Wissensmanagement im Nonprofit-Bereich - Barrieren und deren Überwindung


Seminararbeit, 2007
19 Seiten, Note: 1,1

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Hinführung zum Thema Wissensmanagement im Nonprofit-Bereich

2. Begriffsdefinitionen und -abgrenzung
2.1 Nonprofit-Bereich
2.2 Wissen
2.2.1 Unterscheidung von implizitem und explizitem Wissen
2.2.2 Unterscheidung von individuellem und kollektivem Wissen
2.3 Wissensmanagement
2.3.1 Wissensgenerierung
2.3.2 Wissenstransfer
2.3.3 Wissensspeicherung
2.3.4 Wissensnutzung

3. Einsatzmöglichkeiten im Nonprofit-Bereich
3.1 Technologieorientiertes Wissensmanagement
3.2 Umsetzung
3.3 Barrieren und deren Überwindung
3.3.1 Technische Barrieren
3.3.1 Organisatorische Barrieren
3.3.3 Menschliche Faktoren

4. Kritische Würdigung und Ausblick

Literaturverzeichnis

Anhang

1. Hinführung zum Thema Wissensmanagement im Nonprofit-Bereich

Das Thema Wissensmanagement hat in den letzten Jahren insbesondere durch die rasante Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologie eine große Bedeutung in den Unternehmen des Profit-Sektors erreicht. Die Unternehmensführung hat erkannt, dass die systematische Sammlung und Aufbereitung des Mitarbeitendenwissens einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil in immer dynamischeren und globaleren Märkten darstellt.[1]

Lange Zeit galt der Nonprofit-Bereich als eine Art Insel, die von globalen Entwicklungen und Herausforderungen verschont bleiben sollte. Gesetzlich fixierte Schutzmechanismen verhinderten einen freien Wettbewerb wie ihm Profitunternehmen ausgesetzt sind. Diese Sichtweise verändert sich langsam. Dazu hat auch die Diskussion zum Thema Wissensgesellschaft einen großen Beitrag geliefert.[2]

Die Führungskräfte im Nonprofit-Bereich haben schon lange erkannt, dass ihr wichtigstes Kapital sich in den Köpfen der Mitarbeitenden befindet. Fraglich ist nur, wie dieser wichtige Produktionsfaktor freigesetzt und für die Einrichtung nutzbar gemacht werden kann.[3]

Diese Seminararbeit beschäftigt sich zunächst mit den Begriffsdefinitionen und –abgrenzungen. Im zweiten Kapital geht der Autor auf die Einsatzmöglichkeiten von Wissensmanagement im Nonprofit-Bereich ein und beleuchtet insbesondere die möglichen Schwierigkeiten bei der Einführung von Wissensmanagement-Tools und deren Überwindung. Zuletzt erfolgt ein kurzer Ausblick mit einer kritischen Würdigung.

2. Begriffsdefinitionen und -abgrenzung

In der aktuellen Literatur findet sich für die Begriffe „Wissensmanagement“ und „Nonprofit“ eine Vielzahl von unterschiedlichen Definitionen. Um die Begrifflichkeiten für den weiteren Verlauf dieser Seminararbeit einheitlich zu bestimmen, wird eine kurze Definition vorgenommen.

2.1 Nonprofit-Bereich

Die Bandbreite und das Verständnis für den Nonprofit-Bereich sind je nach Betrachtungsweise sehr unterschiedlich und können zu Missverständnissen in der Kommunikation führen. In dieser Arbeit wird deshalb auf die operative Definition des John Hopkins Comparative Nonprofit Sector Project zurückgegriffen, das den Nonprofit-Sektor folgendermaßen definiert. Dieser Bereich umfasst Organisationen, die

- Formell strukturiert
- Organisatorisch unabhängig vom Staat
- Nicht gewinnorientiert / nondistribution constraint
- Eigenständig verwaltet
- Keine Mitgliedschaft in Zwangsverbände wie Industrie- und Handelskammern
- Zu einem gewissen Grad von freiwilligen Leistungen getragen sind.[4]

2.2 Wissen

Im Laufe der Jahrtausende wurde um eine einheitliche Definition des Begriffs gerungen. Je nach Disziplin haben sich unterschiedliche Betrachtungsweisen herauskristallisiert.[5]

In dieser Arbeit soll die betriebswirtschaftliche Definition im Vordergrund stehen. Wissen entsteht dabei durch den Prozess zweckdienlicher Vernetzung von Information. Dieser Prozess geschieht vor dem Hintergrund eines bestimmten geistigen Denkgefüges, das die Informationen vernetzt und interpretiert. Als Voraussetzung gilt das Vorhandensein eines menschlichen Bewusstseins, ohne das eine Verarbeitung der Informationen in der aufgeführten Weise nicht möglich ist.[6]

Verstandene Information gilt somit als Wissen[7].

In der Literatur werden mehrere Arten von Wissen unterschieden, die je nach Blickwinkel andere Schwerpunkte beleuchten. Diese sollen im Folgenden kurz erklärt werden.

2.2.1 Unterscheidung von implizitem und explizitem Wissen

Implizites Wissen beschreibt das in einer Person vorhandene, durch Erfahrungen, Werte, Normen und Gefühle erworbene und dieser Person nicht direkt bewusste Wissen. Häufig lässt es sich mit dem bekannten „Bauchgefühl“ beschreiben. Eine klare und eindeutige Weitergabe dieses Wissens ist ausgesprochen schwierig.[8]

Im Gegensatz zum impliziten Wissen liegt das explizite Wissen als gespeichertes Wissen in unterschiedlichen Medien vor. Das Wissen wurde systematisch erfasst, strukturiert und gespeichert. Es ist öffentlich zugänglich und kann mit Hilfe von Kommunikationsmedien weitergegeben werden.[9]

2.2.2 Unterscheidung von individuellem und kollektivem Wissen

Der Mensch, als vernunftbegabtes Wesen, hat die Fähigkeit, Daten und Informationen in seinem Geist zu Wissen zu formen. Dieses individuelle Wissen liegt in jedem implizit vor; der Mensch ist also zentrales Wissensmedium und stellt für jede Organisation eine wichtige Grundlage.[10]

Kollektives Wissen besteht aus implizitem Wissen, das in mehreren Individuen einer Organisation vorhanden ist. Es entwickelt sich insbesondere bei Projekt- und Teamarbeit und ist daher mehr als die Summe des Wissens der einzelnen Mitarbeitenden.[11]

2.3 Wissensmanagement

Das Wissensmanagement hat nun die Aufgabe, die unterschiedlichen Wissensarten zu kombinieren, in den Dienst des Unternehmens zu stellen und dem einzelnen Mitarbeitenden die Möglichkeit zu geben, sein Wissen zum einem dem Unternehmen zur Verfügung zu stellen als zum anderen dem Unternehmen das eigenen Wissen zu offenbaren.

Eine ausführliche Diskussion des „Wissensmanagements“ kann in dieser Seminararbeit nicht erfolgen, so dass auf die entsprechende Literatur verwiesen wird.[12]

In dieser Arbeit steht die Definition von Bea/Göbel im Vordergrund, die Wissensmanagement als die zielorientierte Gestaltung des Wissensprozesses im Unternehmen beschreiben. Dieser Prozess gliedert sich wiederum in Wissensgenerierung, Wissenstransfer, Wissensspeicherung und Wissensnutzung.[13]

2.3.1 Wissensgenerierung

Neues Wissen soll ins Unternehmen eingebracht werden. „Die traditionelle Form der Wissensgenerierung erfolgt im Rahmen der betrieblichen Fort- und Weiterbildung.“[14] Eine weitere Möglichkeit besteht im Einstellen neuer Mitarbeitenden, die das benötigte Wissen in impliziter bzw. expliziter Form zur Verfügung stellen[15].

2.3.2 Wissenstransfer

Es handelt sich dabei um die Übertragung des bestehenden Wissens von Einzelpersonen oder einer Gruppe auf andere[16]. Dies kann z.B. durch interne Schulungen geschehen. Wichtig ist hierbei, dass das Wissen nicht allen Mitarbeitenden zugänglich gemacht wird, sondern nur dem Personenkreis zur Verfügung steht, der es benötigt.[17]

[...]


[1] Vgl.: Wendt, W.R.: Soziales Wissensmanagement, Baden-Baden, 1998, S.7

[2] Vgl.: Wendt, W.R.: a.a.O., S.21ff.

[3] Vgl.: Interview mit Blank, S. und Schwarz, T. am 20.12.2006: das gesamte Interview findet sich in Anlage 1 des Anhangs

[4] Vgl.: Zimmer A; Priller, E.: Gemeinnützige Organisationen im gesellschaftlichen Wandel, Wiesbaden, 2004, S.31f; dort findet der interessierte Leser ausführliche Informationen zum NPO-Bereich

[5] Vgl.: Schneider, U.: Die sieben Todsünden im Wissensmanagement, Frankfurt/Main, 2001, S.42 und Nonaka, I; Takeuchi, H.: Die Organisation des Wissens, Frankfurt/Main, 1997, S.36.

[6] Vgl.: Von der Oelsnitz, D; Hahmann, M.: Wissensmanagement, Stuttgart, 2003, S.40

[7] Vgl.: Haun, M.: Handbuch Wissensmanagement, Berlin, Heidelberg, 2002, S.100

[8] Vgl.: North, K.: Wissensorientierte Unternehmensführung; 3.Aufl., Wiesbaden, S.48f

[9] Vg.: Hopfenbeck, W.; Müller, M.; Peisl, T.: Wissensbasiertes Management, Landsberg am Lech, 2001, S.256

[10] Vgl.: Prange, C.: Organisationales Lernen und Wissensmanagement, Wiesbaden, 2002, S.27

[11] Vgl.: Probst, G.; Raub, S.; Romhardt, K.: Wissen managen, 2.Aufl., Wiesbaden, 1998, S.41

[12] Darstellung der unterschiedlichen Definitionen von „Wissensmanagement“: Gehle, M; Mülder, W.: Wissensmanagement in der Praxis, Frechen, 2001, S.24;Götz, Klaus (Hrsg.): Wissensmanagement: zwischen Wissen und Nichtwissen, München, 1999, S.47-67; Prange, C.: Organisationales Lernen und Wissensmanagement: Fallbeispiele aus der Unternehmenspraxis, Wiesbaden, 2002; Probst, G.; Raub, S.; Romhardt, K.: Wissen managen, 2.Aufl., Wiesbaden, 1998; Nonaka, I., Takeuchi, H.: Die Organisation des Wissens: wie japanische Unternehmen eine brachliegende Ressource nutzbar machen, Frankfurt/New York, 1997

[13] Vgl.: Bea, F.X.; Göbel, E.: Organisation; Stuttgart, 2. Aufl., 2002, S. 388 ff.

[14] Bea, F.X.; a.a.O., S.388

[15] Vgl.: Schiller, G.; Guretzky, B.: Wissensmanagement konstruktivistisch betrachtet, in: wissensmanagement, 8/04, S.50

[16] Vgl.: Bea, F.X.; a.a.O., S.389

[17] Vgl.: Probst, G.; Raub, S.; Romhardt, K.: a.a.O., S.145

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Wissensmanagement im Nonprofit-Bereich - Barrieren und deren Überwindung
Hochschule
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Veranstaltung
IT und Datenmanagement
Note
1,1
Autor
Jahr
2007
Seiten
19
Katalognummer
V77267
ISBN (eBook)
9783638821742
Dateigröße
407 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wissensmanagement, Nonprofit-Bereich, Barrieren, Datenmanagement
Arbeit zitieren
Thomas Schwarz (Autor), 2007, Wissensmanagement im Nonprofit-Bereich - Barrieren und deren Überwindung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/77267

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