Das Thema Wissensmanagement hat in den letzten Jahren insbesondere durch die rasante Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologie eine große Bedeutung in den Unternehmen des Profit-Sektors erreicht. Die Unternehmensführung hat erkannt, dass die systematische Sammlung und Aufbereitung des Mitarbeitendenwissens einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil in immer dynamischeren und globaleren Märkten darstellt.
Lange Zeit galt der Nonprofit-Bereich als eine Art Insel, die von globalen Entwicklungen und Herausforderungen verschont bleiben sollte. Gesetzlich fixierte Schutzmechanismen verhinderten einen freien Wettbewerb wie ihm Profitunternehmen ausgesetzt sind. Diese Sichtweise verändert sich langsam. Dazu hat auch die Diskussion zum Thema Wissensgesellschaft einen großen Beitrag geliefert.
Die Führungskräfte im Nonprofit-Bereich haben schon lange erkannt, dass ihr wichtigstes Kapital sich in den Köpfen der Mitarbeitenden befindet. Fraglich ist nur, wie dieser wichtige Produktionsfaktor freigesetzt und für die Einrichtung nutzbar gemacht werden kann.
Diese Seminararbeit beschäftigt sich zunächst mit den Begriffsdefinitionen und –abgrenzungen. Im zweiten Kapital geht der Autor auf die Einsatzmöglichkeiten von Wissensmanagement im Nonprofit-Bereich ein und beleuchtet insbesondere die möglichen Schwierigkeiten bei der Einführung von Wissensmanagement-Tools und deren Überwindung. Zuletzt erfolgt ein kurzer Ausblick mit einer kritischen Würdigung.
Inhaltsverzeichnis
1. Hinführung zum Thema Wissensmanagement im Nonprofit-Bereich
2. Begriffsdefinitionen und -abgrenzung
2.1 Nonprofit-Bereich
2.2 Wissen
2.2.1 Unterscheidung von implizitem und explizitem Wissen
2.2.2 Unterscheidung von individuellem und kollektivem Wissen
2.3 Wissensmanagement
2.3.1 Wissensgenerierung
2.3.2 Wissenstransfer
2.3.3 Wissensspeicherung
2.3.4 Wissensnutzung
3. Einsatzmöglichkeiten im Nonprofit-Bereich
3.1 Technologieorientiertes Wissensmanagement
3.2 Umsetzung
3.3 Barrieren und deren Überwindung
3.3.1 Technische Barrieren
3.3.1 Organisatorische Barrieren
3.3.3 Menschliche Faktoren
4. Kritische Würdigung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Relevanz und die Herausforderungen bei der Implementierung von Wissensmanagement-Systemen in Nonprofit-Organisationen, wobei insbesondere die Überwindung technischer, organisatorischer und menschlicher Barrieren im Fokus steht.
- Grundlagen des Wissensmanagements und Begriffsbestimmungen
- Einsatz technischer IT-Lösungen wie Datenbanken und Intranet
- Die Rolle der Unternehmenskultur und "lernender Organisationen"
- Analyse menschlicher Barrieren und Widerstände
- Lösungsansätze zur Akzeptanzsteigerung bei Mitarbeitenden
Auszug aus dem Buch
3.3.1 Technische Barrieren
Eine der Grundvoraussetzung ist das Vorhandensein einer entsprechenden technischen Hard- und Software, mit der die Wissenslandkarte der Organisation abgebildet werden kann. Fehlt diese IT-Infrastruktur, scheitert das Projekt bereits früh.
Deswegen sollte rechtzeitig durch Hinzuziehung von externen Beratern, Besuchen bei Organisationen mit entsprechender Erfahrung und dem daraus resultierenden Kauf von Hard- und Software eine Lösung gefunden werden.
Ein weiterer Punkt ist die Konkurrenz von unterschiedlichen Standards wie z.B. Linux- und Windows-Serverbetriebssystemen, die ein einheitliches Wissensmanagement zwar nicht verhindern, aber doch verzögern können.
Aus diesem Grund ist es sinnvoll, die Server und Clients mit einheitlicher Software auszustatten und eine Systemvermischung zu vermeiden.
Zuletzt können die IT-Mitarbeitenden mit dem Erwerb des neuen Know-How zeitlich und eventuell persönlich überfordert sein, da sie neben ihrem Alltagsgeschäfts sich nun in einen neue Materie einarbeiten müssen.
Die Lösung bietet hier das Einstellen eines neuen Mitarbeitenden, der als Informationsmanager für den gesamten Bereich „Wissensmanagement“ verantwortlich ist. Da dies mit hohen Kosten verbunden ist, können sich dieses Vorgehen nur größere Organisationen wie die Spitzenverbände oder finanzstarke Einrichtungen leisten. Alternativ können die Mitarbeitenden entsprechend geschult werden und ggf. ist der Einsatz von externen Kräften für die Anfangszeit sinnvoll.
Die technischen Barrieren lassen sich, wie dargestellt, mit dem Einsatz von externen Kräften und finanziellen Ressourcen vergleichsweise einfach beseitigen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Hinführung zum Thema Wissensmanagement im Nonprofit-Bereich: Einführung in die wachsende Bedeutung von Wissensmanagement als Wettbewerbsvorteil, auch für Organisationen außerhalb des reinen Profit-Sektors.
2. Begriffsdefinitionen und -abgrenzung: Klärung zentraler Begriffe wie Nonprofit-Bereich, Wissen sowie der Prozessschritte des Wissensmanagements.
3. Einsatzmöglichkeiten im Nonprofit-Bereich: Diskussion über den Einsatz von IT-Tools sowie die Analyse typischer Hindernisse bei der Einführung von Wissensmanagement-Systemen.
4. Kritische Würdigung und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Implementierungschancen und Betonung der menschlichen Komponente gegenüber der reinen IT-Ausrichtung.
Schlüsselwörter
Wissensmanagement, Nonprofit-Bereich, Wissensgenerierung, Wissenstransfer, Wissensspeicherung, Wissensnutzung, IT-Infrastruktur, Datenbanken, Intranet, Unternehmenskultur, Lernende Organisation, Mitarbeitendenakzeptanz, Barrieren, Humankapital, Sozialwirtschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Implementierung von Wissensmanagement in Organisationen des Nonprofit-Bereichs und analysiert dabei auftretende Barrieren sowie deren Überwindung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf der begrifflichen Einordnung von Wissensmanagement, der Anwendung technischer Hilfsmittel und der Bewältigung organisatorischer sowie menschlicher Widerstände.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Nutzen von Wissensmanagement für soziale Einrichtungen aufzuzeigen und Strategien zu entwickeln, wie die Einführung trotz schwieriger Voraussetzungen erfolgreich gelingen kann.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Der Autor stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie die Einbeziehung von Interviews und internen Studien aus der Praxis.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsabgrenzung, die Darstellung von IT-Einsatzmöglichkeiten und eine detaillierte Analyse technischer, organisatorischer und menschlicher Barrieren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wissensmanagement, Nonprofit-Bereich, Lernende Organisation, IT-Tools, Barrieren und Akzeptanz sind die zentralen Begriffe.
Warum ist Wissensmanagement im Nonprofit-Bereich schwieriger als in Profit-Unternehmen?
Aufgrund von Zieldivergenz und einer geringeren Priorisierung der IT-gestützten Prozesse steht der Faktor Mensch bei der Betreuung von Klienten stärker im Vordergrund als bei rein betriebswirtschaftlichen Abläufen.
Welche Rolle spielt der Faktor "Mensch" bei der Einführung?
Der Mensch ist laut Autor die größte Barriere, da Ängste vor Machtverlust, Misstrauen gegenüber fremdem Wissen und mangelnde technische Sicherheit die Nutzung verweigern lassen könnten.
Welche Alternative empfiehlt der Autor für kleinere Einrichtungen?
Anstatt eigene, teure IT-Systeme zu entwickeln, wird empfohlen, sich an bestehende Lösungen großer Spitzenverbände wie der Caritas oder Diakonie anzudocken.
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- Thomas Schwarz (Author), 2007, Wissensmanagement im Nonprofit-Bereich - Barrieren und deren Überwindung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/77267