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Wunderbares und Philosophisches in französischen Erzählungen des 18. Jahrhunderts

Title: Wunderbares und Philosophisches in französischen Erzählungen des 18. Jahrhunderts

Term Paper , 2006 , 36 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Maria Gottschall (Author)

French Studies - Literature
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1 Einführung: Das Märchen und seine Definition

Wer kennt es nicht: das Bild von der Großmutter, die abends am Bett ihrer Enkel sitzt und ein Märchen erzählt. Heutzutage wird das Märchen mit phantastischen Begebenheiten und mit seiner Adressierung an Kinder assoziiert. Doch eigentlich war das Märchen erst ab dem 18. Jahrhundert für Kinderohren bestimmt, als die deutschen Gebrüder Grimm ihre Haus- und Kindermärchen (1812/13) veröffentlichten und darin bereits bekannte Volksmärchen kindgerecht präsentierten.
Volksmärchen gelten als die älteste Literaturgattung der Menschheit und wurden stets mündlich überliefert. Die Ursprünge jenes „Conte populaire" sind nicht eindeutig festgelegt. Das Lexikon der französischen Literatur datiert sie im 13.Jh. v. Chr. mit dem „Conte égyptien" Les Deux frères. Seit dem 12. Jh. n. Chr. wird unter Conte ein „Sammelbegriff für sämtliche epische Gattungen, bevorzugt... Abenteuergeschichten" verstanden und seit dem 17. Jahrhundert steht der Begriff für erzählende Kurzformen in Vers und Prosa". Perrault löste mit seinen Contes (1697) die Mode des „Conte de fées" aus. Von da an wurde der Conte "mehr und mehr mit dem Märchenhaften, dem „merveilleux" in Verbindung gebracht" und etablierte sich als eine feste Form der Prosa. Das Wörterbuch Le Petit Robert (1993) definiert merveilleux als etwas „qui est inexplicable de façon naturelle; le monde du surnaturel". Auch Le Petit Larousse (2001) bringt das merveilleux mit dem Übernatürlichen in Verbindung: „Ce qui s'eloigne du caractere ordinaire des choses ; ce qui parait miraculeux, surnaturel". Für Marc Soriano repräsentieren die Contes "recits de voie orale, dont I'origine est vraisemblablement anterieure aux civilisations historiques et qui, d'une epoque ä I'autre, se manifestent parfois dans la litterature ecrite sous forme d'adaption".
Im 18. Jh. wurde jenes merveilleux, jenes Märchenhafte, eingesetzt, um philosophische, religiöse oder politische ...

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung: Das Märchen und seine Definition

2 Der Conte merveilleux

3 Der Conte de fées

4 Ein Conte de fees : La Princesse Rosette

4.1 Elemente des Conte merveilleux

4.2 Merkmale des Conte de fées

5 Der Conte philosophique

5.1 Der Conte oriental als Vorbild

5.2 Merkmale des Conte philosophique

6 Ein Conte philosophique: La Princesse de Babylone

6.1 Merkmale des merveilleux

6.2 Der Conte als Parodie des Romans

6.3 Humorvolle Elemente

6.4 Die philosophische Botschaft

6.5 Voltairescher Spott am weiblichen Geschlecht

7 La Princesse Rosette und La Princesse de Babylone im Vergleich

7.1 Gemeinsamkeiten

7.2 Unterschiede

8 Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Elemente des "Conte merveilleux" in den französischen Erzählungen des 18. Jahrhunderts transformiert wurden, wobei die Forschungsfrage darauf abzielt, die Gattungsmerkmale und die philosophische bzw. parodistische Intention an den Beispielen von Madame d'Aulnoys "La Princesse Rosette" und Voltaires "La Princesse de Babylone" zu analysieren.

  • Analyse der Gattung "Conte merveilleux" als Basis der französischen Erzähltradition.
  • Untersuchung von Madame d'Aulnoys "Conte de fées" im Kontext der Unterhaltungsliteratur.
  • Darstellung von Voltaires "Conte philosophique" als Instrument der Aufklärung und Gesellschaftskritik.
  • Vergleichende Gegenüberstellung beider Werke hinsichtlich ihrer parodistischen Mittel und ihrer Botschaften.

Auszug aus dem Buch

4.1 Elemente des Conte merveilleux

Zunächst einmal fällt auf, dass der Conte durch einfache Satzstrukturen und eine leicht verständliche Ausdrucksweise gekennzeichnet ist. Die Handlung ist ebenfalls einfach aufgebaut, obwohl sich im Verlauf des Conte zwei Handlungsstränge ergeben, die am Ende jedoch wieder zusammenlaufen. Zum einen handelt es sich dabei um das Abenteuer der Königsbrüder, die auf der Suche nach dem Pfauenkönig sind. Zum anderen wird berichtet, was die Prinzessin Rosette unterdessen erlebt. Während als Ausgangspunkt der Geschichte und des Handlungsverlaufs das Schloss der Prinzessin und ihrer Brüder dargestellt ist, kennzeichnet das Reich des Pfauenkönigs das Ziel, an dem sich die beiden Handlungsstränge wieder vereinen. Weiterhin ist die Geschichte in einer nicht festgelegten Vergangenheit situiert. Die Eingangsformulierung "Il était une fois" verdeutlicht es. Als Zeitform wird hauptsächlich das passe simple verwendet, um den Handlungsverlauf darzustellen. Dadurch wird das fiktive Geschehen in keiner Weise mit der Gegenwart in Bezug gebracht. So bleibt die Distanz zwischen dem Geschehen und der Leserschaft gewahrt.

Des Weiteren spielt die Zahl Drei eine wichtige Rolle. Dreimal erwähnt die Autorin, dass die Königin traurig ist bzw. es bleibt und der König erfragt jedes Mal den Grund für ihre Traurigkeit, um ihn aus der Welt zu schaffen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einführung: Das Märchen und seine Definition: Das Kapitel definiert den Begriff des Märchens und seine historische Entwicklung von mündlicher Tradition hin zum literarischen "Conte".

Der Conte merveilleux: Dieses Kapitel erläutert die Merkmale des Volksmärchens, wie Zeitlosigkeit, einfache Strukturen und den Kampf zwischen Gut und Böse.

Der Conte de fées: Hier wird die Etablierung des Kunstmärchens in der höfischen Gesellschaft unter Ludwig XIV. beschrieben.

Ein Conte de fees : La Princesse Rosette: Das Kapitel analysiert Madame d'Aulnoys Werk als ein Beispiel für den frühen "Conte de fées".

Elemente des Conte merveilleux: Analyse der Struktur, der Erzählweise und der Funktion von Märchenmotiven in "La Princesse Rosette".

Merkmale des Conte de fées: Untersuchung der spezifischen Merkmale in Aulnoys Werk, insbesondere der Feen-Figuren und der parodistischen Elemente.

Der Conte philosophique: Einführung in die Gattung des philosophischen Erzählens im 18. Jahrhundert.

Der Conte oriental als Vorbild: Darstellung des Einflusses orientalischer Märchenwerke auf die französische Literatur.

Merkmale des Conte philosophique: Analyse der Funktionen des philosophischen Contes, vor allem hinsichtlich der Gesellschaftskritik.

Ein Conte philosophique: La Princesse de Babylone: Untersuchung von Voltaires Werk als politisches und philosophisches Instrument.

Merkmale des merveilleux: Analyse, wie Voltaire traditionelle Märchenelemente verwendet und parodiert.

Der Conte als Parodie des Romans: Untersuchung der ironischen Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Abenteuer- und höfischen Romanen.

Humorvolle Elemente: Analyse ironischer Stilmittel in Voltaires Text.

Die philosophische Botschaft: Darstellung der aufklärerischen Ideale und der Kritik an absolutistischen Zuständen.

Voltairescher Spott am weiblichen Geschlecht: Untersuchung der kritischen Bemerkungen Voltaires über gesellschaftliche Sitten und Frauen.

La Princesse Rosette und La Princesse de Babylone im Vergleich: Synthese der Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden analysierten Werke.

Gemeinsamkeiten: Identifikation übereinstimmender Motive und Erzählstrukturen.

Unterschiede: Abgrenzung der unterschiedlichen Zielstellungen und Aussagen der beiden Autoren.

Schlussbemerkung: Zusammenfassendes Fazit über die Entwicklung vom "Conte de fées" zum "Conte philosophique".

Schlüsselwörter

Märchen, Conte de fées, Conte philosophique, Aufklärung, Voltaire, Madame d'Aulnoy, Literaturgeschichte, Parodie, Gesellschaftskritik, Merveilleux, 18. Jahrhundert, Literaturvergleich, Erzählstrukturen, Frankreich, Volksmärchen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Entwicklung und die gattungsspezifischen Merkmale französischer Erzählungen des 18. Jahrhunderts, insbesondere den Übergang vom märchenhaften "Conte de fées" zum philosophisch-kritischen "Conte philosophique".

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Themenfelder umfassen die Definition des Märchens, die höfische Literaturkultur unter Ludwig XIV., die Einflüsse der Aufklärung auf die Literatur und die Verwendung parodistischer Elemente zur Gesellschaftskritik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, durch eine detaillierte Analyse der Werke von Madame d'Aulnoy und Voltaire die Transformation literarischer Gattungen und deren Funktion als Medium für gesellschaftspolitische Botschaften aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse und ein komparatistischer Vergleich der beiden Primärtexte durchgeführt, unter Einbeziehung des historischen und gesellschaftlichen Kontexts.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von "La Princesse Rosette" hinsichtlich seiner Märchenelemente sowie in eine umfassende Analyse von Voltaires "La Princesse de Babylone" unter den Aspekten der Parodie, des Humors und der philosophischen Botschaft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind "Merveilleux", "Conte de fées", "Conte philosophique", "Aufklärung", "Parodie" und "Gesellschaftskritik".

Wie unterscheidet sich Voltaires "Conte philosophique" von Madame d'Aulnoys "Conte de fées"?

Während Aulnoys Werk primär auf die Unterhaltung der höfischen Gesellschaft abzielte, nutzt Voltaire das Märchenformat als "Conte philosophique" gezielt für aufklärerische Kritik an Absolutismus, Intoleranz und Aberglauben.

Welche Rolle spielen die Feen in den analysierten Texten?

In Aulnoys Text sind die Feen noch klassisch als Orakel präsent, während sie bei Voltaire Teil eines parodistischen Systems werden, um zeitgenössische Herrschaftsstrukturen und den Glauben an das Wunderbare satirisch zu hinterfragen.

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Details

Title
Wunderbares und Philosophisches in französischen Erzählungen des 18. Jahrhunderts
College
University of Rostock  (Institut für Romanistik)
Grade
1,3
Author
Maria Gottschall (Author)
Publication Year
2006
Pages
36
Catalog Number
V76476
ISBN (eBook)
9783638818896
Language
German
Tags
Wunderbares Philosophisches Erzählungen Jahrhunderts
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Maria Gottschall (Author), 2006, Wunderbares und Philosophisches in französischen Erzählungen des 18. Jahrhunderts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76476
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