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Berufsbild des Journalisten - Eine Sozialanalyse der Gegenwart

Title: Berufsbild des Journalisten - Eine Sozialanalyse der Gegenwart

Seminar Paper , 2002 , 18 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Magistra Artium Katharina Kirsch (Author)

Communications - Journalism, Journalism Professions
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Eine Sozialanalyse der Gegenwart des Berufsbildes des Journalisten könnte vieles beinhalten. Gilt es, das Verhalten von Journalisten als Ergebnis gesellschaftlicher Umstände zu untersuchen oder soll der Einfluss der Medien auf gesellschaftliche Probleme untersucht werden? Es kann die soziale Verantwortung der Journalisten thematisiert werden, die unter dem Stichwort „Medienethik“ spätestens seit Erfurt wieder öffentlich diskutiert wird. Wie weit geht das Recht auf Information und wo beginnt die Verletzung von Persönlichkeitsrecht? Wo sollte Unterhaltungsjournalismus enden, wo beginnen rückschrittliche staatliche Restriktionen? Inwieweit muss ein Journalist sich selbstreflexiv verhalten und für Folgen seines Tuns verantwortlich gemacht werden dürfen?
Neben der sozialen Verantwortung gegenüber der Gesellschaft kann auch die soziale Sicherheit der Journalisten innerhalb des gesellschaftlichen Gefüges Thema dieser Arbeit sein, also die durch Verantwortliche in Unternehmen und Politik garantierte soziale Versorgung derer, die fest angestellt oder freischaffend als Journalist arbeiten und derer, die zeitweise oder auf Dauer ihren Beruf nicht ausüben können. In Zeiten hoher Arbeitslosigkeit, Konkursanmeldungen von Medienkonzernen, Pressekonzentration, abnehmendem Einfluss der Gewerkschaften und fortschreitender Technokratie muss die tatsächliche Umsetzung sozialrechtlicher Vorgaben ständig untersucht werden, aber auch die ständige Überprüfung von Sozialsystemen auf Bezahlbarkeit und Sinnhaftigkeit zugelassen werden. Innerhalb des Themas der sozialen Lage der Journalisten könnten demographische Untersuchungen zu sozialen Unterschieden in Bezug auf die Art des Arbeitsverhältnisses (frei oder fest angestellt), auf die Form des Arbeitgebers (Print- oder Rundfunkbereich, privat oder öffentlich-rechtlich), auf die Geschlechtszugehörigkeit, auf den Standort (neue und alte Bundesländer), auf das Alter der betroffenen Journalisten et cetera durchgeführt und hier besprochen werden.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

Annäherung an mögliche Inhalte einer „Sozialanalyse der Gegenwart“

2. Der Journalist im gesellschaftlichen Kontext

2.1 Soziale Zuordnung: der Journalist als demographische Einheit

2.1.1 Vorstellung der Studien zur Ermittlung der gesellschaftlichen Einordnung als Grundlage weiterer Analyseschritte

2.1.2 Die Sozialenquete: Der Journalist in soziodemographischen Daten (Schwerpunkt Neue Bundesländer)

2.2 Soziale Verantwortung: der Journalist als Multiplikator und gesellschaftliche Machtinstanz

2.2.1 Soziale Verantwortung von Journalisten gegenüber Gesellschaft und Demokratie - Sind Trends erkennbar?

2.2.2 Selbstsicht heutiger Journalisten in ihrer Rolle als sozial Verantwortliche

2.3 Soziale Sicherheit: der Journalist als Arbeitnehmer

2.3.1 Beschäftigungslage und Marktstimmung

2.3.3 Chancen für Journalisten

3. Abschließende Zusammenfassung mit Ausblick

Alle dargestellten Tendenzen auf einen Blick

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die Durchführung einer Sozialanalyse des aktuellen Berufsbildes des Journalisten. Dabei wird untersucht, inwieweit gesellschaftliche Rahmenbedingungen, wirtschaftliche Veränderungen und ein verändertes Mediennutzungsverhalten das professionelle Handeln sowie die soziale Lage von Journalisten in Deutschland beeinflussen.

  • Soziodemographische Einordnung von Journalisten in Ost- und Westdeutschland.
  • Analyse der sozialen Verantwortung von Journalisten als gesellschaftliche Machtinstanz.
  • Untersuchung der aktuellen Beschäftigungslage und der ökonomischen Marktstimmung im Mediensektor.
  • Diskussion über Trends wie Pressekonzentration, Unterhaltungsorientierung und deren Auswirkungen auf die Qualität journalistischer Arbeit.
  • Zukunftsperspektiven für das Berufsbild im Kontext von Flexibilisierung und technologischem Wandel.

Auszug aus dem Buch

2.1.2 Die Sozialenquete: Der Journalist in soziodemographischen Daten (Schwerpunkt Neue Bundesländer)

Während in den neuen Ländern im Januar 1993 etwa 4.800 Menschen als fest angestellte Journalisten arbeiteten (vgl. Mahle 1993: S.102), waren es im Westen über 25.000. Die ostdeutschen Journalisten waren zum Großteil in Redaktionen von Tageszeitungen beschäftigt, gefolgt von Rundfunkanstalten, Zeitschriften und Nachrichtenagenturen als Arbeitgebern. Bei den Betrachtungen der knapp 600 repräsentativ befragten fest angestellten Redakteuren und Volontären in den neuen Ländern wurde zunächst unterschieden zwischen ostdeutschen Journalisten, die bereits vor der Wiedervereinigung den Beruf ausübten, zwischen solchen, die danach den Beruf ergriffen und zwischen jenen, die nach der Wende als „Westimporte“ in die neuen Länder kamen. Das Gros der im ostdeutschen Journalismus Beschäftigten machte Anfang der Neunziger mit 61% noch die Gruppe der „Altgedienten“ aus, die oft schon vor der Einheit in der gleichen Position beschäftigt waren. Fast zu gleichen Teilen verteilten sich die übrigen Befragten auf die beiden anderen Gruppen mit 21% (vorher nicht journalistisch tätige Ostdeutsche) und 18% (Westdeutsche). Da es sich um Durchschnittswerte unabhängig vom Medienunternehmen gehandelt hatte, wurde gesondert betont, dass die größte personelle Kontinuitität in den ehemaligen SED-Bezirkszeitungen festgestellt wurde. Gleichzeitig arbeiteten zum Zeitpunkt der Befragungen mehr Frauen in ostdeutschen Redaktionen als in den alten Ländern mit einem Gesamtanteil von 35% gegenüber dem gesamtdeutschen Anteil von 31%. Auch jüngere Journalisten erhielten im Osten öfter eine Chance, was das Durchschnittsalter von 36,4 Jahren gegenüber 38,5 Jahren im Westen belegt. Besonderes Merkmal der ostdeutschen Redaktionen ist der hohe Anteil an Seiteneinsteigern, d.h. derjenigen Redakteure, die keine systematische journalistische Ausbildung genossen haben.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Dieses Kapitel definiert den Begriff „sozial“ und umreißt die Fragestellung der Arbeit, insbesondere das Spannungsfeld zwischen journalistischer Verantwortung und ökonomischen Rahmenbedingungen.

2. Der Journalist im gesellschaftlichen Kontext: Dieses Kapitel analysiert detailliert die soziale Lage, das Selbstbild und die Arbeitsbedingungen von Journalisten unter Berücksichtigung von demographischen Daten und ökonomischen Entwicklungen.

3. Abschließende Zusammenfassung mit Ausblick: Dieses Kapitel fasst die erkannten Tendenzen zusammen und bewertet die Zukunftsaussichten des Journalistenberufs unter dem Druck von Pressekonzentration und Marktveränderungen.

Schlüsselwörter

Journalismus, Sozialanalyse, Medienethik, Pressekonzentration, soziale Verantwortung, Beschäftigungslage, Gatekeeper, Infotainment, Medienbericht, Arbeitsmarkt, Journalistenverband, Sozialenquete, Publizistik, Medienwandel, Qualitätssicherung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Berufsbild des Journalisten in Deutschland durch eine sozialanalytische Perspektive, wobei der Fokus auf dem gesellschaftlichen Kontext und den Arbeitsbedingungen liegt.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen umfassen die demographische Struktur von Journalisten, ihre soziale Verantwortung gegenüber der Gesellschaft, ihre Arbeitsmarktsituation und die Auswirkungen der Pressekonzentration.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, Trends in der Berichterstattung und dem Selbstverständnis von Journalisten aufzuzeigen und zu prüfen, wie sich wirtschaftliche Rahmenbedingungen auf die Qualität journalistischer Arbeit auswirken.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit stützt sich primär auf eine Sekundäranalyse bestehender Studien, wie die Münsteraner Kommunikatorforschung, die Sozialenquete und Medienberichte der Bundesregierung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die soziale Zuordnung von Journalisten, ihre Rolle als gesellschaftliche Machtinstanz und ihre Situation als Arbeitnehmer im Wandel der Medienbranche.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Pressekonzentration, journalistische Ethik, Infotainment und die ökonomischen Herausforderungen für festangestellte wie freie Journalisten.

Wie unterscheidet sich die Lage der Journalisten in den neuen und alten Bundesländern?

Die Untersuchung zeigt spezifische Unterschiede bei der Herkunft der Journalisten (Altgediente vs. Westimporte), dem Anteil an Seiteneinsteigern und dem Geschlechterverhältnis auf.

Welche Rolle spielt die Pressekonzentration für die journalistische Arbeit?

Die Pressekonzentration führt zu einem Verdrängungswettbewerb und gefährdet die Pressevielfalt, da sie durch Stellenabbau und Sparzwänge den Spielraum für gründliche Recherche stark einschränkt.

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Details

Title
Berufsbild des Journalisten - Eine Sozialanalyse der Gegenwart
College
University of Bamberg  (Lehrstuhl f. Kom.wissenschaften)
Course
Proseminar: Das Berufsbild des Journalisten - Fiktion, Ideal und Wirklichkeit
Grade
1,0
Author
Magistra Artium Katharina Kirsch (Author)
Publication Year
2002
Pages
18
Catalog Number
V7756
ISBN (eBook)
9783638149051
ISBN (Book)
9783640676118
Language
German
Tags
Journalist Berufsbild Arbeitsmarkt Chancen Soziale Sicherheit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magistra Artium Katharina Kirsch (Author), 2002, Berufsbild des Journalisten - Eine Sozialanalyse der Gegenwart, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/7756
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