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Schiller und die Konstruktion des deutschen Nationalismus

Title: Schiller und die Konstruktion des deutschen Nationalismus

Examination Thesis , 2007 , 59 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Susanne Decker (Author)

German Studies - Literature of History, Eras
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In dieser Arbeit soll untersucht werden, wie die Konstruktion von Nationalismus mit der Konstruktion von nationaler Identität in Deutschland um 1800 zusammenhängt. Nation und nationale Identität werden als eine „Konstruktion des Kollektiven im Spannungsfeld zwischen Kultur und Politik“ begriffen . Dazu sollen im ersten Teil der Arbeit Definitionen geklärt, geschichtliche Grundlagen auf sprachhistorischer und politischer Ebene miteinander verknüpft und ein Gesamtbild der Tradition des deutschen Kulturnationalismus hergestellt werden. Grundlagen des vorliegenden Verständnisses von Identitätskonstruktion sind der von GIESEN geprägte Begriff der ‚kollektiven Identität’ und der ‚kulturellen Codes’ . Das Codemodell bietet die Möglichkeit, die Konstruktion von kollektiver nationaldeutscher Identität in ihrer Entwicklung auf mehreren Ebenen zu erklären. Die Abgrenzung des deutschen Bildungsbürgertums gegen das Fremde, hier in erster Linie der Kontrast der deutschen gegen die französische Identität, ist dabei der Ausgangspunkt der Betrachtungen.
Um eine semantische Grundlage für die darauf folgenden Ausführungen zu schaffen, werde ich in Punkt 2.0 die Grundbegriffe meiner Arbeit erläutern. Dabei ist mir wichtig, Definitionen zu geben, die die Rahmenbedingungen der Entwicklungen bilden, die zu einer Konstruktion von Nationalismus bzw. Kulturnationalismus in Deutschland geführt haben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1.0 Untersuchungsfeld, Themenschwerpunkte und Textentscheidung

1.1 Textauswahl und Interpretationsansätze

2.0 Nationalismus unter dem Gesichtspunkt des Codemodells von Giesen

2.1. Die Verknüpfung von kollektiver Identität und Nationsbildung als Grundlage der Arbeit

2.2 Das System der drei Codes zur Konstruktion kollektiver Identität

2.2.1 Primordialer Code

2.2.2 Traditionaler Code

2.2.3 Universalistischer Code

2.2.4 Schaubild des Codemodells

2.3 Nation und ihre Codierung im historischen Kontext

3.0 Nation und Bildungsbürgertum in Deutschland

3.1 Kulturnationalismus und Sprachloyalität

3.1.1 Begrifflichkeiten

3.1.2 Deutsche Sprachhistorie unter kulturnationalistischem Blickwinkel

4.0 Die Konstruktion der kollektiven Identität in Deutsche Größe und ihre argumentativen Mittel

4.1 Das Verständnis von Nation in ‚Deutsche Größe’

4.2 Mittel und Ziele der Argumentation in ‚Deutsche Größe’

4.2.1 Sprache als Teil der Konstruktion von Nation

4.2.2 Der politische Hegemonieanspruch

4.3 Die Tendenz zur universalistischen Codierung

5.0 Verwunderung und Fragen

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Konstruktion des deutschen Nationalismus und der nationalen Identität um 1800, basierend auf dem Codemodell von Bernhardt Giesen. Das zentrale Ziel ist die Analyse des Schiller’schen Gedichtfragments „Deutsche Größe“, um zu klären, wie Schiller kulturelle und politische Identität miteinander verknüpfte und dabei einen Hegemonieanspruch für die deutsche Kulturnation legitimierte.

  • Anwendung des soziologischen Codemodells von Giesen zur Analyse nationaler Identitätskonstruktion.
  • Untersuchung der Bedeutung von Sprache und Literatur für die deutsche Kulturnation.
  • Analyse der argumentativen Struktur in Schillers „Deutsche Größe“ unter Berücksichtigung historischer Kontexte.
  • Herausarbeitung des Übergangs von traditionellen Identitätsvorstellungen zu einem modernen, teils völkisch geprägten Nationalismus.
  • Reflexion über das ambivalente Verhältnis von kulturellem Sendungsbewusstsein und politischem Hegemonieanspruch in der deutschen Literaturgeschichte.

Auszug aus dem Buch

Die Konstruktion der kollektiven Identität in Deutsche Größe und ihre argumentativen Mittel

Das Fragment Deutsche Größe bildet im Werk Schillers gemeinsam mit den Gedichten An *** (Der Antritt des neuen Jahrhunderts), Die Antiken zu Paris, Die deutsche Muse und An Göthe als er den Mahomet von Voltaire auf die Bühne brachte einen thematischen Komplex, in dem sich Schiller eingehend mit der Idee der deutschen nationalen Identität beschäftigt. In den Gedichten geht es um die Eigenständigkeit der deutschen Kunst und um ihre konstitutive Funktion im Prozess der Bildung einer nationalen Identität. Deutsche Größe ist wahrscheinlich entweder Ende des Jahres 1801 oder im Frühjahr 1802 entstanden, als sich Deutschland nach dem Frieden von Lunéville in einer erniedrigenden politischen Situation befand. Es zeigt, wie die oben erwähnten Gedichte auch, die Reaktion auf die politischen Verhältnisse, die auf Unzufriedenheit mit der Situation und „deutschen Groll auf Frankreich und Großbritannien und den daraus resultierenden Vergleich der drei Nationen“ hinausläuft.

Auf der erarbeiteten theoretischen Basis des Prozesses der Identitätsbildung soll nun eine eingehende Analyse des Entwurfs Deutsche Größe dessen argumentative Struktur und eventuelle Schwächen offen legen. Mit der Verortung des Primärtextes im begrifflichen Kontext soll vor allem auf die Konstruktion von kollektiver Identität und Nation eingegangen werden. Sie ist in besonderer Weise für den Übergang vom traditionellen in einen modernen Nationsbegriff bezeichnend. „Vor 1800 waren Nation und Staat zweierlei Dinge, danach verknüpfte sich ihre Entwicklung unauflöslich“.

Zusammenfassung der Kapitel

1.0 Untersuchungsfeld, Themenschwerpunkte und Textentscheidung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der nationalen Identitätskonstruktion um 1800 ein und begründet die Wahl von Schillers „Deutsche Größe“ als zentrales Analyseobjekt.

2.0 Nationalismus unter dem Gesichtspunkt des Codemodells von Giesen: Hier wird das theoretische Instrumentarium eingeführt, das soziale Wirklichkeit in primordialen, traditionalen und universalistischen Codes gliedert.

3.0 Nation und Bildungsbürgertum in Deutschland: Es wird dargelegt, wie das Bildungsbürgertum angesichts politischer Zersplitterung nationale Identität primär über Sprache und kulturelle Traditionen konstruierte.

4.0 Die Konstruktion der kollektiven Identität in Deutsche Größe und ihre argumentativen Mittel: Dieses Hauptkapitel analysiert die Struktur des Gedichts und zeigt auf, wie Schiller mittels verschiedener Codes einen kulturellen und latent politischen Hegemonieanspruch begründet.

5.0 Verwunderung und Fragen: Die Autorin reflektiert kritisch über Schillers universalistisches Sendungsbewusstsein und dessen Missbrauchspotenzial für nationalistische Ideologien.

Schlüsselwörter

Nationalismus, Kulturnation, Kollektive Identität, Codemodell, Bernhardt Giesen, Friedrich Schiller, Deutsche Größe, Bildungsbürgertum, Hegemonieanspruch, Imagined Community, Sprachgeschichte, Kultur, Patriotismus, Identitätskonstruktion, Sendungsbewusstsein.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Konstruktion nationaler Identität in Deutschland um 1800, wobei der Fokus auf dem soziologischen Codemodell von Bernhardt Giesen und dessen Anwendung auf Schillers literarisches Werk liegt.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Entwicklung des deutschen Nationalismus, die Rolle der Sprache als Einheitsmerkmal, die Konzepte von Kulturnation versus Staatsnation sowie die Identitätskonstruktion innerhalb des Bildungsbürgertums.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die argumentativen Mittel in Schillers „Deutsche Größe“ zu dekonstruieren und zu zeigen, wie Schiller durch die Verknüpfung kultureller und politischer Aspekte einen hegemonialen Anspruch der deutschen Kulturnation formulierte.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine textimmanente Interpretation vorgenommen, die durch das soziologische Codemodell von Giesen theoretisch gerahmt wird, um die literarischen Aussagen in den historischen Kontext der Nationsbildung einzubetten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Codierung von Nation und Identität im Fragment „Deutsche Größe“, insbesondere mit der sprachlichen Konstruktion einer überlegenen deutschen Kulturnation.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Kulturnationalismus, primordiale/traditionale/universalistische Codes, Hegemonieanspruch, Imagined Community und die spezifische Rolle der deutschen Sprache als Identitätsstifter.

Wie bewertet die Autorin die Rolle des „Weltgeistes“ bei Schiller?

Die Autorin sieht darin ein Instrument des universalistischen Codes, das genutzt wird, um die deutsche Mission zur Vervollkommnung der Menschheit pseudowissenschaftlich zu legitimieren und Zweifler zum Schweigen zu bringen.

Warum betont die Autorin die Bedeutung des „negativen Beiklangs“ von Nationalismus?

Sie erläutert, dass sie den modernen, negativ besetzten Begriff des Nationalismus zugunsten eines neutraleren, auf Bindung an die Nation fokussierten Begriffs für die Zeit um 1800 zurückstellt, um Schillers Gedankengut sachlich zu analysieren.

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Details

Title
Schiller und die Konstruktion des deutschen Nationalismus
College
University of Siegen
Grade
1,3
Author
Susanne Decker (Author)
Publication Year
2007
Pages
59
Catalog Number
V77385
ISBN (eBook)
9783638770552
ISBN (Book)
9783638816243
Language
German
Tags
Schiller Konstruktion Nationalismus Thema Friedrich von Schiller
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Susanne Decker (Author), 2007, Schiller und die Konstruktion des deutschen Nationalismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/77385
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