Nationalsozialistische Siedlungsideologie. Modernitätskritik im 19. Jahrhundert


Hausarbeit, 2007

23 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Axiome der Modernitätskritik im 19. Jahrhundert: Großstadtfeindschaft und Agrarromantik als Grundlage der ‚Blut- und Boden-Ideologie’

III. Die Projektionsfläche ‚Siedlung’ im Nationalsozialismus: Ideologische Zielsetzung und deren Ausdruck
1. Die ideologische Konzeption der Hauptsiedlungstypen
1.1. Die Heimstättensiedlung
1.2. Die bäuerliche Siedlung
2. Rasse und Familie: Die Auswahl der Siedler

IV. Ausblick: Ideologie und Realität

V. Quellen- und Literaturverzeichnis

VI. Anhang: Bilddokumente

I. Einleitung

„Im Grünen fings an und endete blutigrot.“[1] Was Kurt Tucholsky hier auf treffende und prägnanteste Art und Weise resümierte, beleuchtet schlaglichtartig die historische Entwicklung bestimmter Geisteshaltungen, die im 19. Jahrhundert als Reaktion auf tief greifende soziale, wirtschaftliche und politische Veränderungen im Zuge der Industrialisierung des Deutschen Reiches ihren Anfang nahmen und sich im weiteren Verlauf immer stärker radikalisierten, um letztlich zu großen Teilen in eine im höchsten Maße irrationale Weltanschauung eingegliedert zu werden, deren staatliche Instrumentalisierung bis 1945 fortdauern sollte.[2]

Gemeinsamer Nenner dieser konservativen und reformistischen Strömungen der Jahrhundertwende, wie jene der alternativ-völkischen Siedlungsbestrebungen der Artamanen oder der Heimstättenbewegung, war vor allem ein starker kritischer Impetus gegen die Folgen und Einflüsse des modernen Fortschritts[3], dessen positive Wirkungen auf die menschlichen Lebenswelten in kulturpessimistischer Manier oft grundlegend negiert wurden. Das Resultat solch neuromantischer Erneuerungsbestrebungen war zum einen die Kultivierung des Topos’ der ‚Großstadtfeindschaft’ sowie die Proklamierung einer existentiell notwendigen Rückkehr zum naturnahen Dasein, was wiederum oft mit einer verklärenden Bauernromantik und idealisierten Rassevorstellungen einherging.[4]

Basierend auf dem generell anerkannten Forschungsstandpunkt[5] einer dezidierten Vereinnahmung modernekritischer Aspekte aus dem Ideenkonglomerat der völkischen Bewegung[6] und konservativem Gedankengut durch den Nationalsozialismus und ihrer Kanalisation in dessen Weltanschauung, soll in der vorliegenden Arbeit anhand der Siedlungsideologie des ‚Dritten Reiches’ exemplarisch aufgezeigt werden, wie stark diese Projektion innerhalb des Komplexes der Siedlung als „Idealform des deutschen Wohnungsbaues“[7] tatsächlich war.

Dazu werden im ersten Teil der Darstellung die beiden bereits erwähnten Axiome der antimodernen Kulturkritik sowie wichtige Vertreter einer detaillierteren Betrachtung unterzogen. Im nachstehenden Abschnitt erfolgt nunmehr die Analyse der Nutzbarmachung und Umsetzung dieser Positionen innerhalb der nationalsozialistischen Siedlungsideologie, was durch die inhaltliche Fokussierung ihrer grundlegenden Ziele und Ausdrucksformen geschehen soll. Ergänzend dazu bot sich in Hinsicht auf das Schlusskapitel die Betrachtung des Verhältnisses zwischen antimodernem Anspruch der nationalsozialistischen Ideologie und dessen tatsächlicher Umsetzung an.

Seitens der Forschung ist das in den folgenden Ausführungen bearbeitete historische Feld sehr gut beleuchtet, sodass auf ein breites Spektrum an Sekundärliteratur zurückgegriffen werden konnte. Darüber hinaus herrscht dort über den starken Einfluss völkisch-nationaler, reformistischer und konservativer Ideen auf den Nationalsozialismus als reaktionäre Gegenbewegung zu Gesichtspunkten der Moderne in der wissenschaftlichen Diskussion ein allgemeiner Konsens.[8] Hinsichtlich der verwendeten, allgemeinen Forschungsliteratur ist vor allem die Publikation Klaus Bergmanns[9], Johannes Pankaus[10] und das Handbuch zur Völkischen Bewegung[11] zu erwähnen. Bezüglich des Themenkomplexes der nationalsozialistischen Siedlungsideologie wurden auf die einschlägigen Werke Dieter Münks[12], Gert Kählers[13] und Uwe Mais[14] zurückgegriffen. Ferner kamen auch die Arbeiten Daniela Münkels[15], Joachim Flores[16] und Rolf-Dieter Müllers[17] in der vorliegenden Darstellung zur Anwendung.

II. Axiome der Modernitätskritik im 19. Jahrhundert: Großstadtfeindschaft und Agrarromantik als Grundlage der ‚Blut- und Boden-Ideologie’

Seit dem Beginn der deutschen Industrialisierung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts und dem ersten Sichtbarwerden ihrer Auswirkungen auf die Gesellschaft, wie auch auf das einzelne Individuum, kann in der deutschen Geistesgeschichte das Aufkommen verschiedener Strömungen verfolgt werden, die sich vorrangig über die Ablehnung der technisch-zivilisatorischen Moderne definierten.[18] Die zwingend mit der Technisierung aufbrechenden feudalen Strukturen ließen die Städte aufgrund von Zentralisierung der industriellen Produktion und den so entstehenden Hoffnungen auf bessere Verdienstmöglichkeiten immens wachsen, während auf dem Land eine stetige Entvölkerung beobachtet werden musste. Der einzelne Mensch sah sich nun mit völlig neuen Anforderungen und Problemen konfrontiert, die nicht selten einen grundlegenden Bewusstseinswandel verlangten.[19]

Auf einer oppositionellen Grundlage verweigerten sich die Vertreter dieser Strömungen den bisweilen komplexen Fragen und Ansprüchen der neuen Gesellschaft und etablierten im Gegenzug sowohl fundamentale als auch putativ ‚natürliche’ Kategorien zur Deutung der Welt. Ausnehmend evident waren von Anfang an Schlagworte wie ‚Rasse’, ‚Lebensraum’ und ‚Familie’. In Verbindung mit stark kulturpessimistisch geprägter Kritik wurde versucht, gegenüber dem allgemeinen Fortschrittsoptimismus im Wilhelminismus ein alternatives geschichtsphilosophisches Konstrukt zu etablieren, dessen Inhalte ganz entschieden in die Richtung einer reformistischen Besinnung auf vormoderne Lebenswelten drängten und eine Umkehr zu einer metaphorisch aufgeladenen ‚Ursprünglichkeit’ forderten. Hauptangriffspunkt für die Vertreter dieser Anschauungen bildete die Großstadt, deren Lebensformen als eine degenerative Gefahr für traditionelle, elementare Leitbilder der Zivilisation angesehen wurden. Kulturkritik bedeutete demnach hier zu allererst der Versuch einer „Rekonstruktion [...] realhistorisch untergehende[r] Werte“[20], der hauptsächlich einer tiefen Angst, von einer pluralistischen Moderne überrannt zu werden, Ausdruck gab.[21]

Der Begründer dieser Tradition war der Novellist und Kulturhistoriker Wilhelm Heinrich Riehl (1825-1897), dessen Schriften zum ersten Mal in aller Schärfe die negativen Auswirkungen eines mit dem Beginn der industriellen Revolution unmittelbar zusammenhängenden, immer rasanter werdenden Verstädterungsprozesses anprangerten.[22] Die Großstadt wird dabei als ein Ort angegriffen, in dem der Einzelne einer stetig wachsenden Gefahr von Vereinzelung, Proletarisierung und nervlicher Erkrankung ausgesetzt sei, was sich letztendlich auch höchst negativ auf die Gesamtheit des Staates auswirke.[23] Obwohl Riehl nicht die „Lichtseiten des großstädtischen Wesens“[24], wie beispielsweise das stark aufstrebende Handwerk, verkannte, bleibt sein Argumentationsrahmen im Ganzen negierend. Als außerordentlich bedrängt umschreibt der Autor vor allem die Situation der Familie als bodenständig-bewahrendes Element der Gesellschaft. Die konservative Kulturkritik sah im Rahmen ihrer angestrebten, ständisch orientierten Ordnung in der bäuerlichen Lebensweise eine grundlegend positive Form der Sozialisation, die allerdings durch den Urbanisierungsprozess gravierend gefährdet sei, da man einzig noch in den ländlichen Gebieten „größtenteils familienweise zusammen“[25] lebe.

Das daraus resultierende Krisenbewusstsein muss so zwingend eine Rückkehr zum Ländlich-Bäuerlichen verlangen, da sonst der endgültige Kulturverfall nicht mehr verhindert werden könne.[26] Die Idealisierung und Romantisierung, die mit dieser Positivbesetzung des ländlichen Raumes und der dort kultivierten bäuerlichen Lebensform einherging, rekurrierte demnach unmittelbar auf der strikten Ablehnung der modernen Großstadt und wurde auch in der Forschung stets gemeinsam diskutiert.[27]

Erweiterung fanden diese beiden zentralen Topoi der Kulturkritik in der Zeit nach der Jahrhundertwende. Nach zahlreichen, fast ausschließlich epigonischen Fortschreibungen[28] folgte nun der oben thematisierten Formel - basierend auf der beobachteten Entleerung der ländlichen Gebiete – des ‚Raumes ohne Volk’ nun die umgekehrte These eines ‚Volkes ohne Raum’[29]. Erscheint dies auch auf den ersten Blick widersinnig, so muss hier die Problematik des stetigen Geburtenrückgangs in den Städten berücksichtigt werden, die als eine unmittelbare Gefahr für den Erhalt der Nation angesehen wurde.[30]

In einer tendenziell höchst biologistisch bestimmten Polemik setzte man hier nun der Großstadt als krankmachendes Element ein revitalisierendes Landleben gegenüber, das einzig dazu in der Lage sei, einer neuerlichen „Vermehrung des Volkes“[31] Vorschub zu leisten, während der städtische Raum schlussendlich alle ihm bisher verbaliter noch zugestandenen positiven Eigenschaften an die nun vorherrschenden, machtpolitischen Erwägungen verlor.[32]

Die Folgen einer solchen „Jungbrunnen-Ideologie“[33] sollten sich später vor allem im Zusammenhang mit den Kriegszielforderungen zeigen. Der Krieg erschien hier vorrangig als ein geeignetes Mittel, mühelos alle Gegner von der Notwendigkeit der Rückkehr zu agrarstaatlichen Prämissen zu überzeugen, was hauptsächlich durch Anspielungen auf das benötigte „Material für gutes Kriegsvolk“[34] und die dringliche Sicherung der wirtschaftlichen Unabhängigkeit des Deutschen Reiches geschah.[35]

Mit dem allgegenwärtigen Hinweis auf den „Mangel an Platz, Mangel an Land“ stützte man sich auf den Begriff der ‚inneren Kolonisatation’, der jedoch, konsequent durchdacht, im Kern eine imperialistische Denkrichtung enthielt, mit der es in Verbindung mit national-rassistischen Tendenzen möglich war, durch einen Neuerwerb von Siedlungsland im deutschen sowie europäischen Osten die Schaffung von „Menschenpoduktionsstätten“[36] zu beanspruchen.[37]

Kernpunkt solcher Appelle war zum einen die Forderung nach einer rigorosen Germanisierungspolitik in den preußischen Ostprovinzen, weiterhin sah man auch in Litauen und Kurland ein erstrebenswertes Annexionspotential. An den deutschen Grenzen im Osten sollte zudem ein breiter Schutzwall von bäuerlichen Kriegersiedlungen entstehen, deren vordringliche Aufgabe im Schutz vor den „slawischen Sturzfluten“[38] gesehen wurde.[39]

[...]


[1] Tucholsky, Kurt: Politische Satire. In: Ausgewählte Werke, Bd. 2. Berlin 1967, S. 136.

[2] Bergmann, Klaus: Agrarromantik und Großstadtfeindschaft. Meisenheim am Glan 1970 (= Marburger Abhandlungen zur Politischen Wissenschaft, Bd. 20), S. 361

[3] „Moderne“ verwendet als Begriff für einen „sozialen, wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Strukturwandel“ im 19. Jahrhundert, der das Deutsche Reich von einem Agrarstaat in eine der führenden Industrienationen umwandelte, vgl. Bergmann, Agrarromantik, S. 361; Breuer Stefan: Anatomie der Konservativen Revolution. Darmstadt 21995, S. 15.

[4] Vgl. zu den vorangegangenen Abschnitten: Bergmann, Klaus: Agrarromantik, S. 361. Den Zusammenhang zwischen lebensreformistischen Zielsetzungen und biologistisch-rassistischen Soziallehren betont Hartung, Günter: Völkische Ideologie. In: Puschner, Uwe; Schmitz, Walter; Ulbricht, Justus H. (Hgg.): Handbuch zur „Völkischen Bewegung“ 1871-1918. München, New Providence, London u.a. 1996, S. 22-27.

[5] Eine bibliographische Übersicht bei: Puschner, Völkische Bewegung, S. IX (Fußnote 1).

[6] Der Begriff „völkisch“ wird hier in Anlehnung an Hartung, Günter: Völkische Ideologie. In: Puschner, Völkische Bewegung, S. 22 verstanden als ein Konglomerat von Lehren, „welche bei der Bestimmung nationaler Identität die scheinbar natürlichen, angestammten Momente ethnischer, sprachlicher, religiös-kultureller Art wesentlich stärker betonen als die unmittelbar sozialen und historischen“.

[7] Führer, Karl Christian: Das NS-Regime und die „Idealform des deutschen Wohnungsbaues“. Ein Beitrag zur nationalsozialistischen Gesellschaftspolitik. In: Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte 89 (2002), S. 141-166.

[8] Vgl. u.a. Puschner, Völkische Bewegung, S. IX; Mail, „Rasse und Raum“, S. 31.

[9] Bergmann, Klaus: Agrarromantik und Großstadtfeindschaft. Meisenheim am Glan 1970 (= Marburger Abhandlungen zur Politischen Wissenschaft, Bd. 20).

[10] Pankau, Johannes G.: Wege zurück. Zur Entwicklungsgeschichte restaurativen Denkens im Kaiserreich. Eine Untersuchung kulturkritischer und deutschkundlicher Ideologiebildung. Frankfurt a.M., Bern, New York 1983 (= Europäische Hochschulschriften: Reihe I: Deutsche Sprache und Literatur, Bd. 717).

[11] Puschner, Uwe; Schmitz, Walter; Ulbricht, Justus H. (Hgg.): Handbuch zur „Völkischen Bewegung“ 1871-1918. München, New Providence, London u.a. 1996.

[12] Münk, Dieter: Die Organisation des Raumes im Nationalsozialismus. Eine soziologische Untersuchung ideologisch fundierter Leitbilder in Architektur, Städtebau und Raumplanung des Dritten Reiches. Bonn, Univ., Diss. 1993 (= Pahl-Rugenstein Hochschulschriften, Bd. 284).

[13] Kähler, Gert (Hg.): Geschichte des Wohnens 1918-1945. Reform – Reaktion – Zerstörung. Stuttgart 1996 (= Geschichte des Wohnens. Hg. von der Wüstenrot Stiftung, Bd. 4).

[14] Mai, Uwe: „Rasse und Raum“. Agrarpolitik, Sozial- und Raumplanung im NS-Staat. Paderborn, München, Wien u.a. 2002.

[15] Münkel, Daniela: Nationalsozialistische Agrarpolitik und Bauernalltag. Frankfurt a. M., New York 1996 (= Campus: Forschung, Bd. 735).

[16] Flores, Joachim: Zur Entstehungsgeschichte von vier Kleinsiedlungen der Zwischenkriegszeit und zum Bedeutungswandel des Nutzgartens im Bewusstsein des heutigen Bewohnerschaft. Stuttgart, Univ., Diss. 2003.

[17] Müller, Rolf-Dieter: Hitlers Ostkrieg und die deutsche Siedlungspolitik. Frankfurt a. M. 1991.

[18] Vgl. Bergmann, Agrarromantik, S. 361.

[19] Vgl. ebd., S. 11-19.

[20] Pankau, Wege zurück, S. 11.

[21] Vgl. ebd., S. 11-22.

[22] Hier muss betont werden, dass Riehls Schriften in die Zeit fallen, in der die deutsche Industrialisierung noch keineswegs die Ausmaße erreicht hatte, die darin beschrieben werden. Vielmehr handelt es sich um eine Übertragung der weiter fortgeschrittenen Technisierung Englands und Frankreichs auf das Deutsche Reich, das bei gleicher Entwicklung auch die gleichen Folgen erwarten müsse, vgl. Bergmann, Agrarromantik, S. 70.

[23] Vgl. Münk, Organisation des Raumes, S. 83.

[24] Riehl, Wilhelm Heinrich: Land und Leute. Augsburg 21855, S. 82.

[25] Ebd., S. 92.

[26] Vgl. Pankau, Wege zurück, S. 16.

[27] Vgl. Münk, Organisation des Raumes, S. 82-83.

[28] Wichtig für die Thematisierung von Großstadtfeindschaft und Landflucht wurden im Wilhelminischen Deutschland vor allem Georg Hansen, Otto Ammon und Heinrich Sohnrey. Ihre Ansichten griffen nachweislich direkt auf die diejenigen Riehls zurück, auch wenn mehrere Jahrzehnte seit ihrem Erscheinen vergangen waren. Erklärbar wird dies, wenn man bedenkt, dass die langfristigen Probleme der Verstädterung und Binnenwanderung entsprechend spät zutage traten und so auch gegen Ende des Jahrhunderts verstärkt reflektiert wurden, vgl. Bergmann, Agrarromantik, S. 70 sowie Anmerkung 23, S. 5 der vorliegenden Arbeit.

[29] Popularisierung erlangte diese These vor allem durch den 1926 erschienenen Roman Volk ohne Raum von Hans Grimm, vgl. Münk, Organisation des Raumes, S. 77-78.

[30] Neben der Gebärfähigkeit der Frau sah man vor allem die ausreichende Wehrfähigkeit der Männer durch das Großstadtleben in Gefahr, vgl. Bergmann, Agrarromantik, S. 165-167.

[31] Das Land XX (1911/12), S. 484, zit. nach: Bergmann, Agrarromantik, S. 167; Vgl. Mai, „Rasse und Raum“, S. 18.

[32] Wurden die Großstädte in positiver Manier bisher noch als Ort einer höheren Kultur und geistiger Ausdifferenzierung begriffen, so zielten die Argumente jetzt verstärkt auf eine völlige Ablehnung jeder Art des Intellektualismus, da dieser den Geschlechtstrieb gefährlich zähmen würde, vgl. Bergmann, Agrarromantik, S. 166.

[33] Ebd., S. 167.

[34] Keup, Erich: Die innere Kolonisation und der Krieg. In: Archiv für innere Kolonisation VI (1913/14), S. 391, zit. nach: ebd.

[35] Vgl. ebd., S. 167-168. Derlei Gedanken fanden in dieser Zeit auch Eingang in die geographische Wissenschaft. Der Zoologe Friedrich Ratzel verfocht als bedeutendster Vertreter der so genannten Geopolitik die sozialdarwinistisch unterfütterte These eines Kampfes um Lebensraum, der zur Stärkung und Sicherung eines Volkes unabdingbar sei. Die Erweiterung dieser Theorie um eine militärische Komponente, die letztlich die „Wende [...] zum machtpolitischen Instrument“ vollendete, erfolgte durch Karl Haushofer, vgl. Münk, Organisation des Raumes, S. 74-77.

[36] Keup, Erich: Die innere Kolonisation und der Krieg. In: Das Land XXIV (1915/16), S. 192, zit. nach: Bergmann, Agrarromantik, S. 169.

[37] Vgl. ebd., S.167-169.

[38] Keup, Erich: Zur Frage der inneren Kolonisation in Ostpreußen. In: Archiv für innere Kolonisation VII (1914/15), S. 23, zit. nach: ebd., S. 168.

[39] Vgl. Bergmann, Agrarromantik, S. 171-172; Allerdings fielen die tatsächlichen Bestrebungen aufgrund ihrer geringen Anzahl kaum ins Gewicht, vgl. Müller, Rolf-Dieter: Hitlers Ostkrieg und die deutsche Siedlungspolitik. Frankfurt a. M. 1991, S. 11-12; Vgl. Mai, „Rasse und Raum“, S. 18-22.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Nationalsozialistische Siedlungsideologie. Modernitätskritik im 19. Jahrhundert
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Institut für Geschichte)
Veranstaltung
Hauptseminar: Vom Barockwohnhaus zum Plattenbau. Wohnen und Wohnungsbau in Dresden vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart
Note
1,3
Autor
Jahr
2007
Seiten
23
Katalognummer
V76627
ISBN (eBook)
9783638811491
ISBN (Buch)
9783638814263
Dateigröße
727 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Menschen, Boden, Heimat, Boden, Modernekritische, Aspekte, Siedlungsideologie, Hauptseminar, Barockwohnhaus, Plattenbau, Wohnen, Wohnungsbau, Dresden, Jahrhundert, Gegenwart
Arbeit zitieren
Henriette Kunz (Autor:in), 2007, Nationalsozialistische Siedlungsideologie. Modernitätskritik im 19. Jahrhundert, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76627

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