Angesichts nicht deutlich genug steigender wirtschaftlicher Wachstumsraten und steigender Arbeitslosenzahlen- so meldet das statistische Bundesamt für Februar 2005 eine Arbeitslosenquote von 12,6% - werden die zu ergreifenden wirtschaftpolitischen Maßnahmen kontrovers diskutiert. Im Rahmen des Themas meiner Hausarbeit werden die beiden Hauptrichtungen zur Erreichung wirtschaftlichen Wachstums und damit zu einer Erhöhung von Einkommen und Beschäftigung über Investitionen dargestellt.
Die Schwankungen der Investitionsausgaben haben einen großen Anteil an der Veränderung des Bruttoinlandsprodukts und bilden deshalb eine konjunkturpolitische Schlüsselgröße. Diese werden durch den Multiplikator- und Akzeleratorprozess, den die Verfasserin in einem späteren Kapitel dieser Arbeit erläutern wird, um ein Vielfaches verstärkt. Investitionen beeinflussen zudem maßgeblich die zukünftigen Produktionsmöglichkeiten (=Kapazitätseffekt).
Aus diesem Grund sind Investitionen von immanent großer Bedeutung für das gesamtwirtschaftliche Einkommen und die Beschäftigung.
Zunächst wird eine Definition der Investition vorgenommen. In einem zweiten Schritt wird auf die Bedeutung der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage für Volkseinkommen und Beschäftigung eingegangen. Das nächste Kapitel beschäftigt sich mit der angebotsorientierten Wachstumstheorie. Es folgen einige abschließende Betrachtungen zum Wachstum.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition der Investition
3. Die Bedeutung der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage für Volkseinkommen und Beschäftigung
3.1 Gleichgewicht auf dem Gütermarkt
3.2 Die Keynesianische Beschäftigungspolitik
3.3 Geplante und realisierte Ersparnisse und Investitionen
3.4 Multiplikator
3.4.1 Investitionsmultiplikator (hierzu: Schaubild 3 im Anhang)
3.4.2 Staatsausgabenmultiplikator
3.5 Investitionsfunktion
3.6 Akzelerator
3.7 Kritik am Multiplikator und Akzelerator
3.8 Postkeynesianische Wachstumstheorie
4. Angebotsorientierte Wirtschafts- und Konjunkturpolitik für Volkseinkommen und Beschäftigung
4.1 Kritik an der angebotsorientierten Wachstumstheorie
5. Schlussbetrachtung
Zielsetzung und Themenbereiche
Die Arbeit untersucht die fundamentale Bedeutung von Investitionen für das gesamtwirtschaftliche Einkommen und die Beschäftigung. Dabei wird analysiert, wie Investitionen durch Multiplikator- und Akzeleratorprozesse wirken und welche Rolle sowohl die nachfrageorientierte als auch die angebotsorientierte Wirtschaftspolitik bei der Förderung von Wachstum und Beschäftigung einnehmen.
- Grundlagen der Investitionsdefinition und Kapitalbildung
- Die Keynesianische Beschäftigungspolitik und die Rolle des Staates
- Mechanismen des Multiplikator- und Akzeleratoreffekts
- Kritische Würdigung der nachfrageorientierten Theorie
- Elemente und Kritik der angebotsorientierten Wirtschaftspolitik
Auszug aus dem Buch
3.6 Akzelerator
(hierzu: Schaubild 4 und 5 im Anhang)
Eine hohe Nachfrage nach Konsumgütern ist ein weiterer Anreiz für Unternehmen zu investieren. Der umgekehrte Fall wird Unternehmer von Investitionstätigkeiten abhalten. Das Akzelerationsprinzip lautet I = f (∆C). Demnach ist die Nachfrage nach Investitionsgütern von der Veränderung der Konsumgüternachfrage abhängig. Die Funktion lautet: I = β * ∆C.
Der Koeffizient β wirkt wie ein Beschleuniger. Eine kleine Zunahme der Konsumnachfrage löst bei β>1 ein Vielfaches an Investitionsnachfrage aus. Nur solange die Investitionen steigen, steigt die Konsumgüternachfrage. Wenn die Zuwachsraten kleiner werden, bewirkt dies einen absoluten Rückgang der Investitionen. Demnach reagiert die Investitionstätigkeit sehr empfindlich auf eine Veränderung der Konsum-nachfrage.
In Kapitel 3.4 wurde dargestellt, dass eine erhöhte Investitionsnachfrage eine Einkommenserhöhung um deren Betrag mit sich bringt. Die Einkommenserhöhung bringt eine steigende Konsumneigung der Haushalte mit sich, welche wiederum die gesamtwirtschaftliche Nachfrage und das Volkseinkommen über den Betrag der ursprünglichen Mehrausgabe anwachsen lässt. Der Multiplikatorprozess wird durch den Akzeleratoreffekt noch verstärkt, da die Investitionsnachfrage aufgrund der Erhöhung des Volkseinkommens und des Konsums ansteigt. Laut Siebert schaukeln sich Multiplikator und Akzelerator also gegenseitig in die Höhe.
„Multiplikatorprozess und Akzeleratoreffekt gelten als wesentliche Bestimmungsgründer für die Konjunkturschwankungen, und sie bieten gleichzeitig für die Wirtschaftspolitik eine Chance, diese Schwankungen bereits mit relativ kleinen Änderungen der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage dämpfen zu können.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert den Einfluss von Investitionen auf das Wirtschaftswachstum und die Beschäftigungslage vor dem Hintergrund wirtschaftspolitischer Herausforderungen.
2. Definition der Investition: Dieses Kapitel erläutert die ökonomische Definition der Investition als Erhöhung des physischen Kapitalstocks und stellt den Zusammenhang zwischen Sparen und Investieren her.
3. Die Bedeutung der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage für Volkseinkommen und Beschäftigung: Dieser Hauptteil analysiert die Faktoren, die das Gleichgewicht auf dem Gütermarkt bestimmen, und erläutert detailliert den Multiplikator- und Akzeleratorprozess sowie die Postkeynesianische Wachstumstheorie.
4. Angebotsorientierte Wirtschafts- und Konjunkturpolitik für Volkseinkommen und Beschäftigung: Hier werden die theoretischen Grundlagen des angebotsorientierten Ansatzes, wie das Saysche Theorem und die Deregulierung, sowie die Kritik daran dargelegt.
5. Schlussbetrachtung: Das Kapitel fasst die Bedeutung von Investitionen als Hebel der Wirtschaftspolitik zusammen und konstatiert den weltweiten Trend hin zur neoklassischen Richtung.
Schlüsselwörter
Investitionen, Volkseinkommen, Beschäftigung, Multiplikator, Akzelerator, Nachfragesteuerung, Keynesianismus, Angebotsorientierung, Gütermarkt, Kapitalbildung, Konjunkturpolitik, Wachstumstheorie, Sparen, Konsumnachfrage, Wirtschaftswachstum
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die zentrale Rolle von Investitionen für das Wachstum des gesamtwirtschaftlichen Einkommens und die Stabilisierung der Beschäftigungssituation.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die Keynesianische Theorie, Mechanismen zur Nachfragesteuerung, die Wirkungsweise von Multiplikatoren und Akzeleratoren sowie die angebotsorientierte Wirtschaftspolitik.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen Investitionstätigkeiten und dem gesamtwirtschaftlichen Erfolg zu verdeutlichen und die politischen Ansätze zur Wachstumsförderung kritisch zu beleuchten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Gegenüberstellung volkswirtschaftlicher Modelle sowie einer Auswertung der gängigen makroökonomischen Literatur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich dem Gütermarktgleichgewicht, der Keynesianischen Beschäftigungspolitik, den mathematischen Konzepten von Multiplikator und Akzelerator sowie der Kritik an diesen Ansätzen und der angebotsorientierten Theorie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Investitionen, Multiplikator, Akzelerator, Keynesianismus, Volkseinkommen und Angebotsorientierung.
Wie unterscheidet sich der Akzelerator vom Multiplikator?
Während der Multiplikator darstellt, wie Investitionen das Einkommen erhöhen, beschreibt der Akzelerator, wie Veränderungen der Nachfrage wiederum Investitionen auslösen, wobei beide Prozesse sich gegenseitig verstärken können.
Warum wird der angebotsorientierte Ansatz kritisiert?
Kritikpunkte sind unter anderem die unrealistische Annahme voll flexibler Preise und Löhne, die Gefahr der Thesaurierung von Unternehmensgewinnen statt Investitionen sowie mögliche soziale Härten.
- Quote paper
- Anna Maria Keisers (Author), 2005, Die Investitionen haben eine hohe Bedeutung für das gesamtwirtschaftliche Einkommen und die Beschäftigung , Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76884