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Macht und soziale Veränderungen im politikwissenschaftlichen Diskurs

Title: Macht und soziale Veränderungen im politikwissenschaftlichen Diskurs

Textbook , 2007 , 92 Pages

Autor:in: Dr. Jürgen Budde (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Der vorliegende Band beschäftigt sich mit politischen Theorien zum Thema Macht und Veränderung. Es basiert auf vier unterschiedlichen Texten, die sich mit verschiedenen Facetten politischer Theoriebildung beschäftigen. Im Zentrum steht die Frage, wie Machtverhältnisse begriffen werden können? Wie ist das Verhältnis von Diskurs zu Materialität zu verstehen, welche Handlungsspielräume eröffnen sich den politischen AkteurInnen? Wo bieten sich Spielräume für Veränderungen?
Diese Fragen diskutiert der Band vor dem Hintergrund strukturalistischer, postmoderner, und kritischer Theorie unter Hauptbezug auf Michel Foucault, Judith Butler, Axel Honneth und Pierre Bourdieu. Der erste Text (I) analysiert einführend den Machtbegriff bei Foucault und lotet werkimmanente Veränderungen im Sinne einer erweiterten Handlungsfähigkeit aus.
Der zweite Beitrag (II) widmet sich schwerpunktmäßig der kritischen Theorie nach Axel Honneth und diskutiert dessen soziales Anerkennungsmodell mit dem Foucaultschen Machtbegriff.
Im nächsten Beitrag (III) steht das Sexualitätsdispositiv nach Foucault im Mittelpunkt. Es wird gefragt, ob es mittlerweile zu einer Verschiebung der Konstruktion von Körpern gekommen ist, die wesentlich stärker die ‚Freiheit zum Selbstzwang’ im Bezug auf Ästhetik als Körpernorm fokussiert. Dies wird beispielhaft an Theorien zum Männerkörper diskutiert. . Der Beitrag IV dokumentiert mit der Auseinandersetzung um die Thesen von Edward Said eine Anwendung der von Foucault begonnen Analyse von gesellschaftlichen Diskursen anhand der Konstruktion des „Orients“ durch den „Okzident“. Den Abschluss (V) bildet eine Auseinandersetzung mit Partizipationsformen Armer am Beispiel Kairo. Zentral wird hier die Theorie Bourdieus, insbesondere der Begriff des sozialen Kapitals. Mit Robert Connell wird nach der Reichweite und Begrenzung von sozialem Kapital im Spiegel von Männlichkeitstheorie gefragt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

I. FOUCAULT UND DIE BEGRIFFE MACHT UND WIDERSTAND

1. Einleitung und strukturalistisches Erbe

2. Macht und Disziplin

2.1. Der Machtbegriff in „Überwachen und Strafen” und „Der Wille zum Wissen”

2.2. Die Disziplinen und die Disziplinargesellschaft

3. Vom Wissen und der Norm

3.1. Macht/Wissen-Komplex, das Individuum und die Wissenschaften

3.2. Das Sexualitätsdispositiv

3.3. Die spezifische Form der Normierungsmacht

3.4. Die Modifizierung des Machtbegriffs

4. Gegenmacht?

4.1. Die Möglichkeit des Widerstands

4.2. Perspektiven für politische Theorie?

II. KAMPF UM DEFINITION. ZUR SOZIALEN GRAMMATIK GESELLSCHAFTLICHER KONFLIKTE

1. Einleitung

2. Axel Honneth: Der Kampf um Anerkennung

2.1. Die Anerkennungsformen

2.2. Das formale System der Sittlichkeit

2.3. Einwendungen

3. Zur Theorie Michel Foucaults

3.1. Macht

3.2. Veränderung

III. ÄSTHETISIERUNG DER KÖRPER

Einleitung

1. Foucault

1.1. Repression und Hervorbringung

1.2. Das Dispositiv der Sexualität

1.3. Die Strategien

2. Theoretische Annäherungen

2.1. „Die Seele ist das Gefängnis des Körpers“

2.2. „Männerpanzer“

2.3. Existenzweisen

2.4. „Die Seele ist die Oberfläche, die auf den Körper eingeschrieben wird“

2.5. Zwischenfazit

3. Was heißt Ästhetik?

3.1. Männerkörper im Wandel

3.2. Ästhetisierung als Figur

3.3. Appell, Prozess und Zwang

4. Perspektiven

5. Resümee

IV: ORIENTALISM. ÜBER DIE KRITIK AN DER KONSTRUKTION EINER POLITISCHEN SICHTWEISE

1. Einleitung

2. Diskurse bei Foucault

3. Gramscis Hegemoniebegriff

4. Said: Orientalism

5. Kritische Diskurse in den cultural studies

6. Orient und Okzident

7. Diskussion

V. POLITISCHE THEORIEN ZUM THEMA ARMUT UND DEREN REICHWEITE - PARTIZIPATIONSMODELLE ARMER AM BEISPIEL KAIRO

1. Einleitung

2. Partizipation, Arme und die Kairoer Verhältnisse

2.1. Partizipationsbegriff

2.2. Feministisches Forschungsdesign

2.3. Netzwerke

2.4. Zwischenfazit

3. Die Theorie Asef Bayats: encroachment

4. Der Kapitalbegriff bei Bourdieu

4.1. Soziales Kapital

4.2. Feld und Habitus

4.3. Kritik an Harders Kapitalkonzeption

5. Connell’s hegemoniale Männlichkeit: ein Versuch

5.1. Die Theorie der hegemonialen Männlichkeit

5.2. Money makes the world go round...

5.3. Was hat das mit Kairo zu tun?

6. Wie entstehen soziale Veränderungen?

Zielsetzung und Themen

Das Werk untersucht das komplexe Verhältnis von Macht, gesellschaftlicher Veränderung und politischer Theorie. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert darauf, wie Machtverhältnisse begriffen werden können, welche Rolle Diskurs und Materialität dabei spielen und welche Spielräume sich für politische Akteure und soziale Veränderungen eröffnen.

  • Analyse des Machtbegriffs und der Disziplinierungsprozesse bei Michel Foucault.
  • Diskussion des Anerkennungsmodells von Axel Honneth im Kontext gesellschaftlicher Konflikte.
  • Untersuchung der Ästhetisierung von Männerkörpern als neue Strategie im Sexualitätsdispositiv.
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Konstruktion des „Orients“ im westlichen Diskurs (Orientalismus nach Edward Said).
  • Bewertung von Partizipationsmodellen für arme Bevölkerungsgruppen am Beispiel Kairo unter Einbeziehung von Bourdieu und Connell.

Auszug aus dem Buch

2. Macht und Disziplin

In ÜuS steht der Machtbegriff an zentraler Stelle. Hatte Foucault in früheren Werken seine Gesellschaftstheorie noch um den Dualismus Macht-Wissen gruppiert, löst er diesen nun auf zugunsten einer stärkeren Betonung des Machtaspektes auf. Unter Macht versteht er ganz allgemein „die Vielfältigkeit von Kräfteverhältnissen, die ein Gebiet bevölkern und organisieren; das Spiel, das in unaufhörlichen Kämpfen und Auseinandersetzungen diese Kraftverhältnisse verwandelt, verstärkt, verkehrt; die Stützen, die diese Kraftverhältnisse aneinander finden, indem sie sich zu Systemen verketten” und ihre Institutionalisierung (WzW 113).

Macht ist demnach die Bezeichnung für eine „komplexe strategische Situation”, die allgegenwärtig ist, ob in der Ökonomie, in Verbindung mit Wissen, oder in der Sexualität (WzW 114f.). Die Subjektlosigkeit dieser Machttheorie bedeutet nicht, dass Machtstrategien keinen Intentionen folgten, gerade deshalb erscheinen sie ja bisweilen als gewollte Politik, sondern nur, dass ihre Absichten anonym bleiben (WzW 116).

Foucaults Begriff von Macht kennt kein (repressives) Zentrum, etwa an der Spitze einer Hierarchie. Ihre Wirkungsweise ist in Termini der Unterdrückung nicht befriedigenderweise zu erklären (WzW 22). Macht wird nicht innegehabt, sondern ausgeübt, und zwar in einem strategischen Spiel vielfältiger Kräfteverhältnisse, d.h. Machtpositionen werden eingenommen von den in diesem Spiel Erfolgreichen. Foucault spricht auch von einer „Mikrophysik der Macht“ (ÜuS 38). Selbst noch so stark vereinseitigte (”geronnene”) Machtbeziehungen, noch so globalisierte Herrschaftsbeziehungen müssen sich ihrer Machtbasis immer wieder neu vergewissern.

Foucaults Machtbegriff ist stark auf den Körper bezogen, doch in ÜuS zunächst nur auf den Bereich, der durch die Eigenschaften des Körpers als ‘Maschine‘, also die Tätigkeiten, Gesten. usw., bestimmt ist. In WzW stehen Reproduktionsfähigkeit und Sexualität, also gewissermaßen die andere Seite der Besetzung des Körpers durch die Macht im Mittelpunkt.

Zusammenfassung der Kapitel

I. FOUCAULT UND DIE BEGRIFFE MACHT UND WIDERSTAND: Das Kapitel führt in Foucaults Macht- und Diskursbegriff ein und analysiert die Verflechtung von Macht, Wissen und Disziplinierung, insbesondere durch die Untersuchung von Strafsystemen.

II. KAMPF UM DEFINITION. ZUR SOZIALEN GRAMMATIK GESELLSCHAFTLICHER KONFLIKTE: Hier wird Axel Honneths Anerkennungstheorie vorgestellt und kritisch mit Foucaults Machtverständnis kontrastiert, um gesellschaftliche Moralentwicklung zu diskutieren.

III. ÄSTHETISIERUNG DER KÖRPER: Dieses Kapitel thematisiert die Ästhetisierung des Männerkörpers als eine Form der Machtausübung und Körperdisziplinierung in der Moderne.

IV: ORIENTALISM. ÜBER DIE KRITIK AN DER KONSTRUKTION EINER POLITISCHEN SICHTWEISE: Das Kapitel untersucht anhand von Edward Said, wie westliche Diskurse den „Orient“ als Konstruktion entwerfen, um hegemoniale Machtansprüche zu legitimieren.

V. POLITISCHE THEORIEN ZUM THEMA ARMUT UND DEREN REICHWEITE - PARTIZIPATIONSMODELLE ARMER AM BEISPIEL KAIRO: Abschließend werden Partizipationsformen armer Gruppen unter Rückgriff auf Bourdieu und Connell analysiert, wobei informelle Netzwerke als Handlungsspielräume hervorgehoben werden.

Schlüsselwörter

Macht, Widerstand, Foucault, Diskurs, Anerkennung, Honneth, Ästhetisierung, Körper, Orientalismus, Said, Partizipation, Armut, Bourdieu, Hegemonie, Männlichkeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dem Buch grundlegend?

Das Buch analysiert politische Theorien im Hinblick auf Machtverhältnisse, gesellschaftliche Veränderungen und Handlungsspielräume, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf strukturalistischen und poststrukturalistischen Ansätzen liegt.

Welche zentralen Themenbereiche werden abgedeckt?

Die Arbeit behandelt Machtanalysen bei Foucault, das Anerkennungsmodell von Honneth, die Ästhetisierung des Körpers, Postkolonialismus (Orientalismus) sowie politische Partizipationsmodelle in armen Bevölkerungsschichten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Machtstrukturen und deren Einfluss auf die Konstruktion von Identitäten und gesellschaftlichen Verhältnissen zu hinterfragen und Möglichkeiten für Widerstand und Veränderung aufzuzeigen.

Welche wissenschaftlichen Methoden kommen zum Einsatz?

Es handelt sich um eine diskursanalytische und theoriegeschichtliche Arbeit, die bestehende Konzepte führender Theoretiker wie Foucault, Honneth, Said, Bourdieu und Connell vergleicht und aufeinander bezieht.

Welche inhaltlichen Schwerpunkte liegen im Hauptteil?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Machtanalysen, die Diskussion von Anerkennungskonflikten, die Bedeutung von Körperbildern (Ästhetisierung), die Dekonstruktion hegemonialer westlicher Sichtweisen auf den Orient sowie empirisch orientierte Ansätze zur Armuts- und Partizipationsforschung.

Durch welche Schlüsselbegriffe wird das Werk charakterisiert?

Die wesentlichen Begriffe sind Macht, Diskurs, Anerkennung, Ästhetisierung, Orientalismus, Partizipation, soziales Kapital und hegemoniale Männlichkeit.

Wie unterscheidet sich das Modell von Harders von klassischen Partizipationstheorien?

Cilja Harders erweitert den Partizipationsbegriff, indem sie informelle Netzwerke und die „private/weibliche“ Sphäre explizit miteinbezieht, statt sich auf eine rein staatliche oder elitenzentrierte Perspektive zu beschränken.

Was bedeutet das von Asef Bayat geprägte Konzept des „encroachment“?

Es beschreibt ein „leises Vordringen“ der Unterprivilegierten, bei dem sich diese informell Räume aneignen, die vom Staat vernachlässigt werden, um ihre Lebensverhältnisse zu organisieren, ohne dabei explizit politische Ziele gegen den Staat zu verfolgen.

Excerpt out of 92 pages  - scroll top

Details

Title
Macht und soziale Veränderungen im politikwissenschaftlichen Diskurs
College
University of Hamburg
Author
Dr. Jürgen Budde (Author)
Publication Year
2007
Pages
92
Catalog Number
V76488
ISBN (eBook)
9783638685726
ISBN (Book)
9783638695138
Language
German
Tags
Macht Veränderungen Diskurs
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dr. Jürgen Budde (Author), 2007, Macht und soziale Veränderungen im politikwissenschaftlichen Diskurs, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76488
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