Das Dasein hat auf zwei Weisen In-der-Welt-Sein erschlossen: Befindlichkeit und Verstehen. Durch Befindlichkeit merkt es, dass es sich in einer bestimmten Möglichkeit zu sein befindet.
„Verstehen ist das existenziale Sein des eigenen Seinkönnens des Daseins selbst, so zwar, dass dieses Sein an ihm selbst das Woran des mit ihm selbst Seins erschließt.“ Verstehen selber ist nichts Vorhandenes, kein Werkzeug, sondern es gehört zum Dasein, ist Existenzial: ohne Verstehen kein Dasein.
Inhalt
1. Das Da-Sein als Verstehen 3
2. Verstehen und Auslegung 4
3. Das Gerede 6
4. Die Neugier 7
5. Die Zweideutigkeit 7
6. Das Verfallen und die Geworfenheit 7
Inhaltsverzeichnis
1. Das Da-Sein als Verstehen
2. Verstehen und Auslegung
3. Das Gerede
4. Die Neugier
5. Die Zweideutigkeit
6. Das Verfallen und die Geworfenheit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht zentrale existenziale Strukturen des Daseins, wie sie von Martin Heidegger in dessen Hauptwerk "Sein und Zeit" dargelegt werden. Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, wie das Dasein in seiner alltäglichen Verfassung durch Verstehen, Auslegung und das Aufgehen im "Man" konstituiert wird und welche Rolle Phänomene wie Gerede, Neugier und Zweideutigkeit für die Existenz spielen.
- Die Analyse des Daseins als Verstehen und Seinkönnen
- Die Struktur der Auslegung und ihre Bedeutung für das Sinnverständnis
- Die Charakterisierung des "Man" und die alltägliche Erschlossenheit der Welt
- Die Untersuchung der Seinsmodi Gerede, Neugier und Zweideutigkeit
- Die ontologische Bedeutung des Verfallens und der Geworfenheit
Auszug aus dem Buch
1. Das Da-Sein als Verstehen
Das Dasein hat auf 2 Weisen In-der-Welt-Sein erschlossen: Befindlichkeit und Verstehen. Durch Befindlichkeit merkt es, dass es sich in einer bestimmten Möglichkeit zu sein befindet. „Verstehen ist das existenziale Sein des eigenen Seinkönnens des Daseins selbst, so zwar, dass dieses Sein an ihm selbst das Woran des mit ihm selbst Seins erschließt.“ (144) Verstehen selber ist nichts Vorhandenes, kein Werkzeug, sondern es gehört zum Dasein, ist Existenzial: ohne Verstehen kein Dasein.
„Seinkönnens“: Dasein ist Sein-Können in bezug aufs Besorgen der Welt und das Dasein selber. Ist in diese Möglichkeit „geworfen“: „Dasein ist ihm selbst überantwortetes Möglichsein, durch und durch geworfene Möglichkeit.“ (144) Darin unterscheidet es sich von Vorhandenheit des bloßen Zeugs. Verstehen ist das, das dem Dasein seine Möglichkeitsstruktur sichtbar macht, indem es sich in Möglichkeiten hineinversetzt.
Verstehen hat also nicht Bedeutung von „Erkenntnis“. D.h. gegen Trad. Der Hermeneutik, z. B. Dilthey („eigene Erkenntnismethode der Geisteswissenschaften“). Bei H V viel universeller. Verstehen ist ein Können, aber kein spezielles, sondern Sein-können selbst, dem Dasein gewachsen sein. Ist möglich, weil Verstehen den Blick auf das Sein-Können, und das heißt: aufs Dasein überhaupt, öffnet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Das Da-Sein als Verstehen: Dieses Kapitel erläutert das Verstehen als fundamentales Existenzial des Daseins, das es ihm ermöglicht, seine eigene Möglichkeitsstruktur zu erschließen.
2. Verstehen und Auslegung: Hier wird dargelegt, wie die Auslegung das in der Vor-Struktur bereits vorhandene Verstehen explizit macht und somit das Phänomen des Sinns konstituiert.
3. Das Gerede: Das Kapitel analysiert das Gerede als eine alltägliche Seinsweise im „Man“, in der das eigentliche Verständnis für die Dinge durch oberflächliches Nachreden verstellt wird.
4. Die Neugier: Diese Analyse widmet sich der Neugier als einer rastlosen Sucht nach Neuem, die das „Unverweilen“ in der Welt zum Ausdruck bringt.
5. Die Zweideutigkeit: Es wird untersucht, wie die Zweideutigkeit dazu führt, dass die Grenze zwischen echtem Verstehen und bloßem Schein verschwimmt.
6. Das Verfallen und die Geworfenheit: Dieses Kapitel fasst das Verfallen als Grundfigur des alltäglichen Daseins zusammen, das sich in Versuchung, Beruhigung, Entfremdung und Verfängnis äußert.
Schlüsselwörter
Dasein, Sein und Zeit, Verstehen, Auslegung, Vor-Struktur, Sinn, In-der-Welt-Sein, Man, Gerede, Neugier, Zweideutigkeit, Verfallen, Geworfenheit, Existenzial, Phänomenologie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit bietet eine philosophische Exegese ausgewählter Passagen aus Martin Heideggers Werk „Sein und Zeit“ und fokussiert sich auf die alltäglichen Seinsweisen des Daseins.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die ontologische Struktur des Verstehens, die hermeneutische Zirkelstruktur, die öffentliche Welt des „Man“ sowie die abträglichen Tendenzen des alltäglichen Daseins.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Verdeutlichung der von Heidegger beschriebenen existenzialen Analytik, um aufzuzeigen, wie Dasein sich seine Welt erschließt und worin seine alltägliche Verfallenheit besteht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit folgt einer phänomenologischen Betrachtungsweise, die sich an der Struktur von Heideggers Originaltext orientiert, um die „Sachen selbst“ freizulegen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Kategorien Verstehen, Auslegung, Gerede, Neugier, Zweideutigkeit sowie das Phänomen des Verfallens detailliert erarbeitet und in Bezug auf ihre existenzielle Bedeutung analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Dasein, Verstehen, Auslegung, Sinn, Man und Verfallen charakterisiert.
Wie unterscheidet sich die „eigentliche“ von der „uneigentlichen“ Weise des Verstehens?
Während das „eigentliche“ Verstehen aus dem Selbst entspringt und auf das eigene Seinkönnen bezogen ist, ist das „uneigentliche“ Verstehen primär auf die Welt und die Besorgung des Vorhandenen gerichtet.
Warum bezeichnet Heidegger das Gerede als normativ?
Weil das Gerede den Grundsatz „es ist so, weil man es sagt“ etabliert, wodurch die individuelle Urteilskraft durch die Ausgelegtheit des „Man“ ersetzt wird.
Was bedeutet der „Zirkel“ in der Auslegung?
Der Zirkel beschreibt die ontologische Voraussetzung, dass Auslegung nur möglich ist, wenn das Auszulegende (das In-der-Welt-Sein) im Ganzen bereits vor-verstanden ist.
- Citation du texte
- Anonym (Auteur), 2004, Über Martin Heidegger: "Sein und Zeit", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/77080