Die Jahresabschlussanalyse im Rahmen der Kreditvergabeentscheidungen von Banken als Basis der Kunden- und Verkaufsorientierung


Diplomarbeit, 2006

48 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einführung

2. Grundlegende Darstellungen und definitorische
Abgrenzungen
2.1 Wirtschaftsentwicklung und die Auswirkungen auf das
aktuelle Kreditgeschäft
2.2 Die Entwicklung der Insolvenzzahlen
2.3 Die Offenlegung der wirtschaftlichen Verhältnisse nach
§ 18 Kreditwesengesetz
2.3.1 Aufbau und Inhalte eines Jahresabschlusses nach
HGB
2.3.1.1 Die Aktivseite
2.3.1.2 Die Passivseite
2.3.1.3 Die Gewinn- und Verlustrechnung nach § 275 HGB
2.3.1.4 Der Anhang
2.3.2 Grenzen des § 18 KWG
2.3.3 Verschärfung der Offenlegungspflichten durch haus-
interne Dienstanweisungen
2.3.3.1 Bilanzierende nicht prüfungspflichtige
Kreditnehmer
2.3.3.2 Bilanzierende prüfungspflichtige
Kreditnehmer
2.3.4 Kritisierung der ausgewerteten Unterlagen
2.4 Die Kreditvergabeentscheidung von Kreditinstituten
bei Privat- und Firmenkunden
2.4.1 Die Kreditfähigkeitsprüfung bei Privat- und
Firmenkunden
2.4.2 Die persönliche Kreditwürdigkeitsprüfung
2.4.3 Die materielle Kreditwürdigkeitsprüfung
2.4.4 Risiken des Kredites
2.5 Rating und Basel II
2.5.1 Rating im Mittelstand – Basel II
2.5.2 Darstellung der Notwendigkeit von Basel II
2.5.3 Die drei Säulen des Basler Konsultationspapiers
2.5.4 Das Rating
2.5.4.1 Internes Rating versus externes Rating im Bezug
auf die Kunden der Sparkassenorganisation
2.5.4.2 Die Ratingklassen
2.5.4.3 Konsequenzen für § 18 Kreditwesengesetz aus
Basel II
2.6 Kunden- und Verkaufsorientierung

3. Die Jahresabschlussanalyse im Rahmen der Kreditvergabe-
entscheidungen von Kreditinstituten unter Berücksichti-
gung von EBIL
3.1 EBIL – Bilanzanalyseprogramm des DSV
3.2 Darstellung einiger wichtiger Bilanzkennzahlen
3.3 Der Cashflow und dessen Aussagekraft

4. Die Jahresabschlussanalyse als Basis der Kunden- und
Verkaufsorientierung
4.1 Erkennbare Risiken aus der Jahresabschlussanalyse
4.2 Verkaufsorientierung und Cross-Selling-Ansätze

5. Schlussbetrachtung

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Unternehmensinsolvenzen in Deutschland

Abb. 2: Privatinsolvenzen in Deutschland

Abb. 3: Die Risiken des Kredites

Abb. 4: Risikogerechte Bonitätsprämie

Abb. 5: Die drei tragenden Säulen von Basel II

Abb. 6: Faire Konditionen beim Rating

Abb. 7: Typische Inhalte des Firmenkundenratings

Abb. 8: Gewinn- und Verlustrechnung

Abb. 9: Ratingskala der Sparkassen-Finanzgruppe

Abb. 10: Kurzkritik der Sparkasse Osterode am Harz

Abb. 11: JA-Kritik der Sparkasse Osterode am Harz

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Die Hauptursache dafür, dass Kreditrisiken vermehrt in den Vordergrund des öffentlichen Interesses geraten, stellen Unternehmenskrisen und publik werdende bankinterne Kreditproblemfälle dar. Auf die zunehmenden Kreditrisiken reagieren die Kontrollinstanzen (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen (BAKred), Baseler Ausschuss für die Bankaufsicht u. s. w.), auch im Hinblick auf den Gläubigerschutz, mit einer Verschärfung der aufsichts-rechtlichen Regelungen für Banken. Maßnahmen hieraus sind u. a. das Rating nach Basel II, die Offenlegung der wirtschaftlichen Verhältnisse nach § 18 KWG und die Mindestanforderung für das Kreditgeschäft (MaK).

Zudem wirkt sich der zunehmende Wettbewerb negativ auf die Zinsmarge aus, die Verschlechterung der Ergebnisse ist hier die Folge und kann durch Mehreinnahmen auf der Provisionsseite gar nicht oder nicht vollständig aufgefangen werden.

Mit Blick auf die Zunahme von Insolvenzfällen (siehe Abb. 1) in den letzten Jahren und den damit verbundenen rechtlichen und wirtschaftlichen Auswirkungen für die Banken, gewinnt das Ausfallrisiko als Teil der Bonitätsrisiken eine vollkommen neue Dimension. Die steigenden Insolvenzzahlen zwingen die Banken zu einer Abwendung von ihrer bisherigen quantitativen hin zu einer verstärkt qualitativen Gestaltung der kreditpolitischen Grundsätze. Für den kreditsuchenden Unternehmer äußert sich dies in einer kritischeren und oftmals auch restriktiveren Kreditvergabepolitik der Banken. Dies bringt zunehmend Unruhe in die Unternehmenskreise und reduziert die Verbindung zu der bisher bekannten Hausbank stark. Dabei ist eine gute Verbindung bezüglich der Informationspolitik gerade im Hinblick auf die Anforderungen nach Basel II und § 18 KWG sehr wichtig, da die Auswirkungen für den Unternehmer immens sein können.

Die Auswertung der wirtschaftlichen Unterlagen, die zur Erfüllung von § 18 KWG von den Unternehmen eingereicht werden müssen, ermöglicht es den Banken, die Vergangenheitswerte zu analysieren und eventuelle Chancen oder Risiken zu erkennen bzw. anzusprechen, um die Zukunftsfähigkeit der Kreditnehmer zu sichern und zu verbessern.

Zuerst werden einige grundlegende Darstellungen zum Jahresabschluss, Kreditvergabeentscheidungen und Kunden- und Verkaufsorientierung erläutert. Weiterer Schwerpunkt ist die Offenlegung der wirtschaftlichen Verhältnisse nach § 18 KWG, insbesondere der Jahresabschlüsse, sowie die Auswertung und Kritisierung dieser Unterlagen unter Berücksichtigung des Programms EBIL vom Deutschen Sparkassenverlag (DSV).

Durch die Vorstellung des Ratings nach Basel II soll der Wandel zur neuen Kreditpolitik dargestellt werden.

Anhand der Jahresabschlussanalyse werden Chancen und Risiken sowohl für die Bank als auch für den Kreditnehmer betrachtet.

2. Grundlegende Darstellungen und definitorische
Abgrenzungen

2.1 Wirtschaftsentwicklung und die Auswirkungen auf das
aktuelle Kreditgeschäft

In diesem Bereich werden das allgemeine wirtschaftliche Umfeld sowie die rechtlichen Vorschriften erläutert. Weiterhin werden der Aufbau eines Jahresabschlusses sowie eine Betrachtung des § 18 KWG mit seinen Grenzen und Fristen aufgeführt. Die Auswirkungen von Basel II auf die Jahresabschlussanalyse wird ebenfalls betrachtet.

2.2 Die Entwicklung der Insolvenzzahlen

Die Insolvenzen in Deutschland haben bis zum Jahr 2003 weiter zugenommen. Bei den Unternehmensinsolvenzen ist insbesondere in den Jahren 1999 – 2003 eine deutliche Steigerung festzustellen. Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen 2003 betrug 39.470, 1999 waren es lediglich 26.620 Insolvenzanträge in Deutschland. Betriebe aller Größen und Rechtsformen mussten den Gang zum Insolvenzgericht antreten.[1] Es wird allerdings auch davon ausgegangen, dass ein Teil der gestiegenen Insolvenzanträge auf der Tatsache beruht, dass die Insolvenzordnung im Gegensatz zur Konkursordnung die Möglichkeit eröffnet, auch schon bei sog. „drohender Zahlungsunfähigkeit“ den Insolvenzantrag zu stellen.[2] Dies hat einen gewissen Vorzieheffekt ausgelöst.

Betroffen von den Insolvenzen sind insbesondere Unternehmen mit weniger als 100 Mitarbeitern, also der klassische deutsche Mittelstand.[3]

Die Abbildung 1 zeigt allerdings auch, dass seit dem Jahr 2003 die Insolvenzen rückläufig sind. Die bisher eingeführten Maßnahmen (z. B. Einführung des Ratings im Jahr 2003[4] ) zeigen somit ihre Wirkung und auch die restriktive Geschäftspolitik vieler Banken und der oben erwähnte Vorzieheffekt trägt einen Teil zu dieser Entwicklung bei. Die restriktive Geschäftspolitik der Banken dürfte allerdings kurzfristig eher zu einer Steigerung der Insolvenzen geführt haben. Erst mittel- und langfristig werden diese Restriktionen in Verbindung mit einer aktiven Begleitung bei der Revitalisierung/Restrukturierung der Unternehmen positive Auswirkungen auf die Zahl der Unternehmensinsolvenzen haben.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1: Die Entwicklung der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland in den letzten zehn Jahren[5]

Durch die übermäßig stark gestiegene Zahl der Arbeitsplätze bei insolventen Unternehmen ist davon auszugehen, dass die zeitverzögerten Verbraucherinsolvenzen überproportional zu den Unternehmensinsolvenzen steigen werden. Dies ist auch aus der nachstehenden Grafik zu entnehmen.

Leider kann man sagen, dass es sich hierbei momentan um einen Teufelskreis handelt, da durch die Unternehmensinsolvenzen viele Arbeitsplätze verloren gehen und dies wiederum dazu führt, dass in Zukunft sehr viel Kaufkraft fehlen, somit der Absatzmarkt für einige Produkte nicht mehr ausreichend vorhanden sein und dieser Effekt weitere Insolvenzen der Unternehmen nach sich ziehen wird.

Es wird allerdings auch hier wieder überwiegend die Unternehmen treffen, die auf eine Veränderung der Absatzmärkte gar nicht oder zu spät reagieren und die durch eine schwache Eigenkapitaldecke stark krisengefährdet sind.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.2: Die Entwicklung der Privatinsolvenzen in Deutschland seit 1999[6]

2.3 Die Offenlegung der wirtschaftlichen Verhältnisse
nach § 18 Kreditwesengesetz

Die Kurzdefinition sagt dem Gesetzestext nach: “Ein Kreditinstitut darf einen Kredit von insgesamt mehr als 750.000 EUR nur gewähren, wenn es sich von dem Kreditnehmer die wirtschaftlichen Verhältnisse, insbesondere durch Vorlage der Jahresabschlüsse, offen legen lässt.”[7]

Bei Krediten an Unternehmen / Personen, die einen Verbund gem. § 19 Abs. 2 KWG (Definition des Kreditnehmerbegriffes) bilden, bezieht sich die Betragsgrenze auf den gesamten Verbund.[8]

Die Vorschrift des § 18 KWG ist Ausfluss des anerkannten bankkaufmännischen Grundsatzes, Kredite nur nach umfassender und sorgfältiger Bonitätsprüfung zu gewähren und bei bestehenden Kreditverhältnissen die Bonität des Kreditnehmers laufend zu überwachen. Die Vorschrift dient dem Schutz des einzelnen Kreditinstituts und damit auch dessen Einleger. Sie soll die Kreditinstitute über die Kreditwürdigkeitsprüfung zu einem risikobewussten Kreditvergabeverhalten anhalten. Einer im Einzelfall nicht risikofreien Kreditvergabe steht die Vorschrift des § 18 KWG jedoch nicht entgegen,[9] sofern sich das kreditgewährende Institut über die aus der Kreditvergabe herrührenden Risiken ein klares Bild verschafft und sie als verkraftbar beurteilt.[10][11]

Weiterhin will der Gesetzgeber verhindern, dass die Kreditinstitute auf den Bilanzeinblick ganz oder teilweise verzichten, um sich einen Wettbewerbsvorteil bei sensiblen Kunden zu verschaffen und damit unvertretbare Kreditrisiken eingehen.[12]

Gegebenenfalls kann ein Kreditinstitut von der Offenlegung der wirtschaftlichen Verhältnisse absehen, wenn dieses Verlangen im Hinblick auf die gestellten Sicherheiten oder auch die Mitverpflichteten offensichtlich unbegründet wäre. Es sollte aber gewährleistet sein, dass die Rückführung durch die gestellten Sicherheiten oder die Mitverpflichteten zweifelsfrei gegeben ist. Zu den Sicherheiten gehören hierbei u. a. Grundschulden innerhalb von 60 % des Beleihungswertes.[13]

2.3.1 Aufbau und Inhalte eines Jahresabschlusses nach HGB

Der Jahresabschluss eines Unternehmens besteht aus verschiedenen Einzelteilen. So finden wir darin einerseits eine stichtagsbezogene Aufstellung der Vermögensgegenstände (Aktiva) und der Verbindlichkeiten (Passiva). Zusammengefasst nennt man die Aufstellung der Aktiv- und Passivseite auch Bilanz.

2.3.1.1 Die Aktivseite

Auf der Aktivseite werden das Anlage- und das Umlaufvermögen aufgeführt. Das Anlagevermögen unterteilt sich in immaterielle Vermögensgegenstände (z. B. Konzessionen, Patente usw.), Sachanlagen (z. B. Maschinen, BGA) und Finanzanlagen (z. B. Beteiligungen, Wertpapiere) und wird zum jeweiligen Buchwert unter Berücksichtigung der Abschreibungszeiträume, die für den Normfall von der Finanzverwaltung in sog. AfA-Tabellen festgesetzt werden, angesetzt. Das Vorratsvermögen wird am Bilanzstichtag durch eine Inventur ermittelt. In der Praxis ergeben sich insbesondere bei der Bewertung der halbfertigen Arbeiten (Bauhaupt- und Baunebengewerbe) und den Forderungen Spielräume, die die Bilanz und daraus resultierend auch die GuV des Unternehmens, wesentlich beeinflussen können. Diese Positionen sollten, insbesondere wenn sie eine für den Jahresabschluss wesentliche Größe implizieren, vom Kreditinstitut kritisch hinterfragt werden.

Die Gliederung der Aktivseite nach § 266 HGB:[14]

Anlagevermögen

Immaterielle Vermögensgegenstände

Sachanlagen

Finanzanlagen

Umlaufvermögen

Vorräte

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

Wertpapiere

Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei

Kreditinstituten und Schecks

Rechnungsabgrenzungsposten

(Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag)

2.3.1.2 Die Passivseite

Die Passivseite der Bilanz enthält stichtagsbezogene Werte der aus der Aufstellung ersichtlichen Positionen. Das Eigenkapital ist eine rechnerische Größe und wird ermittelt, indem man die Differenz aus dem Vermögen und den Verbindlichkeiten des Unternehmens errechnet. Insofern ist es auch möglich, dass sich der Wert als so genannte „Unterbilanz“ auf der Aktivseite befindet.[15]

Rückstellungen werden vom Unternehmer ergebniswirksam, also evtl. auch steuermindernd, gebildet, um Verbindlichkeiten zu passivieren, die dem Grunde nach bekannt, in Höhe und Zeitpunkt der Inanspruchnahme nach, aber noch unbekannt sind.

In der Dotierung bzw. Nichtdotierung dieser Rückstellungen liegt ein erhebliches Risikopotenzial, was bei der Auswertung von Jahresabschlüssen beobachtet werden sollte, z. B. bei laufenden Prozessen oder hohen Gewährleistungsrisiken.

Die Verbindlichkeiten werden ebenfalls stichtagsbezogen aufgeführt. Man unterscheidet hierbei Anleihen, Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Wechselverbindlichkeiten, Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen, Verbindlichkeiten gegenüber Beteiligungsunternehmen und sonstige Verbindlichkeiten. Diese Werte sind zumeist nachgewiesen durch Kontoauszüge oder Belege.

Die Gliederung der Passivseite nach § 266 HGB:[16]

Eigenkapital

Gezeichnetes Kapital

Kapitalrücklage

Gewinnrücklagen

Gewinn-/Verlustvortrag

Jahresüberschuss/-Fehlbetrag

Sonderposten mit Rücklageanteil

Rückstellungen

Verbindlichkeiten

bis zu einem Jahr

über fünf Jahre

Rechnungsabgrenzungsposten

2.3.1.3 Die Gewinn- und Verlustrechnung nach § 275 HGB

Die Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) ist eine Aufstellung aller betrieblichen Aufwendungen und Erträge innerhalb des Geschäftsjahres.

Man unterscheidet hierbei zwei Schemata:

- Gesamtkostenverfahren (§ 275 Abs. 2 HGB) und
- Umsatzkostenverfahren (§ 275 Abs. 3 HGB)

Das Gesamtkostenverfahren ist bei inländischen Jahresabschlüssen üblich. Dabei werden der Gesamtleistung des Unternehmens die gesamten Aufwendungen der Periode gegenübergestellt. Die Aufwendungen beinhalten die genaue Aufschlüsselung der Positionen Materialaufwand, Personalaufwand und Abschreibungen.

Beim Umsatzkostenverfahren, das vorwiegend bei internationalen Jahresabschlüssen angewandt wird, werden die in einer Periode erzielten Erlöse nicht den gesamten Produktionsaufwendungen gegenübergestellt, sondern lediglich denen, die für die bis zum Bilanzstichtag verkauften Produkte angefallen sind. Die drei oben genannten Positionen (Materialaufwand, Personalaufwand und Abschreibungen) werden im Umsatzkostenverfahren als Herstellungs-, Vertriebs- und Verwaltungskosten bezeichnet. Dieses Schema stammt aus der angelsächsischen Bilanzierungspraxis.[17]

Eine Aufstellung beider Schemata ist im Anhang unter Abbildung

2.3.1.4 Der Anhang

Der Anhang ist ein integrierter Bestandteil bei Jahresabschlüssen von Kapitalgesellschaft und Kapitalgesellschaften & Co.[18] Zwischen dem Jahresabschluss und dem Anhang bestehen enge Beziehungen, da ohne die im Anhang befindlichen Erläuterungen kein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt werden kann.[19]

Zu diesen Erläuterungen gehören im Besonderen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden sowie die Methodenänderungen (Abweichung vom Stetigkeitsprinzip). Ein Verweis auf die Vorjahresangaben ist hierbei jedoch nicht zulässig, die Angaben müssen in jedem Jahresabschluss erneut angegeben werden.

Weiterhin müssen die Summe der langfristigen Verbindlichkeiten (Restlaufzeit länger als fünf Jahre), die sonstigen finanziellen Verpflichtungen, eine Aufgliederung der Umsatzerlöse und die durchschnittliche Anzahl der Beschäftigten als ergänzende Angaben vorhanden sein. Ein evtl. Fehlbetrag der Pensionsrückstellungen ist im Anhang ebenfalls anzugeben und zu erläutern.

Zur so genannten Entlastung sind die Aufgliederung zusammengefasster Bilanz- und GuV-Posten, der Anlagenspiegel und die Haftungsverhältnisse des Unternehmens anzugeben.

[...]


[1] Creditreform, Newsletter vom 29. November 2005, Neuss

[2] Müller, K.-H., Seminar „Insolvenzen“, Sparkasse Osterode, 2005

[3] vgl. o. V. Harzkurier (Pleiten haben explosionsartig zugenommen) vom 26.10.2002

[4] Deutscher Sparkassenverlag, Rundschreiben März 2003

[5] Creditreform, Newsletter vom 29. November 2005, Neuss

[6] Creditreform, Newsletter vom 29. November 2005, Neuss

[7] Zitat: Kreditwesengesetz § 18

[8] vgl. Rösler, P./Mackenthun, T./Pohl, R., Handbuch Kreditgeschäft, Wiesbaden, 2002

S.434

[9] vgl. Rösler, P./Mackenthun, T./Pohl, R., Handbuch Kreditgeschäft, S.435

[10] vgl. Blank, H./Kieroth,I./Riedel,P., Kurz- und mittelfristige Kredite, 1994, S.89

[11] vgl. Grill, W./Perczynski, H., Wirtschaftslehre des Kreditwesens, Bad Homburg, 2000

S.342

[12] vgl. Rösler, P./Mackenthun, T./Pohl, R., Handbuch Kreditgeschäft, S.434

[13] vgl. Rösler, P./Mackenthun, T./Pohl, R., Handbuch Kreditgeschäft, S.443

[14] Riebell, C., Die Praxis der Bilanzauswertung, Stuttgart, 2001, S. 125

[15] Int-Veen, T., Seminarunterlagen „Bilanzanalyse und –kritik“, 2004

[16] Riebell, C., Die Praxis der Bilanzauswertung, S. 126 f

[17] vgl. Riebell, C., Die Praxis der Bilanzauswertung, S. 127

[18] vgl. Riebell, C., Die Praxis der Bilanzauswertung, S. 131

[19] HGB § 284

Ende der Leseprobe aus 48 Seiten

Details

Titel
Die Jahresabschlussanalyse im Rahmen der Kreditvergabeentscheidungen von Banken als Basis der Kunden- und Verkaufsorientierung
Hochschule
Verwaltungs- und Wirtschafts-Akademie Göttingen
Note
2,0
Autor
Jahr
2006
Seiten
48
Katalognummer
V76650
ISBN (eBook)
9783638743808
ISBN (Buch)
9783656563785
Dateigröße
762 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Jahresabschlussanalyse, Rahmen, Kreditvergabeentscheidungen, Banken, Berücksichtigung, Möglichkeiten, Kunden-, Verkaufsorientierung
Arbeit zitieren
Betriebswirt (VWA) Mario Wunderlich (Autor), 2006, Die Jahresabschlussanalyse im Rahmen der Kreditvergabeentscheidungen von Banken als Basis der Kunden- und Verkaufsorientierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76650

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