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Qualitätsmanagement. Chancen und Risiken für die Professionalisierung Sozialer Arbeit

Title: Qualitätsmanagement. Chancen und Risiken für die Professionalisierung Sozialer Arbeit

Seminar Paper , 2007 , 36 Pages , Grade: 1

Autor:in: Karolina Weber (Author)

Social Work
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Aufgrund von veränderten ökonomischen Rahmenbedingungen hat das Qualitätsmanagement auch Einzug in die Soziale Arbeit gehalten. In Zeiten knapper öffentlicher Mittel werden Forderungen nach Beurteilung der Fachlichkeit Sozialer Arbeit und der Bescheinigung ihrer Effektivität immer lauter. Institutionen der Sozialen Arbeit sehen sich zunehmend veranlasst, betriebswirtschaftliches Denken und Handeln in ihre Arbeit zu integrieren, um den Legitimationsansprüchen der Gesellschaft gerecht zu werden. Die Qualität der Leistungen muss gegenüber den Leistungs- beziehungsweise Kostenträgern objektiviert und in ihrer Umsetzung inhaltlich konkret definiert werden. Dabei sollen alle Möglichkeiten zur Kostendämpfung ausgeschöpft werden, zugleich sollen aber auch qualitative Mindeststandards eingehalten werden. Eine Beschneidung hinsichtlich der sozialarbeiterischen Handlungsautonomie wird von der Profession befürchtet. Dies zeigt ein Spannungsverhältnis auf, mit dem die Profession konfrontiert ist. Welche Chancen und Risiken sind damit für die Professionalisierung Sozialer Arbeit verbunden?
In der Fachdiskussion wird oft, wenn über Risiken und Chancen von Qualitätsmanagement-Systemen auf die Professionalisierung von Sozialer Arbeit gesprochen wird, von „Qualitätsmanagement“ gesprochen. Qualitätsmanagement ist aber nicht gleich Qualitätsmanagement. Hinter diesem Begriff verstecken sich unterschiedliche Konzepte, die unterschiedliche Merkmale aufweisen und sich unterschiedlich auf die Professionalisierung Sozialer Arbeit auswirken. Eine differenzierte Auseinandersetzung der Chancen und Risiken auf die Professionalisierung Sozialer Arbeit bezogen auf die unterschiedlichen Konzepte sind kaum zu finden.
Ziel dieser Arbeit ist es, Chancen und Risiken der wichtigsten Qualitätsmanagement-Systeme bezogen auf die Professionalisierung Sozialer Arbeit zu diskutieren. Dabei wird auf vier Verfahren eingegangen, die man gemäss Merchel (vgl. 2001, S. 52) als konzeptionelle Grundmuster von Qualitätsmanagement-Modellen betrachten kann: Qualitätsmanagement nach DIN EN ISO 9000 ff., ein von der European Foundation for Quality Management (EFQM) entwickeltes Konzept, Benchmarking und interne Evaluation.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Professionalisierung Sozialer Arbeit

2.1 Begriffsklärung

2.2 Die aktuelle Professionalisierungsdebatte

2.3 Die strukturtheoretische Professionalisierungsperspektive

2.3.1 Der Ansatz von Ulrich Oevermann

2.3.2 Der Ansatz von Bernd Dewe

3 Qualitätsmanagement

3.1 Zu den Begriffen „Qualität“ und „Qualitätsmanagement“

3.2 Verfahren und Methoden des Qualitätsmanagements

3.2.1 DIN EN ISO 9000 ff.

3.2.2 EFQM

3.2.3 Benchmarking

3.2.4 Interne Evaluation

4 Chancen und Risiken der Qualitätsmanagement-Modelle für die Professionalisierung Sozialer Arbeit

4.1 Nicht-Standardisierbarkeit professionellen Handelns

4.2 Autonomie der Professionellen

4.4 Deklaratives und prozeduales Wissen

4.5 Fähigkeit zur Reflexivität

5 Zusammenfassung

6 Literatur

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Ziel der Arbeit ist es, die Auswirkungen verschiedener Qualitätsmanagement-Systeme auf die Professionalisierung der Sozialen Arbeit kritisch zu analysieren, um das Spannungsfeld zwischen ökonomischem Legitimationsdruck und fachlicher Handlungsautonomie zu untersuchen.

  • Strukturtheoretische Perspektiven der Professionalisierung nach Oevermann und Dewe.
  • Differenzierte Analyse von vier Qualitätsmanagement-Verfahren (ISO, EFQM, Benchmarking, interne Evaluation).
  • Diskussion der Chancen und Risiken hinsichtlich der Standardisierbarkeit professionellen Handelns.
  • Untersuchung des Einflusses auf die Autonomie und Reflexivität sozialpädagogischer Fachkräfte.
  • Bewertung der Eignung spezifischer Modelle für die Soziale Arbeit.

Auszug aus dem Buch

3.2.1 DIN EN ISO 9000 ff.

Beim Qualitätsmanagement nach der Normenfamilie DIN EN ISO 9000 ff. handelt es sich um ein Vorgehen, bei dem man anhand eines Leitfadens mit 20 vorgeschriebenen Elementen, die Ablaufprozesse in einer Organisation beleuchtet und bewertet. Die Normenfamilie „ISO 9000 bis 9004“ wurde von der International Organization for Standardization (ISO) gegründet. Die Basis einer Begutachtung (Zertifizierung) durch eine unabhängige Zertifizierungsstelle, welche bei einer positiven Prozessbeurteilung ein entsprechendes Zertifikat übergibt, ist das Qualitätsmanagement-Handbuch. Darin beschrieben sind die Qualitätskriterien für die Ablaufprozesse und der Nachweis, dass mithilfe dieses Handbuchs die Prozesse in der Organisation überprüft sowie aus dieser Überprüfung Konsequenzen gezogen worden sind. Qualitätsmanagement nach DIN EN ISO 9000 ff. ist jedoch nicht von einer Zertifizierung abhängig, es kann auch ohne eine externe Bewertung ausgeübt werden.

Die 20 Elemente, die den Leistungsprozess vollständig zu erfassen beanspruchen, wurden anfänglich für industrielle Produktion geschaffen (Prozess der Herstellung und Vertrieb der Produkte). Inzwischen liegt mit der Norm 9004 auch ein Leitfaden für den Dienstleistungssektor vor. Es werden keine speziell für den Dienstleistungsbereich gültigen Normen vorgegeben, sondern es besteht eine Anleitung für die Übertragung des Normensystems auf Dienstleistungen. Wie die inhaltliche Ausgestaltung aussieht, bleibt im Ermessen der Organisation.

Zweck der Normenreihe ist die Qualitätssicherung. Die Anwendung standardisierter Verfahren soll bei den Abnehmern der Produkte oder der Leistungen die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass sie qualitativ gute Produkte beziehungsweise Leistungen erhalten. Allerdings richtet sich diese Methode nicht direkt auf die Qualität von Produkten und Dienstleistungen, also nicht auf das Ergebnis, sondern ausschliesslich auf die Ablaufprozesse. Jedoch geht man davon aus, dass eine Einhaltung der Qualitätsmassstäbe für die Prozesse auch am Ende die Wahrscheinlichkeit eines guten Produktes erhöht.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung stellt das Spannungsfeld zwischen ökonomischen Rahmenbedingungen, dem Druck zur Effektivitätsprüfung und der Wahrung sozialarbeiterischer Handlungsautonomie dar.

2 Professionalisierung Sozialer Arbeit: Dieses Kapitel erörtert theoretische Ansätze zur Professionalisierung, insbesondere die strukturtheoretische Perspektive nach Oevermann und Dewe, und differenziert zwischen Professionalisierung und Professionalität.

3 Qualitätsmanagement: Hier werden die Begriffe Qualität und Qualitätsmanagement definiert und vier methodische Grundmuster (DIN EN ISO, EFQM, Benchmarking, interne Evaluation) für die Soziale Arbeit vorgestellt.

4 Chancen und Risiken der Qualitätsmanagement-Modelle für die Professionalisierung Sozialer Arbeit: Das Kapitel diskutiert, wie sich die verschiedenen QM-Modelle auf die Nicht-Standardisierbarkeit, Autonomie, das Fachwissen und die Reflexivität in der Sozialen Arbeit auswirken.

5 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert, dass die interne Evaluation für die Soziale Arbeit die meisten Chancen bietet, da sie den spezifischen Anforderungen am besten gerecht wird.

6 Literatur: Auflistung der im Werk verwendeten wissenschaftlichen Fachliteratur und Quellen.

Schlüsselwörter

Qualitätsmanagement, Soziale Arbeit, Professionalisierung, Professionalität, strukturtheoretischer Ansatz, Ulrich Oevermann, Bernd Dewe, DIN EN ISO 9000 ff., EFQM, Benchmarking, interne Evaluation, Handlungsautonomie, Reflexivität, Standardisierung, soziale Dienstleistungen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der Einführung betriebswirtschaftlicher Qualitätsmanagement-Systeme und der professionellen Autonomie in der Sozialen Arbeit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit befasst sich mit Professionalisierungstheorien, verschiedenen Qualitätsmanagement-Modellen und deren Auswirkungen auf die Qualität und Praxis der Sozialen Arbeit.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Chancen und Risiken der wichtigsten Qualitätsmanagement-Systeme im Hinblick auf die Professionalisierung Sozialer Arbeit zu diskutieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine theoretische Auseinandersetzung auf Basis der strukturtheoretischen Professionalisierungsperspektive (nach Oevermann und Dewe) gewählt, um die QM-Modelle kritisch zu analysieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der theoretischen Professionalisierungsansätze, die Erläuterung der QM-Modelle und die abschließende kritische Analyse hinsichtlich Autonomie, Reflexivität und Standardisierung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Qualitätsmanagement, Soziale Arbeit, Professionalisierung, Autonomie, Reflexivität und strukturtheoretischer Ansatz.

Warum wird Soziale Arbeit laut Oevermann als nicht professionalisierbar eingestuft?

Oevermann begründet dies mit der fehlenden Freiwilligkeit im Verhältnis zwischen Professionellen und Klienten, gesetzlichen Auflagen und der bürokratischen Rationalität, die das professionelle Handeln einschränken.

Inwiefern unterscheidet sich die interne Evaluation von anderen QM-Systemen?

Sie ist am wenigsten standardisiert, stärker mitarbeiterzentriert und erlaubt eine zielgenaue Anpassung an die spezifischen Bedingungen der jeweiligen Institution.

Welches Risiko bergen DIN ISO und EFQM laut der Arbeit?

Beide Systeme bergen die Gefahr einer Bürokratisierung und die Entwicklung einer unreflektierten „Checklisten-Rationalität“, welche die professionelle Handlungsflexibilität behindern kann.

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Details

Title
Qualitätsmanagement. Chancen und Risiken für die Professionalisierung Sozialer Arbeit
College
University of Zurich  (Pädagogisches Institut)
Course
Kolloquium
Grade
1
Author
Karolina Weber (Author)
Publication Year
2007
Pages
36
Catalog Number
V76817
ISBN (eBook)
9783638823692
ISBN (Book)
9783640207183
Language
German
Tags
Qualitätsmanagement Chancen Risiken Professionalisierung Sozialer Arbeit Kolloquium
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Karolina Weber (Author), 2007, Qualitätsmanagement. Chancen und Risiken für die Professionalisierung Sozialer Arbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76817
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