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Das Passiv wird unterschätzt

Formen und Funktionen des Passivs im Deutschen

Titre: Das Passiv wird unterschätzt

Exposé Écrit pour un Séminaire / Cours , 2006 , 18 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Florian Zerfaß (Auteur)

Philologie Allemande - Linguistique
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Unter deutschen Sprachstilisten hat das Passiv einen schweren Stand - sie raten von der Verwendung dieser Verbform ab.

Wolf Schneider etwa geißelt das Passiv als eine "späte, künstliche, gleichsam entmenschlichte Form des Verbs".

In dieser Arbeit werden die Formen und Funktionen des Passivs im Deutschen beschrieben und anhand der Analyse von Beispielsätzen demonstriert. Dies führt zur Unterstützung der Gegenthese, wonach das Passiv keineswegs zu verdammen ist, sondern die kommunikativen Möglichkeiten sinnvoll durch das Passiv sinnvoll ergänzt und erweitert werden.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Formen des Passivs

2.1 Syntaktische Funktionen und thematische Rollen

2.2 Funktionen des Passivs

3. Analyse von Beispielsätzen

4. Schlussbemerkungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Passiv im Deutschen, um der verbreiteten negativen Sichtweise, insbesondere der Kritik durch Sprachstilisten wie Wolf Schneider, entgegenzutreten. Ziel ist es, die verschiedenen Passivformen und ihre vielfältigen Funktionen darzulegen und anhand konkreter Beispiele aufzuzeigen, unter welchen Bedingungen der Gebrauch des Passivs sinnvoll, ökonomisch und stilistisch elegant sein kann.

  • Formen des Passivs (Vorgangs-, Zustands- und Rezipientenpassiv)
  • Syntaktische Funktionen und thematische Rollen
  • Funktionen des Passivs bei der Informationsstruktur
  • Vorteile des Passivs zur Redundanzvermeidung und Perspektivwahl
  • Analyse und Kritik der Stilistik des Passivs

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Bei den deutschen Sprach-Stilisten hat das Passiv einen schweren Stand. Die meisten Sprachlehrer nehmen das Passiv ins Visier und unterscheiden sich dabei nur in der Wahl des Kalibers. So werben manche Sprachstilisten in sachlichem Ton für das Aktiv als die bessere, weil leichter verständliche Verbform. Mit Vehemenz dagegen verteufelt Wolf Schneider das Passiv – in seiner Stilkunde Deutsch für Kenner betitelt er ein Kapitel mit „Verben: Die Königswörter“, nimmt aber die Passiv-Form explizit aus. Ihr widmet Schneider das Unterkapitel „Das leidige Passiv“ und verdammt sie dort als „späte, künstliche, gleichsam entmenschlichte Form des Verbs“ (Schneider 2005: 71).

Nicht umsonst, argumentiert Schneider, kommt das Passiv im Deutschen erheblich seltener vor als das Aktiv – in der Dichtung stehen 1,5 Prozent der Sätze im Passiv, in wissenschaftlichen Werken 6,7 Prozent, in der Trivialliteratur 1,2 Prozent. Selbst in Gebrauchsanweisungen oder Kochbüchern, die verhältnismäßig viele Passivformen enthalten, kommt es nur auf 10,5 Prozent (vgl. Schneider 2005: 71).

Schneiders pauschaler Verdammung des Passivs möchte ich mich indes nicht anschließen. In der vorliegenden Arbeit werde ich stattdessen zeigen, welche Passivformen es im Deutschen gibt und welche Funktionen sie haben. Anschließend werde ich anhand einiger Beispielsätze demonstrieren, welche Vorteile das Passiv gegenüber der Aktiv-Form hat.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung der Problematik des Passivgebrauchs im Deutschen sowie kritische Auseinandersetzung mit der Position namhafter Sprachstilisten.

2. Formen des Passivs: Systematische Einführung in das Vorgangspassiv, Zustandspassiv und Rezipientenpassiv sowie deren syntaktische Einordnung.

2.1 Syntaktische Funktionen und thematische Rollen: Detaillierte Darstellung der Zuordnung von Agens, Patiens und Rezipient zu syntaktischen Funktionen im Aktiv und den verschiedenen Passivformen.

2.2 Funktionen des Passivs: Erläuterung der kommunikativen und textstrukturellen Leistungen des Passivs, wie Perspektivwechsel, Agenstilgung und Informationssteuerung.

3. Analyse von Beispielsätzen: Praktische Veranschaulichung der theoretischen Erkenntnisse anhand verschiedener authentischer Anwendungsbeispiele aus Medien und Gesetzestexten.

4. Schlussbemerkungen: Zusammenfassende Verteidigung des Passivs als eigenständige, sinnvolle Verbform und Widerlegung der pauschalen Kritik an dessen Verwendung.

Schlüsselwörter

Passiv, Deutsche Sprache, Vorgangspassiv, Zustandspassiv, Rezipientenpassiv, Genus verbi, Diathesen, Agenstilgung, Informationsstruktur, funktionale Satzperspektive, Wolf Schneider, Grammatik, Sprachstil, Syntax, Verbalkategorien

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht das Passiv in der deutschen Sprache, um den häufig geäußerten Vorwurf, das Passiv sei eine minderwertige oder überflüssige Verbform, kritisch zu hinterfragen und zu widerlegen.

Was sind die zentralen Themenfelder dieser Untersuchung?

Zentral sind die formale Definition verschiedener Passivarten, deren syntaktische Funktionen, ihre Bedeutung für die Informationsstruktur von Texten sowie ihre stilistische Verwendung im Vergleich zum Aktiv.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Nutzen des Passivs nachzuweisen und aufzuzeigen, dass der gezielte Wechsel zwischen Aktiv und Passiv die Verständlichkeit, Ökonomie und Eleganz eines Textes erhöhen kann.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor stützt sich auf eine theoretische Fundierung durch bekannte Grammatiken und stilistische Fachliteratur sowie auf eine praktische Analyse ausgewählter Beispielsätze aus der Presse und Gesetzestexten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Formen des Passivs (Vorgangs-, Zustands- und Rezipientenpassiv) definiert, gefolgt von einer detaillierten Erläuterung der Funktionen und einer anschließenden Analyse von Beispielen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Passiv, Grammatik, funktionale Satzperspektive, Agenstilgung, Sprachstil und Diathesen beschreiben.

Welche Argumente führt der Autor gegen die Kritik von Wolf Schneider an?

Der Autor argumentiert, dass das Passiv kein Mittel zur bloßen Verschleierung ist, sondern eine eigenständige, hochfunktionale Form, die Perspektivwechsel erlaubt und Redundanz vermeidet.

Warum ist die Unterscheidung zwischen Vorgangs-, Zustands- und Rezipientenpassiv wichtig?

Diese Unterscheidung ist notwendig, da jede Form spezifische syntaktische Veränderungen vornimmt und unterschiedliche kommunikative Zwecke erfüllt, wie etwa die Fokussierung auf einen Zustand oder den Rezipienten einer Handlung.

Welche Rolle spielt die "Informationsstruktur" bei der Verwendung des Passivs?

Das Passiv ermöglicht es, bekannte Informationen als Thema an den Satzanfang zu stellen und neue, rhematische Informationen nach hinten zu verlagern, was den glatten Textfluss und die Informationssteuerung unterstützt.

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Résumé des informations

Titre
Das Passiv wird unterschätzt
Sous-titre
Formen und Funktionen des Passivs im Deutschen
Université
Johannes Gutenberg University Mainz  (Deutsches Institut)
Cours
Thematisches Proseminar
Note
1,0
Auteur
Florian Zerfaß (Auteur)
Année de publication
2006
Pages
18
N° de catalogue
V76881
ISBN (ebook)
9783638823838
ISBN (Livre)
9783640616220
Langue
allemand
mots-clé
Passiv Formen Funktionen Verwendung
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Florian Zerfaß (Auteur), 2006, Das Passiv wird unterschätzt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76881
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Extrait de  18  pages
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