Standortrelevante Investitionsmotive in der Medienbranche am Beispiel der Financial Times Deutschland


Diplomarbeit, 2006

113 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretische Grundlagen
2.1 Einordnung
2.2 Raumwirtschaftliche vs. relationale Perspektive
2.3 Konzeption der embeddedness
2.4 Lernprozesse
2.5 Die Theorie der langen Wellen

3 Die Medienbranche
3.1 Der Übergang von der Industrie- zur Informationsgesellschaft
3.2 Management eines Medienunternehmens
3.3 Der Zeitungsmarkt
3.3.1 Die Geschichte des Zeitungsmarktes
3.3.2 Heute - Status Quo
3.3.3 Zukünftige Entwicklung

4 Standortrelevante Investitionsmotive bei internationaler Standortwahl
4.1 Generelle Zielsetzung einer internationalen Standortwahl und deren Ein- flussfaktoren
4.2 Standortbedingungen
4.2.1 Wirtschaftliche Standortbedingungen
4.2.2 Politische Standortbedingungen
4.2.3 Kulturelle Standortbedingungen
4.3 Prozess der internationalen Standortwahl

5 Methodik zur empirischen Erhebung

6 Das Beispiel Financial Times Deutschland
6.1 Geschichtlicher Abriss der Financial Times
6.2 Standortrelevante Entscheidungsmotive

7 Schlussbetrachtung

Literatur

Abbildungsverzeichnis

1 Relationale Perspektive und die Ionen einer neuen Wirtschaftsgeographie

2 Schematischer Ablauf der Kondratieff-Wellen

3 Entwicklung zur Informationsgesellschaft

4 Medienunternehmen

5 Werbeaufwendungen in Deutschland

6 Das Zeitungsverkauf in Deutschland 2005

7 Das quantitative Zeitungsangebot

8 Reichweitenentwicklung der Tageszeitungen in Deutschland

9 Durchschnittliche Mediennutzungsdauer pro Tag in Deutschland

10 Auswahlprozess der internationalen Standortwahl

11 Phasen des Forschungsprozesses

1 Einleitung

1977 sprach ein junger Mann im Amt für Liegenschaften in der Stadt Walldorf vor: Er suche ein Grundstück im Industriegebiet für seine kleine Firma, die Computerprogram- me entwickele. Vor allem schätze er die gute Verkehrsanbindung und die frische Luft am Hochholzer Wald. Zudem gefalle ihm die Existenz von Tennis- und Fußballanlagen, von denen er selber regelmäßig Gebrauch mache, seit er im Jahre 1972 nach Walldorf gezogen war. Jener Mann war Dietmar Hopp und die kleine Firma, die er damals in Walldorf gründete, zählt heute zu den größten Softwareentwicklern der Welt. Ein Unternehmen mit einer derzeitigen Marktkapitalisierung von rund 48,8 Milliarden : die Sap Ag.1.

Die vorliegende Arbeit beleuchtet die standortrelevanten Investitionsmotive von Me- dienunternehmen am Beispiel der Financial Times Deutschland. Ziel ist es, möglichst all- gemeingültige Aussagen durch den Vergleich von Theorie und Praxis für Standortentschei- dungen zu entwickeln, die möglichst auf den gesamten quartären Sektor übertragen werden können. Zum sogenannten quartären Sektor lassen sich neben der Medienwirtschaft die Bereiche Telekommunikation, Datenverarbeitung und Forschung und Entwicklung zählen sowie andere höchstrangige Dienstleistungen des tertiären Bereichs wie die ökonomische und juristische Beratung oder die Softwareentwicklung. Hierfür wird zunächst auf die relevante aktuelle wirtschaftsgeographische Literatur eingegangen, anschließend erfolgen Beobachtungen sowohl allgemein zum quartären Sektor als auch speziell zu der Medien- branche.

Dabei wird der Dienstleistungssektor nicht zuletzt wegen seiner volkswirtschaftlichen Bedeutung ins Schlaglicht gerückt. So wird allein in diesem Sektor über zwei Drittel der deutschen Wirtschaftsleistung generiert2. Überdies sind die Wachstumsaussichten trotz der allgemein eher schwachen Konjunkturlage weiterhin rosig. Wenn auch speziell die Medienbranche aufgrund ihrer direkten Abhängigkeit vom Werbemarkt in den letzten Jahren starken Schwankungen unterlegen war, so wuchs in dem Zeitraum von 1995 bis 2004 der Anteil der Dienstleistungen an der Gesamtwirtschaft um 6,7 Prozentpunkte auf 71,3 % - bei Stagnation des ersten und zweiten Sektors3. Ferner ist anzunehmen, dass der Dienstleistungssektor auch weiterhin Anteile am Nettonationaleinkommen (NNE) gewin- nen wird. Im Vereinigten Königreich liegt die Dienstleistungsquote beispielsweise bei 74 % - ein Anteil, der auch in Deutschland höchstwahrscheinlich in den kommenden Jahren erzielt werden wird4. Zudem ist der Anteil von Informations- und Kommunikationswaren und -dienstleistungen am NNE in Deutschland von 4,7 % in 1995 auf 6,8 % in 2004 ge- stiegen5 - was eine immer intensivere Nutzung im Wertschöpfungsprozess impliziert.

Des Weiteren motivieren wir die Standortwahl im Sektor für höchstrangige Dienst- leistungen, da dieses Thema noch unzureichend in der Literatur diskutiert worden ist. Die überwältigende Mehrheit der Beiträge bezieht sich auf die Standortwahl hinsichtlich industrieller Standortentscheidungen. Diese Arbeit möchte die Motive der Standortwahl würdigen, die sich durch den wirtschaftlichen Wandel hin zur Informationsgesellschaft als bedeutend in den Katalog der Entscheidungsmotive einreihen. Diese Unterscheidung ist insbesondere aus dem Grunde relevant, da die Standortmotive in beratungs- und infor- mationsintensiven Branchen zum Teil erheblich im Vergleich zu denen im Industriesek- tor variieren. Insbesondere nicht quantifizierbare Motive rücken zunehmend in den Fokus des Entscheidungsprozesses. Hierbei ist anzumerken, dass auch know-how -intensive Indus- triebranchen durchaus von dem Ergebnis dieser Arbeit profitieren können, da Parallelen zum quartären Sektor vorhanden sind.

Schon 1949 war dem Entwickler der dass ”Drei-Sektoren-Hypothese6 “ Jean Fourastiè klar, ” dieZivilisationdestechnischenFortschrittseineterti ÄreZivilisationseinwird 7. “ Dies impliziert weitreichende Änderungen im grundlegenden Verständnis von Standort- prozessen wegen der wesentlich stärkeren Bedeutung von Interaktion, Kommunikation, der Einbettung von Akteuren in Netzwerke. Denn aus effizienten Informationsflüssen resultieren Lernprozesse und Innovationen. Solche qualitativen Motive, die oftmals nur relativ unscharf zu definieren sind, müssen sinnvoll bewertet werden können, um eine nachhaltige und erfolgreiche Standortwahl gewährleisten zu können.

In Kapitel 2 stellen wir die theoretischen Grundlagen vor, die die wissenschaftliche Ba- sis für die Auseinandersetzung mit qualitativen Standortmotiven bietet. Daran schließt sich eine kurze Einführung in die Medienbranche an, bei der sich im Hinblick auf die Fallstudie der Fokus insbesondere auf den Zeitungsmarkt richtet (Kapitel 3). In Kapitel 4 werden die standortrelevanten Investitionsmotive skizziert, die bei der internationalen und nationalen Standortwahl von Bedeutung sind. Bevor die Arbeit diese Motive jedoch - beispielhaft an der Financial Times Deutschland - für die Unternehmen des Informations- sektors bzw. der Medienbranche spezialisiert, wird in Kapitel 5 die Vorgehensweise beim Forschungsprozess beschrieben. Schlussendlich wird exemplarisch durch eine qualitative Erhebung die Financial Times Deutschland beleuchtet (Kapitel 6). Hierdurch können die Standortentscheidungen eines einzelnen Unternehmens mit globalem Hintergrund im Zei- tungsmarkt analysiert und in den theoretischen Kontext gestellt werden. Somit können bestenfalls Thesen identifiziert werden, die sowohl aus den Theorien deduzierbar sind als auch von der empirischen Erhebung induziert werden und mithin einen sehr hohen Plausibilitätsgrad haben.

Die forschungsleitende Frage dieser Arbeit wird sein, welche Motive eine Rolle bei Inves- titionsentscheidungen hinsichtlich der internationalen und nationalen Standortwahl spie- len.

Aufgrund dieser ermittelten Ergebnisse wird versucht, ein allgemeingültigeres Entscheidungsschema für Investitionsmotive in beratungs- und informationsintensiven Branchen zu entwerfen und in Diskussion zu den wirtschaftsgeographischen Theorien zu stellen (Kapitel 7). Optimalerweise sollten die gewonnenen Erkenntnisse auch auf andere wissensintensive Branchen transferierbar sein.

2 Theoretische Grundlagen

2.1 Einordnung

Ausgehend von der wirtschaftsgeographischen Grundperspektive von Bathelt/Glück- ler (2003) verstehen wir die Konsequenzen der sogenannten zweiten Transition in der Wirtschaftsgeographie als Basis unserer Arbeit.

Die erste Transition bezeichnet den Sprung von einer länderkundlich geprägten Wirtschaftsgeographie hin zu der Raumwirtschaftslehre8. In der Raumwirtschaftslehre sollen anhand von Theorien und Modellen allgemeingültige Aussagen über die räumliche Ordnung der Wirtschaft gewonnen werden. Hierbei stehen die Untersuchung von der Verteilung ökonomischer Aktivitäten im Raum, von Veränderungen der räumlichen Struktur und ihrer Entwicklungsdynamik und von räumlichen Bewegungen der Güter und Produktionsfaktoren9. Es sollen also Raumgesetze für ökonomische Strukturen und Prozesse formuliert werden10. Problematisch an dieser Auffassung ist die weitgehende Vernachlässigung sozialwissenschaftlicher Konzepte. Vielmehr dienen räumliche Eigenschaften als Erklärungsansätze für Standortstrukturen und -muster. Allerdings lassen sich aus diesen keine Konsequenzen für das ökonomische Handeln ableiten11.

In der zweiten Transition hin zu einer relationalen Perspektive werden ökonomische Beziehungen in den Brennpunkt der Analyse gestellt. Die Geographie wird nun als Ak- teurswissenschaft und nicht mehr als Raumwissenschaft verstanden12. Die Grundlage für dieses Konzept bieten Ansätze von Storper, der wichtige Beiträge für eine Neuorien- tierung der Wirtschaftsgeographie durch die Betonung von kontextspezifischen, sozialen Institutionen geleistet hat13.

In den folgenden Kapiteln wird die zur relationalen Sichtweise weiterentwickelte Kon- zeption vorgestellt, also der zweite Paradigmenwechsel. Mit Hilfe dieses Theoriekonstruk- tes sollen Aussagen für standortrelevante Entscheidungsmotive getroffen werden können.

Die Einnahme dieser Sichtweise liegt darin begründet, dass wir im raumwirtschaftli- chen Ansatz eine zu deskriptive wissenschaftstheoretische Fundierung sehen. Das passive Grundmotiv der Raumwirtschaftslehre, eine Standortwahl sei nur die Reaktion auf vorhandene Raumeigenschaften, kann durch den Perspektivenwechsel auf die eigentlich handelnden Akteure und deren Gestaltungsspielräume aktiviert werden14. Hier steht nun der Akteur im Vordergrund der Theorie. Somit werden möglichst realistische Annahmen an sein Handeln unabdingbar. Die Annahme des homo oeconomicus in der Raumwirt- schaftslehre kann nicht mehr als hinreichende Basis für aktuelle wirtschaftsgeographische Entwicklungen dienen. Granovetter (1985) prägte den Begriff des ” undersocialized view “ hinsichtlich des homo oeconomicus aufgrund des Motivs der reinen Nutzenmaxi- mierung15. Ausgehend von der Kritik an dem ” undersocializedview “ unddem ” oversocia- lized view “, bei dem der Akteur aus einer verinnerlichten Norm heraus handelt und somit ebenfalls atomistisch konzipiert wird, entwickelte Granovetter (1985) das Konzept der embeddedness. Seine Annahme ist, dass ökonomisches und soziales Handeln eben nicht kon- textfrei und isoliert geschehen kann16. Handeln ist immer erfahrungsbedingt, situativ und kontextuell eingebettet in ein organisatorisches, evolutionäres und sozio-institutionelles Umfeld, also relational. Die Kontextualität des Handelns ist somit eine Konsequenz aus dessen Relationalität17.

Mit dieser wissenschaftstheoretischen Grundperspektive lassen sich wichtige standortre- levante Entscheidungsparameter ermitteln, die nicht quantifizierbar sind, trotzdem aber wesentlich den Unternehmenserfolg an dem neu gewählten Standort beeinflussen. Insbe- sondere im quartären Sektor der Wirtschaft, dessen primäres Gut die Information ist, erhält die Bedeutung von qualitativen Kriterien wie Interaktion und Kommunikation eine noch entscheidendere Rolle.

2.2 Raumwirtschaftliche vs. relationale Perspektive

Nach Bathelt/Glückler (2003) lassen sich fünf Ebenen formulieren, die Diskonti- nuitäten von ihrem formulierten relationalen Ansatz zum raumwirtschaftlichen Konzept beschreiben18. Dabei handelt es sich um keine Fortsetzung und Erweiterung des raum- wirtschaftlichen Konzeptes, sondern vielmehr wird eine vollkommen neue Rekonzeptuali- sierung der Wirtschaftsgeographie angestrebt19. Nur durch grundlegend neue Annahmen im Vergleich zur raumwirtschaftlichen Sichtweise können kreative und interaktive Kräfte sowie die Nutzung von Gestaltungsspielräumen eine entscheidende Rolle in Unterneh- mensentscheidungen spielen. Durch den fortschreitenden Globalisierungsprozess und die damit einhergehende enger werdene Verflechtung der Weltwirtschaft erhöht sich die Ar- beitsteilung und die Mobilität der Menschen. Neue Kommunikations- und Interaktionsanforderungen entstehen, ein wesentlich größeres Spektrum von Entscheidungsmöglichkeiten in der Standortwahl ist die Folge. Aufgrund der Fokussierung auf die Akteure sind folgende fünf Ebenen paradigmatischer Veränderungen notwendig:

(1) Raumkonzept. In der relationalen Perspektive bedingt nicht der Raum das Handeln der Akteure, sondern die Akteure bestimmen durch ihr Handeln die Entwicklungen des Raumes. Es geht also um Sachtheorien und ihre räumlichen Wirkungen und nicht wie in der Raumwirtschaftslehre um Raumtheorien. Die unterschiedlichen örtlichen Wir- kungen von Sachtheorien und die dadurch auftauchenden interregionalen Interaktionenen sollen hiernach analysiert werden. Der Raum wird also nicht gegenständlich angesehen, sondern vielmehr als Perspektive. Wirtschaftsgeographie erscheint hierbei als eine Pro- blemforschung aus räumlicher Sicht.

(2) Forschungsgegenstand. Im relationalen Ansatz werden keine räumlichen Konzep- te wissenschaftlich behandelt, sondern ” [...]ökonomischesHandelnalssituierterProzess Ökonomische in Strukturen von Beziehungen (das heißt als soziales Handeln) [...]20. “

Beziehungen, wie unternehmensübergreifende Organisations- und Lernprozesse, werden demnach aus räumlicher Perspektive analysiert. Es wird mithin die Frage gestellt, wie sich räumliche Nähe oder Distanz auf Interaktionsprozesse auswirken21. In neueren empi- rischen Studien wird beispielsweise darauf hingewiesen, dass Innovationsprozesse häufig in Clustern lokalisiert sind und auf langfristigen lokalen Vertrauensbeziehungen basieren22.

(3) Handlungskonzept. Es wird nicht mehr wie in der Raumwirtschaftslehre vom neoklassischen Konzept des homo oeconomicus ausgegangen, sondern von einem Akteur, der nicht isoliert Entscheidungen trifft. Vielmehr berücksichtigt er den konkreten sozio-institutionellen Handlungsrahmen und trifft demzufolge Entscheidungen kontextuell und relational. Diese Sichtweise schlägt auch in vielen anderen wirtschaftswissenschaftlichen Disziplinen durch.

In der Neuen Institutionenökonomik werden grundsätzlich folgende Annahmen an das Individuum gestellt: Erstens kann ein Akteur aufgrund unvollständiger Information nur über begrenzte Rationalität verfügen. Die Funktion von Institutionen besteht darin, zu versuchen, die aus begrenzter Rationalität resultierende Gefahr zu vermindern. Dies geschieht durch die Festlegung gemeinsamer Erwartungen und die Nutzung des in den Insti- tutionen verkörperten Wissens. Zweitens können Individuen opportunistisch handeln, das heißt, das Eigeninteresse wird mit Hilfe von List und Täuschung verfolgt23. Die Berück- sichtigung dieser Annahmen ist insbesondere im Dienstleistungssektor wesentlich, da In- teraktionen und Informationen eine wesentlich bedeutendere Rolle als im produzierenden Sektor spielen, da sie häufig schon für sich genommen eine Ware darstellen.

(4) Wissenschaftstheoretische Grundperspektive. Als Folge des Handlungskonzeptes ist Handeln in offenen Systemen nicht vorhersagbar. Zwei identische Ausgangssituationen müssen nicht ein determiniertes Ergebnis zur Folge haben. Durch Dekontextualisierung ist es aber möglich, zu verallgemeinernde Gegebenheiten eines Sachverhaltes zu charakterisieren und transkontextuell anzuwenden.

(5) Forschungsziel. Es sollen nicht mehr Raumgesetze erarbeitet werden, sondern das Forschungsziel ist die Analyse sozio-ökonomischen Handelns in räumlicher Perspektive.

Aus diesen fünf Ebenen lassen sich drei Konsequenzen ableiten, die Abbildung 1 auf Seite 7 zeigt:

Kontexualität. Eine konkrete Entscheidung ist immer kontextuell begründet und kann somit nicht mit Gesetzen erklärt werden. Allenfalls abstrakte Sachverhalte können allge- meinen Gesetzen unterliegen. Durch die soziale Situierung von Aktionen können diese auch nicht aufgrund alleinstehender Motive erklärt werden24. Es gibt immer eine Vielzahl von Faktoren und Motiven, die Entscheidungen beeinflussen. Im historischen Zusammen- hang bedeutet das, dass schon existentes Basiswissen benötigt wird, um darauf aufbauend neues Wissen für Innovationen zu generieren25. Andere beeinflussende Motive sind kul- turelle und sozio-institutionelle Rahmenbedingungen oder die Moral des Einzelnen, aber auch variierende Wissensgrundlagen und Verknüpfungspotentiale der Akteure.

Pfadabhängigkeit. Durch die Kontextualität von Entscheidungen wird ein spezifischer historischer Entwicklungspfad gezeichnet. Dieser Entwicklungspfad wird aus der evoluti- onären Entwicklung des Unternehmens individuell erzeugt. Diese Pfadabhängigkeit ist auch bei unternehmensinternem Lernen evident. Durch den kumulativen Charakter von Lernprozessen kann die Persistenz von technologischen Spezialisierungen in Unterneh- men erklärt werden26. Denn technologische Entwicklungen bauen zumeist aufeinander auf, sie haben einen evolutionären Charakter. Dies geschieht, weil neues Wissen häufig aufgrund der bestehenden Wissensbasis entwickelt wird27. Revolutionäre Innovationen, durch die ein vollkommen neuer Entwicklungspfad entsteht, sind zwar seltener auftreten- de Basisinnovationen, aber begründen ein komplettes Gebiet neu (siehe Kapitel 2.5). Dies macht Basisinnovationen so attraktiv. Sie können durch Interaktion von möglichst un- terschiedlichen Wissensgrundlagen einzelner Akteure gefördert werden, da so immer neue unabhängige Entwicklungspfade erzeugt werden.

Indes kann sich ein Unternehmensnetzwerk, in dem oftmals ähnlich persistente Struk- turen entstehen (Gefahr des lock-in 28 ), durch technologische Innovationen rekonstituieren.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Relationale Perspektive und die Ionen einer neuen Wirtschaftsgeographie, aus: Bathelt/Glückler (2003), S. 37

Dies geschieht durch die Ansiedlung von Unternehmen, die schon Expertise in den neuen Technologien aufgebaut haben und von Unternehmen des etablierten Netzwerkes Aufträge bekommen29. Durch diese Entscheidung eines oder mehrerer Unternehmen, eine neue Technologie einzusetzen, entsteht ein alternativer Entwicklungspfad, der sowohl das Unternehmen als auch das gesamte Netzwerk beeinflusst.

Kontingenz. Dieser bereits erwähnte Entwicklungspfad kann wegen seiner Kontextualität nicht in die Zukunft extrapoliert werden. Folglich können zu jedem Zeitpunkt neue Entwichlungspfade entstehen.

Im Lichte dieser drei Konsequenzen zeigt sich, dass im Mittelpunkt der Betrachtung Unternehmensentwicklungen und die Beziehungen zwischen Unternehmen stehen. Die von uns vertretene Perspektive stellt im Sinne von Kontextualität, Pfadabhängigkeit und Kon- tingenz einen Widerspruch zu dem raumwirtschaftlichen Ansatz dar, dessen Basis uni- verselle Gesetze, lineare Entwicklungen und geschlossene Systeme sind30. Aufgrund dieses relationalen Theoriekonstruktes schlagen Bathelt/Glückler die Konzepte der Organi- sat ion, Evolut ion, Innovat ion und Interakt ion als rekonzeptionalisierte Grundperspektive der Wirtschaftsgeographie vor. Denn der Perspektivenwandel erfordert eine Neuformulie- rung der Konzepte, die ökonomische Strukturen und Prozesse erklären31. Anhand dieser vier sogenannten Ionen 32 werden wir die empirischen Erkenntnisse zu Investitionsmotiven in der Medienbranche beurteilen, was eine Erweiterung gegenüber dem Fokus auf den Industriesektor von Bathelt/Glückler darstellt.

(1) Organisation.

” DieOrganisationsdimensionlenktdasForschungsinteresseaufGe- staltungsformen betrieblicher Arbeitsteilung in und zwischen Unternehmen sowie mit for- mellen Institutionen wie Gewerkschaften, Arbeitgeberverb Änden sowie staatlichen Regie- rungsstellen und Behörden 33. “ Grundsätzlich lässt sich sagen, dass die Organisationss- truktur die Standortwahl eines Unternehmens beeinflusst. Beachtet werden muss die Or- ganisation der Konkurrenten, die räumliche Verteilung von Zulieferern und potentiellen Märkten sowie institutionelle und kulturelle Nähe, die zur Stabilisierung eines Netzwerks durch Vertrauensbildung und Kostensenkungen aufgrund Informations- und Kommuni- kationsvorteilen führen kann. Die Organisationsstruktur ist also eingebettet in soziale, kulturelle und institutionelle Strukturen und Beziehungen, die auf das Engste mit ökono mischen Entscheidungen verbunden sind34. Da Entscheidungen immer von gesammelten Erfahrungen und in der Vergangenheit getroffenen Entscheidungen abhängen, kann man Organisationsstrukturen nur anhand ihres spezifischen evolutionären Entwicklungspfades analysieren35.

(2) Evolution. Als Evolution wird ein stetig fortschreitender Prozess verstanden. His- torische, evolutionäre Prozesse und Strukturen müssen in aktuelle Entscheidungen mit einbezogen werden36. Unternehmen werden nicht isoliert betrachtet, sondern innerhalb eines Netzwerks von Institutionen, Kunden und Zulieferern. Das Konzept der sozio- institutionellen embeddedness 37 ist die Konsequenz aus dieser evolutionären Sichtweise, dass Handeln pfadabhängig, demgemäß erfahrungsgebunden, kontextspezifisch und refle- xiv erfolgt. Unternehmen bestimmen durch ihre Ansiedlung die Raumstruktur, da sie ein Umfeld aus Zulieferern und bedürfnisgerechter Infrastruktur schaffen, durch welche sich wiederum selbst verstärkende Ballungs- und Spezialisierungsprozesse entstehen können. Einzelne Unternehmen werden eingebettet in einem Netzwerk von Inputlieferanten, Out- putabnehmern und regulatorischen Gruppen betrachtet38. Diese Einbettung ist die Kon- sequenz eines individuellen Evolutionsprozesses, der nicht als deterministisch angesehen werden kann und stets wandlungsfähig bleibt39.

(3) Innovation. Innovationen bezeichnen komplexe Neuerungen, die mit technischem, sozialem und wirtschaftlichem Wandel einhergehen40. In neueren evolutionsökonomischen Theorien werden Innovationen nicht mehr als modellextern verstanden, sondern als ar- beitsteiliger Prozess von Unternehmen oder Institutionen miteinander und untereinander. Der Innovationsprozess wird als erfahrungsabhängig modelliert und erfolgt durch Rück- kopplungsprozesse zwischen verschiedenen Entwicklungsebenen und Lernprozesse der be- teiligten Akteure41. Räumliche Nähe zu Institutionen und Unternehmen ist hilfreich für den Innovationsprozess. Je häufiger Kooperationen und Interaktionen auftreten, je ausge- prägter mithin das Vertrauen zwischen den Akteuren ist, desto erfolgreicher kann Wissen generiert werden. Nicht nur kodifiziertes, sondern auch im Sachzusammenhang verbunde- nes (kontextualisiertes) Wissen kann bei unternehmensübergreifender Arbeitsteilung und sozio-institutioneller Nähe in gewissem Rahmen weitergegeben werden. Wenn ein hin- reichend hohes Maß an Vertrauen geschaffen wurde, lassen sich besser kontextualisierte Informationen weitergeben, schneller kooperative Lösungen finden und Lernprozesse be- schleunigen (sogenannte economies of time)42. Statt dessen kann der Innovationsprozess gehemmt werden, sofern versucht wird, möglichst viele Details bei Kooperationen rechtlich zu fixieren43. Statt Vertrauen wird dadurch Skepsis und Übervorsicht signalisiert.

Erfolgreiche Netzwerke bauen neben dem finanziellen Interesse wesentlich auf Vertrau- ensbeziehungen auf, die im Interaktionsprozess Schritt für Schritt vertieft werden. Stabile Netzwerke sind wichtig für die Innovationstätigkeit. Innovationen entstehen häufig auf- grund von langfristigen, in sozio-institutionellen Strukturen eingebetteten Interaktionen innerhalb eines Unternehmen oder eines Netzwerks44. Das durch embeddedness geschaf- fene Vertrauen lässt die Unternehmen in die Fähigkeiten des jeweils anderen und in die gemeinsame Kooperationsfähigkeit investieren. Innovationen haben einen überragenden Stellenwert in jeder Unternehmensstrategie, da nur so nachhaltiges Wachstum und Wett- bewerbsfähigkeit aufrecht erhalten werden kann. Sobald die etablierten Produkte oder Dienstleistungen in die Reifephase des Produktlebenszyklus45 eintreten, kann das Un- ternehmen nur noch mit dem Tempo der Gesamtwirtschaft wachsen, sofern keine neuen Absatzmärkte erschlossen werden.

Insbesondere in der Medienbranche ist eine dynamische Verkürzung der meisten Pro- duktlebenszyklen zu konstatieren. Aufgrund der atemberaubenden Entwicklung der Informationsund Kommunikationstechnologien muss immer schneller Altes durch Neues ersetzt werden, um wettbewerbsfähig bleiben zu können46.

(4) Interaktion. Interaktion bezeichnet eine wechselseitige Beziehung, die sich über unmittelbare oder mittelbare Kontakte zwischen zwei oder mehreren Personen ergibt, das heißt die Summe dessen, was zwischen Personen in Aktion und Reaktion geschieht47. Interaktionen müssen nach dem ersten Kennenlernen immer in einen evolutionären Rah- men gebettet werden, da sie erfahrungsabhängig sind48. Sie sind innerhalb und zwischen Unternehmen und Institutionen für die Entwicklung von Innovationen und Organisati- onsstrukturen von überragender Wichtigkeit49. Innovationen, Generierung von Wissen sowie Lernprozesse können am besten als Ergebnis eines in ein sozio-institutionelles Um- feld eingebetteten, interaktiven Prozesses verstanden werden. Die Akteure bringen hierbei unterschiedliches Wissen und unterschiedliche Kompetenzen ein, wobei sie aufgenomme- nes Wissen neu kombinieren und verknüpfen. Dieses rekontextualisierte Wissen wird mit dem Ziel ausgetauscht, technologische, organisatorische, wirtschaftliche oder intellektuelle Problemlösungen zu finden50. Je mehr Wissensgrundlagen und individuelle Erkenntnisse verknüpft werden, desto wahrscheinlicher ist der Erfolg bei der Antizipation von Kun- denwünschen und desto effizienter ist die eigene Unternehmung. Für letzteres muss aber eine offene Unternehmenskultur die Basis sein, so dass Fehler eingestanden und Vebes-serungsvorschläge gemacht und auch aufgenommen werden. Das Maß an Vertrauen im

Unternehmen oder Netzwerk ist hierfür einer der entscheidenden Aspekte für Erfolg oder Misserfolg.

Die Erfolge einer solchen Kultur zeigen sich an dem Beispiel Wipro (Western India Vege- t-Dienstleistungen. Im Geschäftsjahr 2005/2006 konnte das sehr erfolgreiche, global agierende Unternehmen einen Umsatz in Höhe von rund 2,4 Milliarden $ mit 56.000 Mitarbeitern erwirtschaf- ten. Der Vorstandsvorsitzende Azim Premji sieht es als die größte Herausforderung an, ” [...]eineUnternehmenskulturaufrechtzuerhalten,diesichdurcheinGespürfürMitar- beiter und Kunden auszeichnet 51. “ Premji stellt heraus, dass seine Mitarbeiter sich auch in offene Konfrontation mit dem jeweiligen Vorgesetzten begeben können, was sich insbe- sondere hochqualifizierte Arbeitnehmer wünschen. Des Weiteren werden die Mitarbeiter sehr gefördert und somit stark gemacht. Premji hat die Etablierung der richtigen Kultur zur Chefsache gemacht - er selber bildet jeden seiner Mitarbeiter ab dem mittleren Management in einer dreistündigen session aus. Hierfür reist Premji rund 100 Tage im Jahr durch die Welt52. Diese Institutionalisierung ist für den Stellenwert im Unternehmen von großer Bedeutung, da von höchster Ebene die Signifikanz einer offenen Kultur signalisiert wird.

Wegen der stark arbeitsteilig organisierten Ökonomie, der zunehmenden Komplexität der Rahmenbedingungen durch die Globalisierung sowie wegen der technologischen Ent- wicklungen, hat der Prozess des learning by interacting zusehends an Bedeutung ge- wonnen.

” LearningbyinteractingbezeichneteinenLernprozess,beidemsystematische Kommunikations- und Anpassungsprozesse zwischen den in einer Wertschöpfungskette verbundenen Unternehmen zu einer schrittweisen Verbesserung von Produkt- und Prozess- technologien sowie von Organisationsformen führen 53. “ Besonders in Zeiten der Globali- sierung und der damit einhergehenden intensivierten Arbeitsteilung ist räumliche Nähe und der face-to-face Kontakt für Wissens- und Informationstransfers und mithin der Ge- nerierung von Innovationen von großer Bedeutung, denn räumliche Nähe schafft Vertrau-en. Dieses Vertrauen mindert das Risiko des opportunistischen Verhaltens. Gerade ein Transfer von im Sachzusammenhang verbundenen, also sozio-institutionell lokalisiertem und kulturell implementiertem Wissen ist über größere Distanz zwar möglich, aber ein schwieriges Unterfangen. In speziellen informationsintensiven Branchen kann es als prak- tisch unmöglich angesehen werden, sensible Informationen ohne ein physisches Treffen weiterzugeben. Je stärker das Vertrauen zwischen den Akteuren ausgebildet ist, desto er- folgreicher laufen die Interaktionen und mithin die Wissensgenerierung. Insbesonders das hierdurch entwickelte tacit knowledge, face-to-face Kontakte und strategische Kooperatio- nen, durch die diese beiden Faktoren intensiv gefördert werden können, scheinen elementar für die Innovationsfähigkeit eines Unternehmens zu sein54.

Gerade die Medienbranche, in der vielfach die gehandelte Ware die Information als sol- che darstellt, lebt von Vertrauen als integralem Bestandteil. Informationen werden nur dann ausgetauscht, wenn sich die Akteure sicher sein können, dass opportunistisches Ver- halten des Gegenübers unwahrscheinlich ist. Allerdings gehen die Akteure mit diesem Vertauensbeweis ein relativ hohes Maß an Unsicherheit ein, da die Kontrolle über ein korrektes Verhalten des anderen mit dem Umgang von Informationen schwierig ist55. Je wertvoller Informationen sind, desto höher ist der Anreiz, diese trotz der Gefahr des Ver- trauensverlustes zu veruntreuen. Denn Informationen als solche lassen sich grundsätzlich wesentlich schwieriger kontrollieren als beispielsweise, ob der Kooperationspartner eine

Produktionstechnologie ohne Erlaubnis kopiert hat.

D asEntstehenpersönlichenVer- trauens in konkreten Beziehungen repr Äsentiert den fundamentalen Prozess relationaler embeddedness 56. “

Neuere Studien haben gezeigt, dass lokale Vertrauensbeziehungen für Aktivitäten, die auf implizitem Wissen basieren, wesentlich wichtiger sind als für welche, die nur explizi- tes Wissen benötigen57. In Versuchen der experimentellen Wirtschaftsforschung hat sich gezeigt, dass die Akteure in einem Zwei-Personen-Spiel versuchen, ein gewisses Level von Gerechtigkeit zu erreichen und nicht etwa ausschließlich Gewinnmaximierung anstreben. Bei den sogenannten ”Ultimatum-Spielen“bieteteinSpielereineAufteilungeinesmo- netären Betrags, die vom zweiten Spieler angenommen oder abgelehnt werden kann. Bei Ablehnung bekommen beide Spieler eine Auszahlung von Null. Bei diesen Spielen ist eine tendenziell gerechte Lösung die häufigste58. Dem widerspricht die neoklassische Theorie, die grundsätzlich das Streben nach Gewinnmaximierung postuliert. Hierbei müsste dann eine Aufteilung von 99 zu 1 vom annehmenden Spieler akzeptiert werden. Vielmehr wird aber die Aussage zunehmend validiert, dass es in erster Linie auch bei monetären, kom- petitiven Interaktionen in bedeutender Weise um Reziprozität und Gerechtigkeit geht59.

2.3 Konzeption der embeddedness

Der Begriff embeddedness 60 soll deutlich machen, dass soziales Handeln niemals kontext-frei geschehen kann61. Die Akteure handeln nicht isoliert, sondern innerhalb eines kontinu- ierlichen Systems sozialer Beziehungen. Embeddedness betont, dass konkrete persönliche Beziehungen und deren Netzwerkstruktur Vertrauen bilden und opportunistisches Verhal- ten mindern können62. Es lassen sich zwei Dimensionen der embeddedness unterscheiden, die relationale und die strukturelle63. Während die relationale embeddedness die Qua- lität der Beziehung zwischen zwei Personen charakterisiert, kennzeichnet die strukturelle embeddedness die Qualität der Beziehung zwischen mehreren Akteuren beziehungsweise eines Akteursnetzwerkes64. Bei ersterer werden die persönlichen Beziehungen betrachtet, die ökonomisches Handeln, dessen Ergebnisse und Institutionen beeinflussen. Bei letz- terer wird die Struktur des gesamten Beziehungsnetzwerks in den Fokus gestellt65. Die grundlegende Frage ist, wie Aktionen und Institutionen in konkrete, laufende Systeme von sozialen Beziehungen eingebettet sind66.

Eine Interaktion zwischen zwei Personen (relationale embeddedness) ist dann weni- ger dem Risiko opportunistischen Verhaltens ausgesetzt, wenn diese häufiger miteinan- der kommunizieren und somit eine Basis des Vertrauens schaffen. Dies ist der Fall, weil Handlungen wegen der Langfristigkeit und Wiederholungen sanktionierbar werden. Zu- dem sollte der Gewinn aus einer langfristigen Kooperation den kurzfristigen Gewinn bei opportunistischem Verhalten übersteigen - sofern die Akteure nicht einen äußerst kurz- fristigen Horizont haben und dementsprechend hoch zukünftige Gewinne diskontieren67. Langfristig tendieren Beziehungen dazu, sich zu festigen und somit als Grundlage für Vertrauensbildung zu dienen. Vertrauen ist eine informelle Institution und erhöht auf- grund von Erfahrungen aus vorherigen Interaktionen die Erwartungssicherheit der Akteu- re. Die ökonomischen Beziehungen werden also in einen übergreifenden sozialen Kontext gestellt68.

Um das Vertrauen zu stärken, sollten die Akteure vergleichbare Wertevorstellungen ha- ben. Vor allem kulturelle Gemeinsamkeiten prägen die Interaktion positiv. Dieser Aspekt ist insbesondere für die internationale Standortentscheidung von Bedeutung. Je stärker Disparitäten auftreten, desto mehr muss man bemüht sein, durch ein Auseinanderset- zen mit der fremden Kultur Akzeptanz zu schaffen. Hierbei können joint ventures 69 und Berater hilfreich sein, um einen erfolgreichen Start zu gewährleisten. Nicht nur die Kom- munikation mit den Mitarbeitern muss effizient und motivierend verlaufen, sondern auch die mit den Kunden. Ansonsten werden Risiken von Innovationshemmnissen und Absatzeinbußen in Kauf genommen.

Bei zunehmendem Vertrauen steigt allerdings auch das Risiko, opportunistisch zu han- deln, da das anvertraute Wissen für eigene Interessen genutzt werden kann70. Dies liegt daran, dass der Nutzen einer Information mit seiner Sensibilität steigt. Hierdurch steigt der Anreiz, diese Informationen zu veruntreuen. Um dieses Risiko zu dezimieren, soll- ten einerseits Prämiensysteme zur Loyalitätssteigerung oder eine Senioritätsentlohnung eingeführt werden, wodurch der Anreiz gesetzt wird, möglichst lange im Unternehmen verbleiben zu wollen. Andererseits sollten Sanktionsmechanismen wie Reputationsver- lust oder interne Versetzungen auf weniger anspruchsvolle Posten im Unternehmen An- wendung finden71. Bei unternehmensübergreifenden Kooperationen sollte die Interaktion durch ein Vertragswerk abgesichert sein, welches Sanktionen für Vertrauensbruch und op- portunistisches Verhalten enthält. Diese sollten bestenfalls auf eine individueller Ebene angewendet werden können, um jedem einzelnen Akteur den Anreiz zu geben, loyal zu handeln.

Der evolutionäre Aspekt, der unter die relationale embeddedness subsumiert werden kann, ist wichtig, da ein vormaliges Treffen zweier Akteure sich auf das neue Treffen auswirkt. Es wurden schon Erfahrungen mit dem Gegenüber gemacht, die emotionale Grundeinstellungen hinsichtlich der Person hervorgerufen haben, welche die neuerliche Interaktion positiv oder negativ beeinflussen72. In der relationalen Perspektive wird nicht der isolierte Akt der Transaktion in den Fokus gestellt, sondern vielmehr die Beziehung zwischen den Interaktionären. Es wird also von einem kontinuierlichen, sich ständig erneu- ernden Prozess des sozialen Umfelds ausgegangen.

” Asintheembeddednessapproach,the concept of social context [...] is not one of a once-and-for-all influence but of an ongoing process that is continuously constructed and reconstructed during interaction 73. “ Die relationale embeddedness beinhaltet folglich auch einen strukturellen Aspekt, der keinesfalls unterbewertet werden sollte. Beziehungen zwischen zwei Personen sind immer in höhere Anordnungsstrukturen eingebettet. Dies steht im Gegensatz zum Transakti- onskostenansatz von Williamson (1985), in dem die Akteure abstrahiert vom sozialen Zusammenhang betrachtet werden. Das Verhalten anderer Akteure oder die Erfahrungen durch eigene Beziehungen werden ausgeklammert74. Durch diese atomistische Akteurskon- zeption ist man der Gefahr ausgesetzt, nicht die Ergebnisse von Netzwerkzusammenhalt oder -fragmentierung und somit nicht den relevanten sozio-institutionellen Kontext erfas- sen zu können75. Hier setzt auch die Kritik von Granovetter (1985) an. Der Markt als Organisationsform wird ” undersocialized “ konzeptionalisiert,wohingegendasUnterneh- men als hierarchische governance structure ” oversocialized “ modelliertwird.76. In der Per- spektive der embeddedness sind Organisationsformen aber das Ergebnis konkreter Struk- turen sozialer Beziehungen, was der atomistischen Sichtweise des Transaktionskostenansatzes widerspricht77.

Strukturelle embeddedness kennzeichnet ein soziales Beziehungsgeflecht, welches ökonomisches Handeln kontextualisiert. Durch diese Einbettung der Akteure ist ihr Handeln folglich sozio-institutionell situiert. Wenn anvertrautes Wissen für eigene Zwecke missbraucht wird, schadet es dem gesamten Netzwerk. Positiv ist hingegen, dass durch Wissenstransfer ein wesentlich stärkerer Multiplikatoreffekt erreicht werden kann, was wiederum Einfluss auf das Innovationspotential hat. Die Qualitätsentwicklung der embeddedness ist ein evolutionärer Prozess. Je häufiger gute Erfahrungen mit einem Vertrauensvorschuss gemacht wurden, desto schwächer sind die Hemmungen, bei zukünftigen Interaktionen mit denselben Akteuren misstrauisch zu sein. Der Prozess des Vertrauensaufbaus ist mithin in hohem Maße erfahrungsgebunden und erfolgt schrittweise78.

In internationalen Unternehmen sollte das Wissensmanagement sehr ernst genommen werden, so dass jeder Mitarbeiter an dem Wissen der anderen Beteiligten partizipieren kann. Bei einer offenen und ehrlichen Unternehmenskultur ist opportunistisches Verhalten eher unwahrscheinlich. Vorschussvertrauen sollte schon durch die gleiche Unternehmenszugehörigkeit vorhanden sein.

Charakteriska des Austausches in Netzwerken zwischen Unternehmen oder innerhalb eines Unternehmens sind: Vertrauen, Gemeinschaft und Gegenseitigkeit79. Die Vorteile dieser Erkenntnis haben sich zum Beispiel auch in der Beschaffungstheorie durchgesetzt. Die Koalitionstheorie besagt, dass unter anderem für erfolgreiches Verhandeln nicht die Machtposition zu Ungunsten der Lieferanten ausgenutzt werden sollte80.

” Sowohlinterne

wie auch externe Koalitionen gelingen nur, solange die Koalitionsteilnehmer den subjektiven Eindruck haben, dass sie für das, was sie leisten [...], auch einen fairen Gegenwert [...] bekommen 81. “ Die Koalitionstheorie schafft die Basis für ein gemeinsames Handlungsverständnis. Vertrauen soll gewonnen, aufgebaut, gehalten und bei Störungen wieder repariert werden können82.

Transaktionskostentheoretisch83 gesehen zeigt die Existenz von Unternehmensnetzwer- ken, dass unter gewissen Umständen eine Hybridform als governance structure effizient sein kann. Sowohl das Unternehmen als Hierarchieform als auch der Markt als Orga- nisationsform müssen nicht unbedingt effizienter sein als ein Unternehmensverbund84. Durch Vertrauen und Reziprozität - die wesentlichen Unterschiede zu rein ökonomischen Marktbeziehungen - lassen sich stabile Beziehungsstrukturen etablieren, die Interaktionen fördern und die Bildung von Wissen durch erhöhten Informationsaustausch und somit eine größere Ideenvielfalt erleichtern. Hierdurch können in erheblichem Maße Transakti- onskosten wie Such- und Informationskosten oder Kosten für eine weitreichende Kontrolle gespart werden. Je stärker ein Unternehmen in ein redundantes Netzwerk eingebunden ist, desto besser lassen sich zudem Vorteile durch interaktive Lern- und Innovationsprozesse nutzen85.

Durch Etablierung von Vertrauen können Transaktionskosten langfristig erheblich ge- senkt werden. Zudem werden Lernpotentiale zwischen den Akteuren freigesetzt, die nach der Interaktion weitergenutzt werden können. Man unterscheidet zwei Basisarten des Ver- trauens86: Einerseits das Kompetenzvertrauen, andererseits das goodwill-Vertrauen. Bei ersterem wird Vertrauen in die Ausbildung, Erfahrung und soziale Kompetenz gelegt, dass ein Job qualitativ hochwertig ausgeführt werden kann. Das Risiko, durch den Ko- operationspartner an einer gestellten Aufgabe zu scheitern, sinkt somit. Das Vertrauen auf der Grundlage von goodwill beruht auf der Erwartung, dass der Partner eine moralische Verpflichtung und Verantwortung empfindet, sich kooperativ zu verhalten87. Diese Art von Vertrauen reduziert somit die Gefahr des opportunistischen Verhaltens oder Trittbrett- fahrens88. Diese Einordnung schließt Verschwiegenheit und Leistungs- und Kommunikati- onswillen mit ein. Hieraus ist unmittelbar ersichtlich, dass goodwill -Vertrauen wesentlich schwieriger aufzubauen ist als Kompetenzvertrauen, da fachliche Kompetenz glaubwürdig signalisiert und die Fähigkeit zu sozialer Kompetenz schnell eingeschätzt werden kann.

Allerdings kann Vertrauen auch negative Auswirkungen haben. Wenn nur noch netzwer- kinterne Informationen genutzt werden und die kontinuierliche Suche nach effizienteren Problemlösungen vernachlässigt wird, besteht die Gefahr eines lock-in 89. Diesem Risiko kann durch Offenheit des Netzwerkes entgegen gewirkt werden. Externe Informationen dürfen keinesfalls untergewichtet werden, sondern sollten integraler Bestandteil eines er- folgreichen Netzwerkes sein90. Wenn sich Experten aus verschiedenen Bereichen zu einem Projekt treffen, kann durch die Interaktion kodifiziertes Wissen in Sachzusammenhänge eingebunden werden. Durch diese Transformation aufgrund von Lern- und Sozialisierungs- prozessen entsteht implizites Wissen, das Organisationskosten senkt und Innovationen fördert91. Es erscheint also für das Innovationspotentials eines Unternehmens sinnvoll, multinational zu investieren, um verstärkt Lernprozesse zwischen kulturell unterschiedli- chen Akteuren aktivieren zu können.

Ein gewisses Maß an Vorschussvertrauen kann über Dritte ermöglicht werden. Das Konzept der Netzwerkreputation geht davon aus, dass spillovers in Form von Informa- tionen zwischen Akteuren und dem sozialen Netzwerk, in dem sie situiert sind, stattfin- den92. Räumliche Nähe ist somit hilfreich für den Aufbau von Vertrauen, da so sowohl über einen längeren Zeitraum wiederholte Interaktionen stattfinden als auch sich private und geschäftliche Beziehungen überlappen können93. Aufgrund der Vertrauensbeziehun- gen innerhalb des Netzwerks können Informationen von bekannten Akteuren verlässlicher als Marktinformationen sein. Bezogen auf die Investitionsmotive bei der internationalen Standortwahl ließe sich argumentieren, dass aus diesem Grund bei erstmaliger Ansiedlung Kooperationen sinnvoll sein können, um so Netzwerkbeziehungen schneller etablieren zu können.

In beratungsintensiven Branchen wie der Rechtsberatung, die ebenfalls zum quartären Sektor der Wirtschaft zählen, sind kick-off -Veranstaltungen üblich, bei denen sich die Mandanten und Anwälte treffen, um so bestensfalls goodwill -Vertrauen zu entwickeln. Für eine erfolgreiche und nachhaltige Zusammenarbeit ist goodwill -Vertrauen von beiden Sei- ten aus notwendig. Der Mandant muss einerseits seinem Berater vertrauen, um überzeugt von einer Zusammenarbeit sein zu können. Andererseits muss auch der Berater zu seinem Mandanten Vertrauen aufbauen, wodurch eine unkomplizierte Interaktion zu erwarten ist. Schließlich benötigt der Berater möglichst präzise Informationen über das Projekt, die er optimalerweise direkt von seinem Mandanten erhält. Insbesondere bei sensiblen Daten ist eine Vertrauensbasis notwendig. Wegen der häufigen Interaktionen der Beteiligten und den hohen Zahlungsströmen ist goodwill -Vertrauen förderlich, um den Informationsfluss zu optimieren. In Ausnahmefällen kann sogar ein Fehlen von goodwill -Vertrauen zu einem Mandatswechsel innerhalb der Kanzlei oder schlimmstenfalls zu einem Mandatsverlust führen. Dies ist möglich, obwohl Kompetenzvertrauen gegenüber internationalen Groß- kanzleien aufgrund der hohen Qualifikationsvoraussetzungen grundsätzlich angenommen werden kann. Zur Akquisition von Mandaten ist räumliche Nähe häufig die notwendig, um sich eine direkte Reputation gegenüber dem Kunden aufzubauen. Sofern diese Inter- aktion erfolgreich verlaufen ist, kann der Akquisiteur weiterhin auch nur als Mittelsmann zwischen den eigentlichen Experten und den Mandanten fungieren. Die Funktion zur Ka- nalisierung der Informationsflüsse ist hierbei ebenso wichtig wie die Funktion als Geber von Vorschussvertrauen für Dritte94.

Kritisch kann es werden, wenn Vertrauen unternehmensintern zerstört oder gar nicht erst aufgebaut wird. Bei der Deutschen Telekom AG scheint derzeit genau dieses Problem vorzuliegen. Der Finanzvorstand Eick möchte möglichst bald Konzernchef Ricke ablösen, da er schon bei dem Abgang des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Sommer nicht berücksichtigt wurde. Durch interne Fehden und Machtspiele zwischen den Vorständen

des Konzerns wird die gesamte interne Kommunikation zwischen den einzelnen Bereichen geschwächt, da innerhalb des Unternehmens gegeneinander gespielt wird. Die Ausstrahl- effekte entstehen beispielsweise aufgrund von opportunistischen Überlegungen, einen bes- seren Job bekommen zu können. Gleichzeitig verschlechtert sich der Teamgeist und damit die interne Kommunikation aufgrund der Angst vor Arbeitsplatzverlust auf den zweiten und dritten Hierarchieebenen. Hierdurch werden jedoch Ineffizienzen in der unterneh mensinternen embeddedness gefördert. Darüber hinaus können solche Diskussionen exter- ne Folgen haben. So hat Eick im Herbst 2005 ambitionierte Ziele gegen den Widerstand der einzelnen Sparten T-Com, T-Mobile und T-Systems durchgesetzt, obwohl sich schon damals Preiskämpfe abzeichneten95. Diese Ziele konnten dementsprechend nicht erreicht werden, was bei der Veröffentlichung der Zahlen zu einem signifikanten Kursverlust an den Börsen führte. Binnen zwei Tagen reduzierte sich die Marktkapitalisierung von et- wa 50,4 Mrd. auf knapp 45 Mrd. 96. Dies kann den Druck auf den Vorstand erhöhen, kurzfristig ertragssteigernde Maßnahmen wie Arbeitsplatzabbau durchzusetzen. Insbeson- dere wenn internationale private equity Unternehmen beteiligt sind, die hohen Wert auf die Unternehmensentwicklung an den Finanzmärkten legen, können Maßnahmen unter- nommen werden, die die Unternehmenskommunikation und Innovationsfähigkeit weiter schwächen97.

2.4 Lernprozesse

Bei der Wissensgenerierung muss man grundsätzlich zwischen kodifiziertem und implizi- tem Wissen unterscheiden. Kodifiziertes Wissen kann problemlos interkulturell und global genutzt werden, da es dekontextualisiert und universell vorliegt. Je mehr kodifiziertes Wis- sen bei einer Interaktion vorliegt, desto weniger wichtig erscheint räumliche Nähe zu sein98. Implizites Wissen hingegen ist an Akteure gebunden und mithin kontextualisiert, was die Transferierbarkeit erheblich erschwert. Implizites Wissen setzt einen Lernprozess voraus, bevor es selbst in einem neuen Lernprozess angewandt werden kann. Durch kontinuierliche Praxis und Interaktionen werden die Fähigkeiten erlernt, die einem fortdauerenden Wandel unterliegen, da neues, kodifiziertes Wissen mit dem vorhandenen Wissen regelmäßig verknüpft werden muss99.

Grundsätzlich fördern räumliche Nähe und wiederholte Interaktionen den Transfer von implizitem Wissen100. Diesem kommt im Prozess der Wissensgenerierung für erfolgreiche Innovationen eine zentrale Rolle zu. Denn implizites Wissen beinhaltet neben den erlern- ten Fähigkeiten auch sozio-institutionelle Normen, Regeln und Konventionen und somit auch spezifische Abläufe von Wissensgenerierung, -interpretation und -verwendung101. Aufgrund des Austausches verschiedener Wissensgrundlagen der jeweiligen Akteure ent- stehen Lernprozesse, da durch die Interaktionen neue Erkenntnisse und Schlussfolgerungen mit dem schon vorhandenen Wissen der Akteure verknüpft werden. Durch diese Rekon- textualisierung entsteht neues Wissen, aus denen Innovationen hervorgehen können.

Wichtig für eine erfolgreiche Unternehmensentwicklung ist externes, kodifiziertes Wis- sen mit implizitem Wissen zu verknüpfen, um so zusätzlichen Nutzen zu generieren, die Gefahr eines lock-in -Effektes zu senken und neue potentielle Entwicklungspfade zu öffnen102. Auf diese Weise werden Informationen für das Unternehmen in Sachzusam- menhänge eingebunden und nutzbar gemacht103. Die Wissensbasis wird verbreitert und durch die externen, neuen Inputs stärker heterogenisiert. Hierdurch können neue Entwick- lungspfade erschlossen und Innovationen außerhalb des evolutionären Prozesses entwickelt werden. Die Tendenz zur Persistenz von technologischen Entwicklungen kann somit ge- brochen werden.

Für die Betrachtung von Investitionsmotiven im Dienstleistungssektor ist es sinnvoll, die Lernpotentiale und die Innovationsaffinität einer Region oder eines Netzwerkes zu analysieren, um sich Wettbewerbsvorteile in qualitativer Hinsicht durch die Standortwahl zu sichern. Man kann zwischen verschiedenen Arten von Lernprozessen unterscheiden104, wobei hier ausschließlich auf die Prozesse eingegangen wird, die für Standortentscheidun- gen relevant sein können:

Learning through training. Wissen wird hier durch qualifikationsbezogenes Lernen akquiriert. Es kann also entscheidend sein, ob in einem Unternehmensumfeld Weiterbildungsmöglichkeiten durch verschiedene kompetente Institutionen angeboten werden. Die Existenz eines engen institutionellen Netzes ist dabei von erheblichem Vorteil.

Learning by hiring. Wissen kann auch gezielt angeworben werden, indem man spe- zialisierte Fachkräfte und Experten bei Konkurrenten abwirbt. Der Europachef des ameri- kanischen Unternehmens Google, Nikesh Arora, formuliert die Personalstrategie so:

” Wir sind w Ählerisch. Wir wollen die Besten, die Intelligentesten, die Begabtesten 105. “ Hierfür werden auch hochqualifizierte Arbeitnehmer von Amazon oder T-Mobile abgeworben. Arora sieht dies als einen der wesentlichen Faktoren für das Innovationspotential von Google.

Räumliche Nähe zu den Konkurrenten ist hierbei sowohl wegen der Informationsbeschaffung und Kontaktanbahnung hilfreich als auch für den Interessenten, da er sein soziokulturelles Umfeld nicht verlassen muss.

Learning by interacting. Innerhalb eines Kooperationsnetzwerkes kann kontextspezi- fisches Wissen durch Interaktionen maßgeblich weiterentwickelt werden und somit zur Verbreiterung der Wissensbasis führen. Sofern der Austausch zwischen den Mitarbeitern national und international durch die Unternehmenskultur begünstigt wird, wird die Ge- nerierung insbesondere von bedeutendem impliziten Wissen wesentlich erleichtert. Aktiv geförderte Corporate Identity kann hierbei äußerst hilfreich sein. Implizites Wissen ist des- wegen so bedeutsam, weil es nicht kodifiziert ist und in Folge dessen nicht aus allgemein zugänglichen Wissensdatenbanken extrahiert werden kann. Die Fähigkeit, implizites Wis- sen zu generieren, kann somit als einer der Faktoren angesehen werden, die den Unterneh- menserfolg determinieren. Durch diesen Prozess der Entstehung unternehmensinternen Wissens bilden sich kumulative unternehmensspezifische Entwicklungspfade.

” DieBe- trachtung von Lernprozessen verdeutlicht, dass technologischer Wandel kontextspezifisch ist, da er einerseits auf spezifischen institutionellen Arrangements beruht und anderer- seits von den institutionellen Regelungen auf regionaler und nationalstaatlicher Ebene mit gepr Ägt wird 106. “

Bei dem hoch innovativen Unternehmen Google arbeiten nie mehr als vier oder fünf Mitarbeiter in einem Team, wobei sie sich durch den Austausch von Expertisen anderer Teams miteinander vernetzen107. Durch die Förderung dieser kreativitätsaffinen Struktu- ren ist es Google gelungen, eines der derzeit erfolgreichsten Internetunternehmen der Welt zu werden.

2.5 Die Theorie der langen Wellen

Aus der zeitlichen Beobachtung verschiedener wirtschaftlicher Indikatoren leitete Kon- dratieff 1926 die Folgerung ab, dass die Entwicklung der Wirtschaft in den Industrieländern in Wellen erfolgt108. Mit Hilfe eines vergleichsweise geringen Datenmaterials und der Methode der gleitenden Durchschnitte ermittelte Kondratieff Wellenlängen von 50 bis 60 Jahren und entwickelte so die Theorie der langen Wellen109. 1939 ehrte der österreichische Nationalökonom Schumpeter den russischen Wissenschaftler, indem er in seinem Werk über Konjunkturzyklen den Begriff der Kondratieff-Zyklen prägte110. Gemäß dieser Zyklen treten technologische Revolutionen auf, die Schumpeter als Basisinnovationen bezeichnet. Diese ebnen vollkommen neuen Produkten und Prozessen den Weg und ermöglichen somit der Volkswirtschaft, einen höheren Wachstumspfad zu erreichen. Dabei gilt die Basisinnovation allein als Auslöser für den verstärkten Wachstumseffekt. Erst durch Imitations- und Diffusionsprozesse entstehen Verbesserungs- und Folgeinnovationen, die das Wachstum auf eine breite Basis stellen111.

Aus den ersten vier Kondratieff-Zyklen (ca. 1790-1980) entstanden industrielle Basisinnovationen wie zum Beispiel Baumwolle und Dampfmaschinen, Eisen und Stahl, Elektrizität und Chemie sowie Automobile und Petrochemie. Die Rahmenbedingungen der frühen Zyklen waren charakterisiert durch Einschränkungen in der Mobilität von Informationen, Menschen und Waren. Der fünfte Zyklus ab 1980 prägt die Informationsgesellschaft und ist durch wachsenden transnationalen Güterverkehr und Informationsaustausch gekennzeichnet - wie in Abbildung 2 auf Seite 22 verdeutlicht112.

Die Theorie der langen Wellen113 bietet einen Erklärungsansatz für die langfristige wirtschaftliche Entwicklung und somit für die Transformation einer Industriegesellschaft hin zu einer Informationsgesellschaft. Dieser Wandel hat weitreichende Auswirkungen auf die gesamte Volkswirtschaft. Denn so bildet sich der Informations- und Kommunikationssektor immer mehr zu einem eigenständigen quartären Sektor heraus114. Dabei wird der technologische Wandel und das Entstehen von Innovationen in diesem Modellansatz nicht als exogen betrachtet, sondern als endogene Größe modelliert115.

Für die vorliegende Arbeit ist weder die strenge Zyklizität, noch die genaue Zeitspan- ne zur Festlegung der Zyklen dieses Ansatzes von Bedeutung. Auch mag die Kritik des technologischen Determinismus dieses Konzepts gerechtfertigt sein116. Das Konzept der Theorie der langen Wellen soll ebenso wie die Drei-Sektoren-Hypothese allein veranschau- lichend dem Ziel dienen, einen grundlegenden Wandel der Wirtschaftstätigkeit zu konsta-

Abbildung 2: Schematischer Ablauf der Kondratieff-Wellen, aus: Bathelt/Glückler (2003), S. 248

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


1 Vgl. Turi (Nr.10/2006), S. 75ff. Stand der Marktkapitalisierung: 18. September 2006

2 Deutschland in Zahlen 2005, S. 20

3 ebenda, S. 19

4 Vgl. http://www.statistics.gov.uk/CCI/nugget.asp?ID=163&Pos=$&ColRank=2&Rank=224 (Stand 31. Juli 2006)

5 Vgl. http://www.destatis.de/presse/deutsch/pm2006/p0710024.htm (Stand 31. Juli 2006)

6 Die ”Drei-Sektoren-Hypothese“beschreibt,wiesichderSchwerpunktderwirtschaftlichenTätigkeit bei der Entwicklung von Volkswirtschaften zunächst vom primären Wirtschaftssektor (Produktions- gewinnung) auf den sekundären (Produktionsverarbeitung) und schließlich auf den tertiären Sektor (Dienstleistung) verlagert.

7 Vgl. Fourastiè (1954), S. 102

8 Vgl. Bathelt/Glückler (2003), S. 31

9 Vgl. Schätzl (1998), Kapitel 1

10 Vgl. Bathelt/Glückler (2003), S. 21

11 Vgl. Bathelt/Glückler (2003), S. 27

12 Bathelt/Glückler (2003), S. 21f.

13 Vgl. Storper (1995), S. 191ff.

14 Vgl. Bathelt/Glückler (2003), S. 155

15 Bathelt/Glückler kritisieren die Annahmen an den homo oeconomicus ausführlich. Vgl. Bathelt/Glück ler (2003), S. 23ff.

16 Vgl. Granovetter (1985), S. 482ff.

17 Vgl. Bathelt/Glückler (2003), S. 34f.

18 Vgl. Bathelt/Glückler (2003), S. 33ff.

19 ebenda

20 Bathelt/Glückler (2003), S. 34

21 Vgl. Hess (2004), S. 166f.

22 Vgl. Boari et al. (2004), S. 325

23 Vgl. Williamson (1985), S. 47; Richter/Furubotn (2003), S. 5

24 Vgl. Granovetter (1990), S. 95f.

25 Vgl. Lawson/Lorenz (1998), S. 307

26 Vgl. Cantwell/Fai (1997), S. 11

27 Vgl. Lawson/Lorenz (1998), S. 307

28 Im allgemeinen wird durch einen lock-in -Effekt eine Entwicklung oder ein Prozess gelähmt

29 Vgl. Kogut et al. (1993), S. 71

30 Vgl. Bathelt/Glückler (2003), S. 36

31 ebenda

32 Vgl. Bathelt/Glückler (2004), S. 36ff.

33 Bathelt/Glückler (2003), S. 37

34 Vgl. Bathelt/Glückler (2003), S. 38

35 Vgl. Swedberg/Granovetter (1992), S. 17f.

36 Vgl. Bathelt/Glückler (2003), S. 38

37 Vgl. Powell/DiMaggio (1991), S. 143ff. Zu embeddedness vgl. Kapitel 2.2.2; Granovetter (1990), S. 89ff. sowie Glückler (2001), S. 211ff.

38 Vgl. Grabher (1993), S. 1ff.

39 Vgl. Bathelt/Glückler (2003), S. 38

40 Vgl. Gabler Wirtschaftslexikon, 15. Auflage

41 Vgl. Bathelt/Glückler (2003), S. 39

42 Vgl. Uzzi (1996), S. 678f. sowie Uzzi (1997), S. 49

43 Vgl. Noteboom (2000), S. 107f.

44 Vgl. Bathelt/Glückler (2003), S. 190ff.; Maskell et al. (1998)

45 Vgl. Bathelt/Glückler (2003), S. 230ff.

46 Vgl. Nausner (2000), S. 125

47 Gabler Wirtschaftslexikon (15. Auflage)

48 Bathelt/Glückler (2003), S. 40

49 Nausner spricht von ”DerKunstdertranskontextuellenInteraktion“.FüreinenEntwurf,dieVoraus- setzung einer Planung, sei eine Inspiration, das heißt eine Eingebung oder aber auch eine Anregung notwendig. ”WahrnehmungdurchangeregteInteraktionmachtIntuitionmöglich[...]“,deswegensoll- ten informelle Kontakte für transkontextuelle Interaktionen gefördert werden. Nausner ([2000] ), S.[129] ff.

50 Bathelt et al. (2004), S. 32

51 Aus einem Interview der Zeit mit Azim Premji. Heuser/Storn (Nr.39/2006), S. 29

52 Vgl. Heuser/Storn (Nr.39/2006), S. 29

53 Bathelt/Glückler (2003), S. 40

54 Vgl. Richter/Buchner (2004), S. 187f.

55 Vgl. Buckley/Casson (2002), S. 38

56 Glückler (2001), S. 216

57 Vgl. Boari et al. (2004), S. 325

58 Vgl. Roth (1995), S. 270ff.

59 Vgl. Bolton/Ockenfels (2000), S. 166ff.

60 In aktuellen Studien ist die Kritik aufgekommen, das Konzept der embeddedness sei bloß ein fuzzy concept. Dieser von Ann Markusen (1999) geprägte Begriff soll auf eine geringe Präzision in der Abgrenzung aufmerksam machen. Auf embeddedness bezogen hieße das, dass nicht viel mehr von diesem Begriff als eine schöne Metapher für ”dasSoziale“ übrig bleibt und somit jede mögliche

analytische Kategorie mit einschließt. Hess (2004) begegnet dieser Kritik, indem er drei Dimensionen der embeddedness ausmacht, die klarere Linien für eine Abgrenzung ermöglichen. Hess versucht so auf die konkrete Frage eine Antwort zu finden, wer in was eingebettet ist und was der Begriff embeddedness überhaupt umfasst. Nach Hess umfasst embeddedness drei Hauptrichtungen: societal embeddedness, network embeddedness und territorial embeddedness. Mit diesen Definitionen möchte Hess auch der Kritik des overterritorializing im Rahmen von embeddedness entgegentreten. Für Weiteres vgl. Hess (2004), S. 170ff.

61 Vgl. Bathelt/Glückler (2003), S. 160

62 Vgl. Granovetter (1985), S. 490

63 Vgl. Glückler (2004), S. 86ff.; Granovetter (1990), S. 99

64 Vgl. Glückler (2004), S. 86f.

65 In der wirtschaftsgeographischen Literatur werden diese Beziehungen aus der räumlichen Perspektive innerhalb einer Skala von lokal bis global betrachtet (siehe relationale Perspektive). Hieraus lassen sich dann Implikationen für die Bedeutung von Nähe und Distanz extrahieren, die Interaktionen und Lernprozesse beeinflussen. Vgl. Hess (2004), S. 166ff.; Bathelt et al. (2004), S. 32ff.

66 Vgl. Granovetter (1990), S. 97ff.

67 Vgl. Heal (1976), S. 502

68 Vgl. Bathelt/Glückler (2003), S. 160f.

69 Ein joint venture im weiteren Sinne bezeichnet die Zusammenarbeit von nicht gebietsansässigen Un- ternehmen mit Partnern aus dem Gastland (Auslandsmarkt), das heißt alle Formen der Kooperation, einschließlich Lizenzvergabe, Vertragsmanagement, Vertragsfertigung und Gemeinschaftsunternehmen (joint ventures im engerem Sinne). Siehe Gabler Wirtschaftslexikon, 15. Auflage

70 Vgl. Glückler (2004), S. 87; Granovetter (1985), S. 492

71 Siehe moral hazard -Problematik in der Neuen Institutionenökonomik. Vgl. Donges/Freytag (2004), S. 192ff.

72 Vgl. Granovetter (1990), S. 99

73 Grabher (1993), S. 5

74 Vgl. Grabher (1993), S. 4

75 ebenda

76 Vgl. Granovetter (1985), S. 482ff.

77 Vgl. Bathelt/Glückler (2003), S. 160

78 Vgl. Glückler (2004), S. 96

79 Vgl. Nausner (2000), S. 135

80 Vgl. Koppelmann (2004), S. 65ff.

81 Koppelmann (2004), S. 65f.

82 Vgl. ebenda, S. 68

83 Zum Transaktionskostenansatz vgl. Williamson (1985), Kapitel 1. Unter Transaktionskosten fallen Tausch- und Organisationskosten. Zu den Tauschkosten (Transaktionskosten des Marktes) gehören Such- und Informationskosten oder Verhandlungs- und Entscheidungskosten. Zu den Organisations- kosten (Transaktionskosten im Unternehmen) zählen Kosten für die Einrichtung, Erhaltung und Ände- rung der Organisationsstruktur sowie Lager- und Transportkosten. Transaktionskosten entstehen auf- grund von Unvollkommenheiten in den Märkten, primär durch Informationsasymmetrien und die dadurch hervorgerufenenen Probleme des Opportunismus. Williamson argumentiert unter Bezug auf Granovetter (1985) zudem, dass Transaktionskosten anfallen, sobald sich der soziale Kontext ändert, in dem die Transaktionen eingebettet sind, vgl. Williamson (1985), S. 22

84 Vgl. Bathelt/Glückler (2003), S. 163

85 ebenda, S. 164

86 Vgl. Glückler (2004), S. 97f.

87 Vgl. Barber (1983), S. 14

88 Zum free-rider -Problem vgl. Donges/Freytag (2004), S. 63f.

89 Vgl. Kern (1996), S. 11

90 Vgl. Bathelt et al. (2004), S. 33

91 Vgl. Bathelt et al. (2004), S. 35

92 Vgl. Glückler (2004), S. 106

93 Vgl. Bathelt/Glückler (2003), S. 162

94 Aus einem Interview mit Stefan Greif, Managing Associate im Fachbereich Mergers & Acquisition bei der internationalen Anwaltskanzlei Linklaters in Berlin, am 3. Mai 2006.

95 Vgl. Berke (Nr.34/2006), S. 13; Vgl. dazu auch Berke (Nr.37/2006), S. 66ff.

96 Am 10. August 2006 stand die Aktie der Deutschen Telekom AG noch bei 12,05 , am 11. August notierte sie im Tief bei 10,66

97 Die US-Investmentgesellschaft Blackstone hat im April dieses Jahres eine 4,5 prozentige Beteiligung an der Deutschen Telekom erworben. Dies muss aber unbedingt als keine generelle Kritik an private equity Unternehmen angesehen werden. Insbesondere Beteiligungsunternehmen scheuen sich oftmals nicht, notwendige Umstrukturierungen durchzuführen, die das erworbene Unternehmen wieder erfolgreich macht. Somit können langfristig Arbeitsplätze gesichert und sogar geschaffen werden. So geschehen beispielsweise bei der Format Tresorbau aus Lichtenau, die ohne eine Kapitalbeteiligung seitens der Deutsche Investment Capital Insolvenz hätte anmelden müssen. Vgl. Lixenfeld (Nr.204/2005), S. k02. Laut dem Finanzinvestor Carlyle seien mehr als 20 % aller in Großbritannien neu geschaffenen Stellen durch Firmen geschaffen worden, die in Verbindung mit privaten Beteiligungsunternehmen stehen. Bei den US-Technologieunternehmen soll dieser Anteil sogar bei 80 % gelegen haben. Vgl. o.V. (Nr.158/2005), S. 1. Ein Risiko entsteht dann, wenn die Finanzinvestoren in Niedrigzinsphasen dem Unternehmen sehr hohe Schulden aufbürden oder Rekapitalisierungen und quick flipps, also Wei- terverkäufe oder Börsengänge binnen 24 Monate, durchführen. Bei den ersten beiden Maßnahmen ist die Finanzkraft des Unternehmens gefährdet, bei letzterer ist die Gefahr groß, dass das Unternehmen nur auf kurzfristigen Profit hin restrukturiert wird. Vgl. Storn (Nr.19/2006), S. 20

98 Vgl. Bathelt et al. (2004), S. 32

99 Vgl. Bathelt/Glückler (2003), S. 57

100 Vgl. Bathelt et al. (2004), S. 32

101 Vgl. Bathelt/Glückler (2003), S. 273f.

102 Vgl. Bathelt et al. (2004), S. 32

103 Der Ursprung dieser Debatte findet sich in den Studien über kreative Milieus der französischen Gremi- Gruppe (Groupe de Recherche Europ é en sur les Milieux Innovateurs). Die Forscher stellen dabei nicht die Aquirierung von Wissen in den Vordergrund, sondern die spezifische Nutzbarmachung von allgemein zugänglichen Informationen. Der sozialwissenschaftliche Aspekt spielt hier eine wesentliche Rolle. Vgl. Camagni (1991), S. 121ff.; Lawson/Lorenz (1998), S. 309; Bathelt/Glückler (2003), S.189f.

104 Vgl. Malecki (1991), Kapitel 4

105 Hohensee (Nr.10/2006), S. 118

106 Bathelt/Glückler (2003), S. 245

107 Vgl. Hohensee (Nr.10/2006), S. 116

108 Vgl. Kondratieff (1926), S. 573ff.

109 Vgl. Kondratieff (1926)

110 Vgl. Schumpeter (1961), S. 174

111 Vgl. Nefiodof (1996), S. 38

112 Vgl. Nefiodow (1996), S. 38

113 Vgl. Schumpeter (1961), Kapitel VI, VII

114 Vgl. Wirtz (2003), S. 16

115 Vgl. Bathelt/Glückler (2003), S. 247 und die dort angegebene weiterführende Literatur zu unterschied-lichen Erklärungsansätzen des Wellenverlaufs

116 Vgl. Bathelt/Glückler (2003), S. 250; Vgl. zur grundlegenden Kritik Walker (1987)

Ende der Leseprobe aus 113 Seiten

Details

Titel
Standortrelevante Investitionsmotive in der Medienbranche am Beispiel der Financial Times Deutschland
Hochschule
Universität zu Köln  (Institut für Wirtschafts- und Sozialgeographie)
Note
1,0
Autoren
Jahr
2006
Seiten
113
Katalognummer
V77071
ISBN (eBook)
9783638740715
ISBN (Buch)
9783638740913
Dateigröße
1438 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Standortrelevante, Investitionsmotive, Medienbranche, Beispiel, Financial, Times, Deutschland
Arbeit zitieren
Hanno Kempermann (Autor)Katrin Löhr (Autor), 2006, Standortrelevante Investitionsmotive in der Medienbranche am Beispiel der Financial Times Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/77071

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