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Tatort vs. Monk - Ein Erfolgsrezept für die Krimiserie?

Erzählstruktur und Franchise in deutschen und amerikanischen TV-Formaten

Titel: Tatort vs. Monk - Ein Erfolgsrezept für die Krimiserie?

Hausarbeit , 2007 , 20 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Eva Tüttelmann (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Film und Fernsehen
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Amerikanische Fernsehserien scheinen den deutschen in Erfolg und Qualität überlegen zu sein. Die Anzahl der in Deutschland produzierten Serien, die über unsere Bildschirme flimmern ist zwar nicht gerade gering, jedoch bleibt die Beliebtheit amerikanischer Formate überragend.
Drehbuchautor Lee Goldberg sieht die Ursache für dieses Problem im Fehlen eines Systems, „dessen wesentliche Funktion darin besteht, die Konsistenz der Serie zu garantieren.“ Deutschen Serien fehle eine klare Identität, eine Unverwechselbarkeit, so der Amerikaner. Besitzen zu viele Mitwirkende zu uneingeschränkten Einfluss auf deutsche Serienproduktionen? Kann eine Adaption des amerikanischen Showrunner-Systems hier zu Verbesserungen führen? Worin bestehen die Unterschiede in den Erzählstrukturen? Besteht die Möglichkeit, durch die Kreation einzigartiger Charaktere, einer Serie insgesamt ein höheres Maß an Individualität und Markenidentität zu verleihen?
In der vorliegenden Arbeit sollen, anhand von konkreten Beispielanalysen der amerikanischen Krimiserie MONK, für die unter anderem auch Lee Goldberg schreibt, und zwei Episoden der in Deutschland nunmehr seit 37 Jahren erfolgreichen TATORT-Reihe, die Problematiken diskutiert werden.
Hierzu ist es unerlässlich, zunächst auf einige Prinzipien des seriellen Erzählens einzugehen, die für diese Untersuchung von Bedeutung sind. Dies schließt vor allem einige grundsätzliche Überlegungen zur Akt-Strukturierung von Krimiserien und ein genaueres Betrachten der Konzepte Showrunner und Franchise ein. Im Anschluss soll mit Hilfe von Episodenanalysen der beiden Serien ein Vergleich der Erzählstrukturen stattfinden. Der letzte Teil der Arbeit beschäftigt sich mit der Idee des Franchise als Garant für Einzigartigkeit und einheitliche Konsistenz und zwei der Hauptfiguren aus den Beispielepisoden, Horst Schimanski und Adrian Monk, ihrem Einfluss auf die Individualität der Serie und ihrer Funktion als Bürge für Markenidentität. Abschließend bleibt zu hinterfragen, ob eine allgemeine Überarbeitung der Charaktere und der Strukturierung, sowie eine Angleichung an das Showrunner-/Franchise-Konzept der deutschen Serie zu größerem, vielleicht sogar internationalem, Erfolg verhelfen können.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung – Was macht eine Fernsehserie erfolgreich?

2. Einige Prinzipien des seriellen Erzählens

2.1 Die Akt-Struktur

2.2 Die Konzepte Showrunner und Franchise

3. Eine Analyse der Erzählstrukturen in Monk und Tatort

3.1 Episodenanalyse MR. MONK AND THE EARTHQUAKE (2002)

3.2 Episodenanalyse TATORT – SCHWARZES WOCHENENDE (1986)

3.3 Episodenanalyse TATORT – NACHTWANDERER (2006)

3.4 Übereinstimmungen und Differenzen der Erzählstrukturen

4. Das Franchise-Konzept: Über die Markenidentität der Serie

4.1 Die Hauptfigur als Franchise der Serie

4.2 Adrian Monk

4.3 Horst Schimanski

5. Fazit – Franchise und Vier-Akt-Struktur: Die Rettung der deutschen Krimiserie?

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, warum amerikanische Fernsehserien international erfolgreicher sind als deutsche Produktionen. Dabei liegt der Fokus auf der Frage, ob eine Adaption des amerikanischen Showrunner-Systems, eine konsequente Vier-Akt-Struktur sowie eine stärkere Fokussierung auf charakterstarke Hauptfiguren als Markenidentität (Franchise) die Qualität und den Erfolg deutscher Krimiformate nachhaltig steigern können.

  • Vergleich von Erzählstrukturen in deutschen (Tatort) und amerikanischen (Monk) Krimiserien
  • Analyse des Einflusses von Showrunnern auf die Konsistenz einer Serie
  • Bedeutung des Franchise-Konzepts für die Markenbildung
  • Charakteranalyse und ihre Rolle für die Identifikation des Zuschauers
  • Untersuchung der Relevanz der Vier-Akt-Struktur für die Spannungserzeugung

Auszug aus dem Buch

2.1 Die Akt-Struktur

Krimiserien folgen, wie alle narrativen Einheiten, einer Struktur, die sie in Akte oder Erzählabschnitte unterteilt. Hierzu gibt es verschiedene Forschungsmeinungen. Tom Zwaenepoel, der die kriminalistische Spannung in der Serie als whodunits bezeichnet, spricht der deutschen Krimiserie DERRICK ein Aufbauprinzip nach dem klassischen Drama zu:

Drama: 1. Exposition, 2. steigende Handlung, 3. Krise und Umschwung, 4. fallende Handlung, 5. Katastrophe. Whodunit: 1. Exposition (Vorgeschichte), 2. Routine und Verhöre, 3. Umschwung, 4. falsche Spuren, 5. Lösungen.

Lee Goldberg sieht den Erfolg der amerikanischen Serie unter anderem in der Vier-Akt-Struktur der Episodengeschichten, und schließt aus Gesprächen mit deutschen Autoren, dass es eine solche Struktur in Deutschland nicht gäbe. Goldbergs Konzept der Vier-Akt-Struktur gestaltet sich wie folgt:

Akt I: Figuren und Konflikte werden vorgestellt; wir erfahren, worum es geht. Akt II: Der Held (bzw. die Helden) versuchen, das Problem anzugehen, aber ständig neue Hindernisse halten ihn/sie davon ab; am Ende des zweiten Aktes sollte die Story eine unerwartete Wendung erfahren. Akt III: Der Held passt sein Handeln den neuen Umständen und den neuen Hindernissen an, was dazu führt, dass er glaubt, er habe die Situation unter Kontrolle; am Ende des dritten Aktes jedoch stellt sich heraus, dass er falsch liegt; die Lage präsentiert sich verfahren und ausweglos. Akt IV: Der Held löst das Rätsel, überwindet seine Hindernisse, bewältigt seine Schwierigkeiten und erreicht sein Ziel.

Am Ende eines jeden Aktes steht eine Werbeunterbrechung. Einige Formate arbeiten zusätzlich mit Teasern oder Tags, manche mit beidem.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung – Was macht eine Fernsehserie erfolgreich?: Die Einleitung beleuchtet die qualitative Überlegenheit US-amerikanischer Serien und führt in die Fragestellung nach der Bedeutung von Showrunnern, Erzählstrukturen und Markenidentität ein.

2. Einige Prinzipien des seriellen Erzählens: Dieses Kapitel definiert die Begriffe series und serial und erläutert die Vier-Akt-Struktur sowie die Funktionen eines Showrunners im Rahmen des Franchise-Konzepts.

3. Eine Analyse der Erzählstrukturen in Monk und Tatort: Mittels konkreter Episodenanalysen wird geprüft, ob deutsche Krimis tatsächlich eine andere Erzählstruktur als das amerikanische Vier-Akt-Modell verwenden.

4. Das Franchise-Konzept: Über die Markenidentität der Serie: Das Kapitel widmet sich der Frage, wie Hauptfiguren durch spezifische Charakteristika und ein festes Autorenteam zur Markenbildung und zum Serienerfolg beitragen.

5. Fazit – Franchise und Vier-Akt-Struktur: Die Rettung der deutschen Krimiserie?: Die Arbeit resümiert, dass die Vier-Akt-Struktur auch in Deutschland präsent ist, jedoch ein konsistentes Grundkonzept und eine starke personelle Führung für den Erfolg entscheidend sind.

Schlüsselwörter

Fernsehserie, Krimiserie, Erzählstruktur, Vier-Akt-Struktur, Showrunner, Franchise, Markenidentität, Tatort, Monk, Charakteranalyse, Serienproduktion, Qualitätsunterschiede, Erfolgsrezept, Episodenanalyse, Schimanski.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht, warum amerikanische Krimiserien erfolgreicher sind als deutsche Produktionen, und hinterfragt, ob eine Adaption amerikanischer Standards – wie die Vier-Akt-Struktur und das Showrunner-System – die deutsche Serienlandschaft verbessern könnte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit fokussiert sich auf die Themenbereiche serielles Erzählen, die Rolle der Markenidentität (Franchise) sowie die Bedeutung von Showrunnern für die Konsistenz und den Erfolg einer Fernsehserie.

Welches ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, die Gründe für den Erfolg amerikanischer Serien zu analysieren und zu prüfen, ob die Einführung eines Showrunners und eine stärkere Ausrichtung auf das Franchise-Konzept als Lösung für die deutsche "Serienkrise" dienen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Es werden eine theoretische Fundierung durch Fachliteratur sowie eine vergleichende Episodenanalyse durchgeführt, bei der spezifische Folgen von Monk und Tatort auf ihre strukturelle Zusammensetzung hin untersucht werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Analyse der Erzählstrukturen in verschiedenen Episoden sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem Franchise-Konzept und dem Einfluss prägender Hauptfiguren wie Adrian Monk und Horst Schimanski.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen: Fernsehserie, Erzählstruktur, Vier-Akt-Struktur, Showrunner, Franchise, Markenidentität, Tatort, Monk und Serienerfolg.

Widerlegt die Arbeit die These von Lee Goldberg bezüglich der deutschen Serienlandschaft?

Teilweise. Während Goldberg behauptet, in Deutschland gäbe es keine Vier-Akt-Struktur, zeigt die Analyse der untersuchten Tatort-Episoden, dass dieses Modell auch hier Anwendung findet. Der Erfolg liegt demnach weniger in der Struktur selbst, sondern in der konsequenten Umsetzung.

Welche Rolle spielt die Hauptfigur für die Markenidentität einer Serie?

Eine markante, charakterstarke Figur dient laut Arbeit als Ankerpunkt für die Zuschauerbindung. Die Figur muss "menschlich" mit Fehlern und Marotten ausgestattet sein, um als Identifikationsfigur zu fungieren und die Serie unverwechselbar zu machen.

Warum wird im Anhang die Serie Derrick analysiert?

Die Analyse der Serie Derrick dient als illustratives Negativbeispiel für eine "dimensionslose" und steife Hauptfigur, die kaum Identifikationsmöglichkeiten bietet, um den Kontrast zu den erfolgreichen Konzepten von Monk und Schimanski zu verdeutlichen.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Tatort vs. Monk - Ein Erfolgsrezept für die Krimiserie?
Untertitel
Erzählstruktur und Franchise in deutschen und amerikanischen TV-Formaten
Hochschule
Universität zu Köln  (Institut für Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft)
Veranstaltung
Deutsche TV-Serien im internationalen Vergleich
Note
1,3
Autor
Eva Tüttelmann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
20
Katalognummer
V76573
ISBN (eBook)
9783638808125
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Tatort Monk Erfolgsrezept Krimiserie Deutsche TV-Serien Vergleich
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Eva Tüttelmann (Autor:in), 2007, Tatort vs. Monk - Ein Erfolgsrezept für die Krimiserie?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76573
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Leseprobe aus  20  Seiten
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