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Gewalt in den Medien

Wirkungen, Probleme und Bedeutung für die Sozialisation Jugendlicher im wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Diskurs

Title: Gewalt in den Medien

Thesis (M.A.) , 2003 , 137 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Markus Schmidt (Author)

Sociology - Media, Art, Music
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Die spezielle Thematik dieser Arbeit konzentriert sich auf den gesellschaftlichen Umgang mit medialer Gewalt und soll Phänomene der Zuwendung, Ablehnung, Problematisierung und Auswirkung unter Einbezug eines kontrastierenden Blickes auf reale Gewaltphänomene betrachten. Die kritische Sichtung von Theorien, Untersuchungen und Ergebnisse verschiedener Zweige empirischer Sozialforschung bilden die Basis für dieses Vorhaben und sollen Anhaltspunkte für pädagogische Strategien gegen Jugendgewalt bieten.
Bei der Betrachtung des (Untersuchungs-) Gegenstandes „mediale Gewalt“ begegnet man den gegensätzlichsten Positionen. Zunächst fallen die unterschiedlichen Perspektiven auf den Themenkomplex auf. Hier berücksichtigt werden sollen: soziologische, psychologische, kommunikationswissenschaftliche und pädagogische Argumentationen, die zwar im folgenden unterschieden werden, sich aber meistens, aufgrund der inderdisziplinären Ausrichtung der aktuellen Forschung, nicht scharf trennen lassen. Das Spektrum erstreckt sich von Forschungsberichten mit harter empirischer Basis bis hin zu rein ideologischen „Kampfschriften“. Wenn auch in dieser Arbeit, zugunsten der Übersichtlichkeit, eine Betonung der ersten Herangehensweise stattfindet, erscheint zumindest die Erwähnung einzelner besonders auffälliger Vertreter aus der zweiten Gruppe für sinnvoll, ist doch zu bemerken, daß die häufige Instrumentalisierung einzelner Positionen im öffentlichen Streit zwischen Medienwächtern, -kritikern und –machern sowie die Verbreitung bestimmter Alltagshypothesen auf eine unverdient große Bedeutung solcher Literatur speziell in Laien- aber teilweise auch in Fachkreisen hinweist.
Neben der Übersicht über die klassischen theoretischen Positionen und einer Diskussion, ausgewählter Beispiele aus der Forschung, soll auch eine Gegenüberstellung mit tatsächlicher (Jugendschutz und Medienpädagogischer) Praxis erfolgen und auf psychoanalytischer Ebene versucht werden, sich den Hintergründen der unversöhnlich verstrittenen Positionen zu nähern.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Eine kleine Einführung

2. Zentrale Thesen meiner Arbeit

3. Die relevanten Disziplinen

3.1. Soziologie

3.2. Psychologie

3.3. Kommunikations-/ Medienwissenschaft

3.4. (Medien) Pädagogik

4. Gewalt

4.1. Was ist eigentlich Gewalt?

4.2. Begriffsdefinitionen und Wahrnehmung

4.3. Aggressions- und Gewalttheorien:

4.4. Reale (Jugend) Gewalt:

4.5. Die Disposition zur Radikalität

4.6. Fernsehgewalt

4.7. Reale vs. Fiktionale Gewalt in den Medien

4.8. Gewalt in Kino- und Videoproduktionen

4.9. Handlungsmotive in violenten Genres und ihre sozialen Bezugsrahmen

5. Bestandsaufnahme „Jugend heute“

5.1. Ergebnisse der Shell-Jugendstudie

5.2. Körperliche und kognitive Entwicklung im Jugendalter

5.3. Was fasziniert Jugendliche an Gewaltfilmen?

Motive der Zuwendung und lebensweltliche Bezüge

5.4. Der Einfluss gesellschaftlicher Individualisierungstendenzen

6.Medienwirkungsforschung

6.1.Theorie

6.1.1. Wirkungsarten und Bereiche

I. physische Wirkung

II. emotionale Wirkung

III. Wirkungen auf Einstellungen und Überzeugungen

IV. Veränderungen des Verhaltens

6.1.2. Die Entwicklung der Medienwirkungsforschung

6.1.3. Theoretische Konzepte zu Sozialisation und Medienwirkung

I. Sozialisationstheorie

II. Lerntheorie

III. Ökologische Theorien

IV. Der dynamisch-transaktionale Ansatz

6.1.4. Theorien zur Wirkung medialer Gewalt auf Rezipienten

I. Katharsis

II. Inhibition

III. Stimulation

IV. Nachahmung

V. Habitualisierung

VI. Rechtfertigung und Bestätigung

VII. Fazit - These der Wirkungslosigkeit?

6.2. Praxis

Eine Auswahl empirischer Studien und Positionen zu Auswirkungen medialer Gewalt auf Jugendliche

6.2.1. Medienkonsum und Delinquenz

I. Die Analyse von direkten Nachahmungstaten

II. Filmgewalt und Delinquenz

6.2.2. Geschlechtsspezifische Rezeption/Geschlechterrollen

Unterschiede im Erleben medialer Gewalt von Mädchen und Jungen

6.2.3. Perspektive der Rezipienten

I. Vogelgesang: eine Untersuchung jugendlicher Action- und Horrorfilmfans als neue „Medien Szene“

II. Action Serien in der Bewertungen jugendlicher Zuschauer

6.2.4. Die Bedeutung sozialer Netzwerke

Mediale und reale Gewalt in Netzwerken Jugendlicher

6.2.5. Reale Gewalt im Fernsehen

Schorb: Mordsbilder

6.2.6. Gewalt als (reales) soziales Problem

Die Schulstudie 1998

6.2.7. Subjektive (Gewalt-) Wahrnehmung

Das wahrgenommene Gewaltpotential im Fernsehprogramm

6.2.8. Das Verhältnis von Filmgewalt und Aggression

Die „Unschärferelation“ zwischen Medien und Gewalt

6.3. Fazit und Diskussion der empirischen Ergebnisse:

7. Jugendschutz / Medienpädagogik

7.1. Kontrolle

7.1.1 Rechtliche Hintergründe der Maßnahmen - Beurteilung und Wirksamkeit

7.1.2. Zensur

7.1.3. Internationaler Vergleich regulativer Maßnahmen

7.1.4. neue Medien

I. Internet

II. DVD

7.2. Medienpädagogik

7.2.1. Folgerungen für die pädagogische Praxis

7.2.2. Das Problem der unterschiedlichen Perspektiven

8.Diskussion / Fazit

8.1. Die Konzentration auf Gewalt - Heldenbilder und Selbstjustiz

Die Hintergründe der Bedenken

8.2. Was fasziniert die Erwachsenen an der Gewaltdebatte?

9. Exkurse: Konzepte gegen reale Jugendgewalt

1. Exkurs

Kulturvergleich:

Deutsche und japanischen Studien zu Jugend und Gewalt

Situation und Probleme mit jugendlicher Delinquenz in Japan

Sanktion und Prävention im Vergleich

2.Exkurs

ein praktisches Beispiel:

Das AgAG (Aktionsprogramm gegen Aggression und Gewalt)

10. Schlussworte

11. Literatur:

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Magisterarbeit analysiert den gesellschaftlichen Umgang mit medialer Gewalt und untersucht, wie Jugendliche diese konsumieren, ablehnen oder problematisieren. Das Ziel ist es, durch die kritische Sichtung empirischer Sozialforschung Anhaltspunkte für pädagogische Strategien gegen Jugendgewalt zu finden, wobei insbesondere die interdisziplinäre Verschränkung soziologischer, psychologischer und medienwissenschaftlicher Perspektiven im Vordergrund steht.

  • Wirkungsmechanismen medialer Gewaltdarstellungen
  • Die Rolle der Sozialisation und Peer-Groups im Jugendalter
  • Kritische Analyse von Jugendschutzkonzepten und Zensurpraktiken
  • Motivstrukturen der Mediennutzung bei Jugendlichen
  • Zusammenhang zwischen Medienkonsum und realer Jugenddelinquenz

Auszug aus dem Buch

4.1. Was ist eigentlich Gewalt?

Gewalt ist ein zentraler Begriff in dieser Arbeit. Ihre Erscheinungsformen gelten meist als sozial unverträgliches Verhalten, obwohl auch die „friedliche“ Gesellschaft durchaus gewalttätige Strukturen legitimiert und mehr oder weniger versteckt beinhaltet. „Die Bedrohung, die der Mensch für den Menschen darstellt, ist durch die Bildung von Gewaltmonopolen einer strengen Regelung unterworfen und wird berechenbarer. Der Alltag wird freier von Wendungen, die schockartig hereinbrechen. Die Gewalttat ist kaserniert; und aus ihren Speichern (...) bricht sie nur noch im äußersten Falle, in Kriegszeiten und in Zeiten des gesellschaftlichen Umbruchs, unmittelbar in das Leben der Einzelnen ein.“

Die Verdrängung der Aggression aus dem Alltag ist eigentlich ein Paradox, gelang sie doch nur durch den Aufbau starker Institutionen, also der Schaffung struktureller Ungleichheit in der die Aggressionschancen hierarchisch verteilt sind und die Aggressionstendenz durch neue Aggressionen brach. Trotz scheinbarer historischer Notwendigkeit darf nicht außer Acht gelassen werden, dass nach der Frustrations-Aggressionshypothese eben jenes Gewaltmonopol und die damit verbundene strukturelle Gewalt, mit ihrer Chancenungleichheit bei der Durchsetzung individueller Ziele, gleichzeitig den Ausgangspunkt für neue Aggressionen bilden. Ein These, die, wenn man sie weiterverfolgt, den historisch legitimierten „konstruktiven“ Gewaltformen die Unschuld nimmt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Eine kleine Einführung: Definiert den Fokus der Arbeit auf den gesellschaftlichen Umgang mit medialer Gewalt und betont die Notwendigkeit einer interdisziplinären Betrachtung empirischer Sozialforschung.

2. Zentrale Thesen meiner Arbeit: Formuliert die grundlegenden Annahmen der Arbeit, insbesondere die Widersprüchlichkeit empirischer Medienwirkungsforschung und die Kritik an der aktuellen Jugendschutzpraxis.

3. Die relevanten Disziplinen: Bietet einen Überblick über soziologische, psychologische, kommunikationswissenschaftliche und pädagogische Theorien, die für das Verständnis des Themenkomplexes essenziell sind.

4. Gewalt: Erörtert den Gewaltbegriff, diskutiert verschiedene Aggressions- und Gewalttheorien und analysiert die Spezifika fiktionaler und realer Gewaltdarstellungen.

5. Bestandsaufnahme „Jugend heute“: Skizziert die Lebensphase Jugend unter Berücksichtigung aktueller Studien und beleuchtet die Rolle von Sozialisation, Entwicklung und Mediennutzung.

6.Medienwirkungsforschung: Analysiert theoretische Modelle der Medienwirkung, von klassischen Kausalitätsmodellen bis zum dynamisch-transaktionalen Ansatz, und diskutiert zentrale Thesen wie Katharsis, Inhibition und Stimulation.

7. Jugendschutz / Medienpädagogik: Untersucht die rechtlichen und pädagogischen Rahmenbedingungen des Jugendschutzes sowie die Wirksamkeit staatlicher Regulierungsmaßnahmen.

8.Diskussion / Fazit: Reflektiert kritisch über die Gewaltdebatte, die Rolle des Jugendschutzes und die Motivationen hinter der gesellschaftlichen Fixierung auf mediale Gewaltdarstellungen.

9. Exkurse: Konzepte gegen reale Jugendgewalt: Präsentiert beispielhafte Ansätze, darunter einen Kulturvergleich zwischen Deutschland und Japan sowie das AgAG-Programm.

10. Schlussworte: Führt die zentralen Erkenntnisse zusammen und stellt die provokative Frage, ob die Faszination für Gewalt ein Symptom einer „leblosen“ Gesellschaft sein könnte.

11. Literatur: Listet die verwendeten Quellen für die theoretische Fundierung der Arbeit auf.

Schlüsselwörter

Mediale Gewalt, Jugendsozialisation, Medienwirkungsforschung, Jugendschutz, Gewaltprävention, Sozialisationstheorie, Medienkompetenz, Aggressionstheorie, Fiktionale Gewalt, Rezeptionsforschung, Delinquenz, peer-group, Individualisierung, Dynamisch-transaktionaler Ansatz, Medienpädagogik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht den gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Diskurs über mediale Gewalt sowie deren Bedeutung für die Sozialisation von Jugendlichen.

Welche wissenschaftlichen Disziplinen werden herangezogen?

Die Arbeit verknüpft Ansätze aus der Soziologie, Psychologie, Kommunikations- bzw. Medienwissenschaft und der (Medien-)Pädagogik.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die kritische Sichtung empirischer Studien, um zu prüfen, ob und wie mediale Gewalt Jugendliche beeinflusst, und daraus konkrete Anhaltspunkte für eine moderne Medienpädagogik abzuleiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die eine umfassende Literaturrecherche und die Auswertung empirischer Studien zur Medienwirkungsforschung nutzt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffs- und Disziplinenklärung, eine Bestandsaufnahme der heutigen Jugend, eine detaillierte Analyse der Medienwirkungsforschung und eine Diskussion von Jugendschutzkonzepten.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Medienkompetenz, Sozialisation, Jugendschutz, Delinquenz, Gewaltwirkungsforschung und dynamisch-transaktionaler Ansatz.

Wie bewertet der Autor die Wirksamkeit von Zensur im Jugendschutz?

Der Autor kritisiert die gängige Verbotspraxis als ineffektiv, da sie oft kontraproduktiv wirkt und das eigentliche Ziel – die Förderung von Medienkompetenz – zugunsten einer bloßen „Schadensbegrenzung“ vernachlässigt.

Welche Bedeutung kommt der "peer-group" für Jugendliche zu?

Die Peer-Group fungiert laut der Arbeit als zentraler Sozialisationsfaktor und bietet den notwendigen Rahmen, in dem Jugendliche Medienkonsum reflektieren und ihre Autonomie erproben.

Gibt es einen klaren Zusammenhang zwischen Gewaltfilmkonsum und realer Delinquenz?

Die Arbeit verdeutlicht, dass empirisch kein linearer, kausaler Zusammenhang nachgewiesen werden kann; vielmehr wird Medienkonsum als Teil eines komplexen Beziehungsgeflechts betrachtet, das stark von individuellen und situativen Faktoren abhängt.

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Details

Title
Gewalt in den Medien
Subtitle
Wirkungen, Probleme und Bedeutung für die Sozialisation Jugendlicher im wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Diskurs
College
University of Leipzig
Grade
1,5
Author
Markus Schmidt (Author)
Publication Year
2003
Pages
137
Catalog Number
V77356
ISBN (eBook)
9783638770484
ISBN (Book)
9783638901406
Language
German
Tags
Gewalt Medien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Markus Schmidt (Author), 2003, Gewalt in den Medien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/77356
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