"Dem Namen nach zu urteilen..." - Antisemitische Namenpolemik und Namenpolitik als Mittel nationalsozialistischer Feindbildmalerei


Hausarbeit (Hauptseminar), 2005

34 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Namentheorie und Namenkunde
2.1 Propria vs. Appellativa
2.2 Namenpsychologie
2.3 Zur Geschichte deutscher Namen
2.3.1 Ruf- und Vornamen
2.3.2 Die Entstehung der Familiennamen
2.3.3 Jüdische Namen

3. Namenpolemik und Namenpolitik
3.1 Die namenpolemische Propaganda der „Kampfzeit“
3.2 Namenpolitik im „Dritten Reich“

4. Resümee

5. Anhang
A: Antisemitische Karikatur jüdischer Typen und Namen
B: Markierungstabelle Familiennamen
C1 und C2: Richtlinien über die Führung der Vornamen vom 18. 8. 1938
D: Zweite Verordnung zur Durchführung des Gesetzes über die
Änderung von Familiennamen und Vornamen vom 17. 8. 1938

6. Literatur

1. Einleitung

„Es wäre zweifellos eine große Erleichterung bei der Judenabwehr, wenn uns nicht nur das Aussehen der Juden warnte, sondern wenn auch ihr Name sie zuverlässig kennzeichnete.“[1]

Mit diesen programmatischen Worten, welche aus dem ihnen zugrunde liegenden ideologischen Fundament keinen Hehl machen, beginnt Konrad Krause sein 1943 erschienenes Werk „Die jüdische Namenwelt“. Dass ein solcher Wunsch nach müheloser Separation der Juden 10 Jahre nach Machtergreifung der Nationalsozialisten keineswegs neu war und auch schon in die Tat umgesetzt wurde, zeigt ein Blick einige Jahre zurück.

In Deutschland bestand bereits seit 1939, wohl ganz in Krauses Sinne, eine namentliche Kennzeichnungspflicht: jeder Jude, dessen Vorname nicht einem in einer speziell angefertigten Liste aufgeführten erlaubten Namen entsprach, musste als Zusatz den Namen Israel oder Sara tragen.

Eine äußerliche Kennzeichnung in Form des gelben Sterns, den jeder Jude ab dem vollendeten 6. Lebensjahr „sichtbar auf der linken Brustseite des Kleidungsstücks fest aufgenäht zu tragen“[2] hatte, war in Deutschland seit 1941 Praxis. Beide Kennzeichnungsformen, Stern und Name, wurden dann in den Konzentrationslagern „als vollkommen entmenschte Markierung“[3] durch in die Haut tätowierte Nummern ersetzt.

Doch der jüdische Name war bereits früher ins Visier antisemitischer Hetze geraten. Sowohl zahlreiche Witze, Spottlieder und Karikaturen aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert, die – mündlich überliefert oder in antisemitischen Propagandazeitschriften verbreitet – vermeintlich typisch jüdische Namen aufgriffen und parodierten, als auch Verbalattacken von Politikern, die den tatsächlichen oder angedichteten jüdischen Namen ihrer Opfer als Mittel der Verleumdung und Diffamierung nutzten, zeugen von einer schon vor dem Nationalsozialismus bestehenden Tradition antisemitischer Namenpolemik. Dieser Tradition folgend ist es nur konsequent, wenn der in der Rhetorik nationalsozialistischer Rädelsführer als ‚undeutsches’ Brandmal verwendete jüdische Name schließlich sein Pendant im stilisierten „wahrhaft deutschen Namen“[4] fand, einem in seiner Bedeutung schwankenden Begriff[5], dem angeschlossen alsbald auch die Forderung laut wurde: „Deutschen Kindern – Deutsche Namen!“[6]

An diesen kurzen historischen Überblick anschließend ergeben sich nun folgende Überlegungen und Fragestellungen:

Wie wurden Namen von den Nazis zu antisemitischen oder anderen ideologischen Zwecken instrumentalisiert? Wodurch war dies möglich?

Warum sind Namen ein geeignetes Mittel der Kennzeichnung, welchen sprachtheoretischen Status haben sie?

Was bedeutet der Name seinem Träger, in wie weit identifiziert dieser sich mit jenem und welche Folgen haben Angriffe auf den Namen?

Haben Namen eine soziale Funktion, üben sie in irgendeiner Weise Wirkung auf das Umfeld des Trägers aus?

Woher kommen die verschiedenen Namen, wo liegen die Unterschiede? Gibt es für bestimmte Volksgruppen typische Namen und wenn ja, was lässt sie als typisch erscheinen?

Welche Erkenntnis über die Mentalität der Deutschen zur NS-Zeit kann man aus der Beantwortung dieser Fragen gewinnen?

Da viele dieser Fragen nicht ausschließlich den Nationalsozialismus betreffen, sondern eher allgemeiner Natur sind, erscheint es sinnvoll, ihre Bearbeitung als Basis späterer Konkretisierungen vornan zu stellen. Dies soll nun in Form eines namentheoretischen bzw. namenkundlichen Überblicks geschehen.

2. Namentheorie und Namenkunde

„Den Lebenshauch empfängt der Name von der Sprache, aber die Bedeutsamkeit von der Geschichte, von der Sitte den Reiz. Darum bergen jene Namen eine geheime Geschichte, es sind Annalen in Chiffer-Schrift, zu welcher geistige Forschung den Schlüssel giebt.“[7]

Die Erforschung des Personenamens (des menschlichen Eigennamens) nimmt wohl den größten Teil namenkundlicher (onomastischer) Forschung ein. Auch hier soll ausschließlich dieser Bereich vorgestellt und bearbeitet werden, da Untersuchungen zu Namen von Örtlichkeiten, Gebäuden oder Tieren im Zusammenhang dieser Arbeit nur wenig Nutzen bringen würden.[8]

Wenn im Folgenden also von Namen die Rede ist, so sind, falls nicht anders gekennzeichnet, durchweg deutsche Personenamen (nicht zwangsläufig germanischen oder christlichen Ursprungs!) gemeint, die bei Bedarf noch als Vor- und Familiennamen sowie Spitz- oder Kosenamen gesondert behandelt werden.

2.1 Propria vs. Appellativa

„Die Dinge beim Namen nennen“ oder auch „dem Kind einen Namen geben“ – das sind häufig gemachte Forderungen, die dazu aufrufen wollen, nicht länger um einen bestimmten Sachverhalt herumzureden, ihn nicht bloß vorsichtig zu umschreiben, sondern deutlich einzugrenzen, zu kennzeichnen und ohne Umschweife direkt anzusprechen, was gemeint ist. Der Wunsch nach Komplexitätsreduzierung sowie wertender Stellungnahme kann die Intention einer solchen Redewendung sein.

Ein Beispiel hierfür ist die im Jahre 2002 gemachte Ankündigung des US-Präsidenten George W. Bush, „das Böse“ bei seinem Namen nennen zu wollen[9] – das undefinierte, mystisch anmutende „Böse“, unter dem bislang jedermann sich etwas vorzustellen frei war, soll durch namentliche Aufzählung der einzelnen „Schurkenstaaten“ ein Gesicht bekommen.

Namensnennung ist demnach unmittelbare Bezugnahme auf Einzelobjekte durch Schaffung begrifflicher Bestimmtheit; der Schritt vom Abstrakten zum Konkreten. Die Verwendung eines Eigen- oder Personennamens (nominum proprium) zur Bezeichnung eines speziellen Einzelfalls bzw. eines bestimmten Individuums anstatt einer sprachlich aufwendigeren und womöglich trotzdem unzureichenden Umschreibung desselben durch Gebrauch allgemeiner Gattungsbezeichnungen[10] (nomina appellativa) hat somit zwei Hauptfunktionen: Ausdruck und Betonung von Individualität sowie ökonomische Spracherleichterung.[11]

Formale Besonderheiten der Propria gegenüber den Appellativen bestehen zum einen im funktional unterschiedlichen Gebrauch des Artikels (z.B. „ein Picasso“) bzw. in ausbleibender Setzung desselben vor Eigennamen (z.B. ein von Picasso gemaltes Bild), was oftmals auch als Kennzeichen der Eigennamen bezeichnet wird[12] ; zum anderen in abweichender oder fehlender Bildung des Plurals, welche sich aus der individualisierenden Funktion des Propriums ergibt:

„Daß die Eigennamen im Gegensatz zu den Appellativen keine echte Pluralbildung zeigen, ist im Wesen des Propriums selbst begründet. Namen sind immer auf eine bestimmte Person, auf ein bestimmtes Objekt gerichtet, sie sind daran gebunden, sind diesen zu eigen: sie sind Eigen-Namen. Namen, so könnten wir auch sagen, sind ‚höchstpersönlich’“[13].

2.2. Namenpsychologie

Die soeben skizzierte individualisierende Funktion des Eigennamens wird in Deutschland jedem Menschen unmittelbar nach der Geburt zuteil. Und obwohl dieser Name in den allermeisten Fällen keineswegs einzigartig ist, wird er zu einem grundlegenden Bezugspunkt für die persönliche Selbstwahrnehmung und -präsentation. Er ist, ähnlich äußerlicher Merkmale wie z.B. dem Körperbau oder der Haarfarbe, etwas dem Menschen Gegebenes, Fremdbestimmtes, aber zugleich ihm Eigenes und ihn Bezeichnendes.[14] Deshalb können Verspottungen und Beleidigungen, die den Namen betreffen, ebenso kränkend sein wie solche, die auf das Äußere einer Person zielen:

„Die Selbstidentifikation mittels des Namens macht diesen zu einem Kristallisationspunkt für die Ichfindung, die Entwicklung des Selbst. [...] Hier liegen die Wurzeln für die Verletzlichkeit des Menschen, wenn mit seinem Namen gespielt wird.“[15]

Man kann sogar noch einen Schritt weiter gehen und das Tragen eines Eigennamens als „Ausdruck für die Totalität“[16] eines Menschen bezeichnen, da der Name als wesentliches Kriterium personaler Identität die Gesamtheit und Einheit seines Trägers verdeutlicht oder diese sogar erst konstruiert. Der Name ist demnach mit der Person seines Trägers untrennbar verbunden[17], sowohl psychologisch, als auch funktional (die vertragliche Unterschrift ist ein praktisches Beispiel); er ist dessen lautliches bzw. schriftliches Äquivalent. In Worten Berings:

„Im Namen rettet sich das Individuum vor der Gefahr, auf bloße Begriffe oder Ziffern reduziert zu werden, dokumentiert so seine Selbstinterpretation als die eines Wesens sui generis und erreicht, so geschützt, seine Aufnahme in die Gesellschaft, indem nämlich diese den Namen (und den in ihm gestellten Anspruch auf personales Menschsein) akzeptiert.“[18]

Dies hat aber weit reichende Folgen für die Bedeutung von Namenpolemik: wenn der „gute Name“, das Sinnbild gesellschaftlicher Akzeptanz, systematisch befleckt wird, ist das erreichbare Ausmaß an Verletzbarkeit einer Person äußerst hoch, denn:

„Denunziert wird nicht eine klar umgrenzte Eigenschaft an der Person [...], sondern die Ablehnung trifft die Gesamtperson.“[19]

Nachdem deutlich geworden ist, welcher Stellenwert dem Eigennamen einer Person für die psychische Selbstwahrnehmung beigemessen werden muss, stellt sich nun die Frage nach dessen psycho-sozialer Bedeutung. Wie wirkt ein bestimmter Name auf verschiedene Personen? Gibt es Namen, denen einhellig ähnliche Attribute verliehen werden oder divergiert das Empfinden von Person zu Person?

Die Namensnennung ist (auch heute noch) ein wichtiger Bestandteil des Begrüßungs- bzw. Vorstellungsrituals, sei es am Telefon oder von Angesicht zu Angesicht. Der Sinn eines solchen Rituals ist die Herstellung einer persönlichen Verbindung – ein Schritt aus der Anonymität heraus. Doch obwohl durch die formale Namensnennung natürlich nichts über das Wesen des Genannten ausgesagt werden soll, sind gewisse gedankliche Verknüpfungen und Voreingenommenheiten beim Gegenüber häufig unvermeidbar:

„Hört man von einem Unbekannten auch nur den Namen, entsteht unwillkürlich schon ein gewisses Bild von ihm, hervorgerufen durch den Klangwert des Namens, durch Assoziationen mit ähnlichen Namen, gleichnamigen Personen usw.“[20]

Eigentlich könnte der sprachtheoretische bzw. -philosophische Status des Eigennamens – seine bereits erwähnte Kontraststellung zum Appellativ – die Vermutung nahe legen, der Referent des Individuellen und Einzigartigen ließe wenig Freiraum für die Bildung von Assoziationsketten. Dies setzt jedoch die ontologische Vorstellung einer strikten Referenz des Namens auf einen einzigen realen Gegenstand der Welt voraus. Aus kommunikativ-pragmatischer Sichtweise ist eine solche Vorstellung aber unzutreffend:

„Ein Name bezieht sich auf so viele reale oder ausgedachte Gegenstände, wie die Sprachgemeinschaft abgemacht hat.“[21]

Der Name muss also im Sprachgebrauch immer wieder aufs Neue aktualisiert werden, er selbst ist semantisch leer oder besser gesagt „ungesättigt“:

„Der Name ist kein gesättigtes System, dessen Aufnahmekraft erschöpft ist. Viel eher ähnelt er einem leeren Gefäß, das Aufnahmekapazität bietet. Keine im Wort hinterlegte Begriffsanalyse stellt sich dem individuellen Auffüllungswillen hindernd in den Weg.“[22]

Somit ist jedermann frei, seine eigenen Assoziationen und Vorstellungen in bestimmte Namen hineinzulegen.

Diese Assoziationen sind aber nicht, wie man nun meinen könnte, immer subjektiver oder gar willkürlicher Natur. Nicht selten klingen bei Vernehmen des gleichen Namens in verschiedenen Köpfen ähnliche Vorstellungen mit.

„Diese gleichartige ‚Suggestion’, die ein Name auf viele Menschen ausübt und die man auch seine Physiognomie nennt, lässt sich oftmals aus dem Wissen über seine Herkunft, kulturgeschichtliche Tradition und Verbreitung erklären.“[23]

Da das Wissen um eine solche Physiognomie von Namen ein entscheidender Faktor für gezielt ausgeübte (antisemitische) Diffamierungskampagnen sein kann, ist es wichtig, die namengeschichtlichen Hintergründe auszuleuchten, aus denen diese Kampagnen schöpfen. Vor allen Dingen Namen germanischer und jüdischer Herkunft sind hier von Interesse und werden im nächsten Abschnitt einer näheren Betrachtung unterzogen.

2.3 Zur Geschichte deutscher Namen

2.3.1 Ruf- und Vornamen

Germanische Rufnamen[24][25]

Vornamen wie Fritz, Otto, Bernhard, Hilde oder Ute, die heute noch (in der jüngeren Generation allerdings selten) im Alltag anzutreffen sind, aber auch nicht mehr gebräuchliche Namen wie z.B. Kriemhild oder Siegfried haben eins gemeinsam: sie werden landläufig als typisch deutsch oder urdeutsch angesehen und sind germanischen Ursprungs. Zwar ist der Umfang des Gesamtwortschatzes deutscher Vornamen mitnichten ausschließlich unter Verweis auf jene altdeutschen Namen erklärbar – die Kenntnis der Prinzipien ihrer Bildung ermöglicht jedoch neben der bereits erwähnten Ursachenerkundung von Namenphysiognomien auch ein besseres Verständnis der sprachlichen Aufnahmemethodik fremder Namen (Eindeutschung) sowie der in der deutschen Geschichte des Öfteren auftretenden Versuche der Erhaltung und Reaktivierung germanischen Namenbestandes durch deutsche Sprachvereine.

Der weitaus größte Teil germanischer Namen weist eine zweigliedrige (dithematische) Struktur auf; die einzelnen Glieder des Namens bestehen hauptsächlich aus Substantiven und Adjektiven. Werden zur Unterscheidung in männliche und weibliche Namen als Zweitglied oft geschlechtsspezifische Substantive benutzt (z.B. als männliche – brand: „Feuer, Schwert“ oder - helm: „Helm, Schutz“; als weibliche - gard: „Zaun, Schützerin“ oder – run: „Zauber, Geheimnis“), sind für das erste Glied sowohl Wörter beiderlei Geschlechts als auch Neutra üblich. Eine weitere Möglichkeit der geschlechtlichen Unterscheidung von Namen ist die Variation männlicher Namen mittels sog. Movierung bzw. Motion: durch Anhängen eines femininen Suffixes (z.B. – a: Adalbert-a) entsteht ein neuer, weiblicher Name.

Allein die Kombination der verschiedenen Namenglieder (die vor allen Dingen aus kriegerisch-kämpferischen und kultisch-mythologischen Bereichen kommen und oft in Form von Tierbezeichnungen wie z.B. Adler, Bär, Eber, Rabe, Schwan oder Wolf als sog. theriophore Personennamen Ausdruck finden) reicht zwar schon aus, um ein riesiges Repertoire an germanischen Namen entstehen zu lassen; dieses wird jedoch durch Kürzungen bestehender Namen noch erweitert. Zu unterscheiden sind hier

(1.) einstämmige Kurzformen, die durch Aufgabe eines Gliedes eines vormals zweigliedrigen Namens entstehen (Wolfgang [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Wolf), von

(2.) zweistämmigen Kurzformen, die wiederum unterteilt werden in
(a) echte K. (erstes Glied kann vollständig bestehen bleiben, zweites Glied wird meist bis auf den anlautenden Konsonanten gekürzt und ein Suffix zur geschlechtlichen Unterscheidung angehängt, z.B. Thiot-mar zu Thie-m+o) und
(b) unechte K. (beide Glieder werden zusammengezogen; Kontraktion, z.B. Adal-wolf zu Alf) und

(3.) Lallformen, die durch Wiederholung bestimmter Konsonanten und Vermeidung anderer gebildet werden (z.B. Bernhart[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Beppo).

Diese Kurzformen werden zunächst nur als Koseformen gebraucht; später erlangen sie den Status eigenständiger Namen, was als Zeichen aufkommender Irrelevanz oder bereits bestehender Unkenntnis etymologischer Bedeutung der ursprünglich als Namenglieder verwendeten Wörter seitens der Namengeber angesehen werden muss

[...]


[1] Krause 1943. S. 7.

[2] Polizeiverordnung über die Kennzeichnung der Juden vom 1. September 1941.

Quelle: documentarchiv.de [online]

<http://www.documentarchiv.de/ns/jdnstern.html>

[3] Bering 1987. S. 202.

[4] Rolf L. Fahrenkrog in der Zeitschrift „Neues Volk“ im August 1938. Zitiert nach Seibert 1996. S. 58.

[5] Die eindeutige Definition eines deutschen Namens bereitete nicht nur den Nazis Schwierigkeiten. Vgl. Abschnitt 2.3 „Zur Geschichte deutscher Namen“.

[6] Ebd.

[7] Zunz 1837 (Nachdruck 1971). S.1-2.

[8] Die Einwirkungen von Örtlichkeitsnamen auf Personennamen können hingegen durchaus von Interesse sein. Vgl. Abschnitt 2.3.2 über deutsche, sowie Abschnitt 2.3.3 über jüdische Herkunfts- und Wohnstättennamen.

[9] George W. Bush vor der Militärakademie in Westpoint, New York: „We are in a conflict between good and evil, and America will call evil by its name“.

Quelle: Internetpräsenz der US-Regierung [online]

<http://www.whitehouse.gov/news/releases/2002/06/20020601-3.html>

[10] Friedhelm Debus merkt an, dass die Termini Gattungswörter bzw. Gattungsbezeichnungen anstelle von Gattungsnamen aufgrund der grammatikalischen und lexikalischen Differenzen zwischen Propria und Appellativa zutreffender sind. Vgl. Debus 1966. S. 25.

[11] Vgl. Seibicke 1982. S.8-9: „Namen erleichtern also die sprachliche Kommunikation, indem umständliche Charakterisierungen des Einzelwesens, über das gerade gesprochen werden soll, durch kürzere, bequemer zu handhabende sprachliche Zeichen ersetzt werden. [...] Über die kommunikative Funktion der Identifizierung hinaus erfüllt der Eigenname außerdem die Aufgabe, das mit ihm Benannte als Individuum herauszuheben und es in seiner Eigenart zu charakterisieren.“

[12] Vgl. zum Artikelgebrauch bei Eigennamen Fleischer 1968. S. 8 oder Seibicke 1982. S. 61-66.

Die These R. M. Meyers, der Gebrauch des Artikels vor Eigennamen verleihe diesen einen appellativischen Charakter (Vgl. Bering 1987. S. 277), ist für den bestimmten Artikel unter Verweis auf umgangssprachliche Verwendung nicht unbedingt haltbar („Gib das mal dem Peter!“); der unbestimmte Artikel vor Eigennamen wirkt dagegen tatsächlich entindividualisierend, so z.B. die Bezeichnung ein Cohn stellvertretend für einen bestimmten jüdischen Typus (siehe auch Seite 22).

[13] Debus 1966. S. 6.

[14] Vgl. Morgan 1979. S. 7: „A name would not perhaps be a determining feature of someone’s personality, that is of the psychological basis of public versions of himself, but it seems reasonable to suppose that it is a basic datum to be managed by a person in his presentation system. In this respect it is a given, like one’s physique and other physical characteristics, such as colour, facial form, and so on.”

[15] Seibicke 1982. S. 83.

[16] Bering 1987. S. 280.

[17] Ein Namenswechsel bedeutet somit einen tief greifenden Einschnitt in die personale Identität eines Menschen bzw. die Aufgabe derselben und Annahme einer neuen.

[18] Ebd. S. 285.

[19] Ebd. S. 280.

[20] Kunze 2003. S. 195.

[21] Bering 1987. S. 283.

[22] Ebd. S. 285. Vgl. auch Bering 1990. S. 17 und Debus 1966. S. 13.

[23] Seibicke 1982. S. 85.

[24] Vgl. zum Folgenden Fleischer 1968. S. 16-167; Seibicke 1982. S. 121-207; Kunze 2003. S. 18-63.

Der in diesen Werken vermittelte Überblick ist inhaltlich zum Großteil sehr ähnlich gestaltet und soll hier in gekürzter Fassung wiedergegeben werden.

[25] Da es streng genommen nicht richtig ist, von germanischen Vor namen zu sprechen (zur Zeit der Germanen ist das Phänomen der Mehrnamigkeit noch nicht zu beobachten), steht hier die allgemeine Form. Vgl. auch Abschnitt 2.3.2 zur Entstehung der Familiennamen.

Ende der Leseprobe aus 34 Seiten

Details

Titel
"Dem Namen nach zu urteilen..." - Antisemitische Namenpolemik und Namenpolitik als Mittel nationalsozialistischer Feindbildmalerei
Hochschule
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf  (Germanistisches Seminar)
Veranstaltung
Sprache und Nationalsozialismus
Note
1,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
34
Katalognummer
V76515
ISBN (eBook)
9783638856003
Dateigröße
2689 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Namen, Antisemitische, Namenpolemik, Namenpolitik, Mittel, Feindbildmalerei, Sprache, Nationalsozialismus
Arbeit zitieren
Timo Klemm (Autor), 2005, "Dem Namen nach zu urteilen..." - Antisemitische Namenpolemik und Namenpolitik als Mittel nationalsozialistischer Feindbildmalerei, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76515

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