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Das therapeutische Milieu in der schulischen Erziehungshilfe

Title: Das therapeutische Milieu in der schulischen Erziehungshilfe

Term Paper , 2007 , 19 Pages , Grade: 1

Autor:in: Nancy Heß (Author)

Pedagogy - Orthopaedagogy and Special Education
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Im Unterricht, aber auch im schulischen Miteinander kann es immer wieder zu Verhaltensproblemen oder Disziplinschwierigkeiten bei Schülern kommen. Besonders im Unterrichtsverlauf können Krisensituationen oder chronische Problemsituationen eine enorme Belastung für Lehrer und Schüler darstellen. Welche Ursachen dem Verhalten zugrunde liegen, weiß man oft nicht, da sie sich nur schwer eindeutig festmachen lassen. Auf der Suche nach den Ursachen kann man sich verschiedener Erklärungsmodelle bedienen, die in ihrer Deutung zwar mannigfaltig und gegensätzlich sind, jedoch alle ihre Berechtigung haben.

Auch wenn es in der Schule gelingt, mehrere Aspekte zur Schaffung eines therapeutischen Milieus zu beachten und umzusetzen, können Problemsituationen auftreten, in denen der Lehrer sofort handeln muss. Dabei ist es in erster Linie nicht unbedingt relevant, was die Ursache für das Verhalten ist. Vielmehr benötigen Lehrer in einer Krisensituation Handlungsmöglichkeiten, die den Prozess nicht zusätzlich verstärken oder vielleicht sogar das nur mühsam aufgebaute Vertrauensverhältnis zwischen Lehrer und Schüler schlagartig zerstören. Welche Interventionsstrategien bei Verhaltensproblemen gibt es für die Pädagogen, was ist dabei zu beachten und wie wirken diese? In meinen Ausführungen möchte ich auf diese Fragen eingehen und einige von Redl aufgeführte Interventionen vorstellen. Abschließend möchte ich versuchen, mich kritisch mit den Ausführungen Redls auseinander zu setzen und meine eigene Meinung darzustellen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DAS THERAPEUTISCHE MILIEU IN DER SCHULISCHEN ERZIEHUNGSHILFE

2.1 WAS VERSTEHT MAN UNTER EINEM THERAPEUTISCHEN MILIEU?

2.1.1 Der Begriff ‚therapeutisch’

2.1.2 Der Begriff ‚Milieu’

2.2 DAS THERAPEUTISCHE MILIEU IN DER SCHULE

2.3 MÖGLICHKEITEN DER INTERVENTION BEI VERHALTENSSTÖRUNGEN

2.3.1 Bewusstes Ignorieren

2.3.2 Umgruppierung

2.3.3 „Antiseptischer“ Hinauswurf

3. SCHLUSSWORT

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit setzt sich mit der Konzeption des „therapeutischen Milieus“ nach Fritz Redl auseinander und untersucht deren Übertragbarkeit auf den schulischen Kontext der Erziehungshilfe. Ziel ist es, Möglichkeiten der Intervention bei Verhaltensstörungen im Schulalltag aufzuzeigen und kritisch zu reflektieren, wie eine stärkende Umgebung für Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten gestaltet werden kann.

  • Grundlagen des therapeutischen Milieus (Definitionen nach Redl)
  • Gestaltung eines therapeutischen Klimas in der Schule
  • Interventionsstrategien bei Unterrichtsstörungen
  • Praktische Umsetzung von Bewusstem Ignorieren, Umgruppierung und dem „antiseptischen“ Hinauswurf
  • Kritische Reflexion der psychoanalytisch orientierten Pädagogik im schulischen Alltag

Auszug aus dem Buch

2.3.3 „Antiseptischer“ Hinauswurf

Der „antiseptische“ Hinauswurf wird von Redl und Wineman (1976) nicht als ein Hinauswerfen eines Kindes verstanden, dessen Verhalten der Pädagoge nicht mehr dulden kann. Vielmehr soll dem Kind dadurch die Möglichkeit gegeben werden, aus einer problembehafteten Situation hinauszugehen, um sein eigenes Verhalten zu regulieren. Diese Form der Steuerung aggressiven Verhaltens soll in Situationen, die „den Charakter eines Notfalls“ (Redl/Wineman 1976, S.69) tragen, Verwendung finden. Erst wenn andere Interventionstechniken keine Wirkung mehr besitzen, das Kind eventuell sein Verhalten selbst nicht mehr kontrollieren kann, sollte der Pädagoge zu dieser Technik greifen.

In erster Linie sollte der „antiseptische“ Hinauswurf der Prävention von Krisensituationen dienen, das heißt, der Pädagoge sollte bereits vor dem Entstehen einer problembehafteten Situation diese Maßnahme anwenden. Es ist wichtig, dass das Herausnehmen eines Kindes aus Gefahrensituationen antiseptisch geschieht. „Das bedeutet, dass wir keineswegs an anderer Stelle Schaden stiften oder gar das eigentliche therapeutische Ziel gefährden dürfen, während wir ein vorübergehendes Problem lösen“ (Redl/Wineman 1976, S.73).

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die Ursachen von Verhaltensproblemen bei Schülern und führt in Redls Konzept der „Ich-Unterstützung“ sowie die Notwendigkeit eines therapeutischen Milieus ein.

2. DAS THERAPEUTISCHE MILIEU IN DER SCHULISCHEN ERZIEHUNGSHILFE: Dieses Kapitel definiert die Begriffe „therapeutisch“ und „Milieu“ nach Redl und analysiert die Merkmale einer stärkenden Umgebung für Kinder.

2.1 WAS VERSTEHT MAN UNTER EINEM THERAPEUTISCHEN MILIEU?: Eine detaillierte theoretische Differenzierung der Begriffe „therapeutisch“ und „Milieu“ anhand von Charakteristika wie Bedürfnisse, klinische Elastizität und sekundäre Behandlungsziele.

2.1.1 Der Begriff ‚therapeutisch’: Darstellung der sieben verschiedenen Charakteristika des Begriffs „therapeutisch“, die zur Vermeidung schädlicher Einflüsse und zur Ich-Stärkung beitragen.

2.1.2 Der Begriff ‚Milieu’: Analyse der zwölf Faktoren, die ein „künstlich geschaffenes Milieu“ kennzeichnen, wie soziale Strukturen, Wertesysteme und Gruppenprozesse.

2.2 DAS THERAPEUTISCHE MILIEU IN DER SCHULE: Erörterung der Möglichkeiten, ein therapeutisches Klima im schulischen Alltag zu schaffen, um individuellen Verhaltensproblemen gerecht zu werden.

2.3 MÖGLICHKEITEN DER INTERVENTION BEI VERHALTENSSTÖRUNGEN: Vorstellung praktischer Handlungsstrategien für Pädagogen in Krisensituationen.

2.3.1 Bewusstes Ignorieren: Erläuterung dieser unkomplizierten Interventionsstrategie bei bestimmten, nicht auf die Gruppe einwirkenden Verhaltensmustern.

2.3.2 Umgruppierung: Untersuchung, wie die Veränderung der Gruppenzusammensetzung auf verschiedenen Ebenen problematisches Verhalten mindern kann.

2.3.3 „Antiseptischer“ Hinauswurf: Beschreibung dieser Technik zur Prävention und Entschärfung von Notfallsituationen bei aggressivem Verhalten.

3. SCHLUSSWORT: Zusammenfassende Reflexion über die psychoanalytische Perspektive und die Herausforderungen bei der praktischen Umsetzung des Konzepts im Schulalltag.

Schlüsselwörter

Therapeutisches Milieu, schulische Erziehungshilfe, Ich-Unterstützung, Verhaltensstörungen, Interventionstechniken, Bewusstes Ignorieren, Umgruppierung, Antiseptischer Hinauswurf, pädagogisch-therapeutische Arbeit, Krisensituationen, Gruppendynamik, Schulklima, Förderung, Entwicklungsaufgaben, psychoanalytische Pädagogik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Konzept des „therapeutischen Milieus“ nach Fritz Redl und analysiert, wie dieses auf den schulischen Alltag in der Erziehungshilfe übertragen werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die theoretische Fundierung des therapeutischen Milieus, die Gestaltung von stärkenden schulischen Rahmenbedingungen und konkrete Interventionsmöglichkeiten bei Verhaltensproblemen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Lehrer durch therapeutische Prinzipien eine Atmosphäre schaffen können, die Verhaltensstörungen entgegenwirkt und die Entwicklung der Schüler fördert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf der psychoanalytischen Konzeption von Fritz Redl basiert und diese mit aktueller Fachliteratur zur Verhaltensgestörtenpädagogik verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsbestimmung nach Redl, die Übertragung des therapeutischen Klimas auf die Schule sowie eine detaillierte Vorstellung spezifischer Interventionstechniken.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie therapeutisches Milieu, Erziehungshilfe, Ich-Unterstützung, Interventionsstrategien und schulische Pädagogik charakterisiert.

Warum ist der „antiseptische“ Hinauswurf keine Bestrafung?

Laut Redl und Wineman dient er dazu, dem Kind einen vorübergehenden Ausweg aus einer Überforderungssituation zu ermöglichen, um sein eigenes Verhalten zu regulieren, statt es auszuschließen.

Welche Rolle spielt das Kollegium für ein therapeutisches Milieu?

Die Wirksamkeit ist von der Einigkeit der Pädagogen abhängig; widersprüchliches Handeln im Kollegium kann das therapeutische Klima gefährden.

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Details

Title
Das therapeutische Milieu in der schulischen Erziehungshilfe
College
Martin Luther University
Grade
1
Author
Nancy Heß (Author)
Publication Year
2007
Pages
19
Catalog Number
V77458
ISBN (eBook)
9783638828321
Language
German
Tags
Milieu Erziehungshilfe
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nancy Heß (Author), 2007, Das therapeutische Milieu in der schulischen Erziehungshilfe, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/77458
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