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Das Konzept der Resilienz: Möglichkeiten und Grenzen für die Sozialpädagogische Familienhilfe

Title: Das Konzept der Resilienz: Möglichkeiten und Grenzen für die Sozialpädagogische Familienhilfe

Diploma Thesis , 2007 , 136 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Diplom-Sozialarbeiterin / Sozialpädagogin Esther Ruoß (Author)

Social Work
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Summary Excerpt Details

Meine Frage, der ich in dieser Arbeit nachgehen möchte, ist gleichzeitig die Frage der Resilienzforschung: Welche Faktoren tragen trotz einer belasteten Kindheit mit zahlreichen Risiken dazu bei, dass Kinder sich zu gesunden Persönlichkeiten entwickeln können? Das Interesse meiner Arbeit gilt speziell der Entwicklung von Resilienz bei Kindern: Kinder, die früh lernen, mit Schwierigkeiten, Krisen und problematischen Lebensumständen umzugehen, haben trotz schwieriger Ausgangsbedingungen die Chance, alle Widrigkeiten zu meistern und sich positiv zu entwickeln. Vor allem diejenigen Kinder, die vielerlei Problemen ausgesetzt sind, wie z.B. Vernachlässigung, Scheidung der Eltern und Gewalterfahrungen, haben Unterstützung besonders nötig, um sich zu belastbaren Persönlichkeiten zu entwickeln, die unter den Widrigkeiten ihrer Kindheit nicht zerbrechen, sondern gestärkt daraus hervorgehen. Eine solche Widerstandsfähigkeit in vorübergehenden oder lang andauernden Krisen wird in der Wissenschaft als Resilienz bezeichnet.
Aufgrund meiner Erfahrungen in der Sozialpädagogischen Familienhilfe (SPFH) scheint mir diese Frage besonders relevant für die pädagogische Arbeit mit Kindern aus sozial benachteiligten Familien.
Die SPFH arbeitet mit Familien, die meist mit Problemen auf mehreren Ebenen zu kämpfen haben. Die Kinder aus solchen Familien sind besonders gefährdet an den schwierigen Lebensbedingungen ihrer Familie zu zerbrechen. SPFH konzentriert sich aber nicht allein auf die Arbeit mit den Kindern. Ihr Anliegen ist es in erster Linie auch, mit den Eltern zu arbeiten, um diese bei der Bewältigung ihrer Probleme zu unterstützen, zu begleiten und sie in ihrer Erziehungskompetenz zu stärken. Als Resultat sollen gemeinsam mit den Eltern bessere Bedingungen für ein gesundes Aufwachsen der Kinder geschaffen werden. Ursula Nuber schreibt in einem Artikel zum Thema Resilienz: „Resilienz kann man lernen – und das sollte möglichst früh passieren.“ Später fügt sie aber noch hinzu: „Resilienz kann in jedem Lebensalter erlernt werden.“ Ausgehend von diesen beiden Hypothesen möchte ich weiter in meiner Arbeit der Frage nachgehen, in welchen Bereichen die SPFH dazu beitragen kann, dass Eltern und Kinder lernen, mit widrigen Umständen resilient umzugehen. Andererseits werde ich mich aber auch mit den Grenzen der SPFH beschäftigen, Resilienz zu fördern, die beispielsweise bedingt sind durch die Rolle des Familienhelfers und den Kontext, in dem sich SPFH abspielt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Resilienz

2.1. Definition von Resilienz

2.1.1. Was meint „Resilienz“?

2.1.2. Wie sieht die Resilienzforschung den Menschen?

2.2. Bezugsmodelle

2.2.1 Salutogenese

2.2.2. Vulnerabilität

2.2.3. Selbstwirksamkeit

2.2.4. Bindungstheorie

2.3. Entwicklung des Resilienzkonzepts

2.4. Zentrale Kennzeichen des Resilienzparadigmas

2.5. Risiko- und Schutzfaktorenmodell

2.5.1. Risikofaktorenmodell

2.5.2. Schutzfaktorenmodell

2.6. Risiko- und Schutzmechanismen

2.6.1. Risikomechanismen

2.6.2. Schutzmechanismen

2.7. Resilienzmodelle

2.7.1. Modell der Kompensation

2.7.2. Modell der Herausforderung

2.7.3. Modell der Interaktion

2.7.4. Modell der Kumulation

2.8. Studien der Resilienzforschung

2.8.1. Die „Kauai Längsschnittstudie“

2.8.2. Die „Mannheimer Risikokinderstudie“

2.8.3. Die „Bielefelder Invulnerabilitätsstudie“

2.8.4. Forschungen zu speziellen Risikofaktoren

2.9. Ergebnisse der Resilienzforschung

2.9.1. Emotional sichere Bindung an eine Bezugsperson

2.9.2. Merkmale des Erziehungsklimas

2.9.3. Soziale Unterstützung in und außerhalb der Familie

2.9.4. Temperamentsmerkmale

2.9.5. Kognitive und soziale Kompetenzen

2.9.6. Selbstbezogene Kognitionen und Emotionen

2.9.7. Erleben von Sinn und Struktur im Leben

2.10. Resilienzfaktoren und Resilienzprozesse in der Entwicklung

2.10.1. Säuglingsalter und frühe Kindheit

2.10.2. Schulalter

2.10.3. Adoleszenz

2.11. Kritik am Konzept der Resilienz

3. Die Sozialpädagogische Familienhilfe

3.1. Entstehung der Sozialpädagogischen Familienhilfe

3.2. Modelle von Sozialpädagogischer Familienhilfe

3.3. Rechtliche Grundlagen

3.4. Rahmenbedingungen

3.4.1. Rahmenbedingungen für die Arbeit in den Familien

3.4.2. Rahmenbedingungen für die Arbeit der Familienhelfer

3.5. Zielgruppe

3.5.1. Lebenswelt

3.5.2. Problemlagen

3.6. Aufgaben und Ziele

3.7. Methoden der Sozialpädagogischen Familienhilfe

3.7.1. Hilfeplangespräch

3.7.2. Lebenswelt- oder Alltagsorientierung

3.7.3. Empowerment und Ressourcenorientierung

3.7.4. Systemischer Ansatz

3.8. Ablauf einer Betreuung durch die Sozialpädagogische Familienhilfe

4. Möglichkeiten der Sozialpädagogischen Familienhilfe, Resilienz zu stärken bzw. zu fördern

4.1. Minderung der Risikofaktoren

4.2. Stärkung und Förderung von Schutzfaktoren

4.3. Konkrete Handlungsmöglichkeiten

4.3.1. Stärkung des Selbstbewusstseins und der Selbstwirksamkeit

4.3.2. Stärkung der Erziehungskompetenz der Eltern

4.3.3. Vernetzung der Familie im sozialen Umfeld

4.3.4. Stärkung der Beziehungen in der Familie

4.3.5. Stärkung der Problemlösungskompetenzen

5. Grenzen der Sozialpädagogischen Familienhilfe in Bezug auf das Konzept der Resilienz

5.1. Der Familienhelfer als Bezugsperson

5.2. Erwartungen der Familie

5.3. Kooperation der Familie

5.4. Präventive Ansätze zur Förderung von Resilienz

5.5. Exkurs: „Opstapje“ – ein sekundär-präventives Förderprogramm

6. Zusammenfassung und abschließende Gedanken

7. Anhang

7.1. Hilfeplan

7.2. Interviewleitfaden

7.3. Transkription der Interviews

7.3.1. Interview 1

7.3.2. Interview 2

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Konzept der Resilienz und dessen Anwendungsmöglichkeiten sowie Grenzen innerhalb der Sozialpädagogischen Familienhilfe (SPFH), um die Widerstandsfähigkeit von Kindern aus Familien mit multipler Risikobelastung zu stärken.

  • Theoretische Grundlagen und Bezugsmodelle der Resilienz
  • Wichtige Risiko- und Schutzfaktoren in der Kindesentwicklung
  • Arbeitsfeld und methodische Ansätze der Sozialpädagogischen Familienhilfe
  • Praktische Möglichkeiten und Grenzen der Resilienzförderung in der SPFH
  • Evaluation präventiver Ansätze im Vergleich zur SPFH

Auszug aus dem Buch

2.1.1. Was meint „Resilienz“?

Der Begriff „Resilienz“ leitet sich von dem englischen Wort „resilience“ ab, was mit Spannkraft, Widerstandsfähigkeit und Elastizität übersetzt werden kann. Ursprünglich wurde der aus dem Lateinischen stammende Begriff (lat. resilire) für Materialien verwendet, die die physikalische Eigenschaft besitzen, nach Druckerfahrung zurückzuspringen und ihre eigentliche Form wieder zu erlangen (z.B. Gummi). In der Psychologie wird der Begriff in übertragener Form auf die Psyche des Menschen angewendet, er bezeichnet „die Fähigkeit, nach Beeinträchtigungen – psychischer oder physischer Art – rasch zu Stärke, Ausgeglichenheit und positiver Gestimmtheit zurückzufinden und / oder diese zu bewahren“, so die Erklärung des Resilienzbegriffs der Pädagogin Yolanda Bertolaso. Wichtig ist, dass der Resilienzbegriff nur in Zusammenhang mit belastenden Situationen wie z.B. Misserfolgen, Unglücken, Notsituationen, traumatischen Erfahrungen, Risikosituationen, u.ä. seine Berechtigung hat. Menschen, die niemals mit Schwierigkeiten dieser Art in ihrem Leben konfrontiert waren, kann man daher nicht als resilient bezeichnen, denn Resilienz meint „die Fähigkeit(en) von Individuen oder Systemen (z.B. Familie), erfolgreich mit belastenden Situationen (…) umzugehen“, so der bekannte Frühpädagoge Wassilios E. Fthenakis in seinem Vortrag über Resilienz. Die Pädagogin und Resilienzexpertin Corina Wustmann definiert Resilienz in Bezug auf die Arbeit mir Kindern als psychische Widerstandsfähigkeit gegenüber biologischen, psychologischen und psychosozialen Entwicklungsrisiken. Der Begriff Resilienz, sowohl im psychologischen als auch im pädagogischen Kontext, meint also psychische Gesundheit trotz hoher Risikobelastungen, aber auch „die relativ eigenständige Erholung von einem Störungszustand“. Resiliente Menschen zeichnet also vor allem ihre Bewältigungskompetenz aus, die es ihnen ermöglicht, mit Belastungen im Leben positiv umzugehen und nicht daran zu zerbrechen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Thema Resilienz, Darstellung der Relevanz für die Sozialpädagogische Familienhilfe und Skizzierung der Forschungsfrage.

2. Resilienz: Umfassende theoretische Erläuterung des Resilienzkonzepts, einschließlich Definitionen, Bezugsmodellen, Risikofaktoren und Forschungsergebnissen.

3. Die Sozialpädagogische Familienhilfe: Detaillierte Beschreibung des Arbeitsfeldes, der rechtlichen Grundlagen, Methoden und des üblichen Ablaufs einer Betreuung.

4. Möglichkeiten der Sozialpädagogischen Familienhilfe, Resilienz zu stärken bzw. zu fördern: Analyse konkreter Handlungsmöglichkeiten zur Minderung von Risiken und Förderung von Ressourcen bei Familien.

5. Grenzen der Sozialpädagogischen Familienhilfe in Bezug auf das Konzept der Resilienz: Reflexion über die strukturellen und inhaltlichen Grenzen der SPFH und Vorstellung präventiver Ansätze wie „Opstapje“.

6. Zusammenfassung und abschließende Gedanken: Resümee über die Anwendungsmöglichkeiten von Resilienzstrategien in der Praxis der SPFH sowie kritischer Ausblick.

7. Anhang: Enthält Hilfepläne, den Interviewleitfaden und die Transkriptionen der Experteninterviews.

Schlüsselwörter

Resilienz, Sozialpädagogische Familienhilfe, Risikofaktoren, Schutzfaktoren, Resilienzforschung, Salutogenese, Selbstwirksamkeit, Bindungstheorie, Ressourcenorientierung, Empowerment, Systemischer Ansatz, Multiproblemfamilien, Prävention, Erziehungskompetenz, Familienhilfe.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit untersucht, inwiefern das psychologische Konzept der Resilienz – also die psychische Widerstandsfähigkeit trotz belastender Lebensumstände – in der pädagogischen Arbeit der Sozialpädagogischen Familienhilfe (SPFH) Anwendung finden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die Resilienzforschung (Risiko- und Schutzfaktoren), die methodischen Ansätze der SPFH (wie Empowerment und Systemischer Ansatz) und die kritische Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten und Grenzen bei der Förderung von Familien mit multipler Risikobelastung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, herauszufinden, wie Familienhelfer durch ressourcenorientiertes Handeln dazu beitragen können, dass Eltern und Kinder widerstandsfähiger gegenüber widrigen Lebensumständen werden.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung des Forschungsstandes zur Resilienz sowie einer empirischen Untersuchung mittels leitfadengestützter Experteninterviews mit zwei erfahrenen Familienhelferinnen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden das Arbeitsfeld der SPFH detailliert beschrieben, Methoden zur Stärkung von Resilienz konkretisiert und die Grenzen dieses Ansatzes im professionellen Alltag diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Resilienz, SPFH, Risiko- und Schutzfaktoren, Ressourcenorientierung, Empowerment und Familienarbeit.

Welche Rolle spielt die Bindungstheorie in diesem Kontext?

Die Arbeit identifiziert eine sichere Bindung an eine Bezugsperson als einen der wichtigsten Resilienzfaktoren, der Kindern hilft, trotz familiärer Belastungen eine gesunde Entwicklung zu nehmen.

Warum wird das Programm „Opstapje“ erwähnt?

„Opstapje“ wird als sekundär-präventives Programm eingeführt, um aufzuzeigen, wie Resilienz schon im Kleinkindalter gefördert werden kann, bevor die SPFH als Krisenintervention notwendig wird.

Welche Rolle spielt die „Erlernte Hilflosigkeit“ bei den Zielgruppen der SPFH?

Die Autorin diskutiert, wie Familien durch langjährige Behördenabhängigkeit in eine passive Haltung geraten, der mit dem Konzept des Empowerment entgegengewirkt werden soll.

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Details

Title
Das Konzept der Resilienz: Möglichkeiten und Grenzen für die Sozialpädagogische Familienhilfe
College
Protestant University of Applied Sciences Reutlingen-Ludwigsburg
Grade
1,3
Author
Diplom-Sozialarbeiterin / Sozialpädagogin Esther Ruoß (Author)
Publication Year
2007
Pages
136
Catalog Number
V76763
ISBN (eBook)
9783638744027
ISBN (Book)
9783656561194
Language
German
Tags
Konzept Resilienz Möglichkeiten Grenzen Sozialpädagogische Familienhilfe
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplom-Sozialarbeiterin / Sozialpädagogin Esther Ruoß (Author), 2007, Das Konzept der Resilienz: Möglichkeiten und Grenzen für die Sozialpädagogische Familienhilfe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76763
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