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Ostdeutsche Frauen auf dem Arbeitsmarkt - Vergleich zur DDR

Title: Ostdeutsche Frauen auf dem Arbeitsmarkt - Vergleich zur DDR

Seminar Paper , 2002 , 23 Pages , Grade: 2

Autor:in: Robert Nemitz (Author)

Sociology - Relationships and Family
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Summary Excerpt Details

Das Thema der folgenden Arbeit ist die Situation ostdeutschen Frauen auf dem Arbeitsmarkt. Der erste Teil untersucht die Situation der Frauen in der ehemaligen DDR unter dem Gesichtspunkt der Erwerbstätigkeit. Berufstätigkeit der Frau war in der DDR selbstverständlich. 91 Prozent der Frauen waren erwerbstätig. Die Vereinbarkeit zwischen Beruf und Familie wurde als selbstverständlich angesehen. Die DDR-Frau musste verschieden soziale Rollen gleichzeitig meistern.
Die Deutsche Einheit 1990 eröffnete für die Frauen neue berufliche Perspektiven. Der Neuanfang brachte aber auch Probleme, wie Arbeitslosigkeit mit sich. Arbeitslosigkeit traf die ostdeutschen Frauen völlig überraschend. Innerhalb von zwei Jahren wurden im Osten fast 3,7 Millionen Arbeitsplätze abgebaut. Auch heute noch ist die Frauenarbeitslosigkeit im Osten sehr hoch.
Im zweiten Teil der Hausarbeit wird neben dem Problem der Arbeitslosigkeit, die Erwerbstätigkeit, die Teilzeitarbeit, die Erwerbsorientierung von Frauen und die Vereinbarkeit der Frau zwischen Beruf und Familie untersucht. Dabei können Unterschiede zwischen Ost und West festgestellt werden. Das Leitbild der erwerbstätigen Frau, welches von den Frauen in der DDR als Norm verinnerlicht wurde, ist auch 6 Jahre nach der Deutschen Einheit deutlich erkennbar. Deutliche Differenzen gibt es auch in der Frage der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Im Westen überwiegt insgesamt die Einstellung, dass Frauen zugunsten der Kindererziehung längere Zeit auf die Berufstätigkeit verzichten sollten. Dagegen im Osten ist die Akzeptanz einer berufstätigen Mutter wesentlich ausgeprägter.
Die Analyse im zweiten Teil erfolgte auf Basis amtlicher Statistiken wie zum Beispiel die Studie „Gleichberechtigung von Frauen und Männern“, herausgegeben vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der Zweite Frauenreport des Landes Brandenburgs und Untersuchungen des Sozialwissenschaftliche Forschungszentrum Berlin-Brandenburg e.V..
Da sich nach der deutschen Vereinigung unterschiedliche Entwicklungen in West- und Ostdeutschland beobachten lassen, präsentiert der vorliegende Bericht die Daten nicht nur jeweils nach Geschlecht differenziert, sondern auch gesondert für Ostdeutschland und Westdeutschland.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Frauen in der DDR

1.1. Ein historischer Exkurs

1.2. Arbeitsteilung in der DDR – eine weibliche Degradierung

2. Situation ostdeutsche Frauen nach der Deutschen Einheit

2.1. Arbeitslosigkeit

2.2. Erwerbstätigkeit

2.3. Teilzeitarbeit

2.4. Erwerbsorientierung von Frauen

2.5. Entscheidung der Frau für Beruf und/oder Familie

3. Zusammenfassung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Situation ostdeutscher Frauen auf dem Arbeitsmarkt im Vergleich zur ehemaligen DDR. Im Zentrum steht die Analyse, wie sich die Arbeits- und Lebensbedingungen nach der deutschen Wiedervereinigung verändert haben und inwieweit das in der DDR verinnerlichte Leitbild der erwerbstätigen Frau in der neuen sozialen Marktwirtschaft fortbesteht.

  • Historischer Kontext der Frauenarbeit und Arbeitsteilung in der DDR
  • Strukturelle Auswirkungen der deutschen Einheit auf die Erwerbsbiografien ostdeutscher Frauen
  • Analyse der Frauenarbeitslosigkeit und der veränderten Beschäftigungsformen (Teilzeit)
  • Vergleich der Vereinbarkeit von Beruf und Familie in Ost- und Westdeutschland
  • Untersuchung der Werthierarchien und Erwerbsorientierung ostdeutscher Frauen

Auszug aus dem Buch

1.1. Ein Historischer Exkurs

Die Einbeziehung der Frauen in die gesellschaftliche Berufstätigkeit, galt seit Gründung der DDR als der wichtigste und fundamentalste Schritt auf dem Wege zur Gleichberechtigung. Der Mangel an Arbeitskräften sollte auf diese Weise behoben werden. Ideologisch wurde diese Politik mit der Berufung auf die Klassiker des Marxismus begründet, wonach die Befreiung des weiblichen Geschlechts nur durch seine Eingliederung in den Produktionsprozess erfolgen könne.

In der DDR wurde die Erwerbstätigkeit gewünscht bzw. verordnet und galt als Voraussetzung für die Emanzipation der Frau. Die typisch sozialistische Frau stand selbst an der Werkbank, nebenbei erzog sie die Kinder und begann noch ein Abendstudium. Dank der Hilfe des Staates war dies kein Problem. Soziale Einrichtungen wie Kinderkrippen und Kindergärten waren die Voraussetzung für die Berufstätigkeit der Frau, weil sie ohne Sorge um die Kinder ihrer Arbeit nachgehen konnte.

In der Verfassung der DDR war die Gleichberechtigung der Frau und die Förderung von Frauen in Beruf und Gesellschaft verankert. Maßnahmen zum Schutz der Frau und Mutter waren z. B. Schwangerschafts- und Wochenurlaub, Hausarbeitstag, erhöhter Grundurlaub für vollbeschäftigte Mütter, bezahlte Freistellung nach dem Wochenurlaub, Recht auf freie Berufswahl, Zugang zu höherer Bildung usw. Frauen dominierten in Berufen des Handels, Gesundheitswesens, der Volksbildung und im Dienstleistungsbereich. Traditionelle "Männerberufe" in der Industrie wurden in immer stärkerem Maße von Frauen ausgeübt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Frauen in der DDR: Dieses Kapitel erläutert den historischen Kontext, in dem Frauenarbeit als Voraussetzung für Emanzipation und zur Bewältigung des Arbeitskräftemangels ideologisch verankert und praktisch umgesetzt wurde.

1.1. Ein historischer Exkurs: Hier werden die verfassungsrechtlichen Grundlagen und sozialen Rahmenbedingungen wie staatliche Kinderbetreuung beschrieben, die eine flächendeckende Erwerbstätigkeit von Frauen in der DDR ermöglichten.

1.2. Arbeitsteilung in der DDR – eine weibliche Degradierung: Das Kapitel analysiert die segmentierte Arbeitsmarktstruktur und die strukturelle Zweitrangigkeit von Frauen trotz der formalen Gleichstellung.

2. Situation ostdeutsche Frauen nach der Deutschen Einheit: Dieses Hauptkapitel untersucht die radikalen gesellschaftlichen Umbrüche und deren ökonomische Folgen für die weibliche Erwerbsbevölkerung nach 1990.

2.1. Arbeitslosigkeit: Die Auswirkungen der Transformation auf den Arbeitsmarkt und die überproportionale Betroffenheit von Frauen durch den Stellenabbau werden hier analysiert.

2.2. Erwerbstätigkeit: Das Kapitel vergleicht die strukturellen Entwicklungen der weiblichen Erwerbsquote und Berufsverteilung zwischen den alten und neuen Bundesländern.

2.3. Teilzeitarbeit: Hier wird untersucht, inwieweit Teilzeitarbeit als notwendige Reaktion auf den Arbeitsmarkt oder als bewusste Wahl zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf genutzt wird.

2.4. Erwerbsorientierung von Frauen: Das Kapitel beleuchtet das fortbestehende Leitbild der berufstätigen Frau und deren Stellenwert in der persönlichen Werthierarchie der Brandenburgerinnen.

2.5. Entscheidung der Frau für Beruf und/oder Familie: Hier werden die unterschiedlichen Einstellungen zur Vereinbarkeit von Beruf und Mutterschaft in Ost- und Westdeutschland gegenübergestellt.

3. Zusammenfassung: Dieses Kapitel resümiert, dass ostdeutsche Frauen auch zehn Jahre nach der Wiedervereinigung an dem Modell der Vollzeiterwerbstätigkeit festhalten und sich deutlich vom westlichen Familienmodell abgrenzen.

Schlüsselwörter

DDR, Frauenarbeit, Arbeitsmarkt, Deutsche Einheit, Erwerbstätigkeit, Gleichberechtigung, Arbeitslosigkeit, Teilzeitarbeit, Vereinbarkeit, Familie, Erziehungsurlaub, Sozialismus, Transformation, berufstätige Mutter, Frauenleitbild

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Situation von Frauen auf dem ostdeutschen Arbeitsmarkt im historischen Vergleich zur DDR und beleuchtet, wie sich die Bedingungen nach der Wiedervereinigung verändert haben.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zu den Kernbereichen zählen die Erwerbstätigkeit in der DDR, die Auswirkungen der Arbeitslosigkeit nach der Wende, die Bedeutung von Teilzeitarbeit und die gesellschaftlichen Vorstellungen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, aufzuzeigen, wie ostdeutsche Frauen trotz der radikalen Umbrüche nach 1990 an ihrem verinnerlichten Leitbild der erwerbstätigen Frau festhalten und welche Unterschiede zu westdeutschen Einstellungen bestehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Die Autorin stützt sich primär auf die Auswertung amtlicher Statistiken und sozialwissenschaftlicher Studien, wie etwa des Zweiten Frauenreports des Landes Brandenburg sowie Berichte des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Welche Aspekte stehen im Hauptteil der Arbeit im Vordergrund?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die quantitativen und qualitativen Veränderungen des Arbeitsmarktes, insbesondere auf die hohe Arbeitslosenquote, die Entwicklung der Teilzeitbeschäftigung und die veränderte soziale Infrastruktur der Kinderbetreuung.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind DDR-Frauenleitbild, Transformation, Arbeitsmarktsegmentierung, Erwerbsorientierung, Vereinbarkeitsproblematik und soziale Marktwirtschaft.

Wie unterscheidet sich die Haltung zur Erwerbstätigkeit zwischen Ost und West heute?

Während im Westen häufiger die Auffassung überwiegt, dass Frauen zugunsten der Kindererziehung längere Zeit beruflich pausieren sollten, ist im Osten die Akzeptanz einer berufstätigen Mutter deutlich ausgeprägter.

Welche spezifischen Probleme entstanden laut der Arbeit für ostdeutsche Frauen nach der Wende?

Neben der hohen Arbeitslosigkeit durch den Wegfall ganzer Industriezweige wird besonders die Verschlechterung der sozialen Infrastruktur, wie die Reduzierung der Kinderbetreuungsangebote, als großes Hindernis für den Wiedereinstieg in den Beruf hervorgehoben.

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Details

Title
Ostdeutsche Frauen auf dem Arbeitsmarkt - Vergleich zur DDR
College
University of Potsdam  (Sozialwissenschaftliche Fakultät)
Course
Soziologie der Geschlechterverhähltnisse
Grade
2
Author
Robert Nemitz (Author)
Publication Year
2002
Pages
23
Catalog Number
V7683
ISBN (eBook)
9783638148535
Language
German
Tags
Frauen auf dem Arbeitsmarkt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Robert Nemitz (Author), 2002, Ostdeutsche Frauen auf dem Arbeitsmarkt - Vergleich zur DDR, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/7683
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