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Kindheit und Erziehung im Wandel der Zeit

Die verbleibende Funktion von Erziehung in der modernen Gesellschaft

Title: Kindheit und Erziehung im Wandel der Zeit

Diploma Thesis , 2006 , 93 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Dipl.-Sozialpäd. (FH) Angela Gatscha (Author)

Social Work
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Ein fehlender Konsens über Maß, Methoden, Funktionen sowie Ziele der Erziehung stellt gegenwärtig eine wachsende Problematik für Erziehende dar und beeinträchtigt Kinder und Jugendliche in ihrem Aufwachsen. In dieser Arbeit soll daher die (bürgerliche) Erziehung in wechselseitiger Abhängigkeit zum gesellschaftlichen Konstrukt der Kindheit beleuchtet werden. Die Geschichte der Kindheit, sowie die Aspekte einer modernen Kindheit und ihre Einflüsse werden untersucht. Die ehemals große Bedeutsamkeit von Erziehung tritt zu Gunsten der Bedeutung von Sozialisation in den Hintergrund, weil u.a. die Zeitdeterminante Zukunft gegenüber der steigenden Dominanz der Zeitdeterminante Gegenwart an Relevanz verliert. Die Peer Group wird für Kinder und vor allem für Jugendliche von immer größerer Bedeutung werden. Die Antwort auf die Frage der gegenwärtig verbleibenden Funktion von Erziehung liefert Chancen und Herausforderungen für das Zusammenleben der Generationen in einer pluralisierten Gesellschaft. Aus der Veränderung und Verkürzung der Kindheit kristallisiert sich ein neuer Generationenzusammenhang heraus, der für die Zukunft einen Gestaltwandel hinsichtlich des Zusammenlebens sowie die Schaffung offener und flexibler Gesellschaftsstrukturen fordert. Solche tiefgreifenden Modifikationen haben Auswirkungen auf die Erziehung, weswegen im Ergebnis deutlich wird, dass ihre Grenzen neu abgesteckt und ihre Funktionen neu konstatiert werden müssen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Vorbemerkung

1. Hinführung zur Thematik

2. Die Kindheit – Werdegang eines gesellschaftlichen Konstruktes

2.1. Definitionen des Begriffes Kindheit

2.2. Die Kindheit im Wandel der Zeit

2.2.1. Die Kindheit in der Antike

2.2.2. Die Kindheit im Mittelalter

2.2.3. Die Kindheit in der Neuzeit

2.3. Karrierestart der Kindheit

2.3.1. Entdeckung der Kindheit als eigenständige Lebensphase

2.3.2. Entdecker der Kindheit

2.3.2.1. John Locke

2.3.2.2. Jean Jacques Rousseau

2.3.2.3. Johann Heinrich Pestalozzi

2.3.2.4. Robert Owen

2.4. Die Kindheit heute

2.4.1. Aspekte, Einflüsse und Anforderungen eines modernen Kinderlebens

2.4.2. Gegensätzlichkeiten eines modernen Kinderlebens

2.4.2.1. Verlust oder Zunahme des geschützten Raumes?

2.4.2.2. Die Problematik der steigenden Kinderarmut

2.4.2.3. Die fortschreitende Konsumteilhabe in der Kindheit

2.4.3. Die zeitgenössischen Widerstände und Ausprägungen der einst freiwüchsigen Kindheit

2.4.3.1. Kindheit heute – Organisation von Freizeit und Freundschaften

2.4.3.2. Der Wandel in der Aneignung von symbolischer und materieller Kultur

2.4.3.3. Das veränderte Zeit- und Raumerleben

2.4.4. Die beständige Bedeutsamkeit der Familie

2.4.5. Die gesteigerte Bedeutung der Peer Group

2.4.6. Kindheit und Medien – Neil Postmans These vom Verschwinden der Kindheit

3. Erziehung im Überblick

3.1. Definitionen des Begriffes Erziehung

3.2. Der Erziehungsprozess

3.3. Die Erziehung im Wandel der Zeit

3.3.1. Allgemeine Übersicht

3.3.2. Die Reformpädagogik

3.3.3. Erziehung im Dritten Reich

3.3.4. Erziehung in der DDR - Exkurs zum deutschen Phänomen einer geteilten Kindheitsbiographie

3.3.5. Aspekte des Wandels ab 1945

4. Die gegenwärtige Erziehungssituation in Abhängigkeit zum sozialen Konstrukt der Kindheit

4.1. Die vernachlässigte Kompetenz der Selbsterziehung

4.2. Pro und Contra Erziehung, oder: Alles nur eine Frage der Quantität?

4.3. Es geht auch ohne Erziehung – und keiner vermisst sie

4.4. Warum die Erziehung zu scheitern droht

4.4.1. Kinder und ihre Erziehung als „Projekt“ der Eltern

4.4.2. Die Zunahme der sogenannten Erziehungsunsicherheit

4.4.3. Unrealistische Vorstellungen hinsichtlich der Übernahme elterlicher Verantwortung

4.4.4. Die Wandlung des Erziehungsprozesses zum Sozialisationsprozess

4.5. Die Frage nach der verbleibenden Funktion von Erziehung in der modernen Gesellschaft

4.5.1. Das Verschwinden der Zukunft in die Gegenwart

4.5.2. Bildungsprozesse initiieren

4.5.3. Dialogfähigkeit anregen

4.5.4. Gemeinsam Grenzen neu vermessen

4.5.5. Werte für das Hier und Jetzt – und für alle

4.5.6. Moral und Ethik - Verantwortungsethik als Erziehungsziel

4.6. Keine Verlierer, keine Gewinner – ein Fazit

4.7. Ein neues soziales Phänomen: Die Infantilisierung Erwachsener

4.8. Der neue Generationenzusammenhang

4.9. Der Bezug zur Sozialen Arbeit

Zielsetzung & Themen

Das Buch untersucht die verbleibende Funktion von Erziehung in einer modernen, pluralistischen Gesellschaft, in der Kindheit als soziales Konstrukt einem stetigen Wandel unterliegt. Die zentrale Forschungsfrage beschäftigt sich damit, ob und wie Erziehung unter den Bedingungen gesellschaftlicher Transformationsprozesse noch möglich und notwendig ist, wenn traditionelle Strukturen und Zukunftsvorstellungen an Relevanz verlieren.

  • Historische Entwicklung des Kindheitsbegriffs und Erziehungskonzepten
  • Herausforderungen modernen Kinderlebens wie Konsumdruck und Leistungsanforderungen
  • Veränderung des Verhältnisses zwischen Kindern, Eltern und dem Staat
  • Bedeutung von Sozialisation und Peer-Groups gegenüber klassischer Erziehung
  • Zukunftsperspektiven für Erziehung in einer Gesellschaft ohne klare Zielvorgaben

Auszug aus dem Buch

2.2.1. Die Kindheit in der Antike

Über die Einstellung zum Kind in der Antike wissen wir sehr wenig, aber schon die alten Griechen hatten eine Vorstellung von Kindheit mit einer besonderen Behandlung von Kindern im Unterschied zu den Erwachsenen. Kinderspielzeug beispielsweise war keine Erfindung der Neuzeit, sondern wurde bereits in der Antike aus Ton oder Holz gefertigt. Jedoch hatte die antike Auslegung der Kindheit nur wenig gemein mit unserer heutigen Vorstellung, da die damaligen Kleinen noch keinen besonderen Schutz, Pflege oder Einfühlungsvermögen genossen. „Obgleich sich keines ihrer Gemälde erhalten hat, ist es unwahrscheinlich, dass es die Griechen der Mühe wert erachteten, Kinder auf ihnen darzustellen. Aber immerhin wissen wir, dass sich unter ihren erhalten gebliebenen Statuen keine einzige Darstellung eines Kindes befindet“21. Anhaltspunkte zur Unterstützung dieser These finden sich beim Thema Schule – welche von den alten Griechen ins Leben gerufen wurde. Die Schulen im antiken Griechenland waren keine öffentlichen Gebäude, wie wir sie heute kennen. Stattdessen wurden die Kinder (bzw. nur die Knaben) reicher Eltern von den Haussklaven in das Privathaus des Lehrers gebracht. Schulbildung genoss also nur derjenige, der (bzw. dessen Eltern) es sich leisten konnte (ein Gedanke, der in Deutschland übrigens ansatzweise auch heute wieder aufgegriffen zu werden scheint).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Hinführung zur Thematik: Einführung in die Problematik, dass historische Vorstellungen von Kindheit und Erziehung veraltet sind und eine Neubestimmung in Zeiten gesellschaftlichen Wandels erfordern.

2. Die Kindheit – Werdegang eines gesellschaftlichen Konstruktes: Analyse der historischen Entwicklung von Kindheit als gesellschaftliches Konstrukt, von der Antike über das Mittelalter bis zur heutigen, von Konsum und Medien geprägten Lebenswelt.

3. Erziehung im Überblick: Begriffsbestimmung von Erziehung sowie historische Analyse pädagogischer Ansätze vom Wandel der Zeit, inklusive spezieller Exkurse zur Reformpädagogik, dem Dritten Reich und der DDR.

4. Die gegenwärtige Erziehungssituation in Abhängigkeit zum sozialen Konstrukt der Kindheit: Untersuchung der aktuellen Krise der Erziehung, geprägt von Leistungsdruck, Erziehungsunsicherheit und der Tendenz zum Sozialisationsprozess, mit einem Ausblick auf die Rolle der Sozialen Arbeit.

Schlüsselwörter

Erziehung, Kindheit, Sozialisation, gesellschaftlicher Wandel, Erziehungsunsicherheit, Pädagogik, Peer Group, Kindheitskonstrukt, Generationenzusammenhang, Mündigkeit, Reformpädagogik, Medienkompetenz, soziale Arbeit, Wertevermittlung, Identitätsfindung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in diesem Buch grundsätzlich?

Es geht um die Frage, welche Funktionen Erziehung in der modernen Gesellschaft noch hat, nachdem sich das gesellschaftliche Bild von Kindheit und die Rahmenbedingungen für das Aufwachsen fundamental verändert haben.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Feldern zählen die historische Entwicklung der Kindheit, der Einfluss von Konsum und Medien, die Rolle der Familie und der Peer-Group sowie die Krisensymptome der Erziehung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, für die modernen Probleme von Kindern und Jugendlichen zu sensibilisieren und aufzuzeigen, wie Erziehung angesichts gesellschaftlicher Wandlungsprozesse neu definiert werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin beleuchtet das Thema aus verschiedenen Perspektiven, darunter anthropologische, soziologische, pädagogische, kulturelle und historische Ansätze, um eine umfassende Analyse zu ermöglichen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Entstehung von Kindheit als soziales Konstrukt, der Geschichte der Erziehung und einer tiefgehenden Analyse der aktuellen Erziehungssituation und deren Scheitern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Erziehung, Kindheit, Sozialisation, Erziehungsunsicherheit, Mündigkeit und Generationenzusammenhang.

Warum spielt das Kapitel über die Kindheit in der DDR eine Rolle?

Dieses Kapitel dient als Exkurs, um anhand einer geteilten Kindheitsbiographie aufzuzeigen, wie das staatliche Interesse an der Erziehung die Kindheit beeinflussen und instrumentalisieren kann.

Was meint die Autorin mit dem "Verschwinden der Kindheit"?

Dies bezieht sich auf die These von Neil Postman, die besagt, dass durch den Einfluss von Massenmedien die Grenze zwischen der Welt der Kinder und der Erwachsenen verschwimmt und somit das geschützte Aufwachsen gefährdet wird.

Welchen Bezug stellt die Autorin zur Sozialen Arbeit her?

Die Sozialarbeit wird als Institution begriffen, die mit den neuen Herausforderungen der Erziehung und Pädagogisierung umgehen muss, um das Recht auf Selbstbestimmung des Kindes zu wahren.

Gibt es eine endgültige Antwort auf die Erziehungskrise?

Das Buch bietet keine fertige Lösung, sondern plädiert für einen Perspektivenwechsel: Weg vom erziehenden Erzieher hin zum lernenden Kind, welches in einer partnerschaftlichen Beziehung begleitet werden sollte.

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Details

Title
Kindheit und Erziehung im Wandel der Zeit
Subtitle
Die verbleibende Funktion von Erziehung in der modernen Gesellschaft
College
University of Applied Sciences Nuremberg
Grade
1,3
Author
Dipl.-Sozialpäd. (FH) Angela Gatscha (Author)
Publication Year
2006
Pages
93
Catalog Number
V77375
ISBN (eBook)
9783638770538
ISBN (Book)
9783638792837
Language
German
Tags
Kindheit Erziehung Wandel Zeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl.-Sozialpäd. (FH) Angela Gatscha (Author), 2006, Kindheit und Erziehung im Wandel der Zeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/77375
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