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Sprecher und Sprachwandel

Title: Sprecher und Sprachwandel

Seminar Paper , 2006 , 18 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Tobias Rösch (Author)

German Studies - Linguistics
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Universell ist den Menschen, dass sie die Fähigkeit zur verbalen Kommunikation besitzen, sich die Sprache nutzbar machen können, um mit ihrer Umwelt in Kontakt zu treten und nicht zuletzt auch, um ihre äußere und innere Welt zu beschreiben.
Sprache ist ohne ihre Zweckgebundenheit und die Verbindung zu den Sprachbenutzern nicht vorstellbar, sie definiert sich über die Individuen, die sie gebrauchen. Aus diesem Grunde möchte ich in der vorliegenden Arbeit in besonderer Weise die wesentliche Rolle der Institution Sprecher für alle Sprachwandelprozesse herausarbeiten, um darauf aufbauend unter Einbezug einiger repräsentativer Forschungsarbeiten generelle Überlegungen zur "Natur" des sprachlichen Wandels anzustellen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Sprache und Wandel

3. Vom Wesen der Sprache

4. Wandel versus Innovation

5. Bedeutung des Sprechers für den Sprachwandel

6. Sprache als "Phänomen der dritten Art"

7. Soziale Einflüsse

8. Abschließende Betrachtungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Rolle des Sprechers innerhalb von Sprachwandelprozessen. Dabei wird analysiert, wie individuelles sprachliches Handeln kollektive Veränderungen im Sprachsystem hervorruft, ohne dass eine bewusste Steuerung durch die Sprachbenutzer vorliegt.

  • Die Rolle der Institution "Sprecher" im Sprachwandel
  • Sprache als "Phänomen der dritten Art" nach Rudi Keller
  • Abgrenzung zwischen individueller Innovation und kollektivem Wandel
  • Soziokulturelle Konditionierung und soziale Einflüsse auf die Sprachverwendung
  • Die Unabsichtlichkeit sprachlicher Veränderungen ("unsichtbare Hand")

Auszug aus dem Buch

6. Sprache als "Phänomen der dritten Art"

Keller geht in seiner Sprachwandeltheorie davon aus, dass sich Sprache weder den Naturphänomenen ("die von Gott gemacht sind", noch den einer menschlichen Schöpfung entspringenden ("künstlichen") Artefakten zuordnen lassen. Die Antinomie "natürlich / künstlich" stößt bei der Einordnung von Sprachen an ihre Grenzen, da sie Eigenschaften beider Oppositionen in sich vereinen: zum einen entwickelt sich Sprache offensichtlich ohne expliziten menschlichen Optimierungs- oder Änderungswillen, zum anderen aber sind es gerade die sprachlichen Handlungen der Menschen, die Veränderungen im Sprachsystem verursachen. Aus diesem Grund schlägt Keller für das Phänomen Sprache eine weitere Kategorie vor, unter die er "Phänomene der dritten Art" subsummiert.

Phänomene der dritten Art sind nach Keller "die kausale Konsequenz einer Vielzahl individueller intentionaler Handlungen, die mindestens partiell ähnlichen Intentionen dienen". Die Absicht der Sprechers jedoch ist nicht auf eine Veränderung der Sprache um ihrer selbst willen gerichtet, sondern einzig und allein darauf, die kommunikativen Ziele, die sie sich gesetzt haben, zu erreichen. Darin ähnelt sprachlicher Wandel der Entstehung eines Trampelpfades auf dem Campus: verschiedene Menschen verfolgen dasselbe Interesse, nämlich möglichst kurze Wege zu gehen. Ihr Handeln hat zur Folge, dass nach und nach ein Pfad entsteht, ohne dass dieser von ihnen ultimativ als Ziel beabsichtigt gewesen wäre. Das Resultat des Sprachwandels ist eine bestimmte Sprachstufe zum Zeitpunkt tx, der mindestens eine andere zum Zeitpunkt tx-1 vorausgegangen sein muss.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Bedeutung der Sprache als Instrument der Kommunikation und Darlegung der zentralen Forschungsfrage zur Rolle des Sprechers im Sprachwandel.

2. Sprache und Wandel: Untersuchung der Annahme, dass jede Sprache Wandelprozessen unterliegt, sowie Diskussion der Frage nach den Gründen für die Umstrukturierung sprachlicher Zeichen.

3. Vom Wesen der Sprache: Reflexion über den Begriff der Sprache, ihre arbiträre Natur und die Notwendigkeit der sozialen Interaktion beim Spracherwerb.

4. Wandel versus Innovation: Differenzierung zwischen individuellen sprachlichen Abweichungen und der kollektiven Etablierung dieser Innovationen innerhalb der Sprachgemeinschaft.

5. Bedeutung des Sprechers für den Sprachwandel: Analyse der Rolle des Sprechers, wobei die These kritisiert wird, Sprache sei ein sich selbst regulierendes kybernetisches System ohne Sprecherbezug.

6. Sprache als "Phänomen der dritten Art": Anwendung der "Invisible-Hand-Theorie" auf Sprache, die als Produkt intentionaler Handlungen ohne explizites Veränderungsziel beschrieben wird.

7. Soziale Einflüsse: Darstellung der Bedeutung soziokultureller Faktoren und der unterschiedlichen Varietäten, über die Sprecher zur Identitätsstiftung verfügen.

8. Abschließende Betrachtungen: Resümee über den langwierigen Charakter des Sprachwandels und die Funktion der Sprache als flexibles Problemlösungsinstrument.

Schlüsselwörter

Sprachwandel, Sprecherrolle, Institution Sprecher, Phänomene der dritten Art, Unsichtbare Hand, Kommunikation, Sprachgemeinschaft, Innovation, Soziale Einflüsse, Sprachsystem, Langue, Performanz, Sprachbenutzer, Sprachvarietät, Sprachliche Interaktion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den theoretischen Grundlagen des Sprachwandels und untersucht, welche Rolle der einzelne Sprecher in diesem kollektiven Prozess einnimmt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themenfelder sind die Unterscheidung zwischen Sprachwandel und Innovation, das Verständnis von Sprache als Phänomen der dritten Art sowie der Einfluss soziokultureller Faktoren auf die Sprachverwendung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, die "Natur" des Sprachwandels unter Einbeziehung der Rolle des Sprechers zu analysieren und aufzuzeigen, wie Wandel durch intentionale Einzelhandlungen entsteht, ohne dass ein bewusstes kollektives Ziel vorliegt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch-linguistische Arbeit, die auf der Analyse repräsentativer Forschungsarbeiten und sprachtheoretischer Ansätze, insbesondere von Rudi Keller und Eugenio Coseriu, basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden das Wesen der Sprache, der Unterschied zwischen Wandel und Innovation, die Kritik am funktionalistischen Sprecherbegriff sowie die Anwendung der Theorie der unsichtbaren Hand auf sprachliche Phänomene diskutiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Sprachwandel, Sprecherrolle, Phänomene der dritten Art, unsichtbare Hand, Kommunikation und soziale Interaktion.

Wie unterscheidet der Autor zwischen natürlichem Sprachwandel und bewusster Veränderung?

Der Autor argumentiert, dass Sprachwandel ein kollektives, unbewusstes Resultat individueller Handlungen ist, während eine bewusste Manipulation des Sprachsystems durch den einzelnen Sprecher als nahezu ausgeschlossen gilt.

Warum spielt die soziale Identität eine Rolle für die Sprache?

Sprache dient als Identifikationsinstrument. Durch die Wahl spezifischer Varietäten können Sprecher ihre Zugehörigkeit zu bestimmten sozialen Gruppen ausdrücken oder sich von anderen abgrenzen.

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Details

Title
Sprecher und Sprachwandel
College
University of Freiburg
Course
Proseminar 1
Grade
1,3
Author
Tobias Rösch (Author)
Publication Year
2006
Pages
18
Catalog Number
V77152
ISBN (eBook)
9783638825979
Language
German
Tags
Sprecher Sprachwandel Proseminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tobias Rösch (Author), 2006, Sprecher und Sprachwandel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/77152
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