Das 21. Jahrhundert ist gerade in seiner Anfangsphase und schon jetzt lässt es sich nicht abstreiten, dass sich als wahrscheinlich prägender Punkt dieses Jahrhunderts, das „Heranwachsen von Gewaltverbrechen“, im besonderen Fall der Attentate, abzeichnet. Dazu lässt sich sagen, dass immer wieder und vor allem häufiger Attentate den Alltag erreichen.
Noch nicht lang zurückliegende Themen, wie das Attentat auf den ehemaligen Oberstleutnant des russischen Geheimdienstes, Alexander Litwinenko, am 23. November 2006, aber auch der terroristische Anschlag des 11. September 2001 in den USA, haben dazu geführt, dass der Stellenwert der Attentate durch Aufmerksamkeit der Bevölkerung gestiegen ist. „Jedes Attentat verläuft dramatisch und endet tragisch“ . „Diese Spannung im Geschehen überträgt sich auf den Betrachter“ und verleitet den Menschen zur Anteilnahme. Trotz der Aktualität ist es zu erwähnen, dass ein Attentat das Ergebnis ist, welches es in „allen Zeiten in allen Ländern und Systemen gegeben hat und geben wird“ .
Da ein Attentat immer ein Angriff auf ein Repräsentant ist, geht man davon aus, dass solch ein Angriff zu einem „Bestandteil des historischen Ablaufes der Weltgeschichte“ wird, da die Entwicklung des betroffenen Landes dadurch verändert werden kann.
Um die historische Bedeutung eines Attentats zu verdeutlichen, braucht man nicht aktuelle Themen zu diskutieren. Vielmehr ist es zu betrachten, was für Auswirkungen die Attentate aus der Geschichte mit sich bringen, um daraus Erfahrungen sammeln zu können.
Das Jahr 1865 ist beispielsweise ein prägendes Jahr für die amerikanische Geschichte. Und dieses war bedingt sowohl durch den Sezessionskrieg, als auch durch den Mord am US-Präsidenten Abraham Lincoln.
Diese Arbeit beschäftigt sich deswegen vorrangig mit dem Attentat auf den 16. Präsidenten der Vereinigten Staaten und dessen Mörder. Es wird darauf eingegangen, weshalb der Attentäter Lincoln als Opfer aussuchte und welche Gründe er hatte, um einen so bemerkenswerten Anschlag auszuführen.
Das ‚Attentat Lincoln’ beeinflusste die amerikanische Geschichte; warum und in welchen Ausmaßen wird zusätzlich in dieser Arbeit diskutiert werden.
Inhaltsverzeichnis
1. VORWORT
2. BEGRIFFSERKLÄRUNG: ATTENTAT
3. ATTENTÄTER JOHN WILKES BOOTH
3.1 BIOGRAPHISCHE ASPEKTE
3.2 BEWEGGRÜNDE, DIE BOOTH DAZU FÜHRTEN, LINCOLN ALS OPFER AUSZUSUCHEN
3.3 PSYCHOLOGISCHE SICHTWEISE AUF DEN CHARAKTER DES ATTENTÄTERS
4. ABRAHAM LINCOLN IST DAS AUSGEWÄHLTE OPFER
4.1 BIOGRAPHISCHE BESONDERHEITEN
4.2 GRÜNDE, DIE AUS LINCOLN EIN OPFER MACHTEN
5. ZIELGRUPPEN
5.1. AUSWIRKUNGEN
6. DER ABLAUF DES ATTENTATS
6.1 AUSFÜHRUNG DES PLANS
7. FOLGEN UND AUSWIRKUNGEN FÜR DAS AMERIKANISCHE LAND
7.1 DIE POLITISCHEN FOLGEN UND AUSWIRKUNGEN
7.2 DIE WIRTSCHAFTLICHEN FOLGEN
7.3 DIE SOZIALEN AUSWIRKUNGEN UND FOLGEN
7.4 DIE STÄRKEN UND SCHWÄCHEN, DIE AMERIKA AUS DEM ATTENTAT ENTWICKELTE
8. DAS ATTENTAT UND DESSEN BEDEUTUNG IN DER GESCHICHTE
8.1 BOOTH UND SEINE ABSICHTEN, DIE ER DURCH DAS ATTENTAT ERREICHEN WOLLTE
8.2 DISKUSSIONEN IM FALL: ‚ATTENTAT AUF LINCOLN’
8.3 DER MYTHOS LINCOLN
8.4 INTERNATIONALISIERUNG DES ATTENTATS
8.5 EINFLUSS DES ATTENTATS IM HINBLICK AUF GEWALTVERBRECHEN
9. RESÜMEE
10. ANHANG
10.1 BILDER
Zielsetzung & Themen
Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht das Attentat auf den 16. US-Präsidenten Abraham Lincoln im Jahr 1865. Ziel ist es zu analysieren, welche persönlichen und politischen Motive den Attentäter John Wilkes Booth zur Tat trieben, warum Lincoln als Opfer ausgewählt wurde und welche tiefgreifenden Auswirkungen dieses Ereignis auf die US-amerikanische Gesellschaft, Politik und die historische Mythenbildung hatte.
- Biographische Analyse von John Wilkes Booth und seinem psychologischen Selbstkonzept
- Die politische und persönliche Bedeutung Abraham Lincolns als Zielscheibe
- Strukturelle Analyse der Vorbereitung und Durchführung des Attentats
- Folgen des Mordes für die politische Stabilität und die wirtschaftliche Situation der USA
- Die Entstehung und Internationalisierung des Mythos "Abraham Lincoln"
Auszug aus dem Buch
3.3 Psychologische Sichtweise auf den Charakter des Attentäters
Ekkehart Krippendorff schreibt: „Scheitern sie für eine gute Sache, so werden sie Märtyrer, haben sie Erfolg, so werden sie Helden.“ Diese Aussage galt nicht nur für Politiker, sondern auch für Booth trifft diese Meinung zu. Er wollte mit dem Mord an Lincoln ein Held im Süden werden, er war von Ruhmsucht geplagt.
Booth durchdachte seinen Plan und verstand, seiner Meinung nach, auch das politische Geschehen. Doch betrachtet man das politische Geschehen zur Zeit des Attentats, so wird deutlich, das Booth die politischen Verhältnisse in seiner Zeit nicht verstand. Zum Ende des Krieges wurde offensichtlich, dass der Süden verlieren würde. Am Tag des Attentats und zwar noch vor dem Angriff auf Lincoln, kapitulierte der Süden durch General Robert E. Lee bei Appomattox Court House.
Hier hätte Booth erkennen können und müssen, dass der Mord an Lincoln dem Süden nicht mehr helfen konnte. Im Gegenteil, Lincoln setzte sich gegen Kriegsende für den Süden ein, er versprach Hilfe und gab dem Süden Hoffnung. Booth wollte dieses nicht wahr haben. Er war so damit beschäftigt ein Held zu werden, dass er die Situation nicht erkannte. Booth verdrängte die Wirklichkeit. Psychologisch ist dieses durch eine Entwicklung eines starren „Selbstkonzepts“ zu erklären.
Zusammenfassung der Kapitel
1. VORWORT: Einleitung in die Relevanz des Themas Attentate im historischen und gesellschaftlichen Kontext des 21. Jahrhunderts.
2. BEGRIFFSERKLÄRUNG: ATTENTAT: Definition des Attentats als gezielte Tötung einer Symbolfigur im Gegensatz zu wahllosen terroristischen Anschlägen.
3. ATTENTÄTER JOHN WILKES BOOTH: Untersuchung der Lebensgeschichte und der psychologischen Hintergründe, die Booth zu seiner Tat motivierten.
4. ABRAHAM LINCOLN IST DAS AUSGEWÄHLTE OPFER: Betrachtung von Lincolns politischer Laufbahn und den Faktoren, die ihn zum Feindbild für den Süden machten.
5. ZIELGRUPPEN: Analyse, welche gesellschaftlichen und staatlichen Instanzen durch den Mord getroffen werden sollten.
6. DER ABLAUF DES ATTENTATS: Detaillierte Schilderung der Planung und der tatsächlichen Ausführung am 14. April 1865.
7. FOLGEN UND AUSWIRKUNGEN FÜR DAS AMERIKANISCHE LAND: Darstellung der politischen, wirtschaftlichen und sozialen Konsequenzen, die auf den Tod des Präsidenten folgten.
8. DAS ATTENTAT UND DESSEN BEDEUTUNG IN DER GESCHICHTE: Diskussion der Verschwörungstheorien, der Mythisierung Lincolns und der langfristigen Spirale politischer Gewalt.
9. RESÜMEE: Zusammenfassende Betrachtung der Erkenntnisse über Täterpsychologie, Opferwahl und die zeitlose Bedeutung des Ereignisses.
10. ANHANG: Bilddokumentation zum Attentäter, zum Opfer und zur späteren Gedenkkultur.
Schlüsselwörter
Abraham Lincoln, John Wilkes Booth, Attentat, US-Bürgerkrieg, Politische Gewalt, Tyrannenmord, Täterpsychologie, Märtyrer, Mythos, Sklavenbefreiung, US-Geschichte, Politische Kultur, Gewaltverbrechen, Selbstkonzept, Verschwörungstheorie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit behandelt das Attentat auf Abraham Lincoln im Jahr 1865 unter besonderer Berücksichtigung der Motive des Attentäters und der langfristigen geschichtlichen Auswirkungen.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Arbeit deckt die Täterbiographie von John Wilkes Booth, die politische Rolle von Abraham Lincoln, den Hergang des Anschlags sowie die Folgen für die US-amerikanische Identität und Erinnerungskultur ab.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie persönliche psychologische Faktoren (wie Ruhmsucht) und politische Überzeugungen bei einem Attentäter zusammenwirken und wie ein solches Ereignis die Geschichte dauerhaft prägt.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine historische Analyse unter Einbezug psychologischer Konzepte zur Täterbiographie und Betrachtung von Gedenkstrukturen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Täter und Opfer, den Ablauf der Tat sowie die Analyse der kurz- und langfristigen Folgen für das amerikanische Staatswesen.
Welche Schlüsselbegriffe sind für die Arbeit charakteristisch?
Zentrale Begriffe sind Lincoln, Booth, Politische Gewalt, Mythos, Attentat und historische Erinnerungskultur.
Warum spielt das "Selbstkonzept" bei der Analyse von John Wilkes Booth eine so wichtige Rolle?
Das Konzept hilft zu erklären, warum Booth Lincoln als Tyrannen sah und warum er sein Handeln als heldenhaft wahrnahm, obwohl er objektiv die Wirklichkeit der politischen Lage verdrängte.
Welchen Einfluss hatte der Tod von Lincoln auf die politische Gewalt in den USA?
Die Arbeit argumentiert, dass das Attentat eine Spirale politischer Gewalt in den USA auslöste, die bis weit in das 20. Jahrhundert hinein, etwa bis zur Ermordung von J.F. Kennedy, nachwirkte.
- Citation du texte
- Kathrin Unger (Auteur), 2006, Das Attentat auf Abraham Lincoln, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76706