„Der Papa hat es sich leicht gemacht, der hat einfach die Mama geheiratet, aber wen soll ich mal heiraten?“ Diese Frage eines kleinen Jungen macht deutlich wie schwer es ist „den Richtigen“ oder „die Richtige“ zu finden.
Die richtige Wahl des Partners bzw. der Partnerin ist die Grundlage jeder auf Dauer gelingenden Liebesbeziehung. Doch wer ist die Richtige? Wie kann man sie finden? Woran erkennt man sie? Was ist überhaupt „Liebe“? Diese Fragen, die sich der Junge stellt, beschäftigt auch die Wissenschaft seit langem. Philosophen, Soziologen, Psychologen, Biologen und Ethnologen beschäftigen sich seit geraumer Zeit mit dieser Thematik. Unzählige Bücher wurden veröffentlicht um dieses Phänomen zu erklären - aber gelang es bisher? Oder beruht die Liebe und die Partnerwahl auf ganz anderen Aspekten zum Beispiel denen der Ökonomik? Gibt es bestimmte Auswahlkriterien, Regelmäßigkeiten oder Systematiken, nach denen wir unsere Partner aussuchen, wenn wir den Aspekt der Liebe außen vor lassen?
Auf den ersten Blick klingt das wenig romantisch und ein Zusammenhang zwischen der Partnerwahl und der Ökonomik ist nicht selbstverständlich zu sehen. Jedoch ist die Liebe ein zwischenmenschlicher Zustand und die Ökonomik die Lehre davon, wie Menschen miteinander das Beste aus Ihrem Leben machen können.
Im Folgenden soll sowohl auf die Vorteile der Partnerschaft gegenüber dem Single-Dasein, als auch auf die Funktionsweise der Partnerwahl an sich und ihre historische Entwicklung vom Mittelalter bis in die Gegenwart eingegangen werden. Darüber hinaus werden auch verschiedene ökonomische Ansätze zur Partnerwahl dargestellt. Abschließend stellt sich die Frage, ob sich nun Gleich und Gleich gern gesellt oder Gegensätze sich anziehen.
Ziel dieser Arbeit ist es darzustellen, nach welchen rationalen Kriterien und Motiven Menschen einen Partner auswählen.
Hierbei werden ausschließlich ökonomische Ansätze berücksichtigt und ein rational handelnder Mensch zugrunde gelegt, der sich kühl Gedanken darum macht, ob er eine Beziehung eingehen soll oder nicht – ob sie sich lohnt oder nicht.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 SINGLE-DASEIN UND PARTNERSCHAFT
2.1 Single
2.1.1 Definition
2.1.2 Ausprägungen
2.1.3 Situation der Singles
2.2 Partnerschaft
2.2.1 Definition
2.2.2 Allgemeine Merkmale
2.2.3 Ökonomische Vorteile einer Partnerschaft
2.2.3.1 Fixkostendegression
2.2.3.2 Ausnutzung von Spezialisierungsvorteilen
2.2.3.2.1 Arbeitsteilung
2.2.3.2.2 Komparativer Vorteil
2.2.3.2.3 Erzielung von Skaleneffekten
3 PARTNERWAHL UND DEREN HISTORISCHE ENTWICKLUNG
3.1 Was ist Partnerwahl
3.2 Gesellschaftliche Vorbestimmung im Mittelalter
3.3 Instrumenteller Charakter im 17., 18. und 19. Jahrhundert
3.4 Freie Partnerwahl im 20. Jahrhundert
4 ÖKONOMISCHE ANSÄTZE DER PARTNERWAHL
4.1 Familienökonomischer Ansatz
4.2 Austauschtheoretischer Ansatz
4.3 Die Theorie des subjektiven Erwartungsnutzens
5 GEGENSÄTZE ZIEHEN SICH AN VS. GLEICH UND GLEICH GESELLT SICH GERN
6 FAZIT
Zielsetzung & Themen
Diese Seminararbeit untersucht das Phänomen der Partnerwahl unter Anwendung ökonomischer Theorien, um zu ergründen, nach welchen rationalen Kriterien und Motiven Menschen eine Beziehung eingehen oder beibehalten. Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, inwieweit ökonomische Modelle – wie die Nutzentheorie oder der Austauschtheoretische Ansatz – menschliches Verhalten auf dem „Partnermarkt“ erklären können, während gleichzeitig die historische Entwicklung und die soziale Komponente der Liebe betrachtet werden.
- Analyse des Single-Daseins im Vergleich zur Partnerschaft
- Ökonomische Vorteile einer Partnerschaft (Spezialisierung, Fixkostendegression)
- Historische Entwicklung der Partnerwahl vom Mittelalter bis zur Moderne
- Ökonomische Ansätze zur Partnerwahl (Familienökonomie, Austauschtheorie)
- Diskussion über die Attraktivitätsmuster: „Gleich und Gleich“ vs. „Gegensätze“
Auszug aus dem Buch
2.2.3.1 Fixkostendegression
Ein ökonomischer Vorteil der Partnerschaft ist die Fixkostendegression, welche besagt, dass die fixen Kosten mit steigender Beschäftigung abnehmen. Stellt man fixe Kosten mit den Anschaffungskosten gleich und ersetzt man Beschäftigung mit Anzahl der Personen in einem Haushalt, ergibt sich die Produktionsstätte Haushalt.
Die Fixkostendegression in der Partnerschaft besagt, dass sich in einer solchen die Anschaffung größerer Geräte mehr lohnt als in einem Singlehaushalt, da sich die Kosten auf zwei Personen verteilen. Je teurer ein Gegenstand in der Anschaffung ist, umso mehr lohnt es sich ihn zu zweit zu nutzen.
Dies lässt sich am besten anhand eines Beispiels verdeutlichen: Die Anschaffungskosten für eine Waschmaschine betragen 1000 €. Die Kosten pro Kopf betragen bei einem Pärchen 500 €, wohingegen sich die Kosten des Singles auf 1000 € belaufen. Daher lohnt sich der Kauf einer Waschmaschine für ein Paar mehr als für einen Single. Die Waschmaschine kann von zwei Personen genutzt werden, der Preis bleibt jedoch unverändert. Noch deutlicher wird der Effekt der Fixkostendegression bei den Kosten einer Wohnung: Gemessen am Quadratmeterpreis pro Kopf, wohnt das Pärchen deutlich günstiger als der Single.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die Thematik der Partnerwahl als ökonomisches Phänomen ein und umreißt das Ziel der Arbeit, rationale Auswahlkriterien unter Ausschluss romantischer Aspekte zu betrachten.
2 SINGLE-DASEIN UND PARTNERSCHAFT: Dieses Kapitel definiert die Begriffe Single und Partnerschaft und arbeitet die ökonomischen Vorteile einer Paargemeinschaft, insbesondere durch Arbeitsteilung und Fixkostendegression, heraus.
3 PARTNERWAHL UND DEREN HISTORISCHE ENTWICKLUNG: Der Abschnitt beleuchtet den Wandel der Partnerwahl von gesellschaftlichen Vorgaben im Mittelalter bis hin zur freien, von ökonomischen Zwängen gelösten Partnerwahl des 20. Jahrhunderts.
4 ÖKONOMISCHE ANSÄTZE DER PARTNERWAHL: Hier werden wissenschaftliche Modelle wie der familienökonomische Ansatz, die Austauschtheorie und die Theorie des subjektiven Erwartungsnutzens vorgestellt, um den rationalen Prozess der Partnerwahl zu erklären.
5 GEGENSÄTZE ZIEHEN SICH AN VS. GLEICH UND GLEICH GESELLT SICH GERN: Das Kapitel diskutiert die wissenschaftlichen Konzepte der Homogamie und Heterogamie und stellt diesen den aktuellen empirischen Befund gegenüber, dass Gleichheit bei der Partnerwahl dominiert.
6 FAZIT: Das Fazit fasst zusammen, dass ökonomische Theorien zwar wichtige Erklärungsansätze liefern, die menschliche Partnerwahl jedoch ein hochkomplexes Zusammenspiel verschiedener Faktoren bleibt, bei dem die Liebe oft rational nicht vollständig erfassbar ist.
Schlüsselwörter
Partnerwahl, Ökonomik, Single-Dasein, Partnerschaft, Arbeitsteilung, Spezialisierungsvorteile, Fixkostendegression, Familienökonomie, Austauschtheorie, Subjektiver Erwartungsnutzens, Homogamie, Heterogamie, Humankapital, rationales Handeln, historische Entwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das menschliche Verhalten bei der Partnerwahl unter der Prämisse, dass Menschen als rationale Akteure handeln, und analysiert dies mithilfe volkswirtschaftlicher Theorien.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder umfassen den ökonomischen Nutzen einer Partnerschaft gegenüber dem Single-Dasein, die historische Entwicklung von Heiratsmustern sowie verschiedene ökonomische Erklärungsmodelle für das Zustandekommen von Beziehungen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es darzustellen, nach welchen rationalen Kriterien und Motiven Menschen einen Partner auswählen, wobei ausschließlich ökonomische Ansätze und ein rational handelnder Mensch als Modellgrundlage dienen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Zusammenführung ökonomischer Modelle (z. B. nach Gary S. Becker) sowie der historischen Einordnung von Partnerwahlstrategien.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die ökonomischen Vorteile von Partnerschaften (wie Arbeitsteilung und Fixkostendegression), die historische Evolution der Partnerwahl und die Darstellung von drei ökonomischen Ansätzen zur Partnerwahl.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Partnerwahl, Ökonomik, Spezialisierungsvorteile, Austauschtheorie, Homogamie und rationales Handeln charakterisiert.
Warum spielt die Fixkostendegression bei der Partnerwahl eine Rolle?
Sie erklärt, warum das Zusammenleben ökonomisch effizienter sein kann, da Fixkosten für Anschaffungen (wie Haushaltsgeräte oder Miete) bei zwei Personen auf den Kopf gerechnet sinken.
Wie unterscheidet sich der familienökonomische Ansatz von der Austauschtheorie?
Während der familienökonomische Ansatz primär auf die Haushaltsproduktion und Effizienzgewinne durch Arbeitsteilung fokussiert, konzentriert sich die Austauschtheorie auf soziale Interaktionen und das Prinzip von „Geben und Nehmen“.
- Citation du texte
- Judith Holdenrieder (Auteur), 2006, Die Ökonomik der Partnerwahl, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76632