Über Martin Heidegger: "Sein und Zeit"


Referat (Ausarbeitung), 2004
8 Seiten, Note: 1,0
Anonym

Leseprobe

Inhalt

1. Das Da-Sein als Verstehen

2. Verstehen und Auslegung

3. Das Gerede

4. Die Neugier

5. Die Zweideutigkeit

6. Das Verfallen und die Geworfenheit

Literaturverzeichnis

1. Das Da-Sein als Verstehen

Das Dasein hat auf 2 Weisen In-der-Welt-Sein erschlossen: Befindlichkeit und Verstehen. Durch Befindlichkeit merkt es, dass es sich in einer bestimmten Möglichkeit zu sein befindet.

„Verstehen ist das existenziale Sein des eigenen Seinkönnens des Daseins selbst, so zwar, dass dieses Sein an ihm selbst das Woran des mit ihm selbst Seins erschließt.“ (144)[1] Verstehen selber ist nichts Vorhandenes, kein Werkzeug, sondern es gehört zum Dasein, ist Existenzial: ohne Verstehen kein Dasein.

„Seinkönnens“: Dasein ist Sein-Können in bezug aufs Besorgen der Welt und das Dasein selber. Ist in diese Möglichkeit „geworfen“: „Dasein ist ihm selbst überantwortetes Möglichsein, durch und durch geworfene Möglichkeit.“ (144) Darin unterscheidet es sich von Vorhandenheit des bloßen Zeugs. Verstehen ist das, das dem Dasein seine Möglichkeitsstruktur sichtbar macht, indem es sich in Möglichkeiten hineinversetzt. Verstehen hat also nicht Bedeutung von „Erkenntnis“. D.h. gegen Trad. Der Hermeneutik, z. B. Dilthey („eigene Erkenntnismethode der Geisteswissenschaften“). Bei H V viel universeller. Verstehen ist ein Können, aber kein spezielles, sondern Sein-können selbst, dem Dasein gewachsen sein. Ist möglich, weil Verstehen den Blick auf das Sein-Können, und das heißt: aufs Dasein überhaupt, öffnet.

„Woran“ heißt: worum es Dasein geht, was es als Möglichkeit ist und was es sein könnte. (144)

Verstehen spielt bei elementarsten Handlungen eine Rolle. Wenn ich in die S-Bahn steige, habe ich verstanden, worum-willen ich einsteige: um nach x zu kommen. Das bedeutet schon Verstehen. Oder: Jemand kann Abitur machen oder nicht, wenn ja: kann studieren oder nicht usw. Dasein erfährt, welche Möglichkeiten ihm offen stehen, d. h. was es sein kann. Versteht um-willen-Struktur: Abitur, um zu studieren.

Jedenfalls Verstehen braucht weder sprachlich gefasst noch bewusst zu sein; meistens bleibt es unausdrücklich. Das alltägliche Verstehen bleibt unausdrücklich. (142f.)

Verstehen richtet sich aber nie nur auf einen Ausschnitt, sondern versteht immer ganze Grundverfassung des In-der-Welt-seins. V macht am innerweltlich Zuhandenen Verwendbarkeiten als Möglichkeiten sichtbar à Bewandtnis, und zwar Ganzes einer Möglichkeit des Zusammenhangs von Zuhandenem: Wie etwas in Bezug auf alles mögliche andere gebraucht werden kann. Und Gebrauch richtet sich immer nach Um-Willen je meines Daseins à Bedeutsamkeit, d.h. das, was in meiner besorgenden Umsicht vorkommt, weil ich es um x willen gebrauchen kann. Deshalb macht V je meine Welt sichtbar. (144)

Hammer zum Festnageln, Nagel zum Dachstuhlbauen, Dachstuhlbauen zum Hausbauen, Hausbauen letztlich um des Daseins selbst willen; d. h. Welt (Bedeutsamkeit) und Um-Willen des Daseins werden verstanden. (Aber auch: Nagel zum Bild an der Wand befestigen, zum x, y, z.)

V geschieht immer als Entwurf. Das geworfene Dasein macht immer unausdrückliche Entwürfe (Möglichkeiten seiner selbst). Entwurf ist das Können, die und die Weise des Verstehens statt anderer zu verwirklichen. Dieses Können geht stillschweigend und unbemerkt vonstatten. H betont, dass es nicht zuerst „äußere“ Dinge/Möglichkeiten gibt, die dann vom Entwurf geordnet in Blick genommen werden, sondern dass der ursprüngliche Bezug zur Welt der Entwurf ist. Der theoretische Blick (erkenntnistheoretisch) aufs Vorhandene ist sekundär (145)

Ich habe Hunger. Entwurf: Ich stille in Mensa meinen Hunger. Also: Hingehen, Karte aufladen, anstehen.

Ich bin Student, mache Scheine, irgendwann werde ich Abschluss machen und fertig sein.

V nimmt immer Ganzes in Blick, kann aber akzentuiert werden, es gibt „Modifikationen“ des Verstehens: a) kann „eigentlich“ sein: vor allem aufs Dasein und Um-Willen gerichtet, entspringt aus Selbst selber Ich brate Wurst, damit ich satt werde b) „uneigentlich“: vor allem auf Welt beziehen Hammer zum Festnageln, Nagel zum Bild an der Wand befestigen Jede der 2 Weisen kann wieder echt oder unecht sein (vgl. Verstellung des Man).

In jedem Fall führt Verstehen zu einer „Sicht“ des Daseins. Durch Verstehen wird Dasein durchsichtig, Umsicht des Besorgens, Rücksicht der Fürsorge, Sicht auf das Um-willen des Daseins selbst à Erschlossenheit. „In der Entworfenheit seines Seins auf das Worumwillen in eins mit der auf die Bedeutsamkeit (Welt) liegt Erschlossenheit von Sein überhaupt.“ (147)

„Sicht“ bedeutet hier „Unverdecktheit“. Traditionell mit Erkenntnistheorie assoziiert, gründet hier im Verstehen, nicht in Erkenntnis (146f.)

[...]


[1] Alle Zitate beziehen sich auf die im Literaturverzeichnis angegebene Standardausgabe von Sein und Zeit.

Ende der Leseprobe aus 8 Seiten

Details

Titel
Über Martin Heidegger: "Sein und Zeit"
Hochschule
Freie Universität Berlin
Note
1,0
Jahr
2004
Seiten
8
Katalognummer
V77080
ISBN (eBook)
9783638804608
Dateigröße
375 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Text ohne Sekundärliteratur (Anm. der Red.)
Schlagworte
Martin, Heidegger, Sein, Zeit
Arbeit zitieren
Anonym, 2004, Über Martin Heidegger: "Sein und Zeit", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/77080

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Über Martin Heidegger: "Sein und Zeit"


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden