Die Konstruktion der weiblichen Helden in Jean Racines "Bérénice" und Pierre Corneilles "Tite et Bérénice"


Hausarbeit, 2005

11 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Konstruktion der weiblichen Helden in Jean Racines Bérénice und Pierre Corneilles Tite et Bérénice
2.1. Racine und Corneille - zwei Leben, zwei Autoren
2.2. Zweimal Bérénice?.
2.3. Allgemeiner Überblick über die Helden Corneilles
2.3.1. Allgemeiner Überblick über die Helden Racines
2.4. Corneilles Tite et Bérénice
2.4.1. Charakterisierung der Berenike
2.5. Racines Bérénice
2.5.1. Charakterisierung der Berenike

3. Zusammenfassung

4. Bibliographie

1. Einleitung

In der folgenden Arbeit werde ich anhand der Werke Tite et Bérénice von Pierre Corneille und Bérénice von Jean Racine, beide Texte aus dem Jahr 1670, die Art und Weise der Heldenkonstruktion dieser beider Autoren untersuchen. Dazu werde ich ganz kurz und oberflächlich auf die jeweiligen Biographien eingehen um eine Begründung dafür zu finden, warum beide Autoren zur gleichen Zeit das gleiche Thema in einem Stück aufgriffen und warum Racine damit so viel mehr Lob erntete. Zu dieser Fragestellung werde ich mehrere Quellen zitieren und verschiedene Möglichkeiten offerieren.

Im weiteren Verlauf werde ich dann den Schwerpunkt auf die Konstruktion der weiblichen Helden, sprich der beiden Berenikes, legen und eventuelle Gemeinsamkeiten und Unterschiede aufzeigen. Berücksichtigen werde ich dabei natürlich besonders wie sowohl Racine und Corneille ihre Heldinnen aufbauen und präsentieren.

Im Zuge der Tatsache dass diese Arbeit einem Seminar über Racine angehörig ist und dass das Werk von Corneille in der Forschung nicht eine solche Achtung wie das von Racine gefunden hat, wird Bérénice im folgenden eine anteilmäßig etwas größere Beachtung und Ausarbeitung zuteil werden.

2. Konstruktion der weiblichen Helden in Jean Racines Bérénice und Pierre Corneilles Tite et Bérénice

2.1. Racine und Corneille - zwei Leben, zwei Autoren

Pierre Corneille wurde am 06.06.1606 in Rouen geboren. Er besuchte ein Jesuitenkolleg, deren dort verbreitete Lehre einen großen Einfluss auf ihn und seine Werke hatte, was an anderer Stelle näher erläutert wird. Er absolvierte danach erfolgreich ein Studium der Rechte und hatte auch jahrelang Justizämter inne.

Ab 1629/30 kann er erste Erfolge als Dramatiker verzeichnen, jedoch zunächst als Verfasser von Komödien wie Mélite. Mit Le Cid schafft er dann 1637 den Übergang von der Komödie zur Tragödie und der Erfolg dieses Stückes beschert ihm die Aufnahme in den Adelsstand durch den König. Mit dem Erfolg kamen aber auch Neider und Streitigkeiten über den Cid, die sogenannten Querelles du Cid, im Zuge welcher sogar die Académie Française involviert war. Corneille machte daraufhin eine vierjährige Schaffenspause, nach welcher er sich mit Horace zurückmeldet „doch sein Ruhm verblasst allmählich neben dem der neuen Star-Dramatiker Molière und vor allem Racine“[1]. Er starb am 01.10.1684 in Paris.

Jean Racine wurde im Dezember 1639 in La Ferté-Milon geboren. Er verlor sehr früh und kurz nacheinander beide Elternteile und wurde nach Port-Royal geschickt wo er eine humanistische Ausbildung genoss. Welchen Einfluss das auf seine spätere künstlerische Entwicklung hatte, wird, wie bei Corneille, später genauer erläutert. Erwähnt sei an dieser Stelle noch, dass er sich 1666 von der Lehre Port-Royals distanzierte um sich dann 13 Jahre später dieser wieder anzunähern.

1664 erhielt er die königliche Gratifikation und wurde später zum königlichen Historeographen ernannt. 1667 feierte er seinen Durchbruch mit der Tragödie Andromaque, welche im Hôtel de Bourgogne aufgeführt wurde. Nach der Verfassung von insgesamt elf Tragödien und einer Komödie starb er am 21.04.1699 ebenfalls in Paris und wurde in Port-Royal bestattet.

Wie es nun dazu kam, das diese beiden großen Autoren zeitgleich das gleiche Thema für ein Stück wählten, darüber ist man sich in der Forschung bis heute nicht ganz einig.

2.2. Zweimal Bérénice?

Racines Bérénice wurde am 21.11.1670 uraufgeführt, acht Tage später folgte Tite et Bérénice im Palais Royal. Manche Theoretiker sind der Meinung, das Racine durch die Heirat von Henriette d’Angleterre mit dem Herzog von Orléans zu seinem Stück inspiriert wurde, da Henriette diese Ehe aus Gründen des Pflichtgefühls gegenüber dem Staat einging. Fontenelle auf der anderen Seite ist der Überzeugung dass eben diese Henriette sowohl Racine als auch Corneille diese Thematik für ein Stück angeboten hat und somit die Rivalität der beiden zum Höhepunkt brachte. Laut Racines Sohn Louis wiederum offerierte Henriette diese Idee nur gegenüber Racine und Molière; beide standen unter ihrem Protektorat. Freunde von Corneille hätten davon gehört und diesem darüber berichtet, woraufhin er dann ein eigenes Bérénice - Stück verfasste[2].

[...]


[1] Www.frankreich-experte.de/fr/6/lit/corneille.html (Gert Pinkernell)

[2] Knapp 1971, 108

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Die Konstruktion der weiblichen Helden in Jean Racines "Bérénice" und Pierre Corneilles "Tite et Bérénice"
Hochschule
Universität zu Köln
Note
2,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
11
Katalognummer
V76537
ISBN (eBook)
9783638801423
ISBN (Buch)
9783640667802
Dateigröße
383 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bérénice, Tite, Racine
Arbeit zitieren
Steffanie Bauer (Autor), 2005, Die Konstruktion der weiblichen Helden in Jean Racines "Bérénice" und Pierre Corneilles "Tite et Bérénice", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76537

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Die Konstruktion der weiblichen Helden in Jean Racines "Bérénice" und Pierre Corneilles "Tite et Bérénice"



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden