Der Freistaat Bayern ist ein auf freiheitlich-demokratischen Grundsätzen aufbauendes Staatsgebilde, in dem die Bürger die größtmögliche Freiheit z. B. bei der Verwaltung und Organisation ihrer eigenen, unmittelbaren Belange haben sollen.
In Bayern wird deshalb der kommunalen Selbstverwaltung ein ganz erheblicher Stellenwert beigemessen.
Wie die kommunale Selbstverwaltung in Bayern funktioniert, arbeitet und welche Kompetenzen sie hat, wird in diesem Referat erläutert. Abschließend wird auch noch die Gemeindegebietsreform von 1972 und die Auswirkungen im heutigen Bayern kurz beleuchtet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Strukturen der kommunalen Selbstverwaltung
3. Gemeinden
3.1 Gemeindestrukturen
3.2 Gemeindeorgane
3.3 Selbstverwaltung - Aufgaben und Pflichten
3.4 Vom Staat übertragene Aufgaben
3.5 Wahlen
4. Landkreise
5. Bezirke
6. Gebietsreform vom 16. Dezember 1971
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit gibt einen Überblick über die drei Ebenen der kommunalen Selbstverwaltung in Bayern sowie über die Hintergründe und Ziele der Gebietsreform vom 16. Dezember 1971, um die Funktionsweise der politischen Ordnung des Freistaates zu erläutern.
- Struktur und Gliederung der kommunalen Selbstverwaltung in Bayern
- Rechtliche Grundlagen und Organe der Gemeinde
- Aufgabenverteilung zwischen Gemeinden, Landkreisen und Bezirken
- Das Wahlrecht auf kommunaler Ebene
- Hintergründe, Durchführung und Ziele der kommunalen Gebietsreform
Auszug aus dem Buch
Definition:
Die Gemeinde ist gekennzeichnet durch lokale Gebundenheit an einen bestimmten und abgegrenzten Raum und durch die räumliche Nähe der in ihr lebenden Menschen. Sie ist ein Geflecht sozialer Beziehungen zwischen Menschen, die in einem mehr oder weniger großen lokal begrenzten Raum wohnen und in derart mannigfaltigen wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Bindungen zusammenleben, dass ein wesentlicher Teil ihrer Bedürfnisse und Interessen innerhalb dieses Rahmens befriedigt werden kann. Die Gemeinde umschließt im wesentlichen alle Einrichtungen, die als Voraussetzung für die persönliche Entfaltung anzusehen sind. Dem Menschen begegnen in seiner Entwicklung die meisten sozialen Zusammenhänge, die über den engsten Kreis der Familie hinausgehen, zuerst in der Gemeinde, die damit das bedeutendste Sozialgebilde zwischen Familie und gesellschaftlichen Großgebilden darstellt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Das Kapitel erläutert den hohen Stellenwert der kommunalen Selbstverwaltung in der Bayerischen Verfassung und ihre Bedeutung für den Aufbau der Demokratie.
2. Strukturen der kommunalen Selbstverwaltung: Hier wird die Gliederung in die drei Ebenen – Gemeinden, Landkreise und Bezirke – sowie die Unterteilung in Regierungsbezirke und Einheits- bzw. Mitgliedsgemeinden vorgestellt.
3. Gemeinden: Das Kapitel definiert den Begriff der Gemeinde als soziales Gebilde, beschreibt die historische Entwicklung der Gemeindeordnungen und erläutert die Organe, Aufgaben und das kommunale Wahlrecht.
4. Landkreise: Diese Ebene wird als Verwaltungseinheit beschrieben, die insbesondere für überörtliche Aufgaben zuständig ist und einen Doppelcharakter als Staats- und Kreisbehörde aufweist.
5. Bezirke: Die Bezirke werden als dritte kommunale Ebene eingeführt, deren Aufgaben über die der Landkreise hinausgehen und die eine wesentliche Identifikations- und Integrationsfunktion erfüllen.
6. Gebietsreform vom 16. Dezember 1971: Das Kapitel analysiert die Gründe für die notwendige Reform, wie steigende Bevölkerungszahlen und Versorgungsansprüche, und bewertet die Erreichung der gesetzten Ziele.
Schlüsselwörter
Kommunale Selbstverwaltung, Bayern, Gemeinde, Landkreis, Bezirk, Gebietsreform, Gemeindeordnung, Bürgerbeteiligung, Verwaltungsstruktur, Daseinsvorsorge, Kommunalrecht, Demokratie, Regierungsbezirke.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit behandelt die Strukturen und die gesetzlichen Grundlagen der kommunalen Selbstverwaltung in Bayern sowie die historische Zäsur durch die Gebietsreform von 1971.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Aufgabenverteilung zwischen Gemeinde, Landkreis und Bezirk, die Rolle der Gemeindeorgane sowie die Anforderungen an moderne kommunale Verwaltung.
Was ist das Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, den Aufbau der politischen Ordnung in Bayern und die Funktion der Kommunen als "Keimzellen der Demokratie" verständlich darzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine deskriptive Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Auswertung bayerischer Gesetzesgrundlagen basiert.
Was wird im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Beschreibung der drei Verwaltungsebenen sowie eine kritische Betrachtung der Ziele und Ergebnisse der Gebietsreform.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind kommunale Selbstverwaltung, Bayerische Verfassung, Gebietsreform, Gemeindeordnung und Verwaltungsstruktur.
Welchen Doppelcharakter hat das Landratsamt?
Das Landratsamt fungiert einerseits als untere staatliche Verwaltungsbehörde (Kreisverwaltungsbehörde) und andererseits als Kreisbehörde, die die Eigeninteressen des Landkreises wahrnimmt.
Was unterscheidet "Einheitsgemeinden" von "Mitgliedsgemeinden"?
Einheitsgemeinden verfügen über eine eigene Verwaltung, während Mitgliedsgemeinden in Verwaltungsgemeinschaften zusammengeschlossen sind, um Aufgaben effizienter zu bewältigen.
Welche Funktionen erfüllen die Bezirke in Bayern?
Die Bezirke fungieren als staatliche Mittelbehörde und Gebietskörperschaft; sie übernehmen Aufgaben, die über das Leistungsvermögen der Landkreise und Gemeinden hinausgehen, und besitzen eine bedeutende Identifikations- und Integrationsfunktion.
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- Michael Schön (Author), 2002, Die kommunale Selbstverwaltung in Bayern und die Gemeindegebietsreform vom 16. Dezember 1971, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/77515