Parmenides' Auffassung vom Seienden wird als Grundlage kurz zusammengefasst. Auf dieser zum Teil aufbauend, entwickelt Platon seine Theorie des Seienden (Ideenlehre), die in dieser Arbeit in den Grundzügen dargestellt wird. Abschließend wird nach einem kurzen Abriss der Aristotelischen Lehre vom Seienden dessen Kritik an Platons Ideenlehre in Ansätzen skizziert. Im Rahmen dieser Proseminarsarbeit mussten sich die Ausführungen auf die Beleuchtung einzelner, ausgewählter Aspekte beschränken.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Parmenides (540-470 oder 515-445 v. Chr.)
3 Platon (427 – 348/347 v. Chr.)
3.1 Biographie und Werk
3.2 Was ist das Seiende?
3.2.1 Platons Ideenlehre
3.2.2 Das Sonnengleichnis
3.2.3 Das Liniengleichnis
3.2.4 Das Höhlengleichnis
3.3 Die Erkenntnis des Seienden
4 Aristoteles (384 – 322)
5 Schluss
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht das Verständnis des Seienden in der antiken Philosophie, ausgehend von Parmenides über Platon bis hin zu Aristoteles, mit dem Ziel, die ontologischen Ansätze sowie deren kritische Auseinandersetzung und Weiterentwicklung nachzuvollziehen.
- Die ontologische Bestimmung des Seienden bei Parmenides als Grundlage.
- Platons Ideenlehre und deren Erkenntnistheorie anhand der Gleichnisse aus der Politeia.
- Die aristotelische Kritik an der Ideenlehre und der Entwurf einer eigenen Seins-Theorie.
- Die methodische Herleitung des Seienden als Zusammengesetztes bei Aristoteles.
Auszug aus dem Buch
3.2.2 Das Sonnengleichnis
Platon vergleicht in der Politeia (507 d – 509 b) die Idee des Guten mit der Sonne, die in der Welt allen Dingen Sichtbarkeit, Leben und Wachstum verleiht. Ebenso sei im Reich des Unsichtbaren die Idee des Guten letzte Ursache dafür, dass Seiendes erkannt wird, Dasein und Wesenheit besitzt. Die Idee des Guten selbst steht aber außerhalb des Seins, alles überragend an Kraft und Würde. Hinter dieser Konzeption steht die Voraussetzung, dass der Grund des Seins deswegen gut sei, weil er eben Quellgrund ist, und dass das Sein selbst gut ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung skizziert die historische Entwicklung der Frage nach einem umfassenden Prinzip des Seienden, von den Anfängen bei Thales bis hin zu den ontologischen Grundlegungen durch Parmenides, Platon und Aristoteles.
2 Parmenides (540-470 oder 515-445 v. Chr.): Dieses Kapitel erläutert das Sein als unveränderliche Einheit bei Parmenides, das sich jeder sinnlichen Veränderung sowie Entstehen und Vergehen entzieht.
3 Platon (427 – 348/347 v. Chr.): Dieses Kapitel widmet sich der platonischen Ideenlehre, eingebettet in die biographischen Umstände, und analysiert die Struktur des Seienden sowie dessen Erkenntnis.
3.1 Biographie und Werk: Hier werden die lebensgeschichtlichen Hintergründe Platons sowie die Einordnung seines schriftstellerischen Werkes dargelegt.
3.2 Was ist das Seiende?: Dieses Kapitel definiert das Seiende als Idee oder Eidos und erläutert dessen ontologischen Status als das eigentlich Wahre hinter den Erscheinungen.
3.2.1 Platons Ideenlehre: Hier wird der Ursprung der Ideenlehre in der kosmologischen Zweckursache begründet und die Abgrenzung zum sinnlich Wahrnehmbaren vollzogen.
3.2.2 Das Sonnengleichnis: Dieses Kapitel interpretiert die Idee des Guten als Ursprung für Erkennbarkeit und Sein, analog zur Funktion der Sonne in der sichtbaren Welt.
3.2.3 Das Liniengleichnis: Hier wird die stufenweise Erkenntnis des Seienden in einem wissenschaftstheoretischen Modell dargestellt, das von Vermutungen bis zur Vernunfterkenntnis reicht.
3.2.4 Das Höhlengleichnis: Dieses Kapitel veranschaulicht das Verhältnis von Philosophie und Leben sowie den Aufstieg der Seele in das Reich des geistig Erkennbaren.
3.3 Die Erkenntnis des Seienden: Dieses Kapitel fasst das platonische Verständnis zusammen, wonach dem Denken ein Vorrang vor der sinnlichen Wahrnehmung bei der Erkenntnis des Seienden zukommt.
4 Aristoteles (384 – 322): Hier wird der Übergang zur aristotelischen Philosophie vollzogen, insbesondere die Entwicklung seiner Kategorienlehre und die systematische Kritik an der Ideenlehre Platons.
5 Schluss: Das Schlusskapitel resümiert die Entwicklung vom parmenideischen Einen zur platonischen Ideenwelt hin zum aristotelischen Verständnis des Seienden als ein in vielfacher Weise Gesagtes.
Schlüsselwörter
Parmenides, Platon, Aristoteles, Ontologie, Seiendes, Ideenlehre, Eidos, Sonnengleichnis, Liniengleichnis, Höhlengleichnis, Substanz, Akt und Potenz, Metaphysik, Erkenntnistheorie, griechische Philosophie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Entwicklung des ontologischen Denkens über das Seiende in der antiken Philosophie, von den Anfängen der Ontologie bei Parmenides bis zu den Differenzierungen bei Platon und Aristoteles.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentral sind die Untersuchung des Seinsbegriffs, die platonische Ideenlehre samt ihrer erkenntnistheoretischen Fundierung sowie die aristotelische Kritik an eben jener Ideenlehre.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, den Wandel in der Bestimmung dessen, was „seiend“ ist, und die damit verbundenen philosophischen Begründungszusammenhänge bei diesen drei Denkern systematisch darzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Die Arbeit nutzt die Analyse primärphilosophischer Quellentexte, insbesondere Fragmente des Parmenides, die Politeia von Platon sowie die Metaphysik des Aristoteles, unter Einbeziehung relevanter Sekundärliteratur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden nacheinander die Lehren von Parmenides, die Ideenlehre Platons mit ihren zentralen Gleichnissen und schließlich die aristotelische Kritik sowie sein eigenes Modell eines aus Materie und Form zusammengesetzten Seienden erörtert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit ist charakterisiert durch Begriffe wie Ontologie, Ideenlehre, Eidos, Substanz, Sein, Werden sowie den spezifischen Namen Parmenides, Platon und Aristoteles.
Wie unterscheidet sich Platons Verständnis des Seienden von dem des Parmenides?
Während Parmenides das Sein als eine absolut unbewegliche und homogene Einheit denkt, ist Platon gezwungen, eine Vielheit von Einheiten – die Ideen – zuzulassen, um das Phänomen der Bewegung und Veränderung innerhalb eines wahren Seinsbereiches überhaupt denkbar zu machen.
Welcher zentrale Kritikpunkt führt bei Aristoteles zur Abkehr von Platons Ideenlehre?
Aristoteles kritisiert vor allem die Trennung der Ideen von den Sinnesdingen; für ihn führt die Annahme, dass die Ideen die Ursachen der Dinge seien, zu einer unnützen Weltverdoppelung und erklärt nicht, wie diese Ideen als Vorbilder eine reale Bewegung oder Veränderung an den Dingen bewirken können.
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- Carola Puhle (Author), 2006, Das Seiende bei Parmenides, Platon und Aristoteles, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/77425