Kaum eine andere Bevölkerungsgruppe ist zwischen 1933 und 1945 so total erfasst worden wie die Zehn- bis 18-Jährigen in HJ und BDM, und nirgendwo tritt die beabsichtigte Gleichschaltung der Gesellschaft durch den NS-Staat so deutlich hervor wie im Bild dieser im Gleichschritt marschierenden Jugend.
Im Rahmen dieser Arbeit soll zunächst ein Überblick über die Rolle der Hitler-Jugend im Dritten Reich gegeben werden, bevor in einem zweiten Schritt das Fahrten- und Lagerwesen als eine „für den Nationalsozialismus prototypische Lebens- und Erziehungsform“ in den Mittelpunkt der Untersuchung rückt. In einem didaktisch orientierten dritten Teil schließen sich dann Überlegungen zum Umgang mit diesem Thema im Geschichtsunterricht an.
Inhaltsverzeichnis
- I.) Einleitung
- II.) Die Hitler-Jugend im Dritten Reich
- II. 1) Von der Partei- zur Staatsjugend
- II.2) Der HJ-Dienst
- III.) Die Lager der Hitler-Jugend
- III.1) Kontrolle
- III.2) Erlebte ,,Volksgemeinschaft“
- IV.) Zusammenfassung
- V.) Didaktische Überlegungen
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit befasst sich mit der Rolle der Hitler-Jugend im Dritten Reich und konzentriert sich speziell auf das Fahrten- und Lagerwesen als eine „prototypische Lebens- und Erziehungsform“. Die Arbeit beleuchtet die Entwicklung der Hitler-Jugend von einer Partei- zur Staatsjugend, die im Zentrum der NS-Gleichschaltung stand. Darüber hinaus werden die didaktischen Möglichkeiten im Geschichtsunterricht aufgezeigt, um dieses Thema zu behandeln und den Schülern ein Verständnis der Strukturen totalitärer Herrschaftsformen zu ermöglichen.
- Die Umwandlung der Hitler-Jugend von einer parteiinternen Organisation zur Staatsjugend
- Das Fahrten- und Lagerwesen als zentrale Elemente der NS-Erziehung
- Kontrolle und Manipulation von Jugendlichen durch das NS-Regime
- Die Konstruktion einer „Volksgemeinschaft“ im Kontext der Hitler-Jugend
- Didaktische Möglichkeiten zur Vermittlung des Themas im Geschichtsunterricht
Zusammenfassung der Kapitel
I.) Einleitung
Die Einleitung thematisiert die Bedeutung des Nationalsozialismus in der deutschen Geschichtsschreibung und dessen Relevanz für den Schulunterricht. Sie analysiert die Herausforderung, die die zunehmende Distanz der Schüler zur NS-Zeit darstellt, und betont die Notwendigkeit, das Verständnis für totalitäre Herrschaftsformen im Unterricht zu fördern. Die Arbeit argumentiert, dass die Hitler-Jugend einen idealen Zugang zu diesem Thema bietet.
II.) Die Hitler-Jugend im Dritten Reich
II. 1) Von der Partei- zur Staatsjugend
Dieser Abschnitt beleuchtet die Entstehung der Hitler-Jugend aus lokalen Gruppierungen und die Ernennung von Baldur von Schirach zum Reichsjugendführer. Er beschreibt die Auflösung anderer Jugendorganisationen nach der „Machtergreifung“ und den Aufstieg der Hitler-Jugend zur einzigen staatlich anerkannten Jugendorganisation. Der Abschnitt verdeutlicht den rasanten Mitgliederzuwachs und die Verankerung der Hitler-Jugend im NS-Recht durch das „Gesetz über die Hitler-Jugend“.
II.2) Der HJ-Dienst
Dieser Abschnitt behandelt die Einführung der „Jugenddienstpflicht“ und die umfassende Erziehungsgewalt der Hitler-Jugend über ihre Mitglieder. Die NS-Ideologie wurde den Jugendlichen im HJ-Dienst vermittelt und als „Erziehung zum Nationalsozialismus“ verankert.
III.) Die Lager der Hitler-Jugend
III.1) Kontrolle
Dieser Abschnitt thematisiert die Kontrolle und Manipulation der Jugendlichen im Lagerwesen als eine „prototypische Lebens- und Erziehungsform“.
III.2) Erlebte ,,Volksgemeinschaft“
Dieser Abschnitt untersucht die Inszenierung einer „Volksgemeinschaft“ im Lager und die propagandistische Wirkung des NS-Regimes auf die Jugendlichen.
Schlüsselwörter
Die zentralen Begriffe und Themen dieser Arbeit sind: Hitler-Jugend, NS-Zeit, totalitäre Herrschaft, Gleichschaltung, Erziehungsform, Lagerwesen, Volksgemeinschaft, didaktische Überlegungen, Geschichtsunterricht.
Häufig gestellte Fragen zur Hitler-Jugend und ihren Lagern
Wie entwickelte sich die Hitler-Jugend zur Staatsjugend?
Nach der "Machtergreifung" 1933 wurden konkurrierende Jugendverbände aufgelöst oder gleichgeschaltet. Durch das "Gesetz über die Hitler-Jugend" wurde sie zur einzigen staatlich anerkannten Jugendorganisation, in der schließlich die "Jugenddienstpflicht" eingeführt wurde.
Welche Funktion hatten die Lager der Hitler-Jugend?
Die Lager dienten als prototypische Erziehungsform des Nationalsozialismus. Fernab des Elternhauses konnten Jugendliche total erfasst, kontrolliert und im Sinne der NS-Ideologie indoktriniert werden.
Was bedeutete die "erlebte Volksgemeinschaft" im Lager?
Im Lager wurde eine klassenlose Gemeinschaft suggeriert, die durch Uniformierung, gemeinsames Marschieren und Rituale ein starkes Zugehörigkeitsgefühl erzeugte. Dies diente der emotionalen Bindung an das Regime.
Wie wurde die Kontrolle über die Jugendlichen ausgeübt?
Die Kontrolle erfolgte durch einen straffen Tagesablauf, militärischen Drill und die Hierarchie innerhalb der HJ. Die Jugendlichen wurden zur gegenseitigen Überwachung und zum Gehorsam gegenüber dem "Führer" erzogen.
Warum ist die HJ ein wichtiges Thema für den Geschichtsunterricht?
Die Hitler-Jugend bietet Schülern einen direkten Zugang zum Verständnis totalitärer Herrschaftsformen. Da die Zielgruppe damals im gleichen Alter wie die Schüler heute war, lässt sich die manipulative Wirkung des NS-Staates besonders gut verdeutlichen.
Welche Rolle spielten Fahrten und Wanderungen in der HJ?
Fahrten und Wanderungen wurden genutzt, um Abenteuerlust und Naturverbundenheit zu instrumentalisieren. Sie dienten der körperlichen Ertüchtigung und der Vorbereitung auf den späteren Kriegsdienst.
- Quote paper
- Martin Feyen (Author), 2001, Die Hitler-Jugend und ihre Lager - Perspektiven einer Behandlung im Geschichtsunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76999