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Das Erdbeben von Lissabon und die Frage nach dem Übel in der Welt

Krüger, Voltaire, Rousseau im Vergleich

Title: Das Erdbeben von Lissabon und die Frage nach dem Übel in der Welt

Seminar Paper , 2004 , 25 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: M.A. Jonas Reese (Author)

German Studies - Comparative Literature
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Gegenstand dieser wissenschaftlichen Abhandlung werden die Aspekte der o.g. Auseinandersetzung sein. Es gilt zu beleuchten, welche Argumentationen für die Ursache des Jahrhundertbebens zu dieser Zeit gängig waren und vor allem, welche Bedeutung der religiöse Bezug dieser Fragestellung bis heute innehat.
Untersucht wird hierbei die Darstellung des Erdbebens von Lissabon 1755 in Abhandlungen von Johann Gottlob Krüger, Voltaire und Jean-Jacques Rousseau. Hierbei wird neben der unterschiedlichen Darstellung des Ablaufs der Katastrophe, Hauptaugenmerk auf die abweichenden Erklärungen der Ursachen sowie auf die verschiedenen religiösen Haltungen gelegt. Es wird den Fragen nachzugehen sein, wie diese drei Autoren das Beben als Handlung Gottes rechtfertigen bzw. versuchen, die Ursachen zu erklären und welche Position sie zu dem Pope´schen Grundsatz „whatever is, is right“ bzw. zur Leibnizschen Theodizee-Formel beziehen.
Ewird eine werkimmanente Herangehensweise bevorzugt. Ziel ist hierbei ausschließlich, die unterschiedlichen Erklärungsansätze des Bebens herauszuarbeiten und einen Einblick in die damalige Diskussion zu gewähren, sowie einen Ausblick auf gegenwärtige Diskurse darzulegen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Erdbeben von Lissabon

3. Johann Gottlob Krüger

3.1. Beschreibung des Erdbebens

3.2 Erklärungen der Katastrophe

3.2.1 theoretische Erklärung

3.2.2 Rechtfertigung

3.3 Fazit zu Krüger

4. Voltaire

4.1 „Alles ist gut“

4.1.1 Voltaires Argumentation

4.1.2 Gottesbild

4.2 Fazit zu Voltaire

5. Jean-Jacques Rousseau

5.1 Menschenbild

5.2 Erklärung der Theodizee

5.3 Fazit zu Rousseau

6. Resümee

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die unterschiedlichen zeitgenössischen Argumentationsmuster zur Deutung der Erdbebenkatastrophe von Lissabon 1755 und beleuchtet, wie Johann Gottlob Krüger, Voltaire und Jean-Jacques Rousseau das theologische Problem des Übels in der Welt im Kontext dieses Ereignisses diskutierten.

  • Die Darstellung und Wahrnehmung der Katastrophe von Lissabon im 18. Jahrhundert.
  • Der Vergleich gegensätzlicher philosophischer und theologischer Deutungsansätze des Übels.
  • Die Auseinandersetzung mit der Leibnizschen Theodizee und dem optimistischen Weltbild.
  • Die unterschiedlichen Gottesbilder der drei Autoren als Grundlage ihrer Argumentation.
  • Die Bedeutung der Katastrophe für die Entwicklung der Theodizee-Diskussion.

Auszug aus dem Buch

3.1. Beschreibung des Erdbebens

Auffällig an Krügers ersten beiden Kapiteln, in denen er den Ablauf des Bebens und den Zustand der Stadt schildert, ist seine Detailtreue. Eindeutig liegt ihm daran, keine Übertreibung oder Unwahrheiten zu liefern, sondern sich strikt an die Überlieferungen zu halten. Er tritt mit seinen Ausführungen den schon damals „sensationslüsternen“ Meldungen der Presse entgegen.10 Lediglich seine Auslegung vieler Fakten und seine emotionale Sprache lässt die intentio autoris offensichtlich werden.

Krüger beschreibt Lissabon in einer etwas übertriebenen Art als die prächtigste Stadt Europas mit Residenz des reichsten Monarchen. „Die Weisheit, der Reichtum, das Vergnügen und die Majestät wohnten hier zusammen in einem prächtigen Hause.“11 Hier wird schon eine erste Anspielung auf die damit einhergehende Maßlosigkeit deutlich, mit der Krüger spätere Argumentationen führt. Denn in einer reichen, wohlhabenden Stadt, gibt es, so Krüger, auch stets eine überschwängliche und lasterhafte Lebensweise.

An jenem Morgen des Erdbebens am Feiertag der „Allerheiligen“ herrschte, laut Krüger, durch die „heitere und stille Luft“ eine festliche Atmosphäre.12 Die meisten Menschen befanden sich in den Kirchen, um die Messe abzuhalten. Diese besagte Stille sollte diesmal aber nur „größere Aufmerksamkeit auf die Donnerstimme des Schöpfers befördern“.13 Schon an dieser Stelle wird die Position Krügers deutlich: In seinen Augen, war diese Katastrophe eine von Gott geplante und zur Strafe der Menschheit ausgeübte Tat.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert den Wandel des Katastrophenverständnisses von der religiösen Deutung hin zur rein naturwissenschaftlichen Betrachtung.

2. Das Erdbeben von Lissabon: Dieses Kapitel beschreibt den historischen Ablauf der Katastrophe am 1. November 1755, inklusive der zerstörerischen Folgen durch Beben, Feuer und Tsunami.

3. Johann Gottlob Krüger: Krüger deutet das Erdbeben moralisch als göttliche Strafe für die Lasterhaftigkeit der Stadtbewohner und rechtfertigt Gottes Güte trotz des Leids.

4. Voltaire: Voltaire kritisiert in seinem Gedicht die optimistische Theodizee und hinterfragt, wie Gott das Leid Unschuldiger zulassen kann, ohne ein strafender Richter zu sein.

5. Jean-Jacques Rousseau: Rousseau verlagert die Verantwortung für das Übel von Gott auf die menschliche Gesellschaft und die Zivilisation, die den Menschen vom Naturzustand entfernt hat.

6. Resümee: Das Resümee fasst zusammen, dass die unterschiedlichen Ansätze maßgeblich durch diverse Gottesbilder geprägt sind und die Theodizee-Frage eine zentrale ethische Herausforderung bleibt.

Schlüsselwörter

Erdbeben von Lissabon, Theodizee, Johann Gottlob Krüger, Voltaire, Jean-Jacques Rousseau, Gottesbild, Aufklärung, Naturkatastrophe, Vorsehung, Optimismus, Leid, Schuld, Philosophie, Religion, Moral.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Reaktionen und philosophischen Deutungsversuche dreier bedeutender Denker des 18. Jahrhunderts auf das verheerende Erdbeben von Lissabon im Jahr 1755.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Im Mittelpunkt stehen das Verhältnis zwischen Gott und der Welt, die Frage nach dem Ursprung des Übels (Theodizee) und die Kritik an den damals vorherrschenden optimistischen Weltanschauungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die abweichenden Argumentationslinien von Krüger, Voltaire und Rousseau aufzuzeigen und zu verstehen, warum diese Autoren zu so unterschiedlichen Schlussfolgerungen über die Güte Gottes kamen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor wählt eine werkimmanente Herangehensweise, um die Erklärungsansätze der Autoren anhand ihrer eigenen Texte und deren historischem Kontext zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analysen zu den drei Autoren, wobei deren jeweilige Darstellung des Bebens, ihre Thesen zur Theodizee und ihre individuellen Gottesbilder detailliert gegenübergestellt werden.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Begriffe wie Theodizee, Gottesbild, Katastrophenphilosophie und Aufklärung sind für das Verständnis der Arbeit zentral.

Warum spielt die Person Johann Gottlob Krüger eine besondere Rolle?

Krüger repräsentiert in dieser Untersuchung die Position eines gelehrten Theologen seiner Zeit, der das Erdbeben als eine rachsüchtige Strafe Gottes rechtfertigt, und bildet damit den Gegenpol zu Voltaire.

Wie unterscheidet sich die Argumentation von Rousseau von der Voltaires?

Während Voltaire den Optimismus verzweifelt angreift und das Leid beklagt, sucht Rousseau die Lösung des Problems nicht in metaphysischen Spekulationen, sondern verortet die Ursache für das Übel in der vom Menschen geschaffenen Gesellschaft.

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Details

Title
Das Erdbeben von Lissabon und die Frage nach dem Übel in der Welt
Subtitle
Krüger, Voltaire, Rousseau im Vergleich
College
University Karlsruhe (TH)  (Institut für Literaturwissenschaften)
Course
Hauptseminar Katastrophen in der Literatur
Grade
1,3
Author
M.A. Jonas Reese (Author)
Publication Year
2004
Pages
25
Catalog Number
V77550
ISBN (eBook)
9783638829779
Language
German
Tags
Erdbeben Lissabon Frage Welt Hauptseminar Katastrophen Literatur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Jonas Reese (Author), 2004, Das Erdbeben von Lissabon und die Frage nach dem Übel in der Welt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/77550
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