„Das Gebet ist der Moment, in dem der Mensch ganz eins ist mit seinem Glauben, in dem er sich ganz bewußt ist, daß er nicht aus sich selbst heraus leben kann: Mit leeren, weit geöffneten Händen steht er vor Gott.“ Dies behauptet Frère John (1993, S.8) auf der zweiten Seite seines Buches zum Vaterunser. Für ihn ist Gebet eine der wichtigsten Quellen des geistlichen Lebens.
In der vorliegenden Jahresarbeit möchte ich die vielen Gesichter betrachten die dieses Gebet haben kann. Im Teil A. geht es um die Theorie von Gebet. Durch die Darstellung der einzelnen Aspekte soll deutlich werden wie vielfältig Gebet sein kann. Das heißt aber nicht, dass diese Aspekte nur getrennt voneinander vorkommen. Im Gegenteil in einem Gebet können und sollen diese bunt gemischt vorkommen. Immer aber geht es um das Gebet von Christen an den dreieinigen Gott. Im Teil B. geht es um eine besondere Art von Gebet – das 24-7prayer. Hierbei handelt sich um eine weltweite Gebetsbewegung von Jugendlichen. Meist wird es im freikirchlichen Bereich umgesetzt, bietet aber auch für die Evangelisch-Lutherische Kirche einen guten Ansatz den Jugendlichen die Vielfalt von Gebet näher zu bringen. In dieser vorliegenden Arbeit sollen allerdings nicht die theoretischen Aspekte des 24-7prayer beleuchtet werden, sondern die praktische Umsetzung. Es werden somit konzeptionelle Überlegungen zur Umsetzung in einer Kirchengemeinde vorgestellt.
Die Bibelzitate der vorliegenden Arbeit stammen aus der Lutherbibel, welche im Literaturverzeichnis angegeben ist. Aus Gründen der Lesbarkeit habe ich immer dort, wo eine neutrale Schreibweise nicht möglich war die männliche Schreibweise verwendet. Frauen sind hierbei immer mit einbezogen.
Inhaltsverzeichnis
Einführung
A. Reden mit Gott – Das Gebet
1. Was ist Gebet?
2. Gebet in der Bibel
2.1. Altes Testament
2.2. Neues Testament
3. Gebet in der Geschichte des Christentums
4. Ort und Zeit des Gebets
4.1. Gemeinsames Gebet
4.1.1. Im Gottesdienst beten
4.1.2. Beten in Gebetsgemeinschaften
4.2. Einzelgebet – privat und individuell
4.2.1. Persönliche Gebetszeit
4.2.2. Das Gebet im alltäglichen Leben
4.2.3. Das Stoßgebet
5. Formen des Gebets
5.1. Vorformuliertes Gebet
5.2. Freies Gebet
5.3. Meditatives Gebet
5.4. Wortloses Gebet
6. Inhalt des Gebets
6.1. Bitte und Fürbitte
6.2. Dank
6.3. Lobpreis und Anbetung
6.4. Klage
7. Die persönliche Dimension von Gebet
7.1. Beziehung mit Gott
7.2. Beziehung mit anderen Christen
7.3. Persönliches Resümee
B. Konzeptionelle Überlegungen zur Umsetzung eines 24-7prayer in der Jugendarbeit einer Evang.-Luth. Kirchengemeinde in Bayern
1. Was ist das 24-7prayer?
2. Durchführung und Koordination
3. Grundlagen für die Durchführung
3.1. Christliche Wertorientierung in der kirchlichen Jugendarbeit
3.2. Gesetzliche Vorgaben für die kirchliche Jugendarbeit
4. Die Situation des Gebets in der evangelischen Jugendarbeit
5. Die Zielgruppe
6. Die Ziele
6.1. Grundsatzziel eins: Motivation zu Gebet
6.2. Grundsatzziel zwei: Begeisterung für den Glauben
6.3. „Nebeneffekte“ – Das Wirken des Heiligen Geistes
7. Was beinhaltet ein 24-7prayer?
8. Wie wird die Aktion umgesetzt?
8.1. Räumlichkeiten
8.2. Organisatorischer Ablauf
8.3. Inhaltlicher Ablauf
8.4. Anleitung zum Gebet
8.5. Umsetzung in den Alltag
9. Wichtige Rahmenbedingungen
10. Chancen und Grenzen des 24-7prayer – ein persönliches Resümee
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht das Gebet in seiner theoretischen Vielfalt und entwickelt daraus ein praktisches Konzept für die Umsetzung einer 24-7-Gebetsaktion in der evangelischen Jugendarbeit, um jungen Menschen einen zeitgemäßen Zugang zum Glauben zu ermöglichen.
- Theoretische Grundlagen des christlichen Gebets (Bibel, Geschichte, Formen)
- Analyse der aktuellen Gebetssituation in der evangelischen Jugendarbeit
- Zielsetzung und operationalisierte Planung für eine 24-7-Gebetswoche
- Praktische Umsetzungsschritte (Räumlichkeiten, Organisation, Anleitung)
- Reflexion der Chancen und Grenzen sowie der Bedeutung für die Kirchengemeinde
Auszug aus dem Buch
1. Was ist Gebet?
In fast allen Religionen der Welt ist Gebet zu finden. Ausnahmen bilden hier der Buddhismus und die australischen Ureinwohner. (vgl. Alles, 2000, S.483) Aber was genau ist Gebet und was macht das Spezifische eines christlichen Gebets aus?
Eine wesentliche Voraussetzung für Gebet ist der Glaube daran, dass ein Gott existiert, welcher ein personales Wesen besitzt und mit dem der Mensch in Beziehung treten kann. Für jemanden der diesen Glauben nicht besitzt wäre beten sinnlos. (vgl. Brümmer, 2000, S.497) In welcher Form das Gebet stattfindet hängt von der Art des Glaubens ab. (vgl. Schlatter, 1989, S.364) In jedem Fall ist Gebet ein Ausdruck der menschlichen Zuwendung zu einer Gottheit. In diesem spricht der Mensch vor seinem Gott zu seinem Gott. (vgl. Ratschow, 1984, S.31-32) Somit ist Gebet also der Weg, auf dem Gläubige mit ihrem Gott in Beziehung treten. (vgl. Brümmer, 2000, S.496) Durch dieses Verständnis lässt sich Gebet von anderen religiösen Handlungen, wie Beschwörung oder Meditation abgrenzen. (vgl. Alles, 2000, S.483) Das Beten ist ein zutiefst menschliches Phänomen; es wurde schon immer gebetet und vermutlich wird auch in Zukunft weiterhin gebetet werden. (vgl. Müller, 1984, S.84) „Das Gebet ist deswegen auch in derselben Weise offen und anfällig für alles menschliche Irren und Sich-Verfehlen wie alle anderen Formen menschlichen Agierens und Reagierens.“ (Müller, 1984, S.84)
Zusammenfassung der Kapitel
Einführung: Die Autorin legt dar, dass die Arbeit sowohl die theoretischen Grundlagen des Gebets als auch ein konkretes Konzept zur Durchführung eines 24-7-Gebets in der Jugendarbeit umfasst.
A. Reden mit Gott – Das Gebet: Dieses Kapitel bietet einen umfassenden Überblick über die Theorie des Gebets, einschließlich seiner biblischen Wurzeln, geschichtlichen Entwicklung, verschiedener Formen sowie inhaltlicher Schwerpunkte.
B. Konzeptionelle Überlegungen zur Umsetzung eines 24-7prayer in der Jugendarbeit einer Evang.-Luth. Kirchengemeinde in Bayern: Dieser Teil widmet sich der praktischen Anwendung, von der Zielgruppendefinition über die organisatorische Planung bis hin zur Einbettung in die Kirchengemeinde.
Schlüsselwörter
Gebet, 24-7prayer, Jugendarbeit, Evangelische Kirchengemeinde, Gebetsbewegung, Gebetsstunde, Gebetspraxis, christliche Werte, Jugendförderung, Gebetswache, Gemeinschaft, Gottesbeziehung, praktische Umsetzung, Motivation, spirituelle Erfahrung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Jahresarbeit beleuchtet das Gebet aus theologischer und praktischer Sicht und entwirft ein Konzept für die Implementierung einer 24-7-Gebetsaktion in einer evangelischen Kirchengemeinde.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Themen umfassen die theoretischen Definitionen von Gebet, die biblischen und historischen Hintergründe, die aktuelle Situation der Gebetspraxis in der Jugend sowie die organisatorischen Schritte einer Gebetswoche.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Jugendlichen durch ein niederschwelliges und modernes Gebetsformat (24-7prayer) den Zugang zu spirituellen Erfahrungen und zum christlichen Glauben im Alltag zu eröffnen.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse theologischer Quellen zur Definition von Gebet und einer konzeptionellen Ausarbeitung für die praktische Projektumsetzung im Rahmen der evangelischen Jugendarbeit.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Grundlegung zum Gebet und einen praktischen Teil, der konkrete Leitlinien für Planung, Durchführung, Koordination und Rahmenbedingungen einer 24-Stunden-Gebetsaktion bietet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Gebet, 24-7prayer, Jugendarbeit, christlicher Glaube, Gebetspraxis und Gemeindearbeit.
Warum ist das 24-7prayer gerade für Jugendliche interessant?
Es bietet einen radikalen, unkonventionellen Ansatz abseits traditioneller Gottesdienstformen, ermöglicht individuelle Ausdrucksformen und weckt durch den 24-Stunden-Charakter die Neugier der jungen Generation.
Welche Rolle spielt der Heilige Geist in diesem Konzept?
Die Autorin betont, dass trotz aller organisatorischen Bemühungen das eigentliche Wirken des Heiligen Geistes entscheidend für den Erfolg der Gebetsaktion ist, weshalb die Arbeit in Gottes Hand gelegt werden muss.
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- Tabea Kroll (Author), 2005, Gebet hat viele Gesichter - Konzeptionelle Überlegungen zur Umsetzung des 24-7prayer in einer Evang.-Luth. Kirchengemeinde, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/77130