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Exegese: Der Turmbau von Babel (Gen 11, 1-9)

Title: Exegese: Der Turmbau von Babel (Gen 11, 1-9)

Exegesis , 2004 , 25 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Carolin Berndt (Author)

Theology - Biblical Theology
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Wer an die Geschichte vom Turmbau zu Babel denkt, assoziiert damit wahrscheinlich gleich Völkerzerstreuung und Sprachenvielfalt. Die Erzählung vom Turmbau zu Babel will nach Walther Zimmerli Antworten auf verschiedene Fragen geben: „Schwere Menschheitsfragen: Woher kommt die Zerspaltung des Menschengeschlechtes? Aber in Verbindung damit auch auf einfachere, geschichts- und kulturkundliche Fragen: Woher kommt das geräumliche Wohnen der Menschen? Woher kommen die vielen Sprachen?“

Das allein macht die Turmbauerzählung jedoch nicht so interessant, da die Wissenschaft bereits Antworten auf diese Fragen lieferte. Mich reizte vielmehr die Aktualität dieser Geschichte, in der die Menschen einen Turm bauen wollen, dessen Spitze bis zum Himmel reichen soll. Dadurch wollen sie sich einen Namen machen und verhindern, dass sie über die ganze Erde zerstreut werden.

Grenzüberschreitung, menschliche Hybris und Streben nach Macht sind neben Sprachverwirrung und Völkertrennung weitere Themen der Turmbauerzählung. Der Bezug der Erzählung zu unserer heutigen Welt ist leicht herzuleiten. Im Zeitalter von Gentechnik (Klonen) stellt sich schnell die Frage, ob nicht auch hier manchmal Grenzen überschritten werden. Heutzutage geht es den meisten Menschen darum, hoch hinaus zu kommen und Ruhm zu ernten. Die Turmbauerzählung scheint sehr tiefgründig und immer noch aktuell zu sein. Auf Grund dessen habe ich dieses Thema gewählt.

Im Folgenden werde ich die Bibelstelle Gen 11, 1-9 nach den im Seminar behandelten Methodenschritten auslegen. Als Basis meiner Exegese verwende ich hier die Übersetzung Martin Luthers.

Excerpt


Struktur der Exegese

1. Einleitung

2. Annäherung

2.1 Abgrenzung und Kontext:

2.2 Übersetzungsvergleich:

3. (Gesamt-)gestaltung, (Fein-)gestaltung

3.1. Aufbau und Bewegung:

3.2. Gefüge

3.3. Künstlerischer Ausdruck

4. Gehalt

4.1. Inhalt

4.2. Werthaltungen

5. Narrative Analyse

6. Intertextualität

7. Literarkritik

8. Einordnung in den historischen Kontext

9. Theologische Gesamtdeutung

10. Schlussteil

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die biblische Erzählung vom Turmbau zu Babel (Gen 11, 1-9) nach wissenschaftlichen exegetischen Methodenschritten systematisch zu analysieren und deren theologische Bedeutung sowie historische Einordnung zu erschließen.

  • Vergleichende Analyse verschiedener Bibelübersetzungen hinsichtlich ihrer sprachlichen Nuancen.
  • Narrative und literarkritische Untersuchung der Erzählstruktur und Integrität des Textes.
  • Historische Kontextualisierung im Hinblick auf mesopotamische Zikkurate und den sumerischen Hintergrund.
  • Interpretation der zentralen Themen wie Hybris, Machtstreben und Gottes Verhältnis zum Menschen.

Auszug aus dem Buch

3.3. Künstlerischer Ausdruck

Bei Gen 11, 1-9 handelt es sich wie schon erwähnt um eine Erzählung. Von Rad spricht von einer ätiologischen Sage, die zum Einen die Sprachenvielfalt und die verschiedenen Völker und zum Anderen den Namen Babel erläutern will.

Die Analyse des künstlerischen Ausdrucks in der Übersetzung Martin Luthers erwies sich für mich als sehr schwierig. Auf Grund dessen habe ich mich dazu entschlossen, den Text von Martin Buber zu verwenden, der meiner Meinung nach mehr Stilmittel aufweist.

Buber verwendet Wiederholungen wie beispielsweise den Satz: „zerstreut übers Antlitz aller Erde“, der in ähnlicher Version mehrfach auftritt. Auch der Ausruf „Heran!“ taucht am Anfang eines Satzes häufig auf. Ich denke, dass es sich bei dieser Aufforderung auch um eine Ellipse handelt, weil hier das Prädikat ausgelassen wurde. In dem Satz „backen wir Backsteine und brennen wir sie zu Brande“ gebraucht Buber zwei figura etymologica (Figur mit Wörtern gleichen Stammes), die zugleich Alliterationen sind. Außerdem benutzt Buber Metaphern (bildhafte Ausdrücke). Dazu gehören z.B. die Worte „Haupt“ und „Antlitz“. Bei „Backstein statt Baustein“ und bei „Roherdpech…statt Roterdmörtels“ könnte es sich ebenfalls um Alliterationen handeln, da die Worte jeweils mit dem gleichen Buchstaben beginnen. Als nächstes kann man in der Rede Gottes „Heran! Fahren wir nieder…“ eine beißende Ironie bemerken. Die Menschen wollen einen Turm bis zum Himmel bauen, doch Gott muss erst vom Himmel herabsteigen, um das Werk der Menschen zu betrachten.

Abschließend findet man in Bubers Übersetzung eine weitere figura etymologica: „Gemenge, denn vermengt…“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Verfasserin begründet die Relevanz der Turmbauerzählung aufgrund ihrer Aktualität hinsichtlich menschlicher Hybris und der Frage nach dem Ursprung von Sprachen.

2. Annäherung: Dieses Kapitel verortet den Text in der Urgeschichte des Pentateuchs und bietet einen direkten Vergleich verschiedener Bibelübersetzungen an.

3. (Gesamt-)gestaltung, (Fein-)gestaltung: Hier werden der szenische Aufbau der Erzählung sowie das sprachliche Gefüge und die künstlerischen Ausdrucksmittel, insbesondere in der Buber-Übersetzung, untersucht.

4. Gehalt: Die Analyse der Wortsemantik und relevanter Wortfelder offenbart die thematische Ausrichtung auf Konstruktion, Kommunikation und Einheit sowie die zugrundeliegende Werthaltung.

5. Narrative Analyse: Dieser Abschnitt interpretiert das Handlungsschema und die Erzählweise, wobei die bewusste Auslassung spezifischer Details durch den Erzähler hervorgehoben wird.

6. Intertextualität: Es werden biblische Querbezüge zum Namen Babel, zum Thema Sünde/Schuld sowie zum Motiv des Turmbaus und der Sprache hergestellt.

7. Literarkritik: Die Untersuchung befasst sich mit der literarischen Einheit des Textes und diskutiert mögliche Spannungen im Erzählverlauf.

8. Einordnung in den historischen Kontext: Der Text wird mit realen mesopotamischen Bauwerken, insbesondere der Zikkurat Etemenanki, und der Geschichte Babyloniens verknüpft.

9. Theologische Gesamtdeutung: Die Erzählung wird als Ausdruck menschlicher Eigenwilligkeit gegenüber Gott und als kritische Auseinandersetzung mit dem menschlichen Streben nach gottgleicher Macht interpretiert.

10. Schlussteil: Zusammenfassend wird die anhaltende Aktualität und die archetypische Bedeutung des Turmbaus für Kunst, Literatur und die menschliche Selbstwahrnehmung reflektiert.

Schlüsselwörter

Turmbau zu Babel, Genesis 11, Exegese, Sprachenvielfalt, Hybris, Gott, Mesopotamien, Zikkurat, Babel, Sündhaftigkeit, Machtstreben, Jahwist, Urgeschichte, Werthaltung, Übersetzung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit bietet eine fundierte exegetische Auslegung der biblischen Geschichte vom Turmbau zu Babel (Genesis 11, 1-9) unter Berücksichtigung verschiedener Übersetzungsvarianten und wissenschaftlicher Kommentare.

Welche Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die menschliche Hybris, das Streben nach Ruhm und Macht, die Frage nach der Entstehung der Sprachenvielfalt sowie das problematische Verhältnis zwischen menschlicher Selbstüberhöhung und göttlichem Handeln.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, den biblischen Text durch methodisch geleitete Analysen in seinem literarischen, historischen und theologischen Kontext zu verstehen und die Bedeutung der Erzählung für heutige Fragestellungen aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Es werden klassische bibelwissenschaftliche Methoden wie die narrative Analyse, Literarkritik, historische Kontextualisierung und der Vergleich von Bibelübersetzungen angewendet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des erzählerischen Aufbaus, der Wortsemantik, der intertextuellen Bezüge zu anderen Bibelstellen sowie der historischen Einordnung der Erzählung in den mesopotamischen Kontext.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind unter anderem Turmbau zu Babel, Exegese, Sprachenvielfalt, Hybris, Zikkurat, historische Einordnung und theologische Gesamtdeutung.

Warum spielt die Übersetzung von Martin Buber eine besondere Rolle?

Die Verfasserin wählt die Übersetzung von Martin Buber für ihre Analyse, da diese deutlich mehr stilistische Mittel wie Ellipsen, Alliterationen und Wortspiele aufweist, die für die exegetische Untersuchung aufschlussreich sind.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle Gottes in der Erzählung?

Das Eingreifen Gottes wird nicht primär als strafendes Handeln interpretiert, sondern kann auch als vorbeugender Schutz für die Menschheit gesehen werden, um eine zunehmende Maßlosigkeit zu begrenzen.

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Details

Title
Exegese: Der Turmbau von Babel (Gen 11, 1-9)
College
University of Kassel
Grade
1,3
Author
Carolin Berndt (Author)
Publication Year
2004
Pages
25
Catalog Number
V77354
ISBN (eBook)
9783638815727
Language
German
Tags
Exegese Turmbau Babel
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Carolin Berndt (Author), 2004, Exegese: Der Turmbau von Babel (Gen 11, 1-9), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/77354
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