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Narrative Strategien in der „München Installation 1991-2005“ von Wolfgang Tillmans

Title: Narrative Strategien in der „München Installation 1991-2005“ von Wolfgang Tillmans

Term Paper , 2006 , 23 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Nina Roloff (Author)

Art - Photography and Film
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In den frühen neunziger Jahren veröffentlichte der 1968 geborene Wolfgang Tillmans erste Fotografien in Zeitschriften wie dem Londoner i-D Magazine oder dem deutschen Spex-Magazin. Auch heute noch erscheinen regelmäßig Fotos von ihm in Zeitschriften. Durch die Omnipräsenz des Mediums Zeitschrift waren und sind seine Bilder einem großen Publikum zugänglich. Seine ersten Fotografien stammen aus der Clubszene, zeigen zum Beispiel feiernde Jugendliche auf der Loveparade. Es sind Bilder aus einer Wirklichkeit, an der Wolfgang Tillmans selber teilgenommen hat. Sie zeichnen sich durch eine Schnappschuss-Ästhetik aus, die sich in der Fotografie am Anfang der neunziger Jahre entwickelte, und die folgende Fotogeneration stark geprägt hat. Tillmans selber brachten sie den Titel eines „Chronisten seiner Generation“ ein. Übersehen wurde bei dieser Klassifizierung die bewusste Inszenierung der meisten seiner Bilder. Zudem beschränkt sich sein Oeuvre eben nicht nur auf Porträts von Menschen aus seiner Generation. Im Jahr 2000 erhielt Wolfgang Tillmans den Turner-Preis.

In der München Installation von Wolfgang Tillmans in der Pinakothek der Moderne werden viele divergente Fotografien räumlich zu einem Ganzen verknüpft. Die Frage, die sich beim Betrachten der Installation stellt, ist, welche Erzählinhalte hier, in den Einzelbildern, vor allem aber im Konnex des Bildverbundes, vermittelt werden sollen. Auf Grund der fragmentarischen Zusammensetzung der Installation muss man sich sogar fragen, ob hier überhaupt von einer Erzählung gesprochen werden kann.

Diese Hausarbeit hat darum zum Ziel, narrative Strategien herauszustellen, die in der München Installation zum Tragen kommen. Nach einer kurzen Beschreibung der strukturellen Gestaltung der Installation sollen zunächst narrative Strategien innerhalb einzelner Bilder analysiert werden. Daraufhin soll untersucht werden, was die Einzelbilder, über ihre bloße räumliche Zusammenkunft hinausgehend, zu einem Werkganzen macht, um im Anschluss daran eine Antwort auf die Frage zu finden, welche Form der Narration dem Betrachter innerhalb dieser Rauminstallation angeboten wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Installation

2.1 Der Installations-Raum: „So weit die Wände reichen“

3 Die Rolle des Betrachters

4 Die Einzelbilder

4.1 Corinne on Gloucester Place – Inszenierte Authentizität

4.2 „Lutz & Alex climbing in the trees“: Grenzüberschreitungen

4.3 Der „unprivilegierte Blick“ des Fotografen oder: Das Ineinandergreifen von Leben und Kunst

5 Narrative Strategien im Werkzusammenhang der Installation

5.1 Die Installation: Ein visuelles Tagebuch?

5.2 Die Installation als Spiegelung und Kontrastierung der medialen Wirklichkeit

5.3 Introspektion und Extraspektion

6 Schlussbemerkungen

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die narrativen Strategien innerhalb der „München Installation“ von Wolfgang Tillmans, um zu analysieren, wie der Künstler durch die räumliche Anordnung verschiedener Fotografien eine übergreifende Bedeutungsebene schafft, ohne eine lineare Erzählung vorzugeben.

  • Analyse narrativer Strukturen in Einzelbildern (Porträts, Stillleben).
  • Untersuchung des Konnexes des Bildverbundes als Werkganzes.
  • Rolle des Betrachters bei der Konstruktion von Bedeutung.
  • Spannungsfeld zwischen privater Wahrnehmung und öffentlicher Repräsentation.
  • Installation als Spiegelung und Kontrastierung medialer Wirklichkeit.

Auszug aus dem Buch

4.1 Corinne on Gloucester Place – Inszenierte Authentizität

„Kommunikation im Bild kann sich zu der Tatsache, dass der Betrachter mit dem Bild, [...] kommuniziert, verschieden verhalten: Sie kann leugnen und so tun, als finde sie nicht unter Zeugen statt; sie kann aber auch die Anwesenheit des Betrachters vor dem Bild anerkennen.“

Auf dem Bild Corinne on Gloucester Place steht eine Frau mit nacktem Oberkörper mitten auf der Fahrbahnmarkierung einer Straße im Bildmittelpunkt. Im Bildhintergrund fahren zwei Autos in die Richtung der Kamera, durch weiße Richtungspfeile auf dem Boden entsteht zusätzlich eine Art Tiefensog, der den Blick des Betrachters rückwärts aus dem Bild herauszuziehen scheint, so als schaue man aus dem Rückfenster eines Autos, das eben gerade losgefahren ist. Auf Grund des Ausschnittes und der formalen Dynamik könnte es sich durchaus auch um ein Filmstill handeln.

Corinne wird von der Kamera frontal fokussiert und sie erwidert ihren Blick. Für den Betrachter ist die Kamera somit in dem Bild deutlich spürbar, und folglich auch der Fotograf, der nicht bloßer (versteckter) Beobachter der Situation ist, sondern als spürbarer Teil des Bildes ein aktiver Teilnehmer, der gemeinsam mit dem Sujet das Bild formt. Dennoch ist die Ästhetik, die dieses Bild ausmacht, schwer zu klassifizieren: Das Bild wirkt weder wie ein Schnappschuss, noch, trotz offensichtlicher Inszenierung, gestellt theatralisch.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung verortet das Werk von Wolfgang Tillmans als „Chronist seiner Generation“ und führt die Forschungsfrage ein, ob und wie in der fragmentarischen „München Installation“ narrative Strategien wirksam werden.

2 Die Installation: Dieses Kapitel beschreibt die räumliche Struktur der Installation in der Pinakothek der Moderne und begründet, warum die spezifische Hängung der Bilder eine Betrachtung als Werkganzes erfordert.

3 Die Rolle des Betrachters: Hier wird analysiert, wie der Betrachter innerhalb der Installation ohne vorgegebene Leserichtung eigene Assoziationsketten bildet und somit aktiv an der Bedeutungskonstruktion teilnimmt.

4 Die Einzelbilder: Anhand ausgewählter Motive wird untersucht, wie einzelne Fotografien – zwischen Inszenierung und Schnappschuss – narrative Ansätze bieten, die jedoch stets offen bleiben.

5 Narrative Strategien im Werkzusammenhang der Installation: Dieses Hauptkapitel diskutiert, inwiefern die Installation als visuelles Tagebuch gelesen werden kann oder eher eine „Puzzle-Realität“ darstellt, die den Betrachter zur Introspektion und Auseinandersetzung mit Lebenswirklichkeit einlädt.

6 Schlussbemerkungen: Die Schlussbemerkungen fassen zusammen, dass keine fest fixierte Narration vorliegt, sondern die Installation eine offene, künstlerisch entworfene Geschichte bietet, die durch den Dialog mit dem Betrachter lebendig bleibt.

Schlüsselwörter

Wolfgang Tillmans, München Installation, Fotografie, Narrative Strategien, Rezeptionsästhetik, Inszenierung, Authentizität, Betrachterrolle, Werkganzes, Mediale Wirklichkeit, Introspektion, Bildverbund, Zeitgenössische Kunst.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die narrativen Strategien und die strukturelle Komposition der „München Installation“ des Künstlers Wolfgang Tillmans.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Konzepte der Inszenierung von Authentizität, das Verhältnis zwischen Einzelbild und Bildverbund sowie die aktive Rolle des Betrachters.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Ziel ist es zu klären, ob und welche narrativen Fäden in der fragmentarischen Rauminstallation existieren und wie diese dem Betrachter vermittelt werden.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?

Die Autorin nutzt kunsthistorische Analysen von Bildkompositionen sowie rezeptionsästhetische Ansätze, um die Wirkung der Installation im musealen Kontext zu deuten.

Was ist der Kerninhalt des Hauptteils?

Der Hauptteil analysiert, wie Tillmans durch die bewusste Anordnung seiner Bilder – sowohl in Bezug auf die Einzelmotive als auch auf die räumliche Hängung – eine „Puzzle-Realität“ schafft, die den Betrachter zu eigenen Interpretationen anregt.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Narrative Strategien, Inszenierung, Authentizität, Rezeptionsästhetik und Introspektion.

Warum wird die „München Installation“ nicht als einfaches visuelles Tagebuch gewertet?

Obwohl die Bilder persönlich wirken, gibt es zu viele Leerstellen und Ellipsen in der Anordnung, die eine chronologische oder lebensgeschichtliche Lesart verunmöglichen, da die Installation eher eine fiktive, künstlerische Konstruktion ist.

Welche Bedeutung hat das Bild „Corinne on Gloucester Place“ für die Argumentation?

Es dient als Beispiel für das Spiel mit der Authentizität: Es wirkt trotz offensichtlicher Inszenierung natürlich und zeigt, wie Tillmans die Identitätsdarstellung sozialer Rollen thematisiert.

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Details

Title
Narrative Strategien in der „München Installation 1991-2005“ von Wolfgang Tillmans
College
LMU Munich  (Institut für Kunstgeschichte)
Course
Hauptseminar - Erzählende Bilder im 20. Jahrhundert
Grade
1,0
Author
Nina Roloff (Author)
Publication Year
2006
Pages
23
Catalog Number
V77380
ISBN (eBook)
9783638819329
ISBN (Book)
9783638826921
Language
German
Tags
Narrative Strategien Installation Wolfgang Tillmans Hauptseminar Erzählende Bilder Jahrhundert
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nina Roloff (Author), 2006, Narrative Strategien in der „München Installation 1991-2005“ von Wolfgang Tillmans, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/77380
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