Für die Steuerung komplexer Systeme, wie IT-Organisationen, IT-Projekte und IT-Prozesse, wird besonders auf Kennzahlensysteme, bestehend aus entsprechenden Kennzahlen, zurückgegriffen.
Kennzahlen sind für das Controlling von wesentlicher Bedeutung. Sei es bei der Überwachung des Budgets, der Steuerung von Projekten, der Erstellung von Service Level Agreements, dem Benchmarking oder dem Performance-Management, in allen Bereichen werden Kennzahlen benötigt bzw. genutzt. Diese Arbeit befasst sich mit dem Thema IT-Kennzahlen und deren Bedeutung für den IT-Bereich. Dabei werden bekannte Ansätze aus der Literatur aufgezeigt und bewertet. Bevor aber diese Untersuchung vorgenommen wird, ist zunächst einmal kurz in Kapitel 2.1 das Standard-Controlling und darauf basierend in 2.2 das IT-Controlling dargestellt. Da zum IT-Controlling mehr als nur die Kennzahlensysteme gehören, werden in Kapitel 3 weitere Controlling-Instrumente, differenziert nach strategischen und operativen Instrumenten, vorgestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Controlling-Konzepte
2.1 Standard-Controlling-Konzept
2.2 IT-Controlling-Konzept
3. IT-Controlling-Werkzeuge
3.1 Strategische Werkzeuge
3.2 Operative Werkzeuge
4. Kennzahlen und Kennzahlensysteme in der IT
4.1 Kennzahlen in der IT
4.1.1 Charakteristik von Kennzahlen
4.1.2 Anforderungen an Kennzahlen
4.1.3 Kategorien von Kennzahlen
4.1.4 Wirtschaftlichkeit von Kennzahlen
4.2 Kennzahlensysteme in der IT
4.2.1 Charakteristik von Kennzahlensystemen
4.2.2 Anforderungen an Kennzahlensysteme
4.2.3 Kategorien von Kennzahlensystemen
4.2.4 Architektur von Kennzahlensystemen
4.2.4.1 Kennzahlenarchitektur für Regelorganisation
4.2.4.2 Kennzahlenarchitektur für Projektorganisation
4.2.5 Entwicklung von Kennzahlensystemen
5. Kennzahlensysteme in der Literatur
6. Zusammenfassung
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Das primäre Ziel dieser Seminararbeit ist die Untersuchung der Bedeutung und Anwendung von Kennzahlen und Kennzahlensystemen im IT-Controlling. Es wird analysiert, wie diese Instrumente zur Steuerung von IT-Prozessen, Projekten und Organisationen eingesetzt werden können, wobei theoretische Grundlagen mit praktischen Lösungsansätzen verknüpft werden.
- Grundlagen des IT-Controllings und strategische Controlling-Instrumente
- Methodik der Datenerhebung und Kennzahlenbildung
- Architekturen von Kennzahlensystemen für Regel- und Projektorganisationen
- Kritische Analyse historischer und moderner Kennzahlensysteme aus der Literatur
- Wirtschaftlichkeitsaspekte und Prozessstandardisierung durch ITIL
Auszug aus dem Buch
4.1.1 Charakteristik von Kennzahlen
In der wissenschaftlichen Literatur werden Kennzahlen gewöhnlich als „Zahlen, die quantitativ erfassbare Sachverhalte in konzentrierter Form erfassen“ definiert. Sie sind von besonderem Interesse bei der Vermessung bzw. Beschreibung von Systemzuständen. Da eine Kennzahl aber nicht das vollständige (komplexe) System der Realität, sondern immer nur einen Ausschnitt dessen darstellen kann, ist zu entscheiden, welche Kennzahlen für die Beschreibung des Systems eine gute Unterstützung bieten und welche eher weniger geeignet sind. Somit vereinfacht die Kennzahl die Realität, bietet aber trotzdem einen charakteristischen Einblick.
Die Kennzahl ist durch drei wichtige Merkmale geprägt. Zum einen den Informationscharakter, d.h. sie ermöglicht es, Sachverhalte und Zusammenhänge zu beurteilen. Zum anderen muss sie quantifizierbar sein, d.h. dass Sachverhalte auf metrischen Skalen gemessen und dadurch genaue Aussagen abgeleitet werden können. Als drittes Merkmal ist die Informationsform zu nennen, d.h. komplexe Sachverhalte werden komprimiert und einfach dargestellt. Die Verwendbarkeit von Kennzahlen wird durch unterschiedlichste Eigenschaften beeinflusst. In diesem Zusammenhang sind die Zweckeignung, die Genauigkeit, die Aktualität, die Kosten-Nutzen-Relation, die Einfachheit und Nachvollziehbarkeit zu nennen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz von Kennzahlensystemen für die Steuerung komplexer IT-Systeme und gibt einen Überblick über den Aufbau der Arbeit.
2. Controlling-Konzepte: Dieses Kapitel definiert die Grundlagen des Standard-Controllings sowie des IT-Controllings und grenzt die jeweiligen Konzepte voneinander ab.
3. IT-Controlling-Werkzeuge: Hier werden strategische und operative Werkzeuge wie IT-Strategie, Standardisierung, Portfoliomanagement und Kostenrechnung vorgestellt.
4. Kennzahlen und Kennzahlensysteme in der IT: Das Hauptkapitel beschreibt die Charakteristik, Anforderung und Kategorisierung von Kennzahlen und entwickelt Architekturen für deren systemische Einbindung.
5. Kennzahlensysteme in der Literatur: Dieses Kapitel bietet eine chronologische Übersicht und Bewertung verschiedener Kennzahlensysteme aus den vergangenen 25 Jahren.
6. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einem Fazit über den Stellenwert des IT-Controllings und die Herausforderungen bei der praktischen Implementierung von Kennzahlen.
Schlüsselwörter
IT-Controlling, Kennzahlen, Kennzahlensysteme, IT-Strategie, Balanced Scorecard, IT-Projektmanagement, IT-Standardisierung, Prozesssteuerung, Wirtschaftlichkeit, ITIL, IT-Kostenrechnung, Benchmarking, Performance-Management, Datenqualität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Rolle und die Bedeutung von Kennzahlen und Kennzahlensystemen als zentrale Steuerungsinstrumente für das IT-Controlling.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Definition und Kategorisierung von Kennzahlen, den Aufbau von IT-Kennzahlensystemen sowie die Anwendung strategischer und operativer Controlling-Methoden.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, auf Basis der existierenden Literatur aufzuzeigen, wie IT-Organisationen ihre Effizienz und Steuerung durch Kennzahlensysteme verbessern können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es erfolgt eine literaturbasierte Analyse und Bewertung verschiedener Konzepte, ergänzt durch eine strukturierte Einordnung nach fachlichen und methodischen Kriterien.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden sowohl strategische Werkzeuge wie IT-Portfoliomanagement als auch die spezifische Kennzahlenarchitektur für Regel- und Projektorganisationen detailliert analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie IT-Controlling, IT-Strategie, Prozesssteuerung, Wirtschaftlichkeit und Kennzahlensysteme charakterisiert.
Welche Rolle spielt die ITIL bei der Kennzahlenentwicklung?
ITIL dient in dieser Arbeit als anerkannter Standard zur Prozessstandardisierung, welcher als Basis für die Ableitung aussagekräftiger Kennzahlen im IT-Service-Management genutzt wird.
Warum sind moderne Kennzahlensysteme komplexer als ältere?
Moderne Systeme, wie das hier vorgestellte CobiT-Modell, decken eine größere Bandbreite an Prozessen ab, was die schiere Anzahl der benötigten Kennzahlen erheblich erhöht.
Wann ist ein IT-Projekt laut Arbeit erfolgreich?
Ein Projekt gilt als erfolgreich, wenn das gewünschte Ergebnis unter Einhaltung der vereinbarten Randbedingungen wie Termin, Budget und Qualität erreicht wurde.
Warum kritisieren die Autoren die isolierte Betrachtung von Kennzahlen?
Eine isolierte Kennzahl liefert nur einen Ausschnitt der Realität; erst die Einbindung in ein logisches System ermöglicht ein mehrdimensionales und damit steuerungsrelevantes Abbild.
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- Enrico Ebert (Author), 2005, Kennzahlensysteme für das IT-Controlling, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76664