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Der Konflikt von Eros und Ethos - Fremd- und Selbstverständnis einer jungen Ehefrau zu Beginn des 20. Jahrhunderts am Beispiel der Traumnovelle von Arthur Schnitzler

Title: Der Konflikt von Eros und Ethos - Fremd- und Selbstverständnis einer jungen Ehefrau zu Beginn des 20. Jahrhunderts am Beispiel der Traumnovelle von Arthur Schnitzler

Seminar Paper , 2002 , 14 Pages , Grade: 1*

Autor:in: Magistra Artium Katharina Kirsch (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Ausgerechnet Schnitzlers Traumnovelle als Vorlage für eine Untersuchung zum Fremd- und Selbstverständnis einer Ehefrau als Individuum zu Beginn des letzten Jahrhunderts zu wählen, könnte auf den ersten Blick als etwas unglücklich erscheinen. Insofern nämlich, dass der Rezipient in meist (Kapitel zwei bis sieben) personaler Er-Erzählung den Handlungsablauf aus der subjektiven Sicht Fridolins, also des Ehemannes, und nicht aus dem Blickwinkel der Ehefrau Albertine erfährt. Arthur Schnitzler gewährt uns Einblick in das Seelenleben dieser einzelnen Person, andere Personen erscheinen nur durch Spiegelung im Bewusstsein dieser Person1. Wie kann also dennoch das Selbstverständnis Albertines untersucht werden? Ermöglicht aber nicht gerade die stark subjektive Vermittlung der Ereignisse dem Rezipienten, Abstand zu nehmen?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Eine Einführung

1.1 Die Traumnovelle als Musterbeispiel für einen Rollenkonflikt? – Mögliche Problemstellungen und Fragen an den Text

1.2 Die Frau in der Wiener Gesellschaft um 1900

2. Der Konflikt von Eros und Ethos

2.1 Albertine im Fremdverständnis Fridolins

2.2 Albertines Selbstverständnis

2.2.1 Albertines Umgang mit ihren Wünschen auf realer Ebene

2.2.2 Die Verarbeitung ihres Konfliktes im Traum

3. Eine abschließende Betrachtung

3.1 Löst sich Albertines Konflikt?

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht den individuellen Rollenkonflikt der Ehefrau Albertine im Kontext der Wiener Gesellschaft um 1900 unter Berücksichtigung des Spannungsfeldes zwischen Eros und Ethos. Ziel ist es zu analysieren, wie sich das Selbst- und Fremdverständnis der Protagonistin in Arthur Schnitzlers Traumnovelle darstellt und ob eine Auflösung des Konflikts im Rahmen der gesellschaftlichen Vorgaben möglich ist.

  • Analyse des gesellschaftlichen Rollenbildes der Frau um 1900
  • Untersuchung des Verhältnisses von Eros (Begierde) und Ethos (moralische Normen)
  • Interpretation der psychologischen Dynamik zwischen Albertine und Fridolin
  • Deutung der Funktion des Traumes als Raum für verdrängte Wünsche und Selbsterkenntnis
  • Kritische Würdigung der sozialkritischen Dimension des Werkes

Auszug aus dem Buch

Die Verarbeitung ihres Konfliktes im Traum

Parallel zu Fridolins Abtauchen in das nächtliche Wien mit all seinen geheimnisvollen Begegnungen gleitet ihrerseits Albertine in einen stark in ihr Bewusstsein dringenden, surrealen Traum hinab. „Der Traum kann vermitteln, was das bewusst denkende und handelnde Subjekt vor sich selbst verbirgt.“ Dass Fridolin den Hintergrund ihres Geständnisses nicht versteht oder nicht verstehen will, hat in Albertine einen Zorn ausgelöst, der sich noch im Wachzustand äußert. Sie entwickelt auch Rachegefühle, die sich auf die gedanklichen Untreue ihres Mannes in dem von ihm auf so unmittelbare Weise geschilderten Urlaubserlebnis beziehen. Den Inhalt des Traumes vermittelt Albertine in einer weiteren Binnenerzählung selbst. Und wieder beweist ihre Schilderung den „Tathergangs“ ihre reflektierende und einsichtige Art. Sie kann nicht nur exakt die äußeren Umstände des Geschehens wiedergeben, sie ist sich selbst über ihre übersteigerten Gefühle und Eindrücke innerhalb des Traums im klaren: „Ein Entsetzen ohnegleichen erfaßte mich, brennende Scham bis zur inneren Vernichtung, zugleich Zorn gegen dich, als wärst du allein an dem Unglück schuld; -- und all das: Entsetzen, Scham, Zorn war an Heftigkeit mit nichts zu vergleichen, was ich jemals im Wachsein empfunden habe. [...] Ich aber lag plötzlich auf der Wiese hingestreckt im Sonnenglanz – viel schöner, als ich in Wirklichkeit war [...].“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Eine Einführung: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein, diskutiert den methodischen Ansatz der Textanalyse und erläutert die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für Frauen in Wien um 1900.

2. Der Konflikt von Eros und Ethos: Hier wird der Kernkonflikt zwischen dem individuellen Begehren und den gesellschaftlichen Moralvorstellungen anhand der Figurenkonstellation und der Selbstwahrnehmung analysiert.

3. Eine abschließende Betrachtung: Dieses Kapitel zieht ein Fazit über die Möglichkeiten der Konfliktlösung und reflektiert die sozialkritische Bedeutung von Schnitzlers Werk.

Schlüsselwörter

Arthur Schnitzler, Traumnovelle, Wiener Moderne, Eros, Ethos, Rollenkonflikt, Identität, Geschlechterrollen, Selbstverständnis, Fremdverständnis, Traumdeutung, Ehekritik, Sozialkritik, Individualität, Unterbewusstsein

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert den Konflikt von Eros und Ethos am Beispiel der Traumnovelle von Arthur Schnitzler und fokussiert dabei auf das Fremd- und Selbstverständnis einer Ehefrau um 1900.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Zentrum stehen die soziokulturellen Bedingungen der Wiener Gesellschaft um 1900, die Rolle der Frau als Individuum innerhalb der Ehe sowie die psychologische Dynamik zwischen den Partnern.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Die Arbeit untersucht, ob und wie die Protagonistin Albertine ihren individuellen Rollenkonflikt wahrnimmt und ob im gesellschaftlichen Kontext der Zeit eine Auflösung dieses Konflikts möglich ist.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die den Primärtext in den soziokulturellen Kontext der Wiener Moderne einbettet und psychologische Aspekte zur Deutung heranzieht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung von Fridolins Sicht auf Albertine sowie eine detaillierte Analyse von Albertines Selbstverständnis, sowohl auf realer als auch auf traumhafter Ebene.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Eros, Ethos, Rollenkonflikt, Wiener Moderne, Selbstentfaltung und das Spannungsfeld zwischen Bewusstem und Unterbewusstem.

Welche Rolle spielt der Traum von Albertine für die Analyse?

Der Traum fungiert als ein von Konventionen befreiter Raum, in dem Albertine ihre verdrängten Wünsche und ihre Kritik am Unverständnis ihres Mannes reflektieren kann.

Warum wird Fridolin in der Analyse als ambivalent charakterisiert?

Fridolin zeigt ein tiefes Desinteresse an den Bedürfnissen seiner Frau und verdrängt eigene Konflikte, was seine Fähigkeit zur echten zwischenmenschlichen Verbindung und Selbsterkenntnis einschränkt.

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Details

Title
Der Konflikt von Eros und Ethos - Fremd- und Selbstverständnis einer jungen Ehefrau zu Beginn des 20. Jahrhunderts am Beispiel der Traumnovelle von Arthur Schnitzler
College
University of Bamberg  (Lehrstuhl NDL)
Course
Proseminar im Fach Neuere deutsche Literaturwissenschaft:: Bürgerliche Lebensformen. Analyse exemplarischer Lebensformen um 1900
Grade
1*
Author
Magistra Artium Katharina Kirsch (Author)
Publication Year
2002
Pages
14
Catalog Number
V7757
ISBN (eBook)
9783638149068
ISBN (Book)
9783640676132
Language
German
Tags
Schnitzler Traumnovelle Rollenkonflikt Gender Studies Wiener Moderne
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Magistra Artium Katharina Kirsch (Author), 2002, Der Konflikt von Eros und Ethos - Fremd- und Selbstverständnis einer jungen Ehefrau zu Beginn des 20. Jahrhunderts am Beispiel der Traumnovelle von Arthur Schnitzler, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/7757
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