kein Parteiführer mehr ab. Große Teile der russischen Bevölkerung fühlen sich durch die alleinige Entscheidungsgewalt und Variantenvielfalt überfordert.
Sowohl der russische Staat als auch die Bevölkerung sind sich über ihren eigenen Standpunkt unklar. Wohin soll sich Russland orientieren; Als was definiert sich ein Russe und welche Konsequenzen in Politik und Gesellschaft müssen gezogen werden? Prowestliche Bewegungen treffen dabei auf konservative Patrioten und der Russe wird hin- und hergerissen zwischen Tradition, Postkommunismus, Globalisierung und persönlichen Bedürfnissen.
In Europa hat sich in den letzten Jahren der Begriff der Russischen Identitätsfindung herausgebildet. Es umfasst den Prozess der russischen Gesellschaft und des Staates, ein beständiges, nationales Gesicht herauszubilden.
Die russische Regierung versucht ihrerseits die russische Identität durch den allgemeinen politischen Kurs, Gesetzten und Reformen zu prägen. Die Freiheit der individuellen Identität endet aber am staatlichen Hoheitsgebiet.
Eine besondere Rolle fällt dem Sektor Kunst und Kultur zu. Kulturelle Institutionen haben – vielleicht so wie kein Anderer – Einfluss auf das Selbstgefühl eines jeden russischen Bürgers und können somit alleinig die gesamtrussische Identitätsausprägung [von unten] bekräftigen.
Das Selbstbild Russlands ist noch unfertig: das Muster abstrakt, vielfarbig und der Rahmen brüchig. Es gibt noch zu viele verschiedene/ strittige Interpretationsweisen, als dass man von DEM Russland reden könnte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Der Einfluss des Staates

1.1) Systemwandel und neue Tendenzen

1.1.1) Sozialer Wandel und Volksarmut

1.1.2) Persönlichkeitsprägendes Bildungswesen

1.1.3) Demographie und Generationswechsel

1.2) Putins Westorientierung

1.3) Militarismus einer Schein- Weltmacht

1.3.1) Stellung des Militärs in der Gesellschaft

1.3.2) Der Tschetschenienkrieg als nationaler Erhaltungskampf

2. Der Einfluss gesellschaftlicher Gruppe

2.1) Die Familie als zuverlässige Stütze

2.2) Interessengruppen und Verbände

2.2.1) Der steinige Weg von Nichtregierungsorganisationen

2.2.2) Frauenrechtsgruppen

3. Identitätssuche in Kunst und Kultur

3.1) Presse und Fernsehen

3.1.1) Neue Freiheiten

3.1.2) Das Ende der freien Berichterstattung

3.1.3) Nationalgeist aus der Flimmerkiste

3.2) Kultureinrichtungen und Geschichtsbewusstsein

3.2.1) Sehnsucht nach Vergangenheit

3.2.2) Patriotismus

3.2.3) Museen und Theater

3.2.4) Die russische Literatur

3.3) Die Rolle der Kirche

3.3.1) Renaissance der Orthodoxie

3.3.2) Traditionalismus und Wertekonservatismus

4. Folgen der Identitätsfindung Russlands

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert den komplexen Prozess der russischen Identitätsfindung im Zeitraum von 1991 bis 2005 und untersucht, wie staatliche, gesellschaftliche und kulturelle Faktoren das Selbstbild Russlands in einer Phase der tiefgreifenden Transformation beeinflussen.

  • Der Einfluss staatlicher Reformen und außenpolitischer Neuausrichtungen auf das nationale Selbstverständnis.
  • Die Rolle sozioökonomischer Veränderungen und das Wirken gesellschaftlicher Gruppen.
  • Die Bedeutung von Massenmedien, Kunst und Kultur als Identitätsstifter.
  • Die Renaissance religiöser Werte und die Rückbesinnung auf den Traditionalismus.
  • Die Auswirkungen des tschetschenischen Konflikts auf das nationale Sicherheitsgefühl.

Auszug aus dem Buch

1.1.2) Persönlichkeitsprägendes Bildungswesen

Mit Ende der Sowjetunion forderten Lehrkräfte einen radikalen Paradigmenwechsel gegenüber der sowjetischen Epoche. Statt ideologisch motivierter Erziehungsmethoden autoritärer Pädagogik sollte Platz für eine freie Persönlichkeitsentwicklung werden. Das Bildungs- und Lenkungsmonopol des Staats wurde abgelehnt.

1992 wurde im Bildungsgesetz der Russländischen Föderation ein „[…] radikalliberaler Reformkurs [mit] weltweit gültigen Grundsätzen von Demokratie und Marktwirtschaft sowie der gesellschaftlichen Mitwirkung am Bildungssystem […]“ verankert. Die Umsetzung zeigte bald Erfolge hinsichtlich der Umgestaltung der Lehrpläne [Geschichte, politische Bildung], Einrichtung von pädagogischen Modellschulen und Privatisierungen.

Aufgrund des schnellen Reformtempos und der mangelhaften Vorbereitung zeigten sich Schwächen des Reformkurses erst ab Mitte der 90-er Jahre. Leistung, Qualität und Gerechtigkeit der Bildung erlitten Einbußen. Es kommt jetzt wieder die Forderung nach einheitlichen russischen Bildungsraum auf. Mit Stipendien- und Gehaltszahlungen versucht die Regierung das Recht auf unentgeltliche Bildung zu garantieren.

Zugleich nahm sie [die Regierung, A.d.A.] das Gedankengut der nationalpatriotisch gesinnten Kreise im Lande auf und berücksichtigte so die Anerkennung, die das sowjetische Bildungswesen […] in der eigenen Bevölkerung weiterhin genoss.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Der Einfluss des Staates: Dieses Kapitel beleuchtet den Systemwandel nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, die wirtschaftlichen Herausforderungen sowie die außenpolitische Neupositionierung unter Putin.

2. Der Einfluss gesellschaftlicher Gruppe: Hier wird die zentrale Rolle der Familie als soziale Stütze in Krisenzeiten analysiert sowie das Engagement und die Herausforderungen für Interessengruppen und Frauenrechtsorganisationen thematisiert.

3. Identitätssuche in Kunst und Kultur: Dieses Kapitel untersucht, wie Medien, kulturelle Institutionen, Literatur und die wiedererstarkte orthodoxe Kirche zur Formung eines neuen russischen Selbstverständnisses beitragen.

4. Folgen der Identitätsfindung Russlands: Abschließend werden die zukünftigen Herausforderungen skizziert, vor denen Russland im Spannungsfeld zwischen Weltoffenheit, nationaler Tradition und der Suche nach einem eigenständigen Weg steht.

Schlüsselwörter

Russland, Identitätsfindung, Transformation, 1991-2005, Postkommunismus, Staat, Gesellschaft, Kultur, Patriotismus, Orthodoxie, Marktwirtschaft, Globalisierung, Putin, Bildungswesen, Tradition.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Wandel und die Neukonstruktion der russischen Identität in der Transformationsphase zwischen 1991 und 2005 unter Berücksichtigung politischer und gesellschaftlicher Umbrüche.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Kernbereichen zählen staatliche Einflussnahme, die soziologische Bedeutung von Gruppen wie der Familie, der Wandel in den Medien sowie die Rolle von Kunst, Kultur und Religion bei der Identitätsstiftung.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt nach dem Prozess der russischen Identitätsbildung: Wie definiert sich ein Russe nach dem Ende des Kommunismus in einem Land, das zwischen westlicher Integration und traditionellen Werten schwankt?

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung basiert auf einer fundierten Analyse politikwissenschaftlicher und soziologischer Fachliteratur, um die gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklungen Russlands in der genannten Periode einzuordnen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert staatliche Reformen, das Bildungssystem, den Militarismus, die Bedeutung gesellschaftlicher Netzwerke, die politische Instrumentalisierung von Medien sowie den kulturellen Rückzug in Tradition und orthodoxen Glauben.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Transformation, Identitätssuche, Postkommunismus, Patriotismus, russische Seele, Traditionalismus, Marktwirtschaft und nationale Selbstbehauptung.

Wie beeinflusste der Tschetschenienkrieg das russische Selbstbild?

Der Konflikt wird als Ausdruck eines nationalen Erhaltungskampfes gedeutet, der das Bedürfnis nach staatlicher Stärke und ein „Starkes Russland“ manifestiert, während er gleichzeitig kritische interne Diskussionen unterdrückt.

Warum spielt die orthodoxe Kirche eine so bedeutende Rolle in der Arbeit?

Die Kirche fungiert in der Arbeit als identitätsstiftende Instanz, die nach dem Zerfall sowjetischer Ideologien ein geistiges Vakuum füllt und nationale Werte sowie Traditionalismus vermittelt.

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Details

Title
Lenin - Putin - Babuschka: Die Prägung der russischen Identität im Rahmen der Transformation 1991-2005
College
Neisse University Görlitz
Grade
1,3
Author
Anne Kaiser (Author)
Publication Year
2006
Pages
23
Catalog Number
V76351
ISBN (eBook)
9783638800877
ISBN (Book)
9783638820387
Language
German
Tags
Lenin Putin Babuschka Prägung Identität Rahmen Transformation
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anne Kaiser (Author), 2006, Lenin - Putin - Babuschka: Die Prägung der russischen Identität im Rahmen der Transformation 1991-2005, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76351
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