Das Konzept des Total Cost of Ownership ist eine betriebswirtschaftliche Gesamtkostenrechnung,
die alle mit einer Beschaffung im Zusammenhang stehenden Kostenfaktoren mit einbezieht. Hierzu werden neben den Anschaffungskosten
auch die Kosten der Nutzung, die als indirekte Kosten bezeichnet werden, berücksichtigt.
„Der TCO-Ansatz ist ein von der Unternehmensberatung Gartner Group entwickeltes
Konzept zur Ermittlung der tatsächlich aus einer IT-Investition resultierenden Belastungen.“
Es wird bevorzugt im Rahmen des IT-Controllings bzw. der IT-Nutzenbewertung eingesetzt. 1987 stellte die Gartner Group mittels einer TCO-Analyse fest, dass in der Unternehmenspraxis im Allgemeinen nur der finanzielle Anschaffungsaufwand kostenrechnerisch berücksichtigt wird, da die im laufenden Betrieb anfallenden Kosten zu intransparent sind.
Inhaltsverzeichnis
1. TCO – Ein Konzept zur Kostenreduzierung im IT-Bereich
2. Die theoretischen Grundlagen des TCO im IT-Bereich
2.1 Die Entwicklung der TCO-Modelle in der IT
2.1.1 Der Basisansatz der Gartner Group
2.1.2 Alternative Ansätze anderer IT-Analysten
2.2 Die Kostenstruktur des Total-Cost-of-Ownership in der IT
2.2.1 Die Kostenkategorie der direkten Kosten
2.2.2 Die Kostenkategorie der indirekten Kosten
3. Kritische Würdigung des TCO-Ansatzes
3.1 Positive Effekte für Unternehmen durch die Nutzung von TCO-Modellen
3.2 Schwachstellen des TCO-Konzeptes
3.3 Weiterentwickelte Modelle mit Berücksichtigung des Wertezuflusses
4. Ausgewählte Empfehlungen zur TCO-Senkung im IT-Bereich
4.1 Standardisierung / Konsolidierung
4.2 Server Based Computing („Thin Clients“) / Windows Terminal-Server
4.3 Regelmäßige Updates der Software und Austauschzyklen der Hardware
5. Anwendung des TCO im IT-Bereich am Praxisbeispiel
6. Resümee
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, einen grundlegenden Überblick über das Total Cost of Ownership (TCO) Konzept in der IT zu geben, seine Bedeutung zu beleuchten und Möglichkeiten zur Kostensenkung sowie die methodische Weiterentwicklung hin zu wertorientierten Ansätzen aufzuzeigen.
- Grundlagen und Entwicklung von TCO-Modellen (Gartner Group vs. Alternativen)
- Kostenstruktur: Direkte vs. indirekte Kosten (z.B. Futz-Factor, Downtime)
- Kritische Analyse des Nutzens und der Schwachstellen von TCO-Modellen
- Methoden zur Kostensenkung (Standardisierung, Server Based Computing)
- Praktische Anwendungsbeispiele und Vergleich von TCO-Methoden
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Der Basisansatz der Gartner Group
Der IT-Analyst „Gartner Group“ entwickelte als erstes Unternehmen ein Konzept zur Ermittlung der tatsächlich aus einer IT-Investition resultierenden Gesamtbelastungen. Im Jahr 1987 führte die Gartner Group einen Gesamtkostenvergleich zwischen herkömmlichen Arbeitsplatzrechnern (PC) und einer Terminal-basierten Lösung („Net Computer“, kurz NC) durch. Hintergrund dieser Analyse waren die gestiegenen Betreuungsaufwände für die PC-basierten Bildschirmarbeitsplätze im Vergleich zu den Terminals. Neben den Anschaffungskosten wurde damals erstmals versucht auch die indirekten Unterhaltungskosten zu erfassen, die während des Lebenszyklus’ eines PC in einem Unternehmen anfallen. Dabei zeigte sich, dass die Gesamtkosten, die mit dem Besitz der PCs verbunden waren, weit über den eigentlichen Anschaffungspreis hinausgingen. So ermittelten die Analysten der Gartner Group 1996 einen durchschnittlichen jährlichen Kostenaufwand von $13.187 pro PC-Arbeitsplatz.
Davon entfiel nur ein im Verhältnis geringfügiger Anteil von 20% bis 25% auf den Anschaffungspreis, einen wesentlich größeren Anteil machten Personalkosten-Komponenten mit über 60% des TCO aus, auf die später noch näher eingegangen wird. Mehr als 50% dieser Gesamtkosten sind dabei auf die indirekten, und damit nicht der IT zugeordneten Kosten zurückzuführen. Die ermittelten Werte differieren jedoch in den unterschiedlichen Literaturquellen erheblich. Daraus schließt der Autor dieser Arbeit, dass diese Werte stark unternehmensabhängig sind. Dies kann allein schon dadurch begründet werden, dass jeder Mitarbeiter eines Unternehmens über ein unterschiedlich stark ausgeprägtes IT-Wissen verfügt und es mehr oder weniger effizient vermag, mit Hard und Software umzugehen. Außerdem ergeben sich beispielsweise bei den Kosten durch Ausfallzeiten erhebliche Unterschiede: Die durch Ausfallzeiten unproduktiv verbrachte Arbeitszeit verursacht bei einem Manager höhere Opportunitätskosten als bei einem Mitarbeiter einer niedrigeren Einkommensklasse.
Zusammenfassung der Kapitel
1. TCO – Ein Konzept zur Kostenreduzierung im IT-Bereich: Einführung in das TCO-Konzept als betriebswirtschaftliche Gesamtkostenrechnung zur Transparenz von Besitz- und Betriebskosten in der IT.
2. Die theoretischen Grundlagen des TCO im IT-Bereich: Detaillierte Darstellung der Modellentwicklung durch die Gartner Group sowie alternativer Analysten-Modelle und Analyse der Kostenstruktur mit Fokus auf direkten und indirekten Kosten.
3. Kritische Würdigung des TCO-Ansatzes: Diskussion der Vorteile hinsichtlich Kostentransparenz sowie kritische Auseinandersetzung mit Schwachstellen wie fehlender Standardisierung und Vernachlässigung des Wertezuflusses.
4. Ausgewählte Empfehlungen zur TCO-Senkung im IT-Bereich: Vorstellung praxisorientierter Strategien wie Standardisierung, Server Based Computing und optimierte Austauschzyklen zur effektiven Reduktion der IT-Kosten.
5. Anwendung des TCO im IT-Bereich am Praxisbeispiel: Anwendung der TCO-Methodik anhand von Fallbeispielen der Donges Stahlbau GmbH, insbesondere beim Vergleich von IT-Systemlandschaften und der Online-Montagedatenerfassung.
6. Resümee: Zusammenfassende Betrachtung der Relevanz des TCO-Konzeptes als Management-Tool und Ausblick auf die Notwendigkeit wertorientierter Ansätze zur ganzheitlichen Wirtschaftlichkeitsbewertung.
Schlüsselwörter
Total Cost of Ownership, TCO, IT-Controlling, Kostenreduzierung, Gesamtkosten, IT-Infrastruktur, indirekte Kosten, Gartner Group, Total Economic Impact, TEI, Nutzwertanalyse, Wirtschaftlichkeit, IT-Investition, Best-of-Breed, Server Based Computing.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Total Cost of Ownership (TCO) Konzept in der IT, welches darauf abzielt, über reine Anschaffungskosten hinaus alle während des Lebenszyklus anfallenden Kosten einer IT-Investition transparent und steuerbar zu machen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Felder sind die theoretische Fundierung und Kostenstrukturierung, die kritische Diskussion der Stärken und Schwächen existierender Modelle sowie die Ableitung von konkreten Empfehlungen zur Kostensenkung in IT-Umgebungen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, einen grundlegenden Überblick über das TCO-Konzept in der IT zu vermitteln, seine Bedeutung für Unternehmen aufzuzeigen und den Wandel von einer rein kostenorientierten hin zu einer wertorientierten Betrachtung zu erläutern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse zur theoretischen Fundierung der verschiedenen TCO-Modelle sowie eine empirische Fallstudienmethode, um die Anwendung des Konzepts in der Unternehmenspraxis zu evaluieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Modelle, eine kritische Würdigung, die Darstellung praktischer Empfehlungen zur Kostensenkung sowie die Anwendung in zwei spezifischen Praxisbeispielen eines Unternehmens.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie TCO, Gesamtkosten, IT-Controlling, indirekte Kosten, Server Based Computing, Wirtschaftlichkeit und Total Economic Impact.
Warum ist das TCO-Modell der Gartner Group im Vergleich oft höher?
Das Modell der Gartner Group gilt als umfassender, da es im Gegensatz zu konkurrierenden Ansätzen einen deutlich größeren Umfang an indirekten Kosten, wie beispielsweise den sogenannten "Futz-Factor", einbezieht.
Was ist der sogenannte "Futz-Factor"?
Der Begriff "Futz-Factor" stammt vom jüdischen "Futz" für Zeitverschwendung ab und beschreibt indirekte Kosten durch produktive Zeitverluste, etwa durch private IT-Nutzung oder kosmetische Anpassungen der Arbeitsumgebung durch Endanwender.
Wie unterscheidet sich die Online-Montagedatenerfassung vom handschriftlichen Verfahren?
Das Online-Verfahren senkt die Opportunitätskosten der Arbeitszeit erheblich und ermöglicht tagesaktuelle Daten zur Kostenkontrolle, während die handschriftliche Erfassung durch zeitliche Verzögerungen und manuellen Aufwand zu deutlich höheren monatlichen Belastungen führt.
- Quote paper
- Robert Schwan (Author), 2007, Das Konzept des Total Cost of Ownership (TCO) in der IT, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76964