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Exegese von Gen 4,1-16: Kain und Abel

Title: Exegese von Gen 4,1-16: Kain und Abel

Exegesis , 2003 , 13 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Tobias Schreiner (Author)

Theology - Biblical Theology
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Summary Excerpt Details

1Der Mensch aber erkannte sein Weib Eva, da ward sie schwanger und gebar den Quain; sie sprach: einen Sohn habe ich erlangt [durch Jahve]. 2Dann gebar sie nochmals, den Abel, seinen Bruder. Abel ward ein Schafhirt, Quain aber ward ein Ackerbauer. 3Nun begab es sich nach geraumer Zeit, daß Qain Früchte des Ackers Jahve zum Opfer brachte; 4und auch Abel brachte Erstgeburten seiner Herde dar und das Fett davon. Jahve aber schaute gnädig auf Abel und sein Opfer, 5aber auf Qain und dessen Opfer schaute er nicht. Da ergrimmte Qain gewaltig und ließ sein Antlitz hängen. 6Aber Jahve sprach zu Qain: warum ergrimmst du so und läßt dein Antlitz hängen? 7Ists nicht also? wenn du Gutes vorhast, kannst du es frei erheben; wenn du aber nichts Gutes vorhast, so lauert die Sünde nach der Tür hin. Du solltest aber ‚Frieden mit ihm halten’! 8Qain aber ‚begann Streit’ wider seinen Bruder Abel, und als sie einmal zusammen auf dem Felde waren, erhub sich Kain wider seinen Bruder Abel und schlug ihn tot. 9Da sprach Jahve zu Qain: wo ist dein Bruder Abel? Er sprach: ich weiß es nicht; soll ich meines Bruders Hüter sein? 10Er sprach: Was hast du getan! Das Blut deines Bruders schreit zu mir auf vom Acker. 11So sei denn verflucht, hinweg von dem Acker, der seinen Mund auftun mußte, zu empfangen von deiner Hand deines Bruders Blut! 12Wenn du den Acker bebauen willst, soll er dir seine Kraft nicht mehr geben; unstet und flüchtig mußt du auf Erden sein. 13Da sprach Qain zu Jahve: meine Strafe ist größer, denn daß ich sie tragen könnte. 14Du hast mich ja heute vom Acker vertrieben und vor deinen Augen soll ich mich verbergen; unstät und flüchtig muß ich auf Erden sein: so wirds mir gehen, daß mich totschlägt, wer mich findet. 15Aber Jahve sprach zu ihm: darum wer Qain totschlägt, das wird siebenfach gerochen! Und Jahve verlieh Qain ein Zeichen, daß ihn nicht, wer ihn finde, totschlüge. 16So ging Qain aus Jahves Augen; und Qain blieb im Lande Nod östlich von Eden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. GEN 4,1-16

2. LITERARKRITIK

3. FORMGESCHICHTE

4. ÜBERLIEFERUNGSGESCHICHTE

6. REDAKTIONSGESCHICHTE

7. HISTORISCHER ORT

8. LITERATURVERZEICHNIS

8.1 TEXTAUSGABEN

8.2. SEKUNDÄRLITERATUR

8.3. INTERNET

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, den alttestamentlichen Text der Kain-und-Abel-Erzählung (Genesis 4,1-16) durch eine exegetische Analyse zu erschließen. Dabei steht die Frage im Vordergrund, wie der jahwistische Text durch literar- und redaktionsgeschichtliche Schichten geformt wurde und welche theologischen Aussagen über das Verhältnis von Gott, Sünde und Barmherzigkeit daraus abgeleitet werden können.

  • Literarkritische Untersuchung zur Identifikation von Grundschichten und redaktionellen Überarbeitungen.
  • Formgeschichtliche Einordnung der Erzählung als Sage mit spezifischen Gattungsmerkmalen.
  • Überlieferungsgeschichtliche Analyse zur Herkunft und soziologischen Bedeutung des Stoffes.
  • Redaktionsgeschichtliche Rekonstruktion der Entstehungsstufen des Textes.
  • Klärung des historischen Ortes und des ursprünglichen Bezugs zum Stamm der Keniter.
  • Analyse des Gottesbildes im Hinblick auf den Tun-Ergehens-Zusammenhang und göttliche Gnade.

Auszug aus dem Buch

3. Formgeschichte

Bei dem vorliegenden Text handelt es sich um eine jahwistische Erzählung. Im Folgenden möchte ich einige der für die Gattung der Erzählung konstitutiven Kriterien, welche von unserer Form erfüllt sind, nennen:

In der Einleitung V1.2 werden die handelnden Personen eingeführt. Der weitere Aufbau ist, trotz der redaktionellen Eingriffe, nach wie vor streng chronologisch gegliedert, Handlung und wörtliche Rede wechseln einander ab. Kennzeichnend ist ebenfalls die Einsträngigkeit der erzählten Handlung. Moralische Interpretationen sowie kategorische Aussagen werden im Text –abgesehen von V6.7, die nachträglich ergänzt sind - nicht gemacht, auch typische Formeln sind nicht vorhanden. Der Redakteur beschränkt sich darauf, die Geschichte von Kain und Abel zu erzählen und überlässt die Deutung dem Leser. Zwar sind deutliche Parallelen zur Urgeschichte in Gen 3 gegeben, dennoch ist die Erzählung nicht als „Ursprungsmythos zu rechnen“.

Das direkte Gespräch der Beteiligten Kain und Abel fehlt in der Überlieferung, stattdessen wird uns wie beim Jahwisten typisch ein persönlich agierender und mit der Hauptperson Kain in direkten Kontakt tretender Gott Jahwe vorgestellt. In V16 hat die Erzählung ihren klar definierten Schluss, der zusammen mit den V1.2 den Rahmen der Erzählung bildet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. GEN 4,1-16: Präsentation des biblischen Textes in der Übersetzung nach Gunkel als Arbeitsgrundlage für die anschließende Exegese.

2. LITERARKRITIK: Untersuchung der Textstruktur, um eine ursprüngliche Grundschicht von späteren Überarbeitungsschichten innerhalb der Kain-Abel-Erzählung abzugrenzen.

3. FORMGESCHICHTE: Einordnung des Textes als jahwistische Sage unter Berücksichtigung erzähltheoretischer Kriterien wie chronologischer Aufbau und Einsträngigkeit.

4. ÜBERLIEFERUNGSGESCHICHTE: Diskussion der Wahrscheinlichkeit mündlicher Vorläufer der Sage und ihrer soziologischen Einbettung in das Nomadentum.

6. REDAKTIONSGESCHICHTE: Detaillierte Analyse der redaktionellen Entwicklungsstufen und der theologischen Anreicherung des Sagenstoffs durch den Jahwisten.

7. HISTORISCHER ORT: Klärung der Bezüge zum Stamm der Keniter und der historischen Relevanz der Erzählung als poetische Reflexion der Lebenswirklichkeit israelitischer Stämme.

8. LITERATURVERZEICHNIS: Zusammenstellung der für die Exegese verwendeten Textausgaben, Sekundärliteratur und Internetquellen.

Schlüsselwörter

Genesis 4,1-16, Kain und Abel, Jahwist, Exegese, Literarkritik, Formgeschichte, Redaktionsgeschichte, Überlieferungsgeschichte, Keniter, Tun-Ergehens-Zusammenhang, Barmherzigkeit, Sage, alttestamentliche Theologie, Urgeschichte, Gotteserfahrung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit einer exegetischen Untersuchung der biblischen Geschichte von Kain und Abel gemäß Genesis 4,1-16.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der literarkritischen und redaktionsgeschichtlichen Analyse des Textes, seiner Gattung als Sage sowie seiner historischen und theologischen Bedeutung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Aufbau und die Entstehungsgeschichte des Textes zu entschlüsseln, um zu verstehen, wie der Jahwist den Sagenstoff theologisch interpretierte.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Der Autor nutzt die historisch-kritische Methode der Bibelexegese, insbesondere Literarkritik, Formgeschichte und Redaktionskritik.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Grundbestandes und der späteren Zusätze, die formgeschichtliche Bestimmung sowie die Analyse des soziologischen Hintergrunds und des Gottesbildes.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Jahwist, Sage, Redaktionsgeschichte, Tun-Ergehens-Zusammenhang, Barmherzigkeit und der Stamm der Keniter.

Welche Rolle spielt der "Jahwist" in der Argumentation?

Der Jahwist wird als Hauptredaktor identifiziert, der den ursprünglichen, wahrscheinlich mündlichen Stoff theologisch überarbeitete und in die Genealogie einordnete.

Wie bewertet der Autor den historischen Wahrheitsgehalt der Erzählung?

Der Autor betrachtet die Erzählung nicht als historisches Faktum, sondern als poetische Dichtung, die zur Klärung der Lebenswirklichkeit der damaligen Stämme diente.

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Details

Title
Exegese von Gen 4,1-16: Kain und Abel
College
LMU Munich  (Evangelisch-Theologische Fakultät)
Course
Proseminar: Die biblische Urgeschichte
Grade
2,0
Author
Tobias Schreiner (Author)
Publication Year
2003
Pages
13
Catalog Number
V77124
ISBN (eBook)
9783638825849
Language
German
Tags
Exegese Kain Abel Proseminar Urgeschichte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tobias Schreiner (Author), 2003, Exegese von Gen 4,1-16: Kain und Abel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/77124
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