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Wovon hängen Emerging Market Bond-Spreads ab?

Title: Wovon hängen Emerging Market Bond-Spreads ab?

Seminar Paper , 2007 , 19 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Dipl. Kfm. Nick Dimler (Author)

Economics - Monetary theory and policy
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Ausgangsbasis zur Bestimmung eines Spreads bildet die Rendite zehnjähriger US-Treasury Bonds, die als liquidestes und sicherstes Anleihesegment weltweit gelten. Mit dem Kauf von Emerging Market Bonds geht ein Investor ein höheres Risiko ein, da die Ausfallwahrscheinlichkeit (der Tilgungs- und Zinszahlungen) höher liegt als bei US-Treasury Bonds. Der Spread (Zinsdifferenz) stellt dann den Risikozuschlag, den Investoren für das Halten von Emerging Market Anleihen erhalten, dar. Theoretisch müsste der Spread also den Anleger genau für sein zusätzliches Risiko entschädigen. Der Spread wird dabei üblicherweise in Basispunkten angegeben.

Die Anleihen unterschiedlicher Emerging Markets weisen folglich je nach Einschätzung der Investoren individuelle Spreads auf, die im Zeitablauf erheblich variieren. Diese beobachtbaren Variationen im Längs- und Querschnitt werfen die Frage nach den eigentlichen Bestimmungsfaktoren von Emerging Markets Spreads auf.

Zuerst wird im 2. Kapitel der Markt für Emerging Market Anleihen kurz beschrieben.
Im 3. Kapitel wird dann die Rolle von fundamentalen Faktoren auf die Spread-Entwicklung untersucht. Gerade die starken Schwankungen der Spreads im Zeitablauf zeigen, dass die Renditeaufschläge nicht allein auf das Länderrisiko (und damit auf fundamentale Faktoren) zurückzuführen sind. Dass sich die Risikosituation in verschiedenen Ländern so schnell und drastisch ändert, dass dies allein die zu beobachtenden spezifischen Spreadveränderungen erklärt, ist unplausibel. Folglich müssen auch andere Faktoren eine Rolle spielen. Auf die den Einfluss solcher nicht-fundamentaler Faktoren wird im 4. Kapitel eingegangen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Markt für Emerging Market Anleihen

3. Fundamentale Faktoren

4. Nicht-fundamentale Faktoren

4.1 Überblick

4.2 Liquidität

4.3 Ansteckung

4.4 Risikoneigung

5. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Determinanten von Emerging Market Bond-Spreads und geht der Forschungsfrage nach, inwieweit diese Renditeaufschläge durch fundamentale Länderdaten oder durch exogene, nicht-fundamentale Faktoren beeinflusst werden.

  • Analyse der Marktentwicklung von Emerging Market Anleihen seit den 1990er Jahren.
  • Untersuchung fundamentaler Faktoren wie Solvenz und makroökonomischer Kennzahlen.
  • Bewertung der Bedeutung von Liquiditätssituationen und globalen Zinsniveaus.
  • Einordnung von Ansteckungseffekten und Investorenverhalten (Behavioral Finance).
  • Diskussion von Herdenverhalten und subjektiver Risikoneigung am Bondmarkt.

Auszug aus dem Buch

4.4 Risikoneigung

Emerging Market Anleihen sind mit einem relativ hohen Risiko behaftet, folglich wird sich die Nachfrage in Zeiten hoher Risikoaversion auf Seiten ausländischer (zumeist privater) Investoren verringern und umgegehrt in Zeiten geringer Risikoaversion erhöhen. In der traditionellen volkswirtschaftlichen Theorie verändert sich die Risikoneigung aller Investoren nur durch Veränderungen der Zusammensetzung der Investorengruppe. Die Risikoneigung des einzelnen Investors bleibt hier jedoch stets konstant.

Neuere Erkenntnisse der sog. Behavioral Finance zeigen aber, dass sich auch die Risikoeinstellung einzelner Investoren (und damit auch die Risikoneigung der gesamten Investorengemeinschaft) im Zeitablauf verändert. Maßgeblich hierfür ist die subjektive Einschätzung des einzelnen Investors zur Ausfall-wahrscheinlichkeit. Dabei beeinflussen verschiedene Einflussvariablen die Risikobereitschaft in unvernünftiger Weise. Zu diesen Verhaltensanomalien zählt insbesondere die automatische Abnahme der Risikowahrnehmung bei in der Vergangenheit erzielten Erfolgen (Kontrollillusion und im Extremfall: erlernte Sorglosigkeit). Auf der anderen Seite führen Misserfolge zu einer Überbewertung und Abkehr von Risiken, egal wie lukrativ sich die Risikoübernahme auch objektiv darstellt der Investor ist nicht mehr bereit sich irgendeinem Risiko auszusetzen (erlernte Hilflosigkeit).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung definiert den Begriff der Emerging Markets und erläutert die Bedeutung von Spreads als Risikozuschlag gegenüber US-Treasury Bonds.

2. Markt für Emerging Market Anleihen: Das Kapitel beschreibt die historische Entwicklung des Marktes, insbesondere den Wandel von Bankkrediten hin zu handelbaren Brady-Bonds.

3. Fundamentale Faktoren: Hier wird analysiert, wie makroökonomische Kennzahlen und Solvenzindikatoren zur Erklärung von Ausfallrisiken und Spread-Veränderungen beitragen.

4. Nicht-fundamentale Faktoren: Dieses Kapitel beleuchtet externe Einflussfaktoren wie globale Liquidität, Ansteckungseffekte und psychologische Aspekte der Risikoneigung.

5. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass Spreads aus einem komplexen Zusammenspiel fundamentaler Daten und marktpsychologischer sowie liquiditätsgetriebener Faktoren resultieren.

Schlüsselwörter

Emerging Markets, Bond-Spreads, Länderrisiko, Solvenz, Liquidität, Behavioral Finance, Risikoneigung, Herdenverhalten, Brady-Bonds, Finanzkrisen, Markteffizienz, Renditeaufschläge, Investorenverhalten, US-Treasury Bonds, Kapitalmarkt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Faktoren, die die Höhe der Renditeaufschläge (Spreads) von Anleihen aus Schwellenländern im Vergleich zu sicheren Staatsanleihen bestimmen.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Fokus stehen die Unterscheidung zwischen fundamentalen ökonomischen Faktoren (wie Verschuldung und Inflation) und nicht-fundamentalen Faktoren (wie Liquidität und Investorenpsychologie).

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu erklären, warum reine Fundamentaldaten allein die Volatilität der Emerging Market Spreads nicht ausreichend begründen können.

Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender finanzwissenschaftlicher Studien und empirischer Untersuchungen zu Finanzkrisen und Marktmechanismen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Anleihemarktes, die Rolle fundamentaler Indikatoren sowie die kritische Analyse psychologischer und exogener Markteinflüsse.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Analyse?

Die Untersuchung wird maßgeblich durch Begriffe wie "Länderrisiko", "Liquidität", "Behavioral Finance" und "Spread-Entwicklung" geprägt.

Welche Rolle spielt die Behavioral Finance für die Spread-Entwicklung?

Sie erklärt, warum Anleger nicht immer rational agieren und wie subjektive Einschätzungen, Herdenverhalten und Kontrollillusionen die Risikowahrnehmung und damit die Preise am Bondmarkt verzerren.

Wie beeinflusst das US-Zinsniveau die Anleihemärkte der Schwellenländer?

Das Zinsniveau in den USA beeinflusst die globale Liquidität; steigende US-Zinsen können die Finanzierungskosten für Schwellenländer erhöhen und somit das Ausfallrisiko und die Spreads beeinflussen.

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Details

Title
Wovon hängen Emerging Market Bond-Spreads ab?
College
University of Potsdam
Course
Hauptseminar: internat. Finanzmarktanalyse
Grade
2,3
Author
Dipl. Kfm. Nick Dimler (Author)
Publication Year
2007
Pages
19
Catalog Number
V76736
ISBN (eBook)
9783638812801
ISBN (Book)
9783638814379
Language
German
Tags
Wovon Emerging Market Bond-Spreads Hauptseminar Finanzmarktanalyse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl. Kfm. Nick Dimler (Author), 2007, Wovon hängen Emerging Market Bond-Spreads ab?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76736
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