Warum ist der Fixpunkt für die KlientInnen bedeutsam?

Menschen in besonderen Lebenslagen, dargestellt am Beispiel der Notwendigkeit und Benötigung von Konsumräumen für die Klientel


Praktikumsbericht / -arbeit, 2006

38 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Institutionsbeschreibung
1.1. Die Räumlichkeiten
1.1.1 Der Konsumraum
1.1.2 Die Ambulanz
1.1.3 Das Kontaktcafé mit dem Nadel-Spritzen-Tausch-Bereich
1.1.4 Der Beratungsraum
1.2. Die Klientel
1.3. Das Team
1.4. Die Absicht
1.5. Die Rechtsgrundlagen
1.6. Die Arbeitsvollzüge in der Praxisstelle

2. Notwendigkeit der Drogenkonsumräume für die Klientel
2.1. Konventionelle Konsumbedingungen ohne Konsumraum
2.2. Die "offene Drogenszene"
2.3. Mögliche einleitende Maßnahmen zur Intervention
2.4. Notwendigkeit der Konsumräume für die Klientel
2.5. Weitere Vorteile von Drogenkonsumräumen
2.6. Missbrauch von Konsaumräumen
2.7. Mein Fazit

3. Darstellung des eigenen Tätigkeitsbereichs
3.1. Die täglichen Vorbereitungen
3.2. Die Arbeitsvollzüge
3.3. Exemplarischer Notfall im Konsumraum
3.4. Aktivitäten mit der Anleitung

4.Verlauf und Reflexion des Blockpraktikums bezogen auf die Lernmöglichkeiten und die Anleitung im Praktikum
4.1. Gründe für die Auswahl des Blockpraktikums
4.2. Eigene Vorstellung über das Blockpraktikum
4.3. Tatsächlicher Ablauf
4.4. Mein Resümee des Blockpraktikums

Literaturverzeichnis

Anhang:
1 Praktikumsbescheinigung
2 Konzeption der STEP
3 Zeitungsartikel
4 Btmg § 10a
5 Zeitungsartikel
6 Organigramm der STEP

0. Einleitung

Mein Praktikumsbericht mit der leitenden Frage als Titel: „Warum ist der Fixpunkt für die KlientInnen bedeutsam? - Menschen in besonderen Lebenslagen, dargestellt am Beispiel der Notwendigkeit und Benötigung von Konsumräumen für die Klientel “ befasst sich mit der Konfrontation von intravenös konsumierenden Drogenabhängigen und Gesundheitsräumen in ihrer Effektivität, von Menschen, die in einer Gesellschaft ausgeschlossen werden und wie Sozialarbeiter durch Empowerment KlientInnen zu einem ressourcenorientierten Denken und Handeln bewegen wollen.

Systematisch ist meine Arbeit so aufgebaut, dass ich mich mit einen Überblick über die Ursachen für die Notwendigkeit der Konsumräume mit der sozialpädagogischen Arbeit und der Klientel in der Einrichtung befasse.

Es folgt eine geschichtliche Einsicht des Konsumvorgangs der Kientel, in dem die gesellschaftlichen Hintergründe und der aktuelle Stand der rechtlichen Grundlage, auf denen Gesundheitsräume basieren, dargestellt werden. Anschließend gehe ich zur einer kontroversen Kritik über, und möchte dann einen Einblick in die Praxis meines eigenen Tätigkeitsbereiches gewähren.

Den Abschluss dieser Arbeit bildet ein Resümee und dem Verlauf des Praktikums bezogen auf die Lernmöglichkeiten und die Anleitung im Praktikum.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit habe ich die Begriffe „Klienten und Klientinnen“ zusammen getragen und durch „KlientInnen“ ersetzt. Die Literaturangaben zu den jeweiligen Abschnitten befinden sich immer am Ende der Seite.

1. Institutionsbeschreibung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der Fixpunkt ist eine unter mehreren ambulanten Einrichtungen des Verbundsystems der STEP und wird von der Stadt Hannover und aus Eigeneinnahmen finanziert. Die Eröffnung der Institution fand am 18. Dezember 1997 statt.

Der Fixpunkt, eine niedrigschwellige Institution, verschafft den fast ausschließlich intravenös konsumierenden Drogenabhängigen die Möglichkeit, das Angebot der Kontaktaufnahme, der medizinischen - hygienischen Grundversorgung sowie einer professionellen Beratung, in Anspruch zu nehmen.

Des Weiteren werden die Drogenabhängigen über einen risikoverringernden intravenösen Drogengebrauch unterrichtet, was als „ Safer Use “ bekannt ist. Neben den eben erwähnten Angeboten bietet der Fixpunkt Unterstützung beim Umgang mit Behörden, Beratung bei Krisenintervention, Vermittlung an Beratungsstellen und Übernachtungsplätze sowie Substitutionsbehandlung, Entzugs- und Ausstiegshilfen. Ferner können die KlientInnen Wäsche waschen und duschen. Ebenso ist die Ausgabe von Essen und Getränken möglich[1].

1.1. Die Räumlichkeiten

Die Räumlichkeiten des Fixpunkts bestehen aus einer Kontaktcafé mit Spritzen-Nadeltauschbereich, einem Beratungsraum, einem Behandlungszimmer, einem Konsumraum, einem Sanitärbereich, einer Küche, einem Hauswirtschaftsraum, einem Lager sowie aus einem Büro.

1.1.1 Der Konsumraum

Der Hygienebereich besteht vor allem aus einem Gesundheitsraum, in dem die KlientInnen ihre selbst mitgebrachten Drogen konsumieren können. Um Unverständlichkeiten zu vermeiden, möchte ich an dieser Stelle eine kurze Erläuterung der Definition eines Gesundheitsraumes niederlegen und meinen Terminus auf den Begriff des Konsumraums festlegen, da ich der Meinung bin, dass dieser am neutralsten reflektiert, was dort wirklich geschieht.

Der Begriff des Gesundheitsraumes ist weit gefächert und unter anderem auch bekannt als "Fixerstübli", "Fixercafé", "Druckraum", "Injektionsraum", "legale Konsummöglichkeit", "tolerierter intravenöser Drogengebrauch", "Konsumraum".

In diesem Raum besteht die Möglichkeit für Drogenabhängige, mit den benötigten Utensilien für den Gebrauch illegaler Opiate und Kokain, unter risikoarmen Bedingungen intravenös ihren Druck zu injizieren[2].

1.1.2 Die Ambulanz

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

In der Ambulanz halten sich überwiegend die medizinischen Fachkräfte auf, die Verbände wechseln, schlecht heilende Wunden, eitrige Entzündungen und Furunkel mitunter verarzten. Häufig erscheinen KlientInnen mit Abszessen, die durch Dreck im gestreckten Heroin entstehen (s. Foto). Diese werden desinfiziert, mit speziellen Salben behandelt und neu verbunden.

Warum die Klientel in solchen Situationen keine ärztliche Hilfe hinzuzieht, werde ich im späteren Teil meiner Arbeit darlegen.

1.1.3 Das Kontaktcafé mit Nadel-Spritzen-Tauschbereich

Das Kontaktcafé dient primär als erste und umgänglichste Kontaktquelle zwischen Fachkräften und KlientInnen. Mittels der Ausgabe von Lebensmitteln, Informationsaustausch oder belanglosem Palaver ist ein direkter Kontakt, auf Wunsch der KlientInnen, möglich, psychosoziale Betreuung, Hilfen zur Rechtsberatung, Übergangssubstitution, Therapiekonzeptberatung, sowie über praktische Überlebensangebote, sowohl zu informieren als auch zu vermitteln. Die KlientInnen haben die Möglichkeit ihre benutzten Kanülen und Spritzen 1:1 zu tauschen, zum Beispiel: sie geben zwei Kanülen und zwei Spritzen ab, welches insgesamt vier Teile ergeben, dann würden sie in diesem Fall zwei Teile Retour erhalten, welches eine Kanüle mit einer Spritze oder zwei Kanülen oder zwei Spritzen sein können, je nach dem wie die KlientInnen es wünschen.

1.1.4 Der Beratungsraum

Im Beratungsraum können die KlientInnen Ärzte, Kliniken oder andere soziale Einrichtungen anrufen, um Hilfe in Anspruch zu nehmen. Desgleichen können Gespräche, die in dem Kontaktcafé begonnen haben unter vier Augen im Beratungsraum vertieft werden.

1.2. Die Klientel

Die Klientel umfasst Suchtmittelabhängige, die Drogen intravenös konsumieren. Die Statistik 2005 des Fixpunkts besagt, dass 6.320 (18%) Frauen und 28.789 (82%) Männer im letzten Jahr im Gesundheitsraum konsumiert haben[3].

1.3. Das Team

.

Das Team besteht aus drei Sozialpädagogen, einer Krankenschwester, einer Arzthelferin, einer Erzieherin, vier Honorarkräften und fünf weiteren Sicherheitskräften. Pro Schicht arbeiten immer zwei Sicherheitskräfte zusammen. Es finden regelmäßige Pflichtveranstaltungen wie Teamsitzungen, Supervisionen, sowie interne und externe Weiterbildungen statt.

1.4. Die Absicht

In Anbetracht dessen, dass ein Großteil der KlientInnen HIV- und Hepatitis infiziert sind und eine Steigung der Drogentoten zu beobachten ist, ist der Fixpunkt darum bemüht präventiv gegen zu steuern und in Notfallsituationen Hilfe zu leisten. Um das Überleben der KlientInnen zu sichern und akute sowie chronische Gesundheitsschäden zu verringern, stehen den Benutzern sterile Einwegspritzen, Desinfektionsmittel sowie sauberes Wasser zur Verfügung. Es wird sowohl über risikoarme Konsumtechniken als auch über das Konzept von „harm reduction“ informiert, worauf ich im späteren Teil meiner Arbeit näher eingehen werde[4].

1.5. Die Rechtsgrundlagen

Der Paragraph 10a aus dem Betäubungsmittelgesetzbuch bildet den rechtlichen Rahmen für den Betrieb eines Drogenkonsumraums.

Um den Verbrauch von selbst mitgeführten, ärztlich nicht verschriebenen Betäubungsmitteln im Fixpunkt durchzuführen, beordert die Landesregierung nach §10a bestimmte Voraussetzungen:

Es muss eine sofort einsatzbereite medizinische Notfallversorgung sowie eine medizinische Anweisung und Hilfe bzgl. der Risikominderung beim Konsum der Drogen garantiert sein. Ferner müssen ausstiegsorientierte Angebote für die KlientInnen dargeboten werden. Abgesehen vom geringen Besitz von Betäubungsmitteln zum Eigenverbrauch, sind anderweitige Straftaten zu verhindern. Deswegen ist eine Kooperation mit anderen Behörden von Nöten.

Es ist zu beachten, welche Art der selbst mitgeführten Betäubungsmittel konsumiert werden und wie alt die KlientInnen sind, da der Zutritt der Einrichtung unter 16 Jahren untersagt ist. Nur in gewissen Ausnahmefällen kann dem Minderjährigen Zutritt gewährt werden, wenn eine spezielle Begleitung sowie eine Vermittlung vorausgesetzt ist. Offenkundige Erst- oder Gelegenheitskonsumenten sind von der Benutzung des Konsumraums auszuschließen.

Die Arbeit im Konsumraum muss beurkundet werden. Es müssen sich fachlich ausgebildete Mitarbeiter während der Nutzung im Raum befinden[5].

1.6. Die Arbeitsvollzüge in der Praxisstelle

Die hauptamtlichen Fachkräfte ergeben ein professionelles als auch aufeinander abgestimmtes, harmonisches Team in all ihren Arbeitsbereichen.

Bevor der Fixpunkt seine Türen für die Klientel öffnet, findet zu erst eine Vorbesprechung des Teams statt. Dort werden über diverse Hausverbote von KlientInnen oder über informative Auskünfte bzgl. des Fixpunktes oder der STEP rezitiert.

Bei in Anspruchnahme des Konsumraumes zum intravenösen Drogenkonsum mit selbst mitgebrachten Drogen, müssen die KlientInnen sich eingangs auf einer Warteliste bei den Fachkräften anmelden.

Der Konsumraum stellt 11 Plätze zur Verfügung. Wenn genügend Plätze vorhanden sind, abhängig vom Andrang der Klientel, darf der Klient diesen nach Aufruf betreten.

Jede Fach-, sowie Honorarkraft arbeitet lediglich eine Stunde pro Arbeitsschicht im Konsumraum aus verschiedenen Gründen wie folgt:

Es verlangt an hoher Professionalität, Aufmerksamkeit und Konzentration um im Konsumraum effektiv zu arbeiten. Bezüglich der Klientel muss die Fachkraft multiple Eigenschaften und Voraussetzungen erfüllen um dem Druck stand zu halten.

Der Mitarbeiter benötigt Verständnis für die allgemeine Lage der KlientInnen. Durchsetzungsvermögen sowie Empathie ist unabdingbar. Gerade in Stress-, Gewalt- und Notfallsituationen sind Flexibilität, Autorität sowie individuelles Handeln in Bezug auf den Einzelnen gefragt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Für den Konsumraum gibt es eine Hausordnung, welche besagt, dass das Herumlaufen mit offener Nadel verboten ist, sowie Dealen, lautes Herumschreien oder konsumierte Filter weiter zu reichen. Bei Regelverstößen kann ein Verbot des Betretens des Raumes ausgesprochen werden. Dieses sind mitunter die wichtigsten Regeln, jedoch nicht die einzigen.

Die Aufgaben der Fachkräfte im Konsumraum beziehen sich darauf, dass beim Betreten des Raums den KlientInnen gegen Pfand Venenstauer gestellt und Alkoholtupfer und Pflaster raus gegeben werden.

Im Konsumraum ist für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Die KlientInnen bekommen im Durchschnitt für den Konsumvorgang der Droge etwa 30 Minuten eingeräumt, danach haben sie ihre Plätze steril zu verlassen.

Falls durch eine Überdosierung ein Klient kollabiert, gibt es eine Notfallklingel, wodurch in kürzester Zeit eine zweite Fachkraft, meist eine Krankenschwester oder Arzthelferin, dazu stößt, um den KlientInnen in den Notfallraum zu transportieren, dessen Puls zu messen oder im äußersten Fall ihn zu beatmen. Tritt durch die Beatmung nach etwa 5 Minuten keine Besserung der Atmung auf, wird umgehend ein Krankenwagen sowie ein Notarzt alarmiert.

Bei der stündlichen Übergabe der Fachkräfte im Konsumraum vermag es einer kurzen Unterredung bzgl. eventueller Vorfälle, besonderer Ereignisse, Bedenken, Verhaltensweisen sowie Auffälligkeiten der KlientInnen.

Wenn der Fixpunkt schließt, müssen Cafeteria und Konsumraum desinfiziert werden. Es wird mit Einmalhandschuhen gearbeitet, da die Einrichtung besonderen hygienischen Bedingungen unterliegt. Die restlichen Räume werden aufgeräumt und ebenfalls sauber hinterlassen.

Abschließend wird im Büro nochmals eine kurze Nachbesprechung im Team durchgeführt. Jede Fachkraft hat dort die Möglichkeit besondere Ereignisse oder Vorfälle zu reflektieren bevor es in den Feierabend geht.

2. Notwendigkeit der Drogenkonsumräume für die Klientel

Im folgenden lernbereichsbezogenen Teil werde ich wissenschaftlich faktisch argumentativ belegen, warum KlientInnen unmissverständlich den Fixpunkt oder allumfassend „Konsumräume“ benötigen, um eine „unschädlichere“ Lebensqualität zu gewinnen. Mein Schwerpunkt der Arbeit bezieht sich auf die hochgradige Notwendigkeit von Drogenkonsumräumen für die KlientInnen. Ich möchte folgend diverse Einblicke über die „offene Drogenszene“ in all ihren sämtlichen Bereichen niederlegen.

Im Raum Hannover halten sich schätzungsweise 5000 bis 6000 intravenös konsumierende Drogenabhängige auf. Vor der Eröffnung des Fixpunktes, existierte ein immens hoher Andrang der Drogenabhängigen hinter dem Hauptbahnhof beim Café Connection bis in die Innenstadt von Hannover. Das Café Connection existiert bereits seit 15 Jahren in der Trivolistraße. Dieses ist ebenfalls eine niedrigschwellige Anlauf- und Beratungseinrichtung der STEP. Die Schwerpunkte der Einrichtung beziehen sich primär auf die sozialpädagogische Beratung und auf die psychosoziale Begleitung der Klientel für einen risikoreduzierten Konsum sowie auf eine Stabilisierung des Klientels um einen Einstieg zum Ausstieg zu ermöglichen. Ein Konsumraum ist allerdings nicht in der Einrichtung enthalten. Das Injizieren von Drogen wird um das Café Connection herum praktiziert[6].

2.1. Konventionelle Konsumbedingungen ohne Konsumraum

Die intravenös Konsumierenden injizieren sich auf Bahnhofstoiletten, Spielplätzen, Parkanlagen, in Abbruchshäusern, etc. ihren „Druck“. Jenes erfolgt unter stressvollen, unhygienischen und risikoreichen Bedingungen. Wasser wird aus Pfützen oder Toiletten in die Spritzen aufgezogen. Sterile Spritzen sowie Alkoholtupfer und Pflaster sind kaum erschwinglich. Anstelle von Löffeln, um das Heroin aufzukochen, müssen aufgeschnittene Dosen reichen. Unter Ruhelosigkeit, Aufregung, Angst und Hast wird das Injizieren vollbracht, wobei es zu Unfällen wie das Durchstechen der Venen kommt, wodurch sich Abszesse bilden. Blutvergiftungen und eine Ansteckung mit HIV, Hepatitis und Tuberkulose sind nicht auszuschließen[7].

Wie ich bereits schon kurz andeutete, kann man sich die Frage stellen, wieso die Klientel in derartigen Situationen nicht ins Krankenhaus oder zu einem Arzt geht?

Schädigungen dieser Art werden meist nicht behandelt, da die Drogenabhängigen einem anderen Tagesablauf Folge leisten. Das Konsultieren eines Arztes scheint schon undenkbar, da viele der Konsumenten nicht versichert sind und Ärzte „ Junkies “ als nicht wartezimmerfähig empfinden.

Nach einer Erläuterung des Begriffs der „offenen Drogenszene“, werde ich im Folgenden ihre negativen Auswirkungen auf die Gesellschaft darstellen.

2.2. Die „offene Drogenszene“

Die 150 bis 200 Drogenabhängigen am Hauptbahnhof und in der Innenstadt von Hannover charakterisieren die „ offene Drogenszene “. Viele der Drogenabhängigen sind obdachlos. Zum besseren Verständnis möchte ich den Begriff der so genannten „offenen Drogenszene“ erläutern.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Definition „offene Drogenszene“ entstand dadurch, dass sich Drogenabhängige harter Drogen in Städten - wie auch in Hannover - an bestimmten Treffpunkten nicht verdeckt hielten sondern sich zum Dealen und Konsumieren trafen. „Offen“ basiert darauf, dass augenscheinliche „ Junkies “, wie sie von der Gesellschaft abwertend betitelt werden, sich an öffentlichen Orten anhäufen um ihren kriminellen, jedoch lebensnotwendigen Abläufen Folge zu leisten[8] ,[9].

Das negative Erscheinungsbild der offenen Drogenszene wird anhand von zwei Sachverhalten deutlich. Zum einen durch den massiven Erkennungsgrad des Drogenkreises und zum anderen durch ihre Aufdringlichkeit der Gesellschaft gegenüber. Dieses macht sich erkennbar durch herumstehende Junkies, meist in Banden, expliziter und sichtbarer Drogenhandel und Drogenkonsum, herumliegende Injektionsspritzen, Drogenabhängige im unmittelbaren Bereich von Hauseingängen sowie Treppenfluren etc., bettelnde Drogenabhängige und geäußerte Angebote zum Drogenkauf[10].

[...]


[1] vgl. Schöneberg u.a. 2006, Seite 9

[2] vgl. Meyenberg u.a. 2000, Seite 14

[3] vgl. Schöneberg u.a. 2006, Seite 10

[4] vgl. STEP, siehe Anhang

[5] vgl. Betäubungsmittelgesetz, siehe Anhang

[6] vgl. Schöneberg u.a. 2006, Seite 7

[7] vgl. Hagemann, 2006

[8] vgl. Krausz u.a. 1999, Seite 63

[9] vlg. STEP, siehe Anhang

[10] vgl. Krausz u.a. 1999, Seite 63, 65,66

Ende der Leseprobe aus 38 Seiten

Details

Titel
Warum ist der Fixpunkt für die KlientInnen bedeutsam?
Untertitel
Menschen in besonderen Lebenslagen, dargestellt am Beispiel der Notwendigkeit und Benötigung von Konsumräumen für die Klientel
Hochschule
Hochschule Hannover
Note
1,3
Autor
Jahr
2006
Seiten
38
Katalognummer
V76809
ISBN (eBook)
9783638882040
ISBN (Buch)
9783638903745
Dateigröße
10195 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Warum, Fixpunkt, KlientInnen
Arbeit zitieren
Stefanie Erwig (Autor), 2006, Warum ist der Fixpunkt für die KlientInnen bedeutsam? , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76809

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