Die Dominanz des lehrerzentrierten Frontalunterrichts in der bundesdeutschen Schullandschaft erscheint mehr als erschreckend. Die Schüler erscheinen dadurch immer unselbstständiger und sozial nur noch wenig kompetent zu sein. Doch welche Alternativen gibt es zu den herkömmlichen Formen des Unterrichts? So lautet eine der häufigsten Fragen im Angesicht der katastrophalen Ergebnisse bei PISA und anderen Studien.
Die offene Unterrichtsform ist eine der häufigen Antworten, die im Folgenden auf ihre Stichhaltigkeit hin überprüft werden soll. Dabei werden die Formen des offenen Unterrichts sowie dessen Planung vorgestellt und gezeigt, dass auch die Abkehr von konservativen Unterrichtsmodellen gerade für die Kinder und Jugendlichen hilfreich sein kann, besonders bei dem Versuch, aus ihnen sozial kompetente und selbstständig und eigenverantwortlich handlungsfähige Erwachsene zu machen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Charakteristika des „Offenen Unterrichts“
2.1 Gegenstück zum offenen Unterricht: Frontalunterricht
2.2 Warum offener Unterricht?
2.3 Aktionsformen des offenen Unterrichts
2.3.1 Freiarbeit
2.3.2 Offene Räume
2.4 Vorteile / Nachteile des offenen Unterrichts
2.5 Einsatzmöglichkeiten
3. Unterrichtsformen innerhalb des offenen Unterrichts
3.1 Indirekte Unterrichtsformen
3.1.1 Die erarbeitende Unterrichtsform
3.1.2 Die verarbeitende Unterrichtsform
3.2 Arbeitsformen
3.2.1 Einzelarbeit
3.2.2 Partnerarbeit
3.2.3 Gruppenarbeit
4. Planung von offenem Unterricht
5. Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Relevanz und Umsetzbarkeit offener Unterrichtsformen als Alternative zum traditionellen, lehrerzentrierten Frontalunterricht, um die Selbstständigkeit und soziale Kompetenz von Schülern zu fördern.
- Kritische Analyse des Frontalunterrichts im Vergleich zu offenen Ansätzen
- Darstellung zentraler Merkmale und Aktionsformen des Offenen Unterrichts
- Untersuchung verschiedener Arbeitsformen (Einzel-, Partner- und Gruppenarbeit)
- Methodik der Planung von Lernumgebungen für offenen Unterricht
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Die erarbeitende Unterrichtsform
Mit dem Begriff des Erarbeitens wird ein selbstständiges Lernverhalten der Schüler ohne direkte Lehrereinwirkung bezeichnet. Lehrer und Schüler beteiligen sich oftmals aktiv und gemeinsam am Unterricht, woraufhin das erreichte Ergebnis auf die gemeinsame Beitragsleistung von Lehrern und Schülern zurückzuführen ist. Bei der erarbeitenden Unterrichtsform stehen verschiedene Arten von sprachlicher Kommunikation, wie die Frage, der Impuls oder die Besprechung, im Mittelpunkt. „Selbstständige Schülerarbeit liegt vor, wenn der Schüler Aufgabenstellung und Lösungsmethode richtig zuordnet, sein vorhandenes Wissen und Können anzuwenden und die gestellte Aufgabe ohne unmittelbare, jede Einzelheit regulierende Anleitung durch den Lehrer zu lösen vermag.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung thematisiert die Kritik am lehrerzentrierten Unterricht angesichts aktueller Schulleistungsstudien und führt in die offene Unterrichtsform als potenzielle Antwort ein.
2. Charakteristika des „Offenen Unterrichts“: Das Kapitel definiert den offenen Unterricht als Konzept der Öffnung von Schule, beschreibt dessen Merkmale wie Flexibilität und Emanzipation und grenzt ihn vom Frontalunterricht ab.
3. Unterrichtsformen innerhalb des offenen Unterrichts: Hier werden indirekte Unterrichtsformen und spezifische Arbeitsformen wie Einzel-, Partner- und Gruppenarbeit als methodische Gestaltungsmöglichkeiten im offenen Unterricht erläutert.
4. Planung von offenem Unterricht: Dieser Abschnitt beschreibt die Anforderungen an eine offene Unterrichtsplanung, bei der Lernumgebungen vorbereitet und Schüler in die Gestaltung einbezogen werden.
5. Schlussbemerkung: Die Schlussbetrachtung fasst zusammen, dass offener Unterricht den Weg zu selbstständigem Handeln ebnet, wobei eine reflektierte Rolle des Lehrers als Begleiter unerlässlich bleibt.
Schlüsselwörter
Offener Unterricht, Frontalunterricht, Schulpädagogik, Freiarbeit, Selbstständigkeit, Emanzipation, Unterrichtsplanung, Einzelarbeit, Partnerarbeit, Gruppenarbeit, Lernumgebung, Soziallernen, Lehrerrolle, Didaktik, Kompetenzentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Konzept des Offenen Unterrichts als pädagogische Alternative zur lehrerzentrierten Schulpraxis.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf den Merkmalen des Offenen Unterrichts, den verschiedenen Aktions- und Arbeitsformen sowie den Prinzipien einer offenen Unterrichtsplanung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu zeigen, wie durch den Verzicht auf starre Frontalmodelle Kinder zu eigenverantwortlichem und sozial kompetentem Handeln befähigt werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, die auf einschlägigen schulpädagogischen Standardwerken und didaktischen Modellen basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen auch spezifische methodische Settings wie Freiarbeit, Einzel-, Partner- und Gruppenarbeit sowie die didaktische Planung beleuchtet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Offener Unterricht, Emanzipation, Selbstständigkeit, Lernumgebung und die verschiedenen Sozialformen des Arbeitens.
Welche Rolle spielt die „Emanzipation“ in diesem Modell?
Emanzipation wird als Bildungsideal verstanden, das es dem Schüler ermöglichen soll, Herrschaftsstrukturen zu hinterfragen und weitestgehend über sich selbst zu verfügen.
Ist der Lehrer im offenen Unterricht überflüssig?
Nein, der Lehrer wird nicht überflüssig, nimmt sich aber in seiner Rolle als Vermittler und Begleiter zurück, um Raum für die Selbststeuerung der Schüler zu schaffen.
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- Maria Enderlein (Author), 2006, Unterrichtsformen im Offenen Unterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76917